Hallo Marielle,
vorab möchte ich sagen, dass ich Hochachtung vor deinem Engagement und dem unzähliger anderer habe.
Marielle hat geschrieben: Do 30. Mai 2019, 11:03
Wenn die Politik der Volksparteien nicht die Antworten liefert, dann entstehen für mich Fragen.
Ich würde es anders formulieren:
Wenn Teile der Bevölkerung (das Volk) der Politik keine Antworten liefern, bleiben dort Fragen, die von anderen Teilen der Bevölkerung beantwortet werden.
Ein durchaus berechtigter Einwand.
Ich sehe allerdings für mich als Einzelperson (und das gilt sicherlich für viele andere ebenso) das Problem, dass ich oft genug gar nicht so recht weiß, was ich wann wo tun könnte.
Zum einen haben wir eine unüberschaubare Zahl von Interessenvertretungen mit zum Teil sehr abweichenden Zielen und Vorstellungen. Da kann sich die Politik bequem aussuchen, von welcher Splittergruppe ihr die Antworten am besten in den Kram passen. Das ist etwa so wie wenn irgendwelche arbeitgeberfreundlichen Kleinstgewerkschaften die grundsätzlichen Interessen der Mehrheit der Arbeitnehmer unterminieren.
So kommen wir nicht dorthin, wo wir dringend hinkommen müssen, nämlich dass uns die Politik insgesamt ernst nimmt. Für die bleiben wir deshalb auch weiterhin ein zänkischer zerstrittener Haufen verwirrter selbstverliebter Spinner.
Zum Anderen wohne und lebe ich in der "Fläche", und bekomme seltenst rechtzeitig mit, wann und wo ich mich beteiligen könnte, oder aber ich müsste für die vielen kleinen Aktionen immer wieder hunderte Kilometer in unterschiedlichste Richtungen fahren.
Das ist etwas, was wohl gerne vergessen wird, wenn man in der Großstadt lebt und mit dem Öffi jeder Zeit schnell an jeden beliebigen Ort kommt.
Ich denke, da müssen wir noch viel besser werden.
Liebe Grüße und dir auch einen schönen (hoffentlich freien) Tag
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.