Helga goes shopping
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
Helga
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Helga goes shopping

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Beitrag von Helga »

Helga goes Shopping- 

Endlich hat die bereits angekündigte erste Shoppingtour als Helga stattgefunden (viewtopic.php?t=18008) . Statt Oldenburg oder Hamburg wurde es allerdings Minden.
Das kam so: Ich hatte mich zu einem mehrtägigen Kongress in Köln angemeldet. Um mehr Freiheiten zu haben hatte ich mein Zimmer nicht im Kongresshotel sondern in einem kleinen Hotel in der Altstadt gebucht. Mein männliches Gepäck hätte problemlos in eine Aktentasche gepasst, da ich noch einige Sachen zusätzlich mitnahm war ich allerdings mit einem ziemlich großen Rollkoffer unterwegs. Natürlich wollte ich die Gelegenheit nutzen und spielte mit dem Gedanken Köln zumindest teilweise als Frau zu erleben. Hierbei hatte ich jedoch nicht damit gerechnet, dass an der Rezeption Tag und Nacht ein Portier- saß der ein unbemerktes Kommen und Gehen unmöglich machte zumal er auch noch die Zimmerschlüssel einkassierte. Dieser Torwächter erzeugte- in dieser - Situation eine- sehr große- Hemmschwelle. Einige werden jetzt sicherlich sagen, dass man sich von Soetwas nicht beirren lassen darf (und haben vermutlich Recht damit), aber der Portier kannte meinen Namen und meine Adresse. Sollte ich mich hier vor einem Fremden outen? Da Köln auch für Männer einiges zu bieten hat zog ich also im Männermodus los, das Crossdressing fand anschließend heimlich im Hotelzimmer statt.
Auf dem Rückweg nach Hause machte ich bei einem alten Freund aus Studienzeiten im Westfälischen halt, wo ich eine allerdings nur noch kurze Nacht verbrachte.
Der kürzeste Weg nach Hause führte am nächsten Tag über die A2 bis nach Minden und von dort über die Bundesstraße nach Bremen. Die verpasste, oder eher verpatzte Gelegenheit in Köln frustrierte mich. Da der Koffer mit der gesamten Ausstattung im Kofferraum lag drängte sich der Gedanke auf dies noch schnell nachzuholen. Also steuerte ich kurz vor Minden einen einsam gelegenen Waldparkplatz an, bastelte mit einer Decke einen Sichtschutz in die Windschutzscheibe, setzte mich auf den Rücksitz und schminkte mich. Ist dies unter optimalen Bedingungen schon recht mühselig, stellt sich dies im Auto trotz des mitgeführten beleuchteten Schminkspiegels als noch schwieriger dar. Aber: Wer schön sein will muss leiden und nach etwa eineinhalb Stunden fühlte ich mich schön genug in die Öffentlichkeit zu gehen. Da ich noch nie zuvor in Minden gewesen bin befragte ich google, und fand die Adresse des Parkhauses Hagemeyer, die ich in das Navi eingab.
Dort angekommen fuhr ich auf die oberste Ebene wo nur 3 Fahrzeuge standen. Die ersten Schritte sind immer die schwersten. Nachdem mir auf der Treppe mehrere Leute entgegenkamen die mir keine Beachtung schenkten würde es leichter. Am Fuß der Treppe kam mir eine Frau entgegen, die möglicherweise auch eine männliche Vergangenheit hatte. Sicher war ich mir allerdings nicht.
Ich verließ das Parkhaus durch einen Hinterausgang und landete auf einer Straße, die von malerischen Fachwerkbauten gesäumt war. Ich trug einen hellbeigen Trenchcoat, darunter ein violettes Kleid italienischen Ursprungs mit raffiniertem Schnitt, der durch Stoffraffungen eine wunderbare Figur zaubert. Schwarze Spangenpumps mit 4cm Absätzen, graublonde Kurzhaarperücke und Sonnenbrille. Zum Glück hatten die Pumps keine Pfennigabsätze, dennoch war das Laufen auf dem Kopfsteinpflaster ziemlich holprig. Die eigentlich Fußgängerzone verlief parallel zu der kleinen Straße in der ich unterwegs war. Nachdem mir mehrere Laute begegnet waren fühlte ich mich reif für den Sturz in das Getümmel.- 
In der Fußgängerzone würde ich dann doch von einigen Männern ziemlich unverhohlen angestarrt. Die Frauen waren in dieser Beziehung deutlich diskreter. Ich entschied jedoch ziemlich schnell dass mir dies völlig egal sein konnte. Mit Jeans, Turnschuhen und Bluse hätte ich vermutlich weniger Blicke auf mich gezogen als mit dem langen Mantel, doch wenn ich schonmal rauskomme möchte ich mich auch schick machen. An anderer Stelle im Forum wurde die kürzlich kontrovers diskutiert.

Minden stand ganz im Zeichen der Europawahl. Die AfD hatte einen Stand aufgebaut, Passanten wurden angesprochen. Mich sprach leider niemand an, ich hätte gerne gefragt was die AfD bereit wäre für Menschen wie mich zu tun. Dafür kam mir ein anderer Mann freundlich lächelnd entgegen und sagte: "Die SPD schenkt Ihnen eine Tüte Gummibärchen!" Das war doch mal ein netter Zug. Ich bedankte mich höflich mit leiser, abgerundeter Männerstimme.- 
Ermutigt machte ich mich daran die Fußgängerzone zu erkunden. Ich hatte mir 4- Punkte vorgenommen: Etwas anprobieren, etwas kaufen einen Cappuccino trinken und die Damentoilette zu benutzen. Für den Beginn erschien mir C&A am geeignetsten. Ich spielte mit dem Gedanken mir ein langes Sommerkleid zuzulegen und fand eines das halbwegs passabel aussah. Die Umkleidekabine stellte eine gewisse Erleichterung dar, da ich mich endlich unbeobachtet fühlen könnte. Das Kleid war jedoch ein Reinfall. Es war so tief ausgeschnitten dass nicht nur mein unrasiertes Dekolleté sondern auch der BH sichtbar wurde. Im großen Spiegel könnte ich immerhin Make-up und Outfit kontrollieren und beschloss den Mantel aufgrund der hohen Temperaturen offen zu tragen.
Nach Verlassen der Kabine fiel mein Blick auf die Ständer mit Unterwäsche. Als Mann traue ich mich nicht in BHs und Schlüpfern zu kramen (ich stamme halt noch aus einem anderen Jahrhundert), als Frau war dies nach ganz kurzem Zögern und trotz der Verkäuferin die dort Wäre einordnete kein Problem. Da mein 95B zu weit geworden war wollte ich mir eine Nr. kleiner zulegen. Ein passendes Exemplar in bevorzugtem schwarz war schnell gefunden, jedoch konnte ich keine Kasse erspähen. Einfach die Verkäuferin gefragt, die mich freundlich auf "direkt vor der roten Wand" hinwies. Angestellt, bezahlt und freundliche Worte gewechselt. Einkaufen ist so einfach.
Meine Blase forderte mich auf den vierten und vermutlich heikelsten Punkt meiner to do Liste jetzt möglichst zeitnah in Angriff zu nehmen. Bei C&A konnte ich keinen Hinweis auf eine Kundentoilette entdecken, daher verließ ich das Gebäude und wandte mich in Richtung des Kaufhauses Hagemeyer. Direkt hinter dem Eingang war ein Ständer mit netten Sommerkleidern, allerdings alle ohne Verschlüsse, das heißt zum über den Kopf ziehen, was ich unpraktisch finde da ich mich vor dem Anziehen schminke. Die Kundentoilette befand sich im 4.OG. Zielstrebig die Tür mit dem Damen- Symbol angesteuert und eine Kabine aufgesucht. Zum Händewaschen wie selbstverständlich neben zwei anderen Frauen platziert. Keine nahm Anstoß.

Direkt vor dem Kaufhaus war ein Straßencafé mittig in der Fußgängerzone platziert. Um niemandem zu dicht auf die Pelle zu rücken, der möglicherweise an meiner Nähe Anstoß nehmen könnte,- nahm ich an einem freien Tisch in der Ecke Platz. Zu den nächsten besetzten Tischen war jeweils ein Tisch frei. Der südländische Kellner kam und nahm die noch freien Stühle von meinem Tisch weg ohne sich zu erkundigen ob ich noch jemanden erwarte. Dann ging er wieder. Während ich mir überlegte, ob ich aus diesem handeln irgendwelche Schlüsse ziehen sollte, füllten sich die freien Tische neben mir. Der Sicherheitsabstand war völlig unbegründet. Der Kellner kehrte zurück und nahm als erstes meine Bestellung auf bevor die Nebentische dran waren, also waren- auch diese Bedenken unbegründet. Vorsichtig schlürfend um mit dem Milchschaum nicht die Schminke auf meiner Oberlippe zu verschmieren trank ich meinen Cappuccino. Der Lippenstift hinterließ ziemliche Suren auf der Tasse. Ich winkte dem Kellner und rundete die 2,40 auf 3€ auf.

Damit hatte ich die selbstgestellten Aufgaben erfüllt. Ich würde etwas lockerer, hatte mich in der Mindener Fußgängerzone akklimatisiert und wurde in meiner Rolle sicherer. Ich schlenderte durch die Einkaufsstraßen, durchsuchte die rausgestellten Sonderangebote vor den Damenbekleidungsgeschäften (in der Regel zu klein) und machte in einer ruhigen Seitenstraße Bilder von mir selbst.
Bei H&M probierte ich noch zwei Sommerkleider an. Das eine saß wie ein Futtersack das andere hatte wieder einen viel zu tiefen Ausschnitt. Das schönste Kleid im Laden lag neben mir auf dem Stuhl in der Umkleidekabine.
Ich ging noch ein Stück an der Weser spazieren, machte mich dann aber auf den Weg zum Parkhaus da ich (als Mann) zuhause erwartet wurde.- 
Ich wollte mir eigentlich einen ruhigen Waldweg für die Demaskierung suchen, aber irgendwie war es wohl so, dass ich das Frausein möglichst lange auskosten wollte. Ich fuhr an sämtlichen Parkplätze und Abzweigungen vorbei. Schließlich erreichte ich das Weichbild von Bremen. Mit meiner Sporttasche in der Hand ging ich in den IKEA Markt. Diesmal steuerte ich zielstrebig die Herrentoilette an und schloss mich in der King-Size Kabine ein. Nach ca. 10 Minuten war ein für die Familie vorzeigbarer Zustand wieder hergestellt, ich machte mich auf den Weg nach Hause.

Ich bin mit meiner ersten richtigen Shoppingtour sehr zufrieden. Es gibt sicher noch einiges am Passing zu verbessern aber man möchte sich ja auch weiterentwickeln.

Aus dieser Tour nehme ich folgende Erkenntnis mit: Die Menschen sehen in mir die Frau, erkennen aber den Mann dahinter. Wenn mir dies bewusst ist muss ich keine Angst vor "Entdeckung" haben und kann mich sehr viel freier bewegen.

Liebe Grüße
Helga
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Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Helga goes shopping

Post 2 im Thema

Beitrag von Diva »

Hallo Helga,

danke für den unterhaltsamen Bericht! Bei einigen Passagen schwelge ich in Erinnerungen und kann mir Kommentare nicht verkneifen:
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Hierbei hatte ich jedoch nicht damit gerechnet, dass an der Rezeption Tag und Nacht ein Portier- saß der ein unbemerktes Kommen und Gehen unmöglich machte zumal er auch noch die Zimmerschlüssel einkassierte. Dieser Torwächter erzeugte- in dieser - Situation eine- sehr große- Hemmschwelle.
Manchmal ist der Torwächter das einzig Schlimme und nicht das, was dahinter liegt ...
Ist mit der Hölle vielleicht ebenso - lach.
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Ist dies unter optimalen Bedingungen schon recht mühselig, stellt sich dies im Auto trotz des mitgeführten beleuchteten Schminkspiegels als noch schwieriger dar. Aber: Wer schön sein will muss leiden und nach etwa eineinhalb Stunden fühlte ich mich schön genug in die Öffentlichkeit zu gehen.
Glückwunsch - 1,5 Stunden für alles unter diesen Bedingungen sind gut! Zur Zeit meines Doppellebens, das zum Glück schon nach knapp einem halben Jahr der VZF wich, zog ich mich am Rande einer einsamen Holperstraße im Auto um und ergänzte Lippenstift und Mascara. Den Rest hatte ich noch zu Hause aufgetragen. Das war recht unauffällig, auch wenn ich auf dem Weg von der Haustür zum Auto manchmal der Hälfte der Dorfbevölkerung begegnete.
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Mit Jeans, Turnschuhen und Bluse hätte ich vermutlich weniger Blicke auf mich gezogen als mit dem langen Mantel, doch wenn ich schonmal rauskomme möchte ich mich auch schick machen.
Genauso ist es! Und weil ich mich jeden Tag schick machen will, ziehe ich eben jeden Tag die Blicke auf mich. Die wenige verbleibende Zeit mag ich nicht 'schlumpi' sein. Sogar in der Stadt ist Frau inzwischen bereits 'auffällig', wenn sie sich schminkt und Lipstick trägt. Es ist ein Jammer. Ich freu mich über jede Dame, die ein ordentliches Make-up hat und vielleicht noch eine zu den Schuhen passende Handtasche trägt. Das geschieht leider nur alle paar Wochen.
Wer unauffällig sein will, wählt Jeans, ausgeleiertes Shirt und abgelatschte Turnschuhe. Aber dieser Look begeistert eben doch nicht alle ...
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Minden stand ganz im Zeichen der Europawahl. Die AfD hatte einen Stand aufgebaut, Passanten wurden angesprochen. Mich sprach leider niemand an, ich hätte gerne gefragt was die AfD bereit wäre für Menschen wie mich zu tun.
Schade! Der AfD-Fritze wäre vermutlich sprachlos geworden, ohne Vorwarnung einem fleischgewordenen 'Feindbild' gegenüberzustehen. Ob der überhaupt zu einer Diskussion fähig gewesen wäre?
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Dafür kam mir ein anderer Mann freundlich lächelnd entgegen und sagte: "Die SPD schenkt Ihnen eine Tüte Gummibärchen!" Das war doch mal ein netter Zug. Ich bedankte mich höflich mit leiser, abgerundeter Männerstimme.- 
Früher haben böse Männer kleine Kinder mit derlei Tricks in finstere Keller gelockt - heute lockt die ehemalige 'Volkspartei' ihr potentielles 'Stimmvieh' - rührend!
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Ermutigt machte ich mich daran die Fußgängerzone zu erkunden. Ich hatte mir 4- Punkte vorgenommen: Etwas anprobieren, etwas kaufen einen Cappuccino trinken und die Damentoilette zu benutzen.
Herrlich, dein 4-Punkte-Plan! Aber Frau braucht schließlich auch klar definierte Ziele, um nicht vom rechten Weg abzukommen ... Handtasche Steuerbord, Schuh-Sonderangebot Backbord und schon fehlt die Zeit für Toilette und / oder Cappuccino.
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Nach Verlassen der Kabine fiel mein Blick auf die Ständer mit Unterwäsche. Als Mann traue ich mich nicht in BHs und Schlüpfern zu kramen (ich stamme halt noch aus einem anderen Jahrhundert), als Frau war dies nach ganz kurzem Zögern und trotz der Verkäuferin die dort Wäre einordnete kein Problem.
Meinst du wirklich, es sind - nur - Hemmungen? Ich war nie als äußerer Kerl Damensachen shoppen, weil es einfach so keinen Spaß machte.
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Direkt hinter dem Eingang war ein Ständer mit netten Sommerkleidern, allerdings alle ohne Verschlüsse, das heißt zum über den Kopf ziehen, was ich unpraktisch finde da ich mich vor dem Anziehen schminke.
Ja, stimme ich dir zu. Und was wäre, das Kleid von unten nach oben anzuziehen? Mach ich mit vielen meiner 'Diva'-Kleider, weil die nur einen langen Rückenverschluss haben, den ich alleine nicht bedienen kann, wenn ich erst mal 'drin' bin. Also schlüpfe ich wie eine Schlangenfrau bei geschlossenem Reißverschluss rein. Das Ausziehen geht dann merkwürdiger Weise meist nur über Kopf. Deshalb sag ich immer, selbst der Satan persönlich könnte mich vor dem abendlichen Abschminken nicht dazu bewegen, so ein Kleid auszuziehen!
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Direkt vor dem Kaufhaus war ein Straßencafé mittig in der Fußgängerzone platziert.
Das mach ich auch gerne nach erfolgreicher Shopping-Beute und nenne das 'Cis-Leute-Kucken'. Wenn sie uns ankucken können, können wir das umgekehrt nicht minder gut - erst recht bei einer Tasse Café.
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Der südländische Kellner kam
Sei dir sicher, dass er dich 'erkannt' hat, noch bevor du den Mund aufgemacht hast. Das haben diese Leute im Urin.
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Vorsichtig schlürfend um mit dem Milchschaum nicht die Schminke auf meiner Oberlippe zu verschmieren trank ich meinen Cappuccino. Der Lippenstift hinterließ ziemliche Suren auf der Tasse.
Die Diva führt zu diesen Zwecken stets ein kleines Sortiment Trinkhalme in unterschiedlicher Länge in der Handtasche mit sich. Im Restaurant 'meines' Sport-Clubs wird mir inzwischen jedes Getränk mit Trinkhalm serviert ...
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Bei H&M probierte ich noch zwei Sommerkleider an. Das eine saß wie ein Futtersack das andere hatte wieder einen viel zu tiefen Ausschnitt.
H&M fährt einen m.E. sehr üblen Kurs: Such dir die schönsten Sachen online aus und du wirst feststellen, dass ausgerechnet diese den grauenhaften Vermerk 'Nicht im Geschäft erhältlich' tragen! Ich kaufe viel lieber direkt im Laden, aber diese Firma zwingt direkt zum Onlinekauf. Und ich mag das überhaupt nicht, wenn ich zu etwas gezwungen werde.
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Das schönste Kleid im Laden lag neben mir auf dem Stuhl in der Umkleidekabine.
Ich ging noch ein Stück an der Weser spazieren, machte mich dann aber auf den Weg zum Parkhaus da ich (als Mann) zuhause erwartet wurde.- 
Ob du als Frau dann auch noch erwartet werden würdest, ist eine Frage, die einer gewissen Dramatik nicht entbehrt.
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Schließlich erreichte ich das Weichbild von Bremen.
Jetzt steh ich auf dem Schlauch. Was ist das 'Weichbild'? Das Bildnis des größten Bremer Weicheis?
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Nach ca. 10 Minuten war ein für die Familie vorzeigbarer Zustand wieder hergestellt, ich machte mich auf den Weg nach Hause.
Das ist eine top Zeit! Alleine Eyeliner und Mascara wirklich lupenrein abzukriegen ... und die Foundation mit Concealer & Co porentief zu entfernen! Gerade kleine Kinder bemerken wirklich alles; falls du solche im Hause hast.
Helga hat geschrieben: Mi 22. Mai 2019, 21:54 Aus dieser Tour nehme ich folgende Erkenntnis mit: Die Menschen sehen in mir die Frau, erkennen aber den Mann dahinter. Wenn mir dies bewusst ist muss ich keine Angst vor "Entdeckung" haben und kann mich sehr viel freier bewegen.
Hm, da bin ich intellektuell ganz klar abgehängt. Wer einen Mann erkennt, kann nach meiner Auffassung keine Frau sehen. Oder? Bitte entschuldige meine Begriffsstutzigkeit.

LG
-Diva
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Re: Helga goes shopping

Post 3 im Thema

Beitrag von Helga »

Hallo Diva,
vielen Dank für deine heiteren Kommentare.
Es gelingt mir leider nicht einzelne Textpassagen zu zitieren, ich bekomme leider immer nur den gesamten Text in das Zitat. Liegt vielleicht daran dass ich meist auf dem Handy schreibe. Daher versuche ich mal die Punkte die du aufgeworfen hast der Reihe nach abzuarbeiten.
Hemmungen beim Einkauf von Damenunterwaesche. Ja tatsächlich steckt da immer noch eine Prägung aus Kindertagen im Kopf. Und du hast natürlich recht, Spaß macht es auch nicht.
Das mit den Trinkhalme ist ein guter Tipp. Wird zwar für die Umsitzenden merkwürdig aussehen aber besser als sich den Bartschatten frei zu wischen.
H&M und C&A fand ich recht enttäuschend. Online ist natürlich immer eine Wundertuete. Gerade die Damengroessen werden oftmals recht unterschiedlich interpretiert. Ich muss allerdings zugeben dass mein lieblings Shoppingcenter eBay-Kleinanzeige ist. Teilweise werden die schönsten Sachen ungetragen für wenig Geld abgegeben. Hier kann man wirklich von den Kaufraeuschen anderer profitieren.
Der Begriff Weichbild ist etwas altmodisch und wird mit unterschiedlichen Bedeutungen belegt. Ich verstehe darunter die ersten Siedlungsstrukuren die der Stadt direkt oder indirekt zugeordnet werden können. In diesem Fall ein Gewerbegebiet dass sich an die Bremer Stadtgrenze anlagert aber noch zum Bundesland Niedersachsen gehört.
Demaskierung mag vielleicht auch eine Viertelstunde gewesen sein. Die Methode zum Abschminken ist allerdings nicht wirklich Lady-Like. Das gesamte Gesicht dick mit Melkfett einreiben, im Bereich der Augen nochmals einmassieren und anschließend mit der groben Seite von Küchentuechern abwischen. Zur Not an den Liedern und merkwürdigerweise meist an der Nasenspitze nochmal nachfetten. Damit verschwindet alles, Tücher gleich im WC versenkt. Ist bei täglicher Anwendung sicher nicht das Mittel der Wahl, erscheint mir alle zwei Wochen aber vertretbar.
Mit dem Mann hinter der Frau wollte ich eigentlich sagen das ich im Kopf haben muss, dass egal was ich tue mich jeder bei genauem Hinsehen als Mann erkennen kann. Wenn ich davon ausgehe dass ich sowieso enttarnt werde muss ich keine Angst mehr davor haben und kann mich ungezwungener verhalten.
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Re: Helga goes shopping

Post 4 im Thema

Beitrag von sbsr »

Helga hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:29 Das gesamte Gesicht dick mit Melkfett einreiben, im Bereich der Augen nochmals einmassieren und anschließend mit der groben Seite von Küchentuechern abwischen.
Da empfehle ich doch Abschminktücher, gibt's für wenig Geld in jedem Drogeriemarkt. Hat den Vorteil, dass auch Augenmakeup relativ gut abgeht.

Helga hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:29 Mit dem Mann hinter der Frau wollte ich eigentlich sagen das ich im Kopf haben muss, dass egal was ich tue mich jeder bei genauem Hinsehen als Mann erkennen kann. Wenn ich davon ausgehe dass ich sowieso enttarnt werde muss ich keine Angst mehr davor haben und kann mich ungezwungener verhalten.
Die Einstellung finde ich gold richtig. Ich dachte anfangs auch, ich muss unbedingt perfekt als Frau durchgehen, sonst ist das ja ultra peinlich. Mir wurde schnell klar, dass das eh nicht klappt, und anstatt mich jedes mal zu grämen, was denn dieser oder jener Blick wohl zu bedeuten hatte, lächle ich inzwischen einfach zurück wenn ich schief angeschaut werde.
LG, Svenja

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Re: Helga goes shopping

Post 5 im Thema

Beitrag von Diva »

Hallo Helga,

o weh,das Getippsel auf dem Handy wäre mir zu anstrengend. Erst recht, wenn dann im Browser nicht alles funktioniert.
Helga hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:29 Das mit den Trinkhalme ist ein guter Tipp. Wird zwar für die Umsitzenden merkwürdig aussehen aber besser als sich den Bartschatten frei zu wischen.
Es wird doch ohnehin 'gekuckt'. Die Umsitzenden dürfen denken, was sie wollen. Wer dazu auch noch nachdenkt, findet sicher sogar die Lösung für derlei 'Extravaganz'. Bei mir passt das sogar eher ins Gesamtbild, als wenn ich mich schlürfend und wischend gebärden würde.
Helga hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:29 H&M und C&A fand ich recht enttäuschend. Online ist natürlich immer eine Wundertuete. Gerade die Damengroessen werden oftmals recht unterschiedlich interpretiert. Ich muss allerdings zugeben dass mein lieblings Shoppingcenter eBay-Kleinanzeige ist. Teilweise werden die schönsten Sachen ungetragen für wenig Geld abgegeben. Hier kann man wirklich von den Kaufraeuschen anderer profitieren.
Allerdings stelle ich mir das bei Privatkäufen wesentlich komplizierter vor mit dem Umtausch, wenn was nicht passt. Ich hab nur sehr wenig von Privat gekauft. A&V hatte ich mal versucht, sogar einen großen, stilvollen Retrostyle-Laden ... Hab mich dann aber geekelt, weil ich ständig dran denken musste, dass die meisten Menschen, die diese Klamotten mal trugen, inzwischen von Würmern zerfressen werden. Ich würde quasi den Tod auf der Haut tragen. Mir reicht es schon, dass ich den Tod ständig in meiner Seele trage ...
Helga hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:29 Der Begriff Weichbild ist etwas altmodisch und wird mit unterschiedlichen Bedeutungen belegt. Ich verstehe darunter die ersten Siedlungsstrukuren die der Stadt direkt oder indirekt zugeordnet werden können. In diesem Fall ein Gewerbegebiet dass sich an die Bremer Stadtgrenze anlagert aber noch zum Bundesland Niedersachsen gehört.
Super - wieder was gelernt. So ganz blöd werde ich demnach nicht sterben. Danke für die Erklärung!
Helga hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:29 Mit dem Mann hinter der Frau wollte ich eigentlich sagen das ich im Kopf haben muss, dass egal was ich tue mich jeder bei genauem Hinsehen als Mann erkennen kann. Wenn ich davon ausgehe dass ich sowieso enttarnt werde muss ich keine Angst mehr davor haben und kann mich ungezwungener verhalten.
sbsr hat geschrieben: Fr 24. Mai 2019, 08:54 Die Einstellung finde ich gold richtig. Ich dachte anfangs auch, ich muss unbedingt perfekt als Frau durchgehen, sonst ist das ja ultra peinlich. Mir wurde schnell klar, dass das eh nicht klappt, und anstatt mich jedes mal zu grämen, was denn dieser oder jener Blick wohl zu bedeuten hatte, lächle ich inzwischen einfach zurück wenn ich schief angeschaut werde.
Okay, jetzt begreife ich deine Worte. Es ist in der Tat entspannter, auf diese Art an die Sache ranzugehen. Ich kenne ja nicht eure Ansprüche, aber ich bin nach einem Jahr VZF darüber hinausgewachsen. Anfangs konnte ich mich selbst als 'besondere' Frau akzeptieren. Das ging dann nicht mehr. Ich habe die Ansprüche an mich selbst ständig höher geschraubt. Die Quittung dafür kassiere ich regelmäßig, wie ich in meinem Thread 'Frühlingsherz' schrieb.
Insoweit kann ich euch zu dieser Einstellung nur gratulieren und hoffe, dass ihr dem Hamsterrad, in dem ich mich drehe, dadurch entkommt.

LG
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Re: Helga goes shopping in Oldenburg

Post 6 im Thema

Beitrag von Helga »

Den ganzen Sommer über haben mich berufliche und private Projekte so sehr beschäftigt dass irgendwie die Muße fehlte mich mal einen ganzen Tag meiner weiblichen Seite zu widmen.
Mit Anbruch des Herbstes fand sich endlich mal ein Tag. Helga musste dringend mal wieder unter die Leute. Es sollte zum shoppen nach Oldenburg gehen.
Die Wiesen längs der Autobahn waren noch etwas nebelverhangen, aber die Sonne brach schon deutlich durch. Auch der Wetterbericht kündete an dass zumindest bis Mittag der schönste "Altweibersommer" herrschen sollte. Eigentlich zu schade zum shoppen. An so einem Tag sollte frau lieber ans Meer fahren. Nun liegt Oldenburg nicht wirklich am Meer, aber mit einer halben Stunde Autobahnfahrt erreicht man zumindest einen Ausläufer der Nordsee, den Jadebusen. Über die Ausfahrt Varel erreicht man das Örtchen Dangast. Vom Parkplatz an der Sielstraße läßt sich der Weg zum Strand, oder über das Sperrwerk, der Deich erreichen. Da ich noch nicht akklimatisiert war, schlug ich den Weg zum weniger bevölkerten Deich ein. Akklimatisiert bedeutet dass meine weibliche Seite, nachdem sie lange nicht draußen war, sich erst wieder daran gewöhnen musste unter die Leute zu gehen. Bei der ersten Passantin die mir begegnete hatte ich noch den Eindruck dass diese bei meinem Anblick leicht irritiert war. Später, insbesondere in der Stadt, verflog dieses Gefühl, was zum einen daran liegen mochte dass die Menschen in der Stadt in der Hauptsache mit sich selbst beschäftigt sind, zum anderen aber auch daran, dass ich nicht mehr so darauf geachtet habe.
Nachdem ich das Gefühl hatte bei meinem Besuch in Minden durch mein Outfit (hellgrauer Trenchcoat und violettes Kleid) als bestangezogene Frau unter lauter Schlabberpullis die Blicke besonders auf mich gezogen zu haben, wollte ich möglichst unauffällig sein: Damenjeans vom Aldi, weiße Tunica von Lidl, weiße Sneaker von Primark. Helga im Discounter- Look. Lediglich die Wildleder- Jacke von eBay- Kleinanzeigen machte einen etwas edleren Eindruck.
Nachdem ich etwa eine halbe Stunde Meeresluft getankt hatte fühlte ich mich bereit für die Stadt und schlug den Weg nach Oldenburg ein. Ich wollte zunächst ein Einkaufszentrum am westlichen Stadtrand besuchen. Während die Bremer sich die meisten Einkaufszentren vom Umland vor die Nase haben setzen lassen, waren die Oldenburger schlau genug diese innerhalb des Stadtgebietes anzusiedeln.
Hier steuerte ich unter anderem H&M an. Dort passierte mir etwas was ich im Männermodus noch nie erlebt habe: Ich sah eine schwarze hautenge Kunstlederjeans und wollte sie unbedingt haben. Warum ist mir später erst klargeworden. Darüber schreibe ich nochmal gesondert.
Oldenburg ist eine Stadt mit knapp 170.000 Einwohnern und Oberzentrum für den gesamten Nordwesten zwischen Weser und Ems, entsprechend ist das Angebot an Einzelhandel in der Innenstadt recht umfangreich. Natürlich wollte ich auch dort noch hin.
In der Innenstadt führte mich mein erster Weg zu den Bären, drei Lebensgroßen Bronzefiguren, die dort 1965 als Zeichen der Verbundenheit mit der damals geteilten Stadt Berlin aufgestellt wurden. Als kleiner Junge bin ich oft hier gewesen, da ich meine ersten Lebensjahre in einem ländlichen Ort etwas westlich von Oldenburg verbracht habe. Schon ein komisches Gefühl im weiblichen Outfit wieder hier zu sein. Direkt neben den Bären befindet sich der Eingang zum Einkaufszentrum "Schloßhöfe". In Oldenburg hat es nie Debatten über den Wiederaufbau des Schlosses gegeben- es wurde nie zerstört und steht gut erhalten direkt gegenüber.
Das Einkaufszentrum brachte mir ein deja- vu Erlebnis. Irgendwie ähnelt sich der Inhalt doch sehr mit dem Einkaufszentrum am Stadtrand. Weitgehend die gleichen Ketten. Deshalb lief ich nur durch und schlage den Rundweg durch die Fußgängerzone ein. Die wirklich interessanten Läden befinden sich in den kleinen Nebenstraßen der Fußgängerzone. Besonders interessant fand ich die Auslagen eines Geschäftes mit irischem Tweed. Hineingegangen bin ich nicht. Ich fühle mich als Frau noch nicht so gefestigt, das ich in Läden gehen möchte, in denen ich mit Sicherheit hervorragend beraten werde, deren hochwertige Waren ich mir aber nicht leisten möchte, da ich einfach zu wenig Gelegenheit habe diese zu tragen.
Ich nutzte noch die Gelegenheit für einen Cappuccino an "Leffers- Eck"
Direkt gegenüber vom Eingang in das Parkhaus befindet sich eine Filiale des Oxfam- Shop. Im Schaufenster waren interessante Kostüme ausgestellt, das Angebot an Kleidung im Inneren fand ich aber recht übersichtlich.
Auf dem Weg nach Hause resümierte ich: Tatsächlich habe ich mit meinen fast androgynen Outfit keinerlei Blicke auf mich gezogen, zumindest keine die ich wahrgenommen hätte. Aber irgendwie fühlten sich Hose und Turnschuhe, auch wenn sie aus der Damenabteilung stammten nicht wirklich wie Crossdressing an. Ich war zwar geschminkt und trug Perücke, war aber irgendwie nicht komplett. Ich erkläre es mir so: Als ich Anfang der 1970er Jahre sozialisiert wurde, trugen Frauen Kleider oder Röcke. Bei jeder Gelegenheit, zu jeder Jahreszeit. Zumindest in meinem damaligen Umfeld auf dem Land. Meine Großmutter ist im Wickelkittel in den Kuhstall gegangen und Trecker gefahren. Bis zu ihrem Tod 1988 hat sie nie eine Hose getragen. Auch meine Mutter hat die Hosen erst um 1980 herum für sich entdeckt, etwa zu der Zeit als ich die Kleider für mich entdeckt habe.
Der nächste Ausflug wird wieder im Kleid stattfinden, egal ob ich die Blicke auf mich ziehe.

Liebe Grüße
Helga
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Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Kerstin
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Re: Helga goes shopping

Post 7 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Grüß dich Helga
Den Mantel welchen du auf dem ersten Bild trägst, wo hast den gefunden und gibst den auch in groß?

Merci für die Antwort im voraus.

Kerstin
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Re: Helga goes shopping

Post 8 im Thema

Beitrag von SusaneB »

Oldenburg ist gut zum shoppen finde ich, leider trau ich mich viel zu selten in der eigenen Stadt als Susane los zu gehen.
Auf jeden Fall ein schöner Bericht und gut geschrieben.
Helga
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Re: Helga goes shopping

Post 9 im Thema

Beitrag von Helga »

Kerstin hat geschrieben: So 27. Okt 2019, 11:45 Grüß dich Helga
Den Mantel welchen du auf dem ersten Bild trägst, wo hast den gefunden und gibst den auch in groß?

Merci für die Antwort im voraus.

Kerstin
Hallo Kerstin,
den Mantel habe ich als ungetragenen Privatkauf über ebay Kleinanzeigen erstanden. Laut Etikett ist das Label "Culture". Ich kann dir leider nicht sagen ob und wo der Kurzmantel noch zu haben ist.
Ich versuche ein Foto des Etiketts anzuhängen.
Liebe Grüße
Helga
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Re: Helga goes shopping

Post 10 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-04-19 »

Hallo Helga,
die Lederhose steht dir prima. Toller Bericht über deinen Einkaufsbummel in Oldenburg. Vielleicht können wir uns irgendwann mal in Oldenburg zum shoppen treffen und vielleicht hat ja Susane auch Interesse. Will aber nicht drängeln, das muss schon passen.

LG Katja
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Re: Helga goes shopping

Post 11 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Helga,

das ist ein schöner Bericht aus Oldenburg. Ich habe deine Stationen so richtig vor den Augen.

Ja, Oldenburg finde ich auch eine tolle Stadt zum Ausgehen. Doch leider komme ich zu selten dazu.

Liebe Grüße
Inga
Engelchen
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Re: Helga goes shopping

Post 12 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Wow die Hose die du da anprobiert hast - knackig.
Hast sie gekauft?
Ansonsten scheint es wieder ein schöner Tag geworden sein.
Liebe Grüße
Lisa
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Helga
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Katja und Helga go shopping

Post 13 im Thema

Beitrag von Helga »

Nachdem ich meiner weiblichen Seite im vergangenen Jahr nur viermal den Ausgang unter Menschen gegönnt hatte, war mein einziger Sylvester- Vorsatz: In 2020 geht es öfter raus!
So war es dann auch schon Mitte Januar soweit. Es sollte wieder nach Oldenburg gehen. Aber diesmal sollte es etwas Besonderes werden: Ich würde das erste Mal meine Forumsfreundin Katja treffen.
Ich hatte mich weitgehend zuhause zurecht gemacht. Komplett geschminkt, fast komplett angezogen aber keine Perücke, statt Kleid eine Herrenjeans und weite Herrenjacke und habe mit Sonnenbrille und Schal vor dem Mund das Haus verlassen um schnurstracks ins Auto zu steigen. Was macht man(n) doch für einen Kasperkram um sich nicht bei den Nachbarn zu outen.
In diesem Zwischengeschlechtlichen Zustand (ich habe mich nicht besonders wohl gefühlt) machte ich mich auf den Weg nach Oldenburg. Leider hatte ich die Vorbereitungszeit unterschätzt und die Uhr rückte der verabredeten Zeit immer näher. Ich musste auf einem ruhigen Parkplatz nur noch die Perücke aufsetzen, das Kleid und die Stiefel anziehen. Aber irgendwie dauerte dieses "nur" dann schon wieder fast eine Viertelstunde. Noch schnell eine PN über das Forum an Katja, dann schnell weiter. Mit einer halben Stunde Verspätung kam ich im verabredeten Café an. Der Kellner, der mir direkt hinter der Tür begegnete machte mir noch ein unbeabsichtigtes Kompliment: Als ich ihn auf sein "guten Tag" mit Männerstimme zurückgrüsste, rutschte ihm ein erstauntes "ups" heraus. Leider konnte ich diesen Moment nicht richtig genießen, meine Gedanken waren ganz woanders: War Katja noch hier oder schon wutentbrannt gegangen. Würde sie als erfahrene Teilzeitfrau sich überhaupt mit einer Anfängerin wie mir sehen lassen? Wo war Katja? Ich sah mich um. Eine freundliche Dame mittleren Alters winkte mir lächelnd zu. Schwarze Haare, schwarzes Kleid- das war Katja. Zum Glück war sie gnädig mit mir und freute sich genauso mich zu sehen wie ich mich freute sie zu sehen. Es ist schon etwas ganz anderes wenn frau Menschen, mit denen sie schon öfter Kontakt hatte zum ersten Mal trifft. Also erstmal Kaffee trinken und quatschen.
Irgendwann fragte Katja: "Wo möchtest du denn jetzt hingehen?" Was für eine Frage. Erstmal zu den Bären. Ich habe es bereits geschrieben, als Kind bin ich bei jedem Oldenburg- Besuch mit meinem Großvater kurz dort gewesen. Mit so einer schönen Tradition sollte man(n) auch als Frau nicht brechen. Bild siehe viewtopic.php?f=36&t=19493&p=266594#p266592
Zum Warmwerden ging es dann in die direkt nebenan gelegenen Schlosshöfe. Wir starteten bei TK- Maxx. Da ich sehr auf Kleider fixiert bin, ließ ich Oberteile und Röcke links liegen und konzentrierte mich auf das leider recht begrenzte Angebot derselben. Das Angebot in 42-44 war schnell gesichtet. Vier Kleider erschienen mir einer Anprobe wert.
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Das erste schrie mit dem schlichten schwarzen Oberteil geradezu danach mit einem farblich zum Rockteil passenden Halstuch kombiniert zu werden, womit der Adamsapfel und der dicke Hals wunderbar kaschiert wären. Aus einem mir nicht erklärlichen Grund war aber der asymmetrische Rock vorne so geschnitten, dass die unbedruckte Rückseite des Stoffes sichtbar wurde. Daher wanderte dieses Kleid auf den "bleibt hier" Ständer vor den Umkleiden.
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Das zweite Kleid in Leoprint- Optik war eigentlich ganz nett. Der Ausschnitt war aber so tief gezogen, daß hier jetzt eigentlich eine deutliche Falte sichtbar werden sollte. Kann ich leider nicht bieten. Natürlich kenne ich die Tricks mit Tape oder Klebe- BH, ich habe aber obenrum nicht genug Fettgewebe um eine wollüstige Gesäßprofil- Falte hinzubekommen. Daher auch dieses ab auf den Ständer.
Kleid Nummer drei war leider ohne Reißverschluss, und mit so knappem Halsausschnitt versehen, dass ich mir beim Anziehen mein Makeup ruiniert hätte (das Kleid obendrein- gehen die Hersteller davon aus, dass Frauen sich erst nach dem Anziehen schminken?) Also ab auf den Ständer.
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Das vierte Kleid bestand komplett aus schwarzer Spitze, blickdicht hinterlegt. Die Länge war allerdings weit jenseits dessen, was die Minirockpolizei toleriert hätte. Daher stand Katja vor der Umkleide schmiere. Ein wirklich süsses Kleidchen, wunderbar kombinierbar mit Choker- Halsband und Overknees. Ich stehe auf Spitze. Also immer mit Seitenblick ob die MRP kommt zur Kasse.
Zwei Läden weiter erstand ich mit Katjas ausdrücklicher Zustimmung einen knielangen schwarzen Steppmantel, der den Beamten der MRP jegliche Kontrolle der Rocklänge wirkungsvoll verwehrt. Nebenbei ist er leicht tailliert aber dennoch so weit, daß aller männlicher Körperbau völlig kaschiert wird.
Nach dem ergebnislosen Durchforsten von drei oder vier weiteren Läden hatten wir beide das Bedürfnis an die frische Luft zu kommen. Ich fragte Katja wozu sie denn Lust hätte. Sie schlug ein Fotoshooting im Schlossgarten vor. Also auf zu Katjas Auto, die Ausrüstung holen. Bei der Gelegenheit stellten wir fest, dass wir seit Jahren auf dieselbe Automarkt setzen. Unter Frauen spielt das zwar keine Rolle, für den männlichen Hintergrund ist dies aber immer eine nette Gemeinsamkeit.
Die Sonne schien, der Himmel war blau, beste Voraussetzungen für ein Fotoshooting. Aufgrund des schönen Wetters war der Schlossgarten gut von Spaziergängern besucht. Aber die Passanten kümmerten sich nicht um uns und wir kümmerten uns nicht um die Passanten. Die Bilder sind wirklich toll geworden. Eine Semi- professionelle Ausrüstung macht halt bessere Fotos als ein Handy.
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Danach ging es wieder in die Fußgängerzone. Ich wollte versuchen mein mir selbst gegebene Versprechen einzulösen, nämlich mein Traumkleid anzuprobieren (viewtopic.php?f=6&t=19443&p=264462#p264462). Im Internet hatte ich einen Laden ausgemacht, der hierfür in Frage kommen konnte. Die Verkäuferin, die uns fragte, ob sie behilflich sein könnte, musste erstmal eine Schrecksekunde überwinden als ich ihr den Screenshot vorhielt und mit Männer Stimme sagte dass ich dieses Kleid suchte. Sie war dann durchaus hilfswillig, hatte das Kleid aber nicht im Laden und auch nichts vergleichbares auf Lager. Der Laden war auf die Bedarfe von Abibällen, Konfirmationen, Silberhochzeiten und ähnlichen bürgerlichen Feierlichkeiten spezialisiert, und nicht auf Star- Empfänge oder Tuntenbälle. Die überschaubare Auswahl hatte nichts elektrisierendes an sich. So zogen wir unverrichteter Dinge weiter.
Da ich mehrfach mit Neid auf Katjas braune Lederstiefel geblickt hatte, gingen wir auch noch in einen Schuhladen, dessen Auslagen mit reichlich Prozentzeichen geschmückt waren. Katja trägt 41/42 und hätte richtig zuschlagen können, wenn ihr Schuhschrank nicht längst überquellen würde. In 43/44 konnte mir die freundliche Verkäuferin leider überhaupt nicht weiterhelfen. Wie gehabt. Hersteller wie Gabor haben ein breites Sortiment an Übergrößen für Damen im Programm. Diese finden leider nicht den Weg in den Einzelhandel. Ich laufe noch immer in etwas plump wirkenden Kunstlederstiefeln aus dem Deichmann- Onlineshop herum. Ich kann zwar gut darin laufen aber die Schäfte sind zu weit und die Optik ist nicht so toll. Gut, dann muss es wohl doch Internet oder Spezialhandel sein.
Nach einem Abschluss- Kaffee musste sich Katja aufgrund eines noch anstehenden Termins im Männermodus kurz nach drei verabschieden. Ich nutzte noch die Gelegenheit bei DM in Ruhe in der Kosmetika Teilung zu stöbern (im MM kaufe ich zwar auch Kosmetik ein, die Ruhe zum Stöbern will dabei aber nicht aufkommen), anschließend machte ich mich auch auf den Weg.
Ich nutzte eine ruhige Ecke des in der Woche nicht so vollen Parkplatzes eines unmöglichen Möbelhauses um mich abzuschminken und umzuziehen. Die Rückkehr in den Männermodus fiel garnicht mal so schwer, ich wusste, dass ich das gute Gefühl mit den Fotos und dem Verfassen dieses Berichtes um einige Zeit verlängern würde.

Fazit: Es tut gut sich in Forum mit Gleichgesinnten auszutauschen, noch besser tut es sich persönlich von Frau zu Frau auszutauschen. Shopping macht Spaß. Shopping mit einer Freundin macht noch mehr Spaß. Es war ein wirklich toller Tag, der unbedingt nach baldiger Fortsetzung verlangt. Vielen Dank Katja!

Ein Nachwort für die, die noch immer zögern, Angst und Bedenken haben: Wir haben keinerlei negative Reaktionen wahrgenommen. Auch haben wir keine belustigten Reaktionen mitbekommen. Tatsächlich wurden wir nicht anders beachtet als alle cis- Menschen in der Fußgängerzone. Die Verkäuferinnen waren trotz deutlich vernehmbarer Männerstimmen sehr hilfsbereit, dass die eine oder andere eine kleine Schrecksekunde benötigte wollen wir ihnen gerne zugestehen. Wir müssen die Gesellschaft einfach daran gewöhnen, dass einige Frauen eine etwas abweichende Stimmfärbung haben.

Liebe Grüße
Helga
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Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Helga goes shopping

Post 14 im Thema

Beitrag von YvonneTV »

Danke Helga, ein toller Bericht von Dir und Katja (ap) (ki)
Und richtig tolle Fotos .... (yes)
Ganz liebe Grüsse - Yvi
Engelchen
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Re: Helga goes shopping

Post 15 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Liebe Helga und Katja,
danke für euren schönen Bericht.
Immer wieder tut es gut zu lesen das ihr euch traut.
Das macht hoffentlich anderen Mädls auch Mut.
Liebe Grüße
Lisa
PS Schöne tolle Fotos
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