irgendwie hat es gestern in meine Kopf einen "Ruck" gegeben, von dem ich Euch erzählen möchte.
Ich hatte beruflich in Südbaden zu tun und wollte die Gelegenheit nuzten am Nachmittag en femme nach Hause zu fahren und mir endlich einmal in Roppenheim das Outletcenter anzuschauen. Danach war geplant in Rastatt noch ein paar Sachen für mein Hausbau einzukaufen. Aber es kam ganz anders ...
Ich wusste, dass mir noch einige km stockenden Verkehr vor mir lagen und so beschloss ich, noch schnell einmal auf Toilette zu gehen. Keine schlechte Idee, denn en femme im stockenden Verkehr dringend zu müssen, ist sicher nicht angenehm. Vielleicht hat mich das vor einem Unfall bewahrt, vielleicht hat es mich aber auch in eine Situation gebracht, die ich nie und nimmer erwartet hätte. Als ich wieder losfuhr, dauerte es nicht sehr lange, geriet ich ein einen heftigen Stau, der mit dem stockenden Verkehr nichts zu tun hatte. Die Autobahn wurde wegen eines schweren Unfalls gesperrt. Rettungshubschrauber, über 20 Einsatzfahrzeuge, das ganze Programm eben. Und ich stand en femme mitten im Stau. Ich bewege mich schon recht selbstsicher in der "anonymen Öffentlichkeit" und so hatte ich auch keine Probleme damit. Es dauerte 2 Stunden, bis es weiter ging. Ich stand auf der mittleren Spur und wollte mein Auto starten, aber nichts tat sich mehr. Nur noch ein leises "Klack-klack-klack" kam aus dem Armaturenbrett.
Ein LKW-Fahrer neben mir, der das mitbekommen hat, meinte, ich solle kurz das Auto ausmachen und abschließen und es nochmal probieren. Es klappte nicht. Da wurde mir klar, was passiert ist. Die Batterie ist jetzt schon über 7 Jahre alt und ich habe sie überlastet, da das Radio lief und ich leider die Zündung zu weit gestellt hatte und so das Licht brannte. Das gab ihr den Rest.
Was tun ? Ich versuchte, das Auto an den Rand zu schieben, um kein Hindernis mehr zu sein. Das muss schon ein interessantes Bild gewesen sein: Eine Frau schiebt ein 1,6 t-Auto an den Straßenrand. Doch da passierte etwas, was mir noch immer durch den Kopf geht. Ich bekam sofort Hilfe durch andere beim Schieben. Er sprang zwar damit noch nicht an, aber ich war wenigstens auf dem Seitenstreifen. Eine weitere Frau kam auf mich zu und bot mir tatkräfig Hilfe an. sie drehte ihr Auto, gab mir Starthilfe, was auch geklappt hat. Ich konnte mich gerade noch sehr erleichtert bedanken.
Das für mich Beeindruckende war, wie selbstverständlich und freundlich mir Hilfe angeboten und gegeben wurde. Da war keine Spur von Verwunderung oder ähnlichem zu spüren. Es war einfach nur eine ganz "normale" Situation. Hinterher war ich ganz zittrig. Ob vor Aufregung oder weil mein Körper gespürt hat, dass da etwas in mir vorgegangen ist, weiß ich nicht, aber heute Morgen merke ich, dass ich noch selbstverständlicher en femme zur Arbeit gehe. Ich mache das schon ziemlich lange, da ich mindestens die erste Stunde alleine im Haus bin. Dann ziehe ich mich um, da ich nicht geoutet bin. Ich habe mich schon öfters gefragt, was ich denn machen würde, wenn wider Erwarten doch jemand früher im Haus ist. Ich merke, wie ich durch mein Erlebnis von gestern auf einer anderen Ebene angekommen bin. Es wird mehr und mehr selbstverständlicher. So dass ich diese Frage heute viel unbefangener beantworten kann.
Und wärend ich en femme diese Zeilen schreibe (ok, ich schreibe gelegentlich auch im Büro
Es ist seltsam, aber ich fühle mich heute ganz anders als jemals zuvor. Auf der einen Seite bin ich sicherer, auf der anderen habe ich Angst, dass jetzt in einen Strudel geraten bin, der mich nicht mehr los lässt. Aber vielleicht ist es ja auch gut so ...