der folgende Text stellt einfach nur ein paar meiner Gedanken (im Sinner einer Selbstreflektion?) dar. Ich habe mich bisher kaum mit diesen Fragen beschäftigt, weil es für mich einfach nicht so relevant war und ich auch nicht darunter leide - also eigentlich auch keine Lösung finden muss. Angestoßen wurde dieser Prozess letztendlich durch meinen Vater, als er mich vor einiger Zeit fragte: "Was bist Du?", und ich darauf keine Antwort geben konnte. Ich habe ein wenig im i-net gelesen (Wikipedia
Mich würden Gedanken und Empfindungen anderer EnBys interessieren - wobei ich mich frage: "Bin ich NB?" - aber lest selbst...
Liebe Grüße
Phi
Fühle ich mich weiblich, männlich, oder dazwischen?
Was bedeutet es überhaupt (für mich), sich männlich oder weiblich zu fühlen? Bedeutet es, Rollenerwartungen zu entsprechen, oder bestimmte Eigenschaften zu haben?
Mein Körper ist männlich, mein Chromosomensatz ist ein männlicher - mein Fühlen ist"¦ ich kann es nicht richtig sagen.
Wenn ich unrasiert bin, schminke ich mich weniger (Mascara geht immer!) - selbst wenn ich es eigentlich gerade wollte, hält mich der Bart irgendwie davon ab. Andererseits fühle ich mich ohne Bart sehr viel befreiter in meinen Entscheidungen, wie ich mich präsentiere (Makeup, hohe Schuhe, Kleider), obwohl der Bartschatten sichtbar ist und ich mir keine Mühe gebe, ihn zu verstecken. Der Bart erscheint mir eher lästig und ich könnte sehr gut ohne ihn leben, jeden Tag rasieren erscheint mir jedoch ebenso lästig und außerdem schneide ich mich sehr oft, wenn die Stoppeln noch unterhalb einer bestimmten Länge sind.
Früher hatte ich viele Jahre lange Haare, in der letzten Zeit jedoch länger eine Glatze - und seltsamerweise fühlte ich mich femininer, wenn sie gerade ganz frisch abgeschnitten waren. Nach einer Woche fand ich mich eher wieder etwas maskuliner vom Haar her und hätte zum Beispiel nicht so gern Kleid oder höhere Schuhe getragen, wie mit frisch geschorenem Kopf. Jetzt lasse ich die Haare gerade wieder wachsen (mal sehen, wie lange"¦).
Generell würde ich sagen, dass ich mich in einem Spektrum von weiblich bis männlich im mittleren Bereich sehe/fühle. Wobei dies ebenfalls wieder ein Bereich, oder sub-Spektrum darstellt - ein Streubereich - ich fühle mich nicht immer gleich"¦ Dabei kann ich aber kaum festlegen oder sagen, ob ich mich eher mit weiblichen/männlichen Facetten sehe, oder ob diese Teile "nicht-männlich", "nicht-weiblich" oder einem entsprechenden "nicht-Spektrum" entstammen.
Wenn andere mich ansprechen, ist es mir egal, ob sie "Frau" oder "Herr" sagen. Wenn ich mich vorstelle, nehme ich nie Bezug auf ein Geschlecht. Sowohl "Herr" als auch "Frau" fühlt sich für mich bei einer Selbstzuschreibung sonderbar an.
Zur Einordnung bei "Sex & Gender":
Sex: Ich bin ein Mann - das entspricht meinem Körper, meiner mess- und untersuchbaren Ausstattung (Chromosomen, Körperbau, prim./sek. Geschlechtsmerkmale). Ich könnte von mir nicht sagen "Ich bin eine Frau", weil das körperlich nicht stimmt und ich empfinde diese Aussage entsprechend als für mich nicht zutreffend.
Gender: Bei der Frage nach feminin/maskulin, sehe ich mich als "nicht-maskulin" und vielleicht "eher-feminin" aber auch "nicht-feminin" und "teils-maskulin" - irgendwie pendelt hier alles ständig hin und her und mir erscheint das ganze Festlegen oder Festsetzen auf etwas Bestimmtes oder einen Zustand irrelevant - zumindest für mich scheint es nicht relevant zu sein und vielleicht habe ich mir deshalb bis vor Kurzem auch keine großen Gedanken darüber gemacht.
Ich bin ein Mensch, eine Person - das muss reichen. Damit fühle ich mich wohl.