Frieda hat geschrieben: Do 18. Apr 2019, 09:29
..........Hat Jemand von Euch schon Erfahrungen gesammelt?
Mich interessiert es wirklich, welche Gedanken in Eltern da aufkommen können.
Meine Eltern, meine Schwiegereltern - das ist ein Thema für sich.
Aber heute kann ich leicht darüber sprechen, weil ich das Thema
gut aufgearbeitet und als erledigt betrachte.
Meine Eltern, insbesondere meine Mutter hat mir schon früh
(Kindheit) Vorwürfe gemacht und ich solle mich gefälligst so verhalten
wie ich geboren wurde und das Ansehen im Umfeld nicht schädigen.
Die Gesellschaft erwarte von mir, das ich meine Rolle spielen muss.
Es war für mich heftig. Nach meinem Outing gegenüber meiner
Frau folgte sofort das Outing bei unseren Familien. Es war für mich
der Aufschrei - Ich bin hier, ich bin stark - jetzt lebe ich mein Leben.
Meine Mutter schrie mich an mit den Worten: "ich habe einen Jungen
geboren und alles andere zähle für sie nicht. Außerdem folgten Sätze
wie "ich solle mich lieber auf meinen Geisteszustand untersuchen
lassen". Mein Vater pflichtete meiner Mutter bei. Klar ist sowas be-
lastend, aber ich wurde damit fertig. Außerdem brach ich den Kontakt
sofort ab. Denn nicht ich war das Problem, sondern die hatten ein
Problem welches ich nicht lösen kann und will.
Meine Schwiegereltern nahmen es ein wenig ruhiger, wollten meine
Partnerin mehrfach bedrängen das sie sich von mir trennt. Schließ-
lich würde ich ihrem Ansehen in der Kleinstadt schaden. Meine Partnerin
die hundertprozentig hinter mir steht sagte ganz klar, ich sei ihre Familie
und das reicht ihr. Es folgte ein von unserer Seite freundliches Gespräch
mit meinen Schwiegereltern die aggressiv und bestimmend auftraten.
Das Gespräch beendeten wir mit den Worten "Ihr habt mir/uns genug
zu schaden versucht, daraus folgt das es besser ist wenn wir die
Beziehung mit unseren Schwiegereltern für beendet erklären".
Wenn meine Schwiegereltern in unserem Ort uns begegnen, wechseln
sie demonstrativ die Strassenseite.
Wir können hier nur Mitleid für unsere Eltern/Schwiegereltern empfinden.
Denn wir haben genug Zeit gehabt dies zu verarbeiten. Hier mag ich
vielleicht noch erwähnen, das wir in unserem Umfeld ein älteres Pärchen
( 80 und 83) wohnt, das uns als ihre Kinder oder so ähnlich ansieht.
Desweiteren wurden wir auch sehr stark von unseren "richtigen"
Freunden unterstützt. Ihnen gilt unser Dank. Trotzdem war es
eine harte Herausforderung aus der wir gestärkt hervorgingen.
Abschließend gilt mein/unser (Jasmine und Menalee) Dank auch diesem
wunderbaren Forum. Es ist für uns wichtig zu sehen, das wir nicht
alleine sind.
Liebe Grüße Jasmine