MichiWell hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 00:34
die Dummen und die Bösartigen sterben bekanntlich nicht aus
Hi Michi,
so scheint es zu sein. Aber steckt in der Aussage nicht auch eine Ausgrenzung ?
Bei solchen Fragen treibt mich immer eine Frage: Was bewegt Andere, sich in mein Leben einzumischen, obwohl ich mich nicht in ihres einmische ? Warum wollen Menschen andere kontrollieren ? Und damit meine ich nicht nur die Menschen, die das Sagen haben, sondern letztlich jeden von uns, sei es auf der Arbeit, zuhause oder sonst wo. Nicht falsch verstehen, ich meine jetzt nicht Dich persönlich, sondern mich interessiert der psychologische Hintergrund.
Da sehe ich zum einen den Kontrollverlust. Hier stecken wahrscheinlich Ängste dahinter. Wie dünn die Decke der Kontrolle ist, merken die Menschen spätestens, wenn sie krank werden. In Partnerschaften ist das ein ganz besonderes Gift. Bezogen auf das Trans-Thema glaube ich auch, dass bei vielen Partnerinnen genau das eintritt. Durch den Kontrollverlust verlieren sie das Gefühl für Sicherheit. Auch die Angst, sich zu outen, kann so verstanden werden. Wenn ich in mir ruhe, brauche ich keine Angst zu haben, dass die Frau schreiend fort rennt.
Auch die Frauen, von denen in diesem Fred die Rede ist, die also wild um sich beißen, wenn sie nur an einen Transmensch denken, zeigt mMn doch nur, dass sie unter massiven Ängsten leiden. Sie versuchen krampfhaft die Kontrolle über die Geschlechtsdefinition zu behalten. Warum ? Ich weiß es nicht, aber wenn ich versuche, mich in diese Menschen hinein zu versetzen, könnte ich mir vorstellen, dass das viel mit Unsicherheit zu tun haben könnte: Selbstunsicherheit, Unsicherheit bez. des eigenen Geschlechts, etc. Eigentlich könnte es ihnen egal sein, wie sich andere Menschen definieren, aber sie wenden viel Energie auf, solche Menschen, die ihnen nichts getan haben, zu bekämpfen. Man findet ähnliche Reaktionen in vielen Bereichen.
Man mag zwar immer denken: Herr, lass' Hirn regnen, aber es geht nicht um "Hirn" oder "Intelligenz". Es geht m.E. um psychologische Muster. Und Muster wie diese, die sich vielfältig äußern können, sorgen dafür, dass die Menschheit sich auf Dauer abschafft. Es fehlen uns die Mittel, diese Muster zu durchbrechen. Es mag Einzelnen gelingen, doch in größeren Gruppen funktioniert das nicht und dann bleibt der Eindruck, dass die "Dummen und Bösartigen" nicht aussterben. Das Dumme ist nur, das ist der Splitter im Auge der Anderen. Was ist mit dem Balken im eigenen Auge ?
Und schon stecken wir in der Zwickmühle. Wenn wir das selber erkennen, bleibt doch die Frage, sollen wir uns das gefallen lassen ? Lassen wir uns das gefallen, sind wir "einfältige Schafe", lassen wir uns das nicht gefallen, sind wir nicht besser, denn wir bilden Gruppen gegen die Anderen und verstecken die Gewalt, die darin steckt, unter dem Deckmäntelchen der Selbstverteidigung. Aber letztlich ist das auch nur die Angst, dass die Anderen uns dominieren könnten.
Ruhen wir tatsächlich so wenig in uns selber, dass wir das nicht gelassen hinnehmen können ? Müssen wir wirklich vor solchen Menschen Angst haben ? Bedeutet das Eingehen auf solche Menschen nicht auch, dass es uns an innerer Stärke fehlt ?