Hallo,
vielen Dank für die zahlreichen interessanten Antworten!
Ich finde es super, dass die meisten von euch das in der Konsumgesellschaft ziemlich polarisierte Tierchen vom Symbolgehalt abgegrenzt haben, der dahinter steht

Das war ein Wagnis, den Text derart aufzuziehen, aber es hat wohl funktioniert.
lexes hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 00:03
Ich finde den Text klasse ... auch wenn ich (CD) mich damit nicht vollständig identifizieren kann , verstehe ich den Inhalt doch genau.
Wow, du bist nicht nachtragend. Super, denn unser Einstieg hier war ja nicht soo geglückt.
Finde ich interessant, dass du dich als CD angesprochen fühlst. Ganz ehrlich, hab ich mit CD einige Verständnisprobleme. Obwohl es reichlich Überschneidungen zu TS/TG gibt, sind es verschiedene Welten. Nicht umsonst gibt es die zahllosen 'Schubladendiskussionen'. Aber hier geht es ja um das rosa Einhorn ...
lexes hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 00:03
Bei mir ist es eben nicht der permanent anwesende Wunsch nach einem Einhorn.. Generell brauche ich schon Michael Knight, He-Man und Colt Seavers... wenn dann aber Lexi-Zeit ist schlage ich mental immer über die Stränge und möchte gleich 100 Einhörner, meine pinken Gedanken und eine Wahenladung Glitzer-Glimmer-Sternen-Staub.... Leute wie ich sind da wohl etwas wankelmütiger.
Auweia - diese unnatürlich aufgeblähten Gewaltfiguren hab ich sogar als Junge gehasst!
100 Einhörner und tonnenweise Glitzer - ja, das nehme ich dir ab, brauch ich nur dein Avatar anzuschauen. So extrem war es bei mir noch nicht mal in der zweiten Pubertät. Das muss wie eine Explosion sein, wenn die Frau im Manne nur ab und an freigelassen wird. Da scheint sich enorm was anzustauen.
lexes hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 00:03
Du hast aber den Sachverhalt gut erkannt und für Dich definiert => ganz wichtig.
Dazu die Sache für Dich in ein schönes Bild verpackt => typisch Frau ( versteh"˜ mich nicht falsch, das ist ein Lob... so differenziert-phantasievoll-kreativ sind die meisten Jungs halt nicht ) Schön gemacht.
Oh ja, das hab ich als Lob verstanden - dank dir!
lexes hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 00:03
Natürlich hört man das Problem / Verlangen aus der Schilderung heraus . ... und dem sollte abgeholfen werden.. im Rahmen des Möglichen.
Was hältst Du davon Dein schönes-bildliches Einhorn schöne "Bild-gewordene" Realität werden zu lassen ?
Danke für deine kreativen Ideen! An Tattoos dachte ich schon öfter. Ich hab ein paar Favoritinnen-Fotos aus der Vogue bei mir im Büro am Whiteboard zwischen den Projektplänen zu hängen. Das sorgt meist für etwas Verwirrung, wenn mal ein Chef vorbeikommt
Ich bin noch dabei herauszufinden, was für ein Typ Frau ich in Sachen Tattoos bin und welcher Style passt.
Aber momentan hab ich dafür leider keinen Nerv ...
JaquelineL hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 01:11
Liebe Diva,
sehr schön geschrieben und auch wenn der Text schon für sich allein wirkt, so möchte ich Deine ausgangs gestellte Frage dennoch beantworten:
...
ganz klar "die Erfahrungen", denn sie sind es aus meiner Sicht, die mein Leben und (über meine Entwicklung) mein Ich ausmachen (würden).
Liebe Grüße
Jackie
Liebe Jackie,
danke für deine Worte!
Cookie hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 01:55
Hallo Diva,
das ist genau das was ich in meinem Thread gemeint habe mit "Persönlichkeitsfindung" und "festigen der Persönlichkeit".
Ich habe schon sehr viel über dieses Thema nachgedacht.
Als Trans* wird man immer Einflüsse erleben, die dem bei der Geburt festgelegten Geschlecht entsprechen.
Das Prägt eine Persönlichkeit ob man das will oder nicht.
Wenn ich ein Mädchen sehe, welches von ihrer Mutter Zöpfe geflochten bekommt, dann sehe ich eine Kindheit wie ich sie gerne gehabt hätte.
Aber ich sehe natürlich nur das Positive. Aber junge Frauen haben es nun mal auch nicht immer leicht. Und das hast du auch beschrieben.
Das darf man nicht vergessen.
Was ich aber eigentlich schreiben wollte: "Man ist nie zu alt für ein rosa Einhorn!"
Hallo Marie,
ja, es bringt nichts, einer verlorenen Kindheit in der falschen Identität hinterher zu jammern. Klar bleiben einer nicht geborenen Frau damit auch die negativen Erfahrungen unterdrückter biologischer Weiblichkeit erspart, aber meist sind es gerade die, welche prägen - mitunter leider auch zerstören.
Ich fühle mich nicht zu alt für ein rosa Einhorn - aber das Warten ist schon hart.
Céline hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 06:38
Guten Morgen,
Eine wirklich interessante Frage.
Es gibt zwei Dinge die ich mir wünsche.....das Glück einer Geburt,ein Kind und von meinem Vater in Weiß zum Altar geführt zu werden aber....
Hallo Céline,
dagegen sind meine Wünsche ja so was von
bescheiden (lach). Ich hoffe ehrlich, du zerbrichst nicht daran, dass du kein Kind gebären wirst. Leider gibt es nicht wenige, die das psychisch kaputtmacht - ständig Scheinschwangerschaften, 'Fehlgeburten' usw. Das ist ausnahmsweise mal ein Kelch, der an mir vorübergeht.
Wobei dein zweiter Wunsch meine Augen recht feucht werden lässt. Ich würde mich jedoch keinesfalls von meinem Vater begleiten lassen.
Céline hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 06:38
Ich weiß heute das alles so wie es geschehen ist gut ist.Ich hatte eine "glückliche"Kindheit da ich alles negative ausblenden konnte,habe einen Beruf gelernt der mir bis heute meinen Lebensstandard Gesichert hat.Habe eine wunderbare Frau die immer noch zu mir hält auch wenn unser Leben manchmal ziemlich verrückt ist.Sicher weiß ich heute das die Zeichen wer ich wirklich bin schon immer da waren,aber ich konnte sie einfach nicht deuten.
Und ich kann jetzt so leben wie ich bin....im Grunde sehe ich es so das ich bis heute eine extrem lange Pubertät habe.Ich fühlte mich nie richtig erwachsen.
Was währe also wenn ich das rosa Einhorn früher gesehen hätte????Wie wäre mein Leben verlaufen?Ich habe lange darüber nachgedacht aber die Zeit lässt sich nicht zurück drehen und wer weiß, vielleicht springt ein Rosa Einhorn in meinem Garten rum.....
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag
Liebe Grüße
Céline
Das liest sich alles sehr positiv und gibt dir anscheinend auch die Kraft, die vielen Hürden zu meistern und demütigenden Situationen zu ertragen, die du in deinem Thread beschreibst. Menschen, die zu einem halten, sind extrem wertvoll und vor allem - selten.
Wenn du schreibst, dass du eine extrem lange Pubertät erlebst, bin ich ziemlich sicher, dass in deinem Garten ein rosa Einhorn herumspringt! Die Sonne scheint für die Glücklichen - geh raus, und hol es dir!
Ich schließ mich ein und zieh die Vorhänge zu.
LG
- Diva
VanessaL hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 07:17
Guten Morgen!
Ich bin glücklicherweise in einem Alter in dem ich mir eine Einhorn kaufen kann und mir recht (Stern)schnuppe ist, was Andere dazu sagen.
Aber darum geht es im Kern ja nicht.
Hallo Vanessa,
schön, von dir zu lesen! Ach - du siehst das viel zu unromantisch (schmoll). Kaufen ist ja soo prosaisch. Mir reicht es ehrlich gesagt schon, dass ich mir jede Woche meine GROSSE LIEBE kaufen muss. Das ist eine riesige Tafel Nugatschokolade und genau das Richtige für Leute wie mich. Aber ein Einhorn kaufen ginge gar nicht. Das würde all die Gefühle zerstören, die damit zusammenhängen.
VanessaL hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 07:17
Folgenden Satz fand ich sehr gut auf den Punkt gebracht:
Diva hat geschrieben: Sa 23. Mär 2019, 22:06
Das Problem hierbei ist die Kürze der Zeit.
Je älter, umso weniger Zeit bleibt für so eine Entwicklung. Und je höher das Tempo, desto stärker ist die psychische Belastung.
Ich möchte gerne ergänzen, dass mit explosionsartigen Entwicklung auch die Gefahr für Fehlentwicklungen und -entscheidungen steigt.
Damit hast du Recht - und die Zeit für Korrekturen schrumpft ebenfalls dramatisch zusammen.
Ich hab mich bislang auf mein Gefühl verlassen und damit lag ich nach meinen Erfahrungen bislang richtig. Ich musste mich selbst erst schrittweise kennenlernen. Meine Vorgesetzte fragte mich im vorletzten Sommer, als ich noch das pubertierende 'hässliche Entlein' war (Frisur-Katastrophe, falsches Make-up usw. aber voller Lebensfreude), was ich denn dächte, überhaupt für eine Frau werden zu wollen. Ich wusste es damals nicht. Das kam automatisch. Im September letzten Jahres fand ich plötzlich 'meinen Style' und seit Dezember lebe ich die, die endlich aus ihrem Gefängnis ausbrechen konnte: die Diva.
Das bin ich und ich kann nicht aus meiner Haut. Sogar als Mann hatte ich manchmal divenhafte Züge an mir, die meine Umgebung - insbesondere meine damalige Partnerin - regelrecht schockierten. Sie konnten es nicht einordnen - ich auch nicht.
Da dieser Entwicklung keine bewusste Entscheidung zugrunde lag, kann ich nicht beurteilen, ob es richtig oder falsch war.
Obwohl ich gerne meine alte Lebensfreude zurück haben wollte, anstatt als knallharte Businessfrau täglich Kämpfe auszufechten, die mich an den Rand des Erträglichen bringen (z.B.
viewtopic.php?f=67&t=17933&p=236975#p236975, will ich nicht zurück auf die vorherige Entwicklungsstufe.
VanessaL hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 07:17
Diva hat geschrieben: Sa 23. Mär 2019, 22:06
Nicht geborenen Frauen fehlt in der Regel leider jede Menge Zeit für eine ausgewogene Entwicklung.
Dieser Satz ist glaube ich abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit und Ausprägung der Transidentität!. Wenn ich mich nicht auf mein menschliches ICH sondern nur auf meine weibliches ICH fokussiere scheint der Satz natürlich zu stimmen. Ich persönlich kann aber meine Vergangenheit und meine Persönlichkeitsentwicklung der letzten 51 Jahre nicht ablegen und ich möchte das im Grunde auch gar nicht, denn viele Dinge sind auch gut so, wie sie sind oder gewesen sind.
"Zeit und Geld sind nur Argumente, niemals Entscheidungsgründe" - Diesen Satz habe ich aus meiner Arbeit mit in mein Leben genommen. Klar gibt es Ausnahmen dieser Regel, aber sich auf Grund von Zeit unter Druck zu setzen ist quatsch. Denn Zeit ist relativ, im Grunde nicht messbar und niemand weiß, wann denn tatsächlich die Zeit abläuft, die man hat.
Nein, die männliche Vergangenheit lässt sich nicht ungeschehen machen. Aber die Persönlichkeitsentwicklung blieb bei mir irgendwann stecken, so ungefähr auf der Stufe eines sich selbst hassenden, zerstörenden Arbeitstieres, das keinerlei Emotionen zuließ. Auf so einem Trümmerhaufen konnte und wollte ich nocht nicht mal aufbauen. Darum hab ich mit Bewusstwerdung meiner Identität tatsächlich
neu angefangen. Ich ließ Gefühle zu, ja - trug sie auf meiner pinkfarbenen Wolke zur Schau, bis ich abstürzte. Nach Verletzungen das richtige Maß zu finden, damit umzugehen, ist schwer. Aber: Ich bin keinesfalls auf dem finsteren Männerniveau gelandet.
Das Arbeitsklima und die Notwendigkeit, sich als weibliche Führungskraft zu behaupten, um nicht unterzugehen, haben mich nach außen hin härter gemacht, als mir lieb ist. Trotzdem ist es nicht dasselbe wie damals, denn ich verleugne meine Emotionen nicht vor mir selbst.
Zum Zeitmangel ein kleines Beispiel von einer ehemaligen Freundin:
Sie brauchte über vierzig Jahre, um schlussendlich zwei Freundinnen zu finden.
Jetzt kann man sich leicht ausrechnen, wie viele Freundinnen eine Frau, die insgesamt knapp zehn Jahre als Frau leben kann, finden wird: keine!
Ich denke, du verstehst, was ich meine, da du wohl auch nicht ohne Verluste in die Transition gegangen bist. Es ist in den meisten Fällen einfach zu spät für den kompletten Neuanfang. Wenn der auf Arbeit gelingen mag, ist schon viel gewonnen. Aber das Zwischenmenschliche bleibt komplett auf der Strecke, denn die Zeit für eine Sozialisation ist viel zu knapp bemessen.
Dazu kommt, dass ich momentan die Wenigen von mir stoße, die zaghaft ihre Hand ausstrecken. Ich kann nicht verantworten, dass z.B. diese ehemalige Freundin meinetwegen weint und sich schreckliche Gedanken macht. Sie braucht ihre Kräfte für sich selbst und ihre eigene Familie.
Ich weiß nicht, ob andere in der Transition auch in solche Phasen geraten.
VanessaL hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 07:17
Diva hat geschrieben: Sa 23. Mär 2019, 22:06
Was fehlt euch am meisten, wenn ihr euch im Alltagsleben mit Biofrauen vergleicht - die Zeit für die Entwicklung, die körperlichen Voraussetzungen, die guten sowie schlechten Erfahrungen der verschiedenen Lebensalter, die nicht nachgeholt werden können - oder etwa auch das
rosafarbene Einhorn?
Ich persönlich vergleiche mich recht wenig mit Biofrauen und wenn, dann geht es meist um Äußerlichkeiten. Da versuche ich auf dem Boden zu bleiben und nicht von Dingen zu träumen, die für mich persönlich unrealistisch sind. Aber was mir tatsächlich manchmal fehlt: weiblich gelesen zu werden. Das zeigt mir dann meine gesellschaftlichen Grenzen auf: Du bist Trans*Frau und nicht (Bio)Frau.
Ich hab ja absichtlich nicht auf Äußerlichkeiten, lediglich auf anatomische, abgezielt. Da driften wir sonst gnadenlos ab in Richtung Passing.
Nur eine Sache dazu:
Vielleicht tröstet es dich, wenn du dir vorstellst, was passiert, wenn du tatsächlich als Frau gelesen wirst.
Da kann ich dir aus eigener - bitterster - Erfahrung berichten, dass die Quälerei noch
viel schlimmer ist als vorher als sofort erkennbare transidente Frau. Der Kontrast zwischen offener männlicher Sympathie und abrupter Ignoranz und Ablehnung von einem Tag zum anderen ist eine furchtbare Sache, mit der ich nicht leben kann. Das passiert ein Mal, zwei Mal ... und irgendwann hab ich aufgehört zu zählen.
Damit geht die ständige Angst vor der Aufdeckung der männlichen Vergangenheit einher, die dich dann auch beim Letzten der Ausgrenzung und Lächerlichkeit preisgibt. Gerade Kerle entwickeln dann so was wie 'Rachegefühle', weil ich es wage, ihnen eine attraktive Frau 'vorzuspielen', die nicht als Frau geboren wurde. Ist ja auch eine bodenlose Frechheit! Wohl gemerkt, spielt das Thema GAOP keine Rolle. Als Mensch ist man komplett inakzeptabel, weil man 'falsch' geboren wurde. In gewisser Weise haben damit die streng binärgeschlechtlichen Leute die 'Erbsünde' der Kirchenlehre für sich zum Leben erweckt.
Darum sei froh, dass bei dir - nach deinen Worten zu urteilen - die Leute wissen, woran sie sind. Anderenfalls fühlen sie sich getäuscht - und deren Rache willst du nicht auf dich ziehen, glaub mir.
VanessaL hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 07:17
Das (rosfarbene) Einhorn trage ich übrigens in meinem Herzen und das eigentlich schon immer. Und mal Hand aufs Herz, da gibts auch ganz schön häßliche Exemplare zu kaufen .... Das Einhorn in mir ist immer schön und einfach zauberhaft - es gehört seit meiner Kindheit zu mir!
Vielen Dank für Deinen Beitrag.
Liebe Grüße
Vanessa
Ich hab dir zu danken!
Liebe Grüße
- Diva
Jasmine hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 08:00
Diva hat geschrieben: Sa 23. Mär 2019, 22:06
Was fehlt einer Frau, die nicht als Frau geboren wurde?
..................
Sehr schöner Text, danke.
Ich kann die Frage nur für mich beantworten. Nach einem Leben des "Eingesperrt seins", gefangen,
von der Umwelt nicht verstanden und unterdrückt, fehlte mir die "Freiheit des Seins".
Als dann, das nie für möglich gehaltene passierte, meine Partnerin zu mir sagte: Ganz oder gar nicht,
sei wie du bist --- meine Partnerin für immer ---.
Für mich riss der Himmel auf und ich fühlte was mir gefehlt hat. Mein Grau verschwand und die Sonne
schien in mein Herz. Ich fühlte wie in meinem Bauch die Schmetterlinge flogen.
Dies übertrug sich auf meinen ganzen Körper. Die Angst, die Betrübtheit, die Depression viel von mir ab.
Meine Partnerin gab mir von Anfang an das Gefühl "ihre Maus" zu sein. Sie strahlte soviel Liebe und
Energie aus, das ich bereit war für meinen Weg. Mein wahres Ich zu leben.
Sie schenkte mir zwar kein Einhorn, aber ihre Unterstützung und Liebe.
Damit schenkte sie mir viel mehr, das ich nicht in Worte fassen kann.
Ich bin der Meinung, das das Wichtigste was mir fehlte, war meine Partnerin, die mich so akzeptierte wie ich bin.
Wenn sie mir morgens beim Aufwachen leise zuflüstert: "Ich liebe dich meine Jasmine, meine Frau, meine Süße"
dann schwebe ich auf rosa Wolken und sehe wie die rosa Einhörner fliegen.
Mag vielleicht ein wenig rührselig oder sentimental klingen, aber anders kann ich es nicht ausdrücken.
Liebe Grüße Jasmine
Hallo Jasmine,
danke für deine Worte und ganz ehrlich - ich finde die Berichte von dir und deiner Partnerin manchmal schon
sehr rosarot (noch mehr als das Einhorn) -
nicht böse gemeint!, aber wenn es wirklich so ist, dann bin ich raus bei dem Thema.
Eine derart ideale Partnerschaft existiert nicht in meiner Vorstellungskraft. Ich finde es schön, dass du dennoch so etwas erleben darfst. Du bist ja zum Glück nicht von meiner beschränkten Phantasie abhängig.
Die Gefühle bei deiner Befreiung kann ich dagegen nachvollziehen, weil es bei mir emotional ähnlich schön war. Nur das Umfeld hat - sagen wir mal - geringfügig
anders reagiert.
Liebe Grüße
- Diva
Vicky_Rose hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 09:51
Hallo Diva,
Dein Text gefällt mir auch, aber ich bin mit ihm nur z.T. einverstanden oder besser gesagt, ich würde nicht an den Stellen stehenbleiben, an denen Dein Text aufhört, sondern Konsequenzen daraus ziehen. An der Tatsache, dass unsereins weniger Zeit hatte, sich als Frau zu entwickeln, ist nur insofern richtig, wenn Du Dich an den üblichen Gegebenheiten orientierst, die für Frauen in der Gesllschaft gelten. Aber Du beschreibst ja sehr drastisch, dass auch Frauen darunter leiden. Ihre Entwicklung zur Emanzipation und Autonomie ist auch nicht abgeschlossen.
Dazu kommt, dass wir in keiner Weise den Weg geborener Frauen gehen können, da wir gar nicht körperlich so ausgestattet sind. Und die Empathie kann nicht leisten, dass wir es wirklich nachvollziehen können. Da hilft kein Jammern und kein Klagen.
Hallo Vicky,
jetzt würden mich die Konsequenzen interessieren. Da bin ich ganz unverblümt

neugierig.
Das Jammern und Klagen haken wir beide ab.
Vicky_Rose hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 09:51
Diva hat geschrieben: Sa 23. Mär 2019, 22:06
Was fehlt euch am meisten, wenn ihr euch im Alltagsleben mit Biofrauen vergleicht - die Zeit für die Entwicklung, die körperlichen Voraussetzungen, die guten sowie schlechten Erfahrungen der verschiedenen Lebensalter, die nicht nachgeholt werden können - oder etwa auch das
rosafarbene Einhorn?
Ich bin nicht im klassischen Sinne TS. Gelegentlich lebe ich das Frausein über mehrere Tage. Im Vergleich mit Biofrauen (schreckliches Wort) fehlt mir eigenlich nichts. Höchstens mehr Zeit mein Frausein zu leben. Aber ich habe mich entschlossen, z.B. auf der Arbeit nicht en femme zu leben. Das ist eine bewußte Entscheidung meinerseits, weil ich nicht die damit verbundenen Diskussionen führen möchte. Wofür ich aber sehr lange gebraucht habe, war die Akzeptanz meines Wesens. Daran arbeite ich heute noch. Aber wenn ich auf viele Frauen schaue, haben die auch noch eine Menge Potential für Entwicklungen. Stichwort: gesellschaftliche Gängeleien.
Ja, die jahrhundertelange Unterdrückung der Frauen scheint generell in der weiblichen Psyche ihre Spuren hinterlassen zu haben. Dazu kommen überlieferte Erziehungsmuster:
Das macht man nicht als Frau, das zieht keine anständige Frau an usw. In diesem psychosozialen Korsett stecken nach meiner Erfahrung auch noch viele moderne Frauen fest und stehen sich selbst im Wege.
Die Stufen zur schrittweisen 'Gleichberechtigung' sind erschreckend jung. Es ist gar nicht lange her, da wurden die 'sehr geehrten Damen' in amtlichen Schreiben überhaupt nicht erwähnt! Oder das Absurdum, dass der Ehemann seine Erlaubnis zur Arbeitsaufnahme seiner Frau geben musste. Das ist das Werk solcher Männer, die noch heute die Frauen nur benutzen und kleinhalten wollen.
Wenn du das für dich so ertragen kannst, die Frau auf der Arbeit quasi zu Hause zu lassen (ich schreib jetzt nicht 'Herd'!), ersparst du dir etliche Probleme, nicht nur das Trans*Thema, sondern auch die Frauenthemen.
Aber es gibt eben viele, die wie ich keine Wahl haben und sich irgendwann überall als das durchschlagen müssen, was sie sind: Frau.