In was für einer Welt leben wir?
In was für einer Welt leben wir?

Antworten
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2149
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne Überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 223 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal
Kontaktdaten:

In was für einer Welt leben wir?

Post 1 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ich bin auf diesen Beitrag des bayrischen Rudfunks gestoßen. Wieso bleibt die Gesellschaft oder die Gesellschaften so ruhig?
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2149
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne Überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 223 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 2 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Es geht nicht nur um die Kirche. Hier ein artikel aus der TAZ.
Wie immer bei sexualisierter Gewalt und Hassverbrechen geht es um Macht.

https://www.taz.de/!5578716&s=jugendwerkhof/
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Svetlana L
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1531
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 06:47
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 181 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 3 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Vielen Dank, Ralf-Marlene, für den Link - ich bin gerade ziemlich erschüttert. Ich glaube, dass das wahre Ausmaß dieses Missbrauchsskandals niemals so richtig bekannt werden wird. Wie viele missbrauchte Jugendliche oder Ordensschwestern sich vielleicht gerade deswegen das Leben genommen haben und nie mehr gehört werden können!? Wie viele missbrauchte Jugendliche und Ordensschwestern schweigen, weil sie alte Wunden nicht wieder aufreißen wollen und sich dem Druck, der dann auf sie zukommen wird, nicht gewachsen sehen!? Außerdem bin ich überzeugt davon, dass die (Macht-)Strukturen im Vatikan so verkrustet sind, dass - abgesehen von vielleicht wenigen - gar kein wirkliches Interesse für eine Aufklärung vorhanden ist und immer nur soviel eingestanden wird, wie es sich sowieso nicht mehr leugnen lässt.
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
evacampelli
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 343
Registriert: Fr 16. Feb 2018, 15:29
Geschlecht: Mann
Pronomen: Du
Wohnort (Name): München
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 4 im Thema

Beitrag von evacampelli »

Diese entsetzliche Geschichte ging (zumindest hier in Bayern) vor einigen Wochen mit ziemlich viel Aufsehen durch die Medien.
Es gab Berichte in Zeitungen und auch lange Radiobeiträge dazu.

Sicher, die Missbrauchs-Scheisse ist nichts kirchenspezifisches und gerade gestern war es ja auch wieder unter dem Aufhänger Missbrauch in der DDR ein Medien-Thema.

Ich denke aber die Gesellschaft ist schon ziemlich wachgerüttelt.
Das bekommt man auch auf Ebenen wie im Kindergarten und der Grundschule zu hören und zu spüren.
Der Weg auf dem wir sind ist richtig: Sexueller Missbrauch, von Kindern nochmal im Besonderen, ist eine Geissel wie die Sklaverei und gehört ausgerottet.

Öffentliche (Dauer) Empörung ist nur ein (verständlicher) erster Schritt, aber natürlich nicht ausreichend.
Das Tabu muss als solches in jeden einzelnen Kopf.
Das dauert, weil in einigen Köpfen auch einfach zu wenig ist wo etwas hängenbleiben könnte.....

Zum Thema im speziellen in der Kirche: Die Zahl der Austritte ist enorm gestiegen seit vor ca. 10 Jahren die Missbrauchsfälle publik wurden.
Das ist wohl ein eindrucksvolles Statement mit den Füßen, was die Gläubigen da abgeben.
Ich möchte da dieser Tage keine verantwortliche Position haben....

LG
Eva
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1787
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 5 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
evacampelli hat geschrieben: Do 7. Mär 2019, 09:37 Sexueller Missbrauch, von Kindern nochmal im Besonderen, ist eine Geissel wie die Sklaverei und gehört ausgerottet.
Tja, schön wärs! Aber leider kommen immer wieder neue Kinderschänder nach...
Genauso wie es Menschen gibt, die auf Frauen stehen, Menschen gibt die auf Männer stehen, wird es immer auch Menschen geben, die auf Kinder stehen :cry:
Und was das Verstecken der Aktivitäten angeht, werden diese Leute auch immer gerissener. Somit sind sie imme schwerer zu finden. Und ansehen tut man das auch keinem. Meistens sind es solche Leute, von denen man es nie gedacht hätte. Der, der immer so freundlich gegrüsst hat...
Was ich nicht verstehe, ist der lachse Umgang, wenn man so jemanden zu fassen bekommt. Die bekommen dann, je nach Schwere der Tat, soundso viele Jahre Knast und dann lässt man sie wieder raus.
Als ob sie dann nicht mehr auf Kinder stehen würden. Das wäre ja so, als käme ich in den Knast, weil ich Sex mit ner Frau hatte und werde nach beispielsweise 8 Jahren wieder entlassen. Stehe ich dann nicht mehr auf Frauen???
Noch dazu hat sich dann in so vielen Jahren Abstinenz sicher ein noch größeres Verlangen aufgebaut. Da mag ich mir garnicht vorstellen, was dann in den Köpfen vorgeht, wenn die nach Jahren wieder in die Welt entlassen werden.
Ausrotten kann man das leider nicht. Aber man kann wenigstens die, die man erwischt, bis zu deren Ableben von der Gesellschaft (von Kindern!) fernhalten.
Aber dann gibt es Fälle, da wird z.B. einem männlicher Erzieher der Kindesmissbrauch nachgewiesen und er bekommt nicht mal ein Berufsverbot.
Oder es wirkt sich strafmildernd aus, wenn das Opfer die Tat "gut weggesteckt" hat.
Bei solchen Nachrichten krieg ich Sodbrennen :evil:

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Anke
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1412
Registriert: Mo 2. Jun 2014, 17:14
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waldenbuch
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 6 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

ich bin davon nicht überrascht. Überall wo es Machtstrukturen gibt, da ist der sexuelle und sonstige Missbrauch nicht weit.

Ich bin nur froh, dass das jetzt endlich öffentlich wird und nicht weiter unter den Teppich gekehrt werden kann.

Auch wenn es Missbrauch an vielen Stellen gibt, die katholische Kirche hat das mit ihrem Zölibat ja geradezu provoziert. Die Kombination aus Macht und unterdrückter Sexualität ergibt eine hochexplosive Mischung, der perfekte Treibstoff für viele sexuelle Übergriffe.

Oft lese oder höre ich von Kirchenvertretern, dass es den Missbrauch auch woanders gibt. Das ist richtig, der Unterschied ist aber, dass die katholische Kirche Strukturen und Regeln geschaffen hat, die das begünstigen und fördern. Und derzeit ist für mich nicht erkennbar, dass dort ein echtes Umdenken stattfindet.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

https://www.transcuisine.com

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
Anke
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1412
Registriert: Mo 2. Jun 2014, 17:14
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waldenbuch
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 7 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
evacampelli hat geschrieben: Do 7. Mär 2019, 09:37 Sexueller Missbrauch, von Kindern nochmal im Besonderen, ist eine Geissel wie die Sklaverei und gehört ausgerottet.
Sexueller Missbrauch von Kindern lässt sich leider genau so wenig ausrotten, wie die Sklaverei. Sklaverei gibt es immer noch und wer sich informieren möchte der kann bspw. hier nachlesen:

https://www.humanrights.ch/de/internati ... gKYW_D_BwE

Beides ist von außen nur schwer zu erkennen. Deshalb ist es wichtig Strukturen zu schaffen, die beides erschweren. Dazu gehört auch ein hohes Maß an Transparenz zu schaffen und immer wieder genau hin zu sehen.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

https://www.transcuisine.com

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
ExuserIn-2019-12-22

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 8 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Ich war nie wirklich gläubig und diese Skandale sorgten dafür, dass ich mit 18 aus der Kirche ausgetreten bin.
Ein Glaube, welcher einem sagt wenn man böse Sachen macht kommt man in die Hölle, aber dann in eigenen Reihen besten Gewissens solche Taten mit ihrem angeblichen Glauben vereinbaren können...
Schade, für diejenigen welche aus tiefen Glauben wirklich Gutes leisten.
lexes
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2174
Registriert: Di 4. Apr 2017, 09:40
Geschlecht: m
Pronomen:
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 70 Mal
Danksagung erhalten: 340 Mal
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 9 im Thema

Beitrag von lexes »

Danke für den Link : bekanntes Problem mit zu wenig Aufmerksamkeit .... Katastrophal
Ulrike-Marisa
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4814
Registriert: Mo 21. Mai 2012, 13:58
Geschlecht: transsexuell
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Region Schleswig
Hat sich bedankt: 706 Mal
Danksagung erhalten: 490 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 10 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

wenn frau/man das hört und liest, fällt mir eigentlich nichts mehr dazu ein, außer dass diese Menschen scheinbar kein Gramm Hirn im Kopf haben und keinen Respekt vor dem Individium und der Würde, die ja angeblich unantastbar ist, der/des Anderen haben. Wir stehen erst am Anfang des Wandels in der Gesellschaft in der Bewertung dieser Tatsachen, die heute so bekannt werden: sexueller Mißbrauch; Sklaverei auch in versteckter Form in der Arbeitswelt etc. Mir fehlen die Worte. :(
Der Weg ist m.E. der richtige, dass solche Dinge auf den Tisch kommen, lieber spät als gar nicht, sagt man da, um letztlich ein Umdenken bewirken zu können. Erst eine Öffentlichkeit schafft auch politischen Druck. Gerade die Katholische Kirche (auch andere Verursacher) steht gewaltig unter Druck. Die Frage ist, ob der Erzbischof von Wien wirklich etwas in seiner Kirche bewegen kann hin bis zur heiligen Kuh des Zölibates, deren Abschaffung ein richtiger Schritt sein kann, meiner persönlichen Meinung nach.

Grüße, Ulrike-Marisa
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2149
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne Überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 223 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 11 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Anja hat geschrieben: Do 7. Mär 2019, 10:08 ...
Genauso wie es Menschen gibt, die auf Frauen stehen, Menschen gibt die auf Männer stehen, wird es immer auch Menschen geben, die auf Kinder stehen :cry:
...
Grüße
die Anja
Liebe Anja,
nicht jeder Päderast wird zum Täter.
https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4do ... e_Optionen
Als Prävention gegen sexuellen Kindesmissbrauch durch Pädophile wird heute vorwiegend Aufklärung durch Verbreitung von Informationen betrachtet. Sie sollen Kinder, Eltern und Pädagogen erreichen sowie die Gesellschaft für das Problem sensibilisieren. Darüber hinaus ist es für Kinder vorteilhaft, wenn die Entwicklung von Selbstsicherheit gefördert wird und sie lernen, Nein zu sagen. Gegen Kindesentführung und in der Folge sexuelle Gewalthandlungen vermögen präventive Maßnahmen nichts auszurichten, allerdings sind sie die seltene Ausnahme.

Präventionsarbeit mit potentiellen Sexualstraftätern existiert bislang kaum, zumal sie nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehört. Das Projekt Kein Täter werden an der Berliner Charité bietet "Therapie zur Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch und dem Konsum von Missbrauchsabbildungen" an. Mittlerweile existieren Standorte des Projektes in weiteren Städten,[78] die sich zum Präventionsnetzwerk Kein Täter werden zusammengeschlossen haben und nach gemeinsamen Qualitätsstandards arbeiten
Ich finde es wichtiger, die Strukturen und Machtgefälle zu untersuchen, die es verhindern, dass Menschen erwachsene Entscheidungen treffen.
Ich bin der Überzeugung, dass nur wenige der Täter in den Institutionen egal welcher Art eine pädophile Sexualpräferenz haben.
Gruß
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1787
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 12 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Ralf-Marlene hat geschrieben: Do 7. Mär 2019, 15:14 nicht jeder Päderast wird zum Täter.
Das hab ich ja auch nicht behauptet. Ich habe nur gesagt, das es nicht möglich ist, Kindesmissbrauch zu verhindern, weil es immer Menschen geben wird, die Kinder als Sexualpartner bevorzugen.
Natürlich versuchen die meisten, diesen Drang irgendwie unter Kontrolle zu halten, aber es wird immer einen Teil geben, der das nicht schafft. Und auch wenn jemand sagt, er habe ja keinem Kind was getan, er hat sich nur Fotos im Internet runtergeladen, ist trotzdem Mittäter...

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2149
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne Überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 223 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 13 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

https://taz.de/!5584862/?fbclid=IwAR2XJ ... qZlm0QAX4s
Joseph Ratzinger, früher Papst Benedikt XVI., äußert sich zum Missbrauchsskandal und gibt 1968 die Schuld. Er will die katholische Herrschaft zurück.
...
Anlässlich der Missbrauchskonferenz im Vatikan Ende Februar, schreibt Ratzinger, habe er sich als ehemaliges Oberhaupt der Kirche die Frage stellen müssen, was er "aus der Rückschau heraus zu einem neuen Aufbruch beitragen könne". Gleich der erste Satz seines Pamphlets ist dann -­programmatisch: "Die Sache beginnt mit der vom Staat verordneten und getragenen Einführung der Kinder und der Jugend in das Wesen der Sexualität."
...
Es ist die um Heilung kämpfende Volkskirche, die der Fundamentalist Ratzinger abschaffen will zugunsten einer sozusagen leninistischen "kleinen Gemeinschaft" von Berufsreaktionären, die als Einzige den wahren Glauben verstehen, interpretieren und irgendwann — Zeit war noch nie ein Problem im Katholizismus — mullahmäßig reetablieren kann.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Ronda_PTL
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 826
Registriert: Mo 15. Jan 2018, 18:29
Geschlecht: PartTimeLady
Pronomen: Kontext bezogen
Wohnort (Name): Franken
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: In was für einer Welt leben wir?

Post 14 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

Hi Ihr Wachsamen!

Da habt Ihr ja ein weiteres brennendes Thema aufgemacht, das auch mir auf der Seele liegt. Je mehr Licht in das Dunkel der MISSBRAUCHSARTEN aller Art, von Kindesmissbrauch, bis zu sexuellen Übgriffigkeiten / Gewalt gegen Frauen, bis zur zitierten Sklaverei... desto wichtiger wird es für unsere Gesellschaften sich mit den Wurzeln des Übels zu befassen.

Mit Ausnahme der Pädophilie haben alle diese Verbrechen gegen die Menschlickeit ein gemeinsames Merkmal, nämlich das des MACHTGEFÄLLES und das daraus resultierenden möglichen Missbrauchs. Bei der Pädophilie ist ja die Ursachenforschung etwas komplexer, da spielen womöglich auch erbliche und frühe kindliche Dispositionen / Prägungen eine Rolle, die ersten Hilfsprogramme seit der Enttabuisierung des Fehlverhaltens mit therapeutische in der Prophylaxe der Neigungen, den Drang abzubauen, zu ersetzen durch eine gesündere Sexualität, lassen ja zumindest hoffen. Denn NUR Bestrafung ohne Therapie ist so vergeblich, wie Wasser ins Meer zu kippen, um den Pegelstand zu beeinflussen. 😰

In den anderen diskutierten Bereichen, ist die Gemeinsamkeit, dass sie alle auf HIERARCHISCHEN STRUKTUREN erst möglich sind, bzw. explizit gefördert werden, die den Machtmissbrauch geradezu zwangsläufig machen. Bei jeder Vergewaltigung, jedem Missbrauch von Abhängigen und Schutzbefohlenen, bei sexueller Gewalt generell, geht es eben NICHT um Sex, sondern um MACHT.

Also müssen wir vor allem an diese Strukturen ran, wenn wir an die Wurzeln der Misere wollen, diese kappen. Das gilt auch und vor allem für die katholische Kirche, deren mittelalterliche Hierarchien und menschenfeindlichen Dogmen wie dem Zölibat, der Ausgrenzung von Frauen, eine besonders explosive Mischung noch heute bilden. 😡🤯

Wir werden die Gesellschaft erst dann verändern, wenn wir mit weit weniger HIERARCHIEN leben lernen, ob in der Familie, in der Schule, im Beruf, im öffentlichen Leben. Dann wird diese sicher auch friedfertiger und trägt die im Menschen verankerten Wünsche nach MACHT weniger aggressiv aus. Denn gegen einen Wettbewerb des GUTEN ist ja nichts einzuwenden.

Hoffnungsvolle Grüße
Ronda 👩🏻 🙏🏼
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

"Don't dream it. Be it!" (Rocky Horror Picture Show)
Antworten

Zurück zu „Religion, Politik und Gesellschaft“