Die Freiheit "anders" zu sein
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Violetta Arden
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Die Freiheit "anders" zu sein

Post 1 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Hallo liebe Forumsmitglieder und Leser,
Bei den in letzter Zeit so aufkommenden Themen von Transition, Detransition, Intoleranz und Uneinigkeit und noch einige mehr kommt bei mir immer wieder der Gedanke auf. Was für ein Luxus, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo das Andersein mit allen Ausprägungen (natürlich nicht kriminell und pädophil oder ähnliches..) möglich ist. Wo sogar die Kosten für die Angleichung des Geschlechtes von der Allgemeinheit zumindes großteils übernommen wird. Wo wir uns ohne Zensur Themen widmen können wie in diesem und anderen Foren. Wo man bzw frau sich einen Ausweis mit dem gewählten Geschlecht ausstellen lassen kann. Und wo es wohl mit der Geschlechtsangleichung auch mal zu rasch geht weil's einfach möglich ist, und es sich im eigenen Körper und dem damit verbundenen Geschlecht nicht so gut anfühlt.
An all das - und natürlich einiges mehr - sollte man denken und sich auch mal überlegen wieso das so ist. Es war ein langer Weg in unsere freie, westlich geprägte Gesellschaft und der Erhalt ist nicht selbstverständlich , denn schon wird wieder daran gekratzt. Da wird das Fremde verteufelt, da wird das Anderssein unerwünscht, da wird wieder nach der ordentlichen Volksmeinung gefragt. Die Abschaffung des Homosexuellenparagraphes ist auch nicht allzu lange her. Zuerst waren Adolfs Gesinnungsgenossen daran zu bestimmen, was anders oder entartet sei, dann die katholische Kirche, die die Freiheiten einschränkte und dort, wo der Islam das Sagen liegen die Zustände der Freiheit für Frauen und Andersdenkenden auch im Argen. Und da frage ich mich, ob der Leidensdruck das andere Geschlecht annehmen zu müssen- vornehmlich das weibliche, auch so groß wäre wenn frau dann verschleiert und mit sehr eingeschränkten Rechten herumlaufen müsste. Vielleicht denken einige doch daran, wenn auch Forderungen aufkommen, diverse nicht geschlechtsanpassende OPs sollten von den Kassen auch bezahlt werden.
Und in absoluten Zahlen an der Bevölkerung gemessen sind Transgender, transsexuelle Menschen, intersexuelle Menschen, Crossdresser udgl. doch in einer ziemlich kleinen Minderheit. Dass der Rest dann wohlwollend auf uns schaut und soviel Verständnis aufbringen soll, ist wohl ein Wunschdenken.
Schauen wir daher mit Respekt und Toleranz für andere auch darauf, dass die uns gegebene Freiheit auch weiterhin bestehen bleibt und die Toleranz der anderen nicht überfordert wird. Jeder sollte so leben können wie er möchte - wenn er niemanden dadurch schadet.
LG Gerda Joanna
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.

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Marlene K.
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 2 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

PrincessSuicide hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 19:38 Liebe Gerda Joanna,
grundsätzlich gebe ich dir Recht: Scheiterhaufen und Gaskammern sind für unsereins inzwischen abgeschafft.
Dennoch sehe ich keinen Grund zum Jubeln. Du sprichst von Dingen, die in deinem Kosmos als 'Teilzeittranse' (deine Bezeichnung aus deiner Vita) nur marginal eine Rolle spielen dürften: VÄ / PÄ / GAOP. All das sind Themen, die zumindest in Deutschland (keine Ahnung, wie es in deiner Heimat ausschaut) an schikanöse, teure Bedingungen geknüpft sind. Wer nicht stark genug ist, den jahrelangen Wahnsinn eines wahren Kriegs gegen Krankenkasse und Behörden zu überleben, geht unter. Ungezählt sind diejenigen, die auf der Strecke blieben, die misshandelt und traumatisiert, verpfuscht und infiziert wurden. Auch wenn hier überwiegend gerne die rosarote Brille aufgesetzt wird, wäre es m.E. angebrachter, das Jubelgeschrei etwas leiser ausfallen zu lassen.

Remember the fallen!
Es ist wohl so, dass es kein System ohne Fehler gibt. Allerdings bin ich mir sicher, wenn es all' diese "verpfuschten und traumatisierten" Existenzen einen messbaren Anteil der Trans*Identen Menschen ausmachen würden, hätte sich die Boulevardpresse oder religiöse oder konservative, rechte und populistische Parteien schon lange darauf gestürzt.

Mich würde interessieren, welche uns und die Gesellschaft weiter bringenden Ideen Du und andere Menschen mit einem ähnlich negativen Ansatz haben. Nur verneinen ist wohlfeil und hat noch nie etwas zum guten geändert.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2023-06-22 »

gerda joanna hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 12:47 ............ Dass der Rest dann wohlwollend auf uns schaut und soviel Verständnis aufbringen soll, ist wohl ein Wunschdenken.
Schauen wir daher mit Respekt und Toleranz für andere auch darauf, dass die uns gegebene Freiheit auch weiterhin bestehen bleibt und die Toleranz der anderen nicht überfordert wird. Jeder sollte so leben können wie er möchte - wenn er niemanden dadurch schadet.
LG Gerda Joanna
Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Was mich hier stört, wieso kann die Toleranz überfordert werden, von Menschen die sich an die bestehenden Gesetze halten, bzw. die Grundrechte für sich einfordern?
Menalee
Anne-Mette
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
PrincessSuicide hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 20:58 Bist du nur ein Theoretiker, der Gedankenspiele betreibt, oder kannst du wirklich mitreden, weil du eigene Erfahrungen hast?
Bedenke bitte, dass Du hier zu Gast bist.
Ich lege Wert auf Respekt den anderen UserInnen und dem Forum gegenüber.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 5 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Ich bin ganz bei Gerda,

schon klar es ist bei weitem nicht perfekt, von Normalität nicht zu reden, keine Utopie oder nichts der gleichen. Aber, wenn man sich so einige Teile der Welt anschaut und auch die Geschichte (auch die dieses Landes), dann sollte man sehr dankbar sein wo wir heute sind und wo die Reise hingeht. Wenn nicht wieder ein Crash, Katastrophe, Krieg oder ähnlicher Umstand kommt, was zu einem Reset führt, sollte die nahe Zukunft sogar viel besser werden. Momentan sind die Gesetze sowieso sehr viel weiter als die Gesellschaft. Das Problem ist immer noch in den Köpfen mancher Leute. Gerda hat geschrieben:

wo das Andersein mit allen Ausprägungen (natürlich nicht kriminell und pädophil oder ähnliches..) möglich ist

nun für manche Menschen sind wir in der Menge "kriminell, pädophil oder ähnliches" mit drin. Aber diese Ansichten werden weniger. Auch wenn in letzter Zeit Liberalität gelitten und Populismus erstärkt ist ist die Bilanz immer noch ermutigend.

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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 6 im Thema

Beitrag von heike65 »

PrincessSuicide hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 19:38 Liebe Gerda Joanna,
grundsätzlich gebe ich dir Recht: Scheiterhaufen und Gaskammern sind für unsereins inzwischen abgeschafft.
Dennoch sehe ich keinen Grund zum Jubeln. Du sprichst von Dingen, die in deinem Kosmos als 'Teilzeittranse' (deine Bezeichnung aus deiner Vita) nur marginal eine Rolle spielen dürften: VÄ / PÄ / GAOP. All das sind Themen, die zumindest in Deutschland (keine Ahnung, wie es in deiner Heimat ausschaut) an schikanöse, teure Bedingungen geknüpft sind. Wer nicht stark genug ist, den jahrelangen Wahnsinn eines wahren Kriegs gegen Krankenkasse und Behörden zu überleben, geht unter. Ungezählt sind diejenigen, die auf der Strecke blieben, die misshandelt und traumatisiert, verpfuscht und infiziert wurden. Auch wenn hier überwiegend gerne die rosarote Brille aufgesetzt wird, wäre es m.E. angebrachter, das Jubelgeschrei etwas leiser ausfallen zu lassen.

Remember the fallen!
also alles was recht ist, es ist nicht immer leicht mit Behörden und Krankenkassen, aber von Krieg zu schreiben find ich schon ein starkes Stück, Krieg hinterlässt Tote, Opfer Verstümmelte etc, sag das mal den traumatisierten Soldaten die ihr leben nicht mehr in den Griff bekommen. Sicherlich ist das Trümmer TSG doof, aber so schlimm ist das nun wirklich nicht, und zig tausend Euro sind da auch nicht nötig, billig ist anders, klar, aber lass mal die Kirche im Dorf.
Das AGG hab ich bis dato nicht bemühen müssen, warum auch ?
Marlene K.
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 7 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

PrincessSuicide hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 20:58
Was heißt denn hier verneinen? Ich habe lediglich den Jubel etwas dämpfen wollen. Das ist ein großer Unterschied. Bitte richtig lesen, dann antworten!
Ideen hab ich jede Menge. Schau dir mal das Wrack des TSG und den Papiertiger des AGG an und vergleiche die Gesetzestexte mit der Umsetzung in der Praxis. Dir wird auffallen, dass die Gesetze immer eine Lücke lassen, dass Trans*Personen trotz zig Tausenden Euros und zig Gutachten bis in alle Ewigkeit als nicht als in dem Geschlecht geboren identifiziert werden können, in dem sie aktuell leben. Ich nenne das 'gebrandmarkt'.
Wie viele Verfahren nach dem AGG hast du hinter dir, dass du dich vor Diskriminierungen wirklich geschützt fühlst? Ich rede hier nicht von Pöbeleien auf der Straße, sondern schlimmen Vorfällen auf der Arbeit z.B.
Bist du nur ein Theoretiker, der Gedankenspiele betreibt, oder kannst du wirklich mitreden, weil du eigene Erfahrungen hast?
Selbstverständlich sind alle meine Äußerungen hier gelogen und ich bin keine Küchenmeister*in und Diätköch*in die Aufgrund von Mobbing aud der Zeit als Sie Ihr*e Trans*identität noch nicht leben konnte Depressionen bekommen hat und in Frührente ist...

Keiner hier außer Dir hat ein Leben und es sind alles gelangweilte Bürohengste oder Stubentransen, die hier ein Videospiel mit Rollentausch spielen...

Ich für meinen Teil sehe keinen Sinn darin hier irgendwelche Spielchen zu betreiben. Damit würde ich mir Chancen nehmen.

Also jetzt ganz ohne Ironie. Wie auch schon in vielen meiner Antworten zu lesen bin ich gelernte Küchenmeisterin, Diätköchin, stamme aus einer Polizistenfamilie, bin in Frührente, habe ein abgebrochenes Studium hinter mir, begehre Männer, lebe in weiblich konotierter Kleidung und habe dadurch schon Hassverbrechen ertragen müssen, die ich angezeigt habe und die nach den Richtlinien für politische Kriminalität verfolgt wurden.

Nach meinem offenen Kurzlebenslauf hättest Du jetzt die Güte und den Respekt uns kurz darzulegen, wer Du bist und wie Du lebst? Dann kann ich für meinen Teil besser nachvollziehen, wer meint, meine Identität in Zweifel ziehen zu dürfen. Dabei kannst Du immer noch das Blaue vom Himmel lügen. Wenn Du aber meine Beiträge nachvollziehst, kannst Du feststellen, dass ich entweder ein*e perfekte*r Schreiber*in für Charaktere in Rollenspielen bin oder aber einfach auch in der virtuellen Welt der Mensch bin, der die Person ist, die ich auch im Leben bin.
Marlene

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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 8 im Thema

Beitrag von Joe95 »

heike65 hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 22:53 aber von Krieg zu schreiben find ich schon ein starkes Stück, Krieg hinterlässt Tote, Opfer Verstümmelte etc, sag das mal den traumatisierten Soldaten die ihr leben nicht mehr in den Griff bekommen.
Ja, Heike, da hast du völlig recht. Es ist ein starkes Stück von Krieg zu schreiben. Aber wenn ich weiter denke...
PrincessSuicide hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 19:38Ungezählt sind diejenigen, die auf der Strecke blieben, die misshandelt und traumatisiert, verpfuscht und infiziert wurden.
Ich kann nicht behaupten das PrincesSuicide etwas falsches sagt.
Wortwahl und Ausdruck kommen uns krass vor, aber mal ehrlich, sogar unter uns hier gibt es Menschen, deren Lebensweg ganz anders verlaufen sein könnte. Auch wenn ich niemandem etwas böses unterstellen will, es gibt Opfer, leider.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 9 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Hallo...

innere, eigene Unzufriedenheit und Wut (auf Andere) führt weniger zu Lösungen, als zu Verhärtungen und Frontenbildung! Geht es hier um Prinzipien oder um Lösungen ... das ist doch die wesentliche Frage!

So schlecht und antequiert das TSG in Einzelnen auch sein mag, es bietet einen Weg ... man kann ihn gehen oder auch nicht ...

Liebe Grüße
Vanessa
Anne-Mette
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
PrincessSuicide hat geschrieben: Mo 25. Feb 2019, 19:39 Ach ja, wer ein paar mehr Beiträge geschrieben hat, hat die Lizenz zum Pöbeln - lach).
Auf so was gehe ich gar nicht ein, tangiert mich nicht. Glaubt mir, nach drei Suizidversuchen in den letzten zwei Wochen hab ich einen Blick fürs Wesentliche im "Leben" bekommen und solcher Mumpitz gehört nicht dazu.
PrincessSuicide hat geschrieben: Mo 25. Feb 2019, 19:39 Da helfen weder Psychologe, psychosozialer Dienst noch "Coach" (hab ich alles, gehe jede Woche hin und sie wissen Bescheid, falls hier jemand Alarm schlagen wollte!).
Auch wenn es hart klingt: Ich denke, es ist weder gut für Dich noch für andere UserInnen, wenn Du hier im Forum schreibst.
Die von Dir selbst beschriebene persönliche "Gemengelage" kann hier weder zu Deinem Nutzen noch zu Gesprächen führen, die irgendeinen Zweck erfüllen.
Im Gegenteil: die Beiträge können Dir selbst und den anderen UserInnen schaden.

Du hast für Dich HelferInnen gefunden, mit denen Du im Rahmen der Möglichkeiten arbeiten kannst.
Dazu braucht es nicht die Öffentlichkeit dieses Forums.

Viele Grüße
Anne-Mette
evacampelli
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 11 im Thema

Beitrag von evacampelli »

Anne-Mette hat geschrieben: Mo 25. Feb 2019, 20:23 Dazu braucht es nicht die Öffentlichkeit dieses Forums.
Der öffentliche und gleichzeit anonyme Raum des Forums mag auch dann und wann als Ventil dienen.
Ich denke die bisherigen Beiträge in diesem Threat können die allermeisten einordnen.

Doch zurück zum Beitrag von Gerda. Gerade eben hatte ich mit einem Bekannten interessanterweise ein ganz ähnliches Thema: In welchem Kontext gibt es welche Normen und in wie weit können wir Toleranz für unsere Lebensweise (als CD) erwarten und einfordern. Irgendwie hängt das wohl auch von der Größe der sozialen Gruppe und der Nähe ab. Im öffentlichen (anonymen) Raum ist es sicher leichter Abweichungen von Normen zu akzeptieren. Frei nach dem Motto: Jeder Jeck ist anders. Je enger die Beziehungen sind (Arbeit/Familie) desto persönlicher und schwieriger kann das werden.

Der andere Aspekt von Gerda: Wie unterscheiden sich relativ offene pluralistische Gesellschaften von engen (theokratischen) und welche Entwicklungen sind zu befürchten / zu beobachten. Jeweils auch in Bezug auf die juristischen, medizinischen und finanziellen Rahmenbedingungen von Trans-Personen. Tja, das ist doch ein extrem vielschichtiges Thema. Lasst uns doch diese mal offen und gerne auch emotional diskuttieren. Es könnte wichtig werden, für jede von uns, viele Argumenten und Sichtweisen zu kennen.

Gruß
Eva
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 12 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Guten Morgen,

vor einem Gesetz und vor aller Akzeptanz Anderer,
steht das eigene Ich anzuerkennen und zu sich selbst zu stehen. Und das ist unabhängig vom Transthema!

Ich gehe schon eine Weile nicht mehr zu SHG"˜s oder Stammtischen, weil ich für mich feststellen musste, dass diese zwar für meine Entwicklung immens wichtig waren, aber mich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr begleiten konnten.
Viele Transpersonen, die ich kennenlernen durfte, bleiben (aus welchen Gründen auch immer) in Ihrer Entwicklung stehen und "schwimmen im eigenen Saft". Es gibt kein anderes Problem auf der Welt und kein anderes Thema mehr. Und das daran alleinig die Gesellschaft schuld sein muss, ist ein Dogma. Probleme anderer werden nicht wahrgenommen oder nicht anerkannt. Der Kampf für Gleichberechtigung wird zum Glaubenskrieg. Diese Menschen sondern sich ab, müssen oft sehr viel Aufmerksamkeit bekommen und ecken dadurch gesellschaftlich an. Dann (meiner Meinung nach) oft wegen Ihr Art anderen gegenüber und nicht, weil sie Trans* sind ...
Vielleicht liege ich da auch völlig falsch, aber irgendwann muss "Ruhe in mir einkehren" und ich möchte zurück in das gesellschaftliche Leben als Mensch - offen für mich, offen für Andere und offen für das Leben.

Die Kostenübernahmen von Krankenkassen, die Möglichkeit Namen und Geschlecht ändern zu können, sind für mich wertvolle Dinge auf meinem Weg gewesen und ich bin dankbar, dass diese Möglichkeiten für mich gab! Ich bin dankbar für jedes Gespräch, dass ich in einer SHG oder einer Beratungsstelle offen und frei führen konnte und ich bin dankbar für den Austausch im Forum.
Alles Dinge die nicht überall auf der Welt selbstverständlich sind....

Und ja, es gibt vieles zu verbessern... an Gesetzen, an der Gesellschaft und an sich selbst ... immer und überall ...

Liebe Grüße
Vanessa
Joe95
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Re: Die Freiheit "anders" zu sein

Post 13 im Thema

Beitrag von Joe95 »

PrincessSuicide hat geschrieben: Mo 25. Feb 2019, 19:39...Auweia, Joe, mach dich nicht unbeliebt ;-)

Ja, ich muss zugeben, ich bin sehr Harmoniesüchtig.
Mag sein das ich mich schon mal zurück halte um nicht anzuecken. Ein wirklicher Grund ist jedoch das man Emotionen nicht mit Argumenten begegnen kann und umgekehrt. Emotionen gegeneinander geht noch weniger.
Oft habe ich hier gelesen und mir gedacht "ja, merkt denn keiner das ihr im Grunde das gleiche Meint?" Es merkt keiner. Vermutlich weil es nicht die gleichen Emotionen sind. Oft kommt es mir vor als würden sich da Kontrahenten in verschiedenen Sprachen anschreien, während keiner auch nur den Hauch einer Ahnung hat was der andere meint.
Ich bin eine Kämpferin, erfahre täglich, was es heißt, sich als weibliche Führungskraft in einer Männerdomäne zu behaupten, stehe auf verbrannter Erde, lasse die Leute ko..., wenn sie sich von mir was sagen lassen müssen, stecke feige hinterhältige Gemeinheiten weg, trage die aufgeschnittenen Pulsadern verborgen unter Verband und Blazer.
Ich muss mehrmals am Tage zur Toilette rennen, weil ich wieder die Rasierklinge spüre, das viele Blut sehe, in dem ich noch nächtelang danach schlief, weil ich keine Kraft hatte, es wegzumachen - den Zusammenbruch in der Dusche, nachdem ich den Verband gewaltsam aus der Wunde reißen musste und fast bewusstlos wurde, mich mit letzter Anstrengung zum Fenster schleppte, pitschnass in der Eiseskälte lag ... Niemand war oder ist da außer mir.
Ich hab das gelesen.
Ich hab es nochmal gelesen.
Während ich in meinem Kopf die Bilder sah habe ich es ein drittes mal gelesen. Dabei sitze ich hier auf der Arbeit und kann meine Tränen nicht zurück halten.
Manchmal echt peinlich was die Hormone aus einem machen, aber sie lassen ja nur raus was eh in mir steckt.
Ich hab keine Ahnung ob das wirklich real ist.
Ich frag auch nicht danach.
Ich frag mich was jemand fühlt, der(die) sowas schreibt.
PS: Wer jetzt ein lustiges "Namen-Raten" veranstalten will, tue das bitte per PN. Will hier keine Schuldlosen reinziehen, wenn wer falsch rät.
Ich glaube ich bin gerade viel zu versunken in meinen Gedanken um zu raten, aber ich wüsste schon gerne wer du bist.



Sorry, wenn das zu sehr OT oder emotional ist, aber es musste gerade mal raus.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

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Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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