Danke für die Ergänzungen, die ich ja auch schon angerissen habe. Ich denke, Du hast die historische Gesamtentwicklung gut zusammengefasst, die Entwicklungen treffend skizziert.
Und es braucht sehr selbstbewusste, couragierte Persönlichkeiten, um sich im Alltag über all diese Konventionen und Stigmatisierungen hinwegzusetzen, sein eigenes Ding zu machen. Für Künstler, Medienleute und Promis ist dies natürlich etwas leichter, ja sie werden ja sogar für das sich vom Üblichen abzusetzen verehrt und gefeiert. Du hast einige Beispiele genannt. Mögen diese Idole zu einer Inspiration und Werturteilsänderung auch für den "Otto Normal Mann" dienen!Die Frauen haben sich befreit aber was haben die Männer gemacht?
Die Männer hatten immer wieder versucht sich zu befreien. In den 80ern mit Pop, Glamrock, Goth und Punk. In den 90ern mit Metrosexualität. In den 2000ern mit Emo. Aber immer wurde es belächelt. Abgetan und versank irgendwie wieder in die Bedeutungslosigkeit. Auch wenn heute metrosexuelles Verhalten sich etabliert hat, fällt auf wie sich Männer dennoch immer wieder von Frauen abzugrenzen versuchen. So heißt es nicht einfach Zopf, sondern Manbun und der wird auch nur mit echten 3 Wochen-Bart getragen. Dann zupfen sie sich die Augenbraun aber gehen dann ins Fitnesstudio um sich auf Instagram als ganzen Kerl zu zelebrieren.
Lustigerweise wird dadurch die Rolle Mann immer enger gezurrt, statt dass sie mal weiter definiert werden würde.
Denn der Mann der Gefühle zeigt darf genauso wenig sein, wie der Mann der Macho ist.
Mann darf nicht mehr Gentleman sein und auch nicht mehr A********.
Was ist Mann dann eigentlich noch? Diese Frage stellen sich wohl viele und so verwundert es nicht das immer mehr Männer sich dem Männerdogma entziehen und sich als Non-Binär bezeichen oder gar das Heil in einer Transition sehen.
Viele liebe Grüße
Ronda