Welche Rolle hab ich?
Welche Rolle hab ich?

Wer möchte, kann sich vorstellen: bitte kurz fassen
und längere Diskussionen in den dafür vorgesehenen
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ExuserIn-2020-07-10
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Welche Rolle hab ich?

Post 1 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Hallo,

ich bin 32 mit 30 habe ich eine Transition gemacht und im letzten Jahr 6 Monate eine Pause davon.

Was ich herausgefunden habe ist, dass man Transexualität nicht abschütteln kann. Man sollte damit leben lernen.
Unterdrücken der eigenen Weiblichkeit ist keine Lösung. Transition und zu glauben man solle seine männliche Herkunft verleugnen ist ebenso keine. Wie also damit leben?

Was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache das wir in unseren westlichen Gesellschaft keine wirklichen Rollenbilder haben außerhalb von maskulinen Mann und Frau.
Die Frauen haben ihre Rechte erkämpft. Der Mann schränkt sie sich scheinbar immer mehr ein.

Ich habe gemerkt, dass es mir nicht um das soziale Leben als Frau geht und es geht mir auch nicht darum rechtlich Frau zu sein, es geht mir einzig und allein um die Tatsache das ich als Mann "die gleichen Dinge tun darf wie eine Frau" und das die Leute erkennen es gibt nicht nur den maskulinen Mann. Mann sein ist viel vielfältiger.

Wie gesagt, möchte ich gar nicht Frau sein aber ich möchte gerne einen weiblicheren Körper haben. Ich sehe es so wie die Bodybuilder. Die haben ein muskulöses Idealbild ihres Körpers. Ich habe ein anderes Idealbild meines Körpers.

Geschlechterrollen machen es uns einfacher uns in der Gesellschaft zu bewegen und es macht der Gesellschaft einfacher auf uns zu reagieren.
In zahlreichen Kulturen gibt es mehr als nur 2 Geschlechterrollen. Wir hingegen haben die Geschlechterrollen auf 2 extrem verengt (besonders in den letzten 20 Jahren). Gerade der Männermainstream versucht jegliche Befreiung des Mannes zu belächeln und entwickelt sich null weiter (anders als der Frauenmainstream). So wurden die Hippis-, die Goth-, die Metrosexuellen und die Emos belacht und verspottet. Was haben wir heute? Den Holzfäller-Mainstreammann der sich in der Mukibode abrackert. Da wundert es nicht warum immer mehr Männer in dieser Welt nicht mehr sich zuhause fühlen und stattdessen etwas eigenes machen. (bsp. Non-Binär)

In anderen Kulturen gibt es bis zu 5 Geschlechterrollen. Die feminine Frau, die maskuline Frau, den femininen Mann, den maskulinen Mann und Dazwischen.
Sie alle haben ihren Platz in der Gesellschaft und es gibt einen respektvollen Umgang.

Die Transition hat mich besonders an diesem Rand der Geschlechterrollen getrieben, bis ich mir nicht mehr selber sicher war, welche Rolle ich überhaupt habe und in welche ich überhaupt übergehen kann, so dass es noch meiner Natur entspricht.

Momentan suche ich diese alternativen Rollenbilder bei Androgynen und Crossdresser. Non-Binäre sind für mich eher etwas ganz eigenes. Sie verleugnen die Geschlechter, statt ihren Nutzen für eine Gesellschaft zu erkennen.
Lavendellöwin
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 2 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Toni Smith hat geschrieben: Sa 2. Feb 2019, 17:01 Hallo,

ich bin 32 mit 30 habe ich eine Transition gemacht und im letzten Jahr 6 Monate eine Pause davon.

Was ich herausgefunden habe ist, dass man Transexualität nicht abschütteln kann. Man sollte damit leben lernen.
Unterdrücken der eigenen Weiblichkeit ist keine Lösung. Transition und zu glauben man solle seine männliche Herkunft verleugnen ist ebenso keine. Wie also damit leben?

Was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache das wir in unseren westlichen Gesellschaft keine wirklichen Rollenbilder haben außerhalb von maskulinen Mann und Frau.
Die Frauen haben ihre Rechte erkämpft. Der Mann schränkt sie sich scheinbar immer mehr ein.

Ich habe gemerkt, dass es mir nicht um das soziale Leben als Frau geht und es geht mir auch nicht darum rechtlich Frau zu sein, es geht mir einzig und allein um die Tatsache das ich als Mann "die gleichen Dinge tun darf wie eine Frau" und das die Leute erkennen es gibt nicht nur den maskulinen Mann. Mann sein ist viel vielfältiger.

Wie gesagt, möchte ich gar nicht Frau sein aber ich möchte gerne einen weiblicheren Körper haben. Ich sehe es so wie die Bodybuilder. Die haben ein muskulöses Idealbild ihres Körpers. Ich habe ein anderes Idealbild meines Körpers.

Geschlechterrollen machen es uns einfacher uns in der Gesellschaft zu bewegen und es macht der Gesellschaft einfacher auf uns zu reagieren.
In zahlreichen Kulturen gibt es mehr als nur 2 Geschlechterrollen. Wir hingegen haben die Geschlechterrollen auf 2 extrem verengt (besonders in den letzten 20 Jahren). Gerade der Männermainstream versucht jegliche Befreiung des Mannes zu belächeln und entwickelt sich null weiter (anders als der Frauenmainstream). So wurden die Hippis-, die Goth-, die Metrosexuellen und die Emos belacht und verspottet. Was haben wir heute? Den Holzfäller-Mainstreammann der sich in der Mukibode abrackert. Da wundert es nicht warum immer mehr Männer in dieser Welt nicht mehr sich zuhause fühlen und stattdessen etwas eigenes machen. (bsp. Non-Binär)

In anderen Kulturen gibt es bis zu 5 Geschlechterrollen. Die feminine Frau, die maskuline Frau, den femininen Mann, den maskulinen Mann und Dazwischen.
Sie alle haben ihren Platz in der Gesellschaft und es gibt einen respektvollen Umgang.

Die Transition hat mich besonders an diesem Rand der Geschlechterrollen getrieben, bis ich mir nicht mehr selber sicher war, welche Rolle ich überhaupt habe und in welche ich überhaupt übergehen kann, so dass es noch meiner Natur entspricht.

Momentan suche ich diese alternativen Rollenbilder bei Androgynen und Crossdresser. Non-Binäre sind für mich eher etwas ganz eigenes. Sie verleugnen die Geschlechter, statt ihren Nutzen für eine Gesellschaft zu erkennen.
Liebe/r Toni,

wenn du mich jetzt sehen würdest, würdest du so manches Fragezeichen um meinen Kopf kreisen sehen...

Transition und Pause-hmm, sicher klar wäre möglich, wenn man sich nicht als Frau fühlt.
Aber wie weit ging die Transition bei dir? Hast du Hormone genommen und wieder abgesetzt, weil
es doch nicht stimmig war, oder hast du "nur" die weibliche Rolle mit entsprechender Kleidung usw. gelebt?

Und wie kommst du auf die Idee, das es in der westlichen Gesellschaft keine weiblichen Männer gibt?
Oder männliche Frauen? Gibt es definitiv, diese Menschen begegnen mir sogar wesentlich häufiger
als dein erwähnter Holzfällermainstream, der sich in der Mukkibude abrackert.
Oder meist du die die gerade Bart tragen, weil es einfach Mode ist?
Dann bist vielleicht der Bart Mainstream, aber der Mensch mit dem Ding im Gesicht doch noch lange nicht...

Kann es sein, das du selbst die Geschlechterrollen verengst? Ich kann das draussen nämlich gar nicht feststellen
Was ich aber feststelle grade bei den 20 -30 jährigen ist, das bei aller Individualisierung oft die Persönlichkeit
gegen null verläuft. Das ist sicher nicht bei allen so und bei denen es nicht so ist werden die Gewinner/innen
dieser Altersgruppe sein-weil sie eine haben.
Meine Meinung.

Auch meine Meinung ist, das du den Fehler machst, das ganze über das Thema Rolle anzugehen..
was fühlst du aber? Was bist du, was sagt dir dein Herz?

Alternativ-puh, was ist an androgyn bitte alternativ? Das ist ein Stil der weder übertrieben
männlich noch weiblich ist, sondern einfach beides in sich vereinigt. Und von da ist der Schritt
nicht weit bei zu non-binär, auch wenn ich dafür einen Anschiss bekommen werde. Aber
es unterscheidet sich doch etwas in der Lebensart und -weise.

Zuguterletzt ein Mensch ist für die Gesellschaft nützlich wenn ein Beitrag geleistet wird.
Und der Beitrag ist völlig unabhängig von Rolle, Geschlecht oder ob man schwarz oder weiss ist.

Ansonsten-herzlich willkommen im Forum..

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 3 im Thema

Beitrag von Cybill »

Hallo Toni!

Ich denke, es gibt so viele Arten mit dem Transsein umzugehen, wie es Personen gibt, die davon betroffen sind. Nach meiner Ansicht sollte das persönliche Glück im Mittelpunkt des Handelns stehen. Wenn die/der eine die vollständige Transition benötigt, kann es für die/den anderen ausreichen, lediglich die Rolle zu besetzen.

Transsein ist für mich keine zeitlich absolute Definition, sondern ein andauernder Prozess der Selbstfindung und -werdung, der das ganze Leben andauert.

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
Vincent
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 4 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo Toni,
erstmal willkommen im Forum!

Deinen Ausführungen stimme ich weitgehend zu, sehe vieles genauso. Was ich aber nicht verstehe, ist: Was ist das Besondere, eigene an Enbys? Was unterscheidet sie in deinen Augen von androgyn und anderen Bezeichnungen?
Sie legen sich nicht auf eine Seite fest, und bleiben nicht angewurzelt in der Mitte stehen, leben von jeder Seite das was ihnen entspricht?

Die Uneindeutigkeit ist für die meisten Menschen schwerer zu verstehen, als ein "schlichtes" Trans*.
Auch manchmal hier im Forum.

Wenn ich mir Deinen Beitrag durchlese, habe ich das Gefühl Du gehörst noch zu den Suchenden, die sich irgendwo selbst verorten wollen - kommt mir sehr bekannt vor :wink: .

Lass dich einfach fallen, sei du selbst, mache und gib Dich, wie es im jeweiligen Augenblick für dich richtig ist und versuche nicht irgendwelchen Vorbildern oder Rollen zu entsprechen.
Nein, einfach ist das nicht, führt aber meiner Erfahrung nach am ehesten zu Zufriedenheit.

LG
Vincent
Marlene K.
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 5 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Hallo, liebe*r Toni,
herzlich willkommen. Ich lese Deinen Text als Selbstdefinition und nicht als Forderungskatalog. Vieles was Du sagst würde ich so unterschreiben.
Für mich habe ich gelernt selber weniger klare Definitionen festzulegen und vieles als fließend anzusehen.

Herzlich willkommen auch von mir und viel Spaß und Erfolg bei der Entdeckung Deines eigenen Weges.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 6 im Thema

Beitrag von Denies »

Für mich stellt sich die Frage, in wie weit kann ein Mensch sein eigenes Zuhause haben und somit auch die Frage wo bin ich wirklich angesiedelt und wo spiele ich etwas mir und anderen vor.

In einer Zeit wo es immer mehr Informationsflut gibt, wie uns die Wissenschaft aber erklärt, das wir von all den Informationen nur einen Bruchteil bewusst war nehmen und der Rest ungefiltert in unserem Unterbewusst sein landet, stellt sich die Frage wessen Geist (Mainstream) Kindes bin ich?

Ich denke um zu erfahren wer ich wirklich bin, erfordert das etwas was in der heutigen Zeit kaum noch gelebt wird, nämlich das Leben zu entschleunigen, mit sich selbst alleine zu sein und meinem schmerzhaften Selbst begegnen zu können ohne die Flucht der Ablenkung, was ja z.B. die Meditation sein kann, wenn sie richtig gemacht wird, bzw. auch da nicht etwas weggedrückt wird.

Wir alle haben mehr oder weniger viel schmerz in uns gespeichert, solange aber dieser Schmerz nicht bearbeitet wird, legt es sich über unserer wahres ich und damit ist uns die Sicht auf uns selber versperrt.

Ich habe manchmal den Glauben, als wolle man zwar gerne das Geschlecht wechseln, aber bitte so wie ich mir das vorstelle, also eine Idealisierung in "¦"¦"¦"¦"¦"¦

Religion, Kultur, Kriege niedere Eigenschaften wie Macht und Gier haben schon so viele Schichten über unserer wahres ich gelegt und dann jetzt noch in unserem Zeitalter oben drauf, wie wir sein sollten, Idealisierung wo man hinschaut, was bleibt da von unserem wahren ich noch übrig und die Sicht wer sind wir, was nicht eben nur das männlich und weibliche in Betracht zieht.

Ist in der ganzen Transition, nicht auch wieder ein Ideal enthalten, ein femininer/maskuliner, schöner, schneller, besser höher weiter angesiedelt, lassen sich nicht viele zu etwas hinreißen ohne sich selber zu kennen?

Aber wenn Ideale und Erwartungen irreal sind, wird uns der Wechsel auch nicht das bringen was wir uns davon erhoffen.

Dasselbe gilt für mich, was Beziehungen angeht, auch hier liegt zu viel oben drauf und da gilt es doch mit Hilfe der Gegenseitigen offenen Unterstützung, sein wahres ich zu finden, wenn wie aber da auch wieder eine schöne Ideal Rolle spielen sollen, wie sollen wir dann zu uns finden.

Einen lieben Gruß

Denies
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 7 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Ehrlich gesagt habe ich aussagen wie "das kannst nur du wissen" oder "erkenne dich selbst" nie etwas abgewinnen können.

Selbstdefinition ist selbstbetrug. Ich bin das wie ich aussehe und wie ich mich gebe. Die Gesellschaft ordnet mich dann nach gesellschaftlichen Kategorien ein. Wer das ignoriert wird immer wieder auf den boden der tatsachen zurück geholt.

Mir ging es weder um die Rolle noch um die Kleidung. Es geht mir allein um den Körper.
Marlene K.
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 8 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Toni Smith hat geschrieben: So 3. Feb 2019, 01:56 Ehrlich gesagt habe ich aussagen wie "das kannst nur du wissen" oder "erkenne dich selbst" nie etwas abgewinnen können.

Selbstdefinition ist selbstbetrug. Ich bin das wie ich aussehe und wie ich mich gebe. Die Gesellschaft ordnet mich dann nach gesellschaftlichen Kategorien ein. Wer das ignoriert wird immer wieder auf den boden der tatsachen zurück geholt.

Mir ging es weder um die Rolle noch um die Kleidung. Es geht mir allein um den Körper.
Liebe*r Toni,
trotzdem bleibe ich bei meiner Aussage. Letztendlich musst Du Erkennen, wie Du Dich mit Deinem Sein in Einklang bringen kannst.
Das heißt ja nicht, dass Du nicht wahrnimmst, wie Dich andere sehen. Es gibt dieses englische Sprichwort "Nobody is an Island", auf Deutsch "Keiner ist eine Insel". Wir sind immer in Bezügen zu unserer Umwelt, beeinflussen diese und diese beeinflusst uns. Das zu übersehen, wäre Dummheit. Genau so eine Dummheit wäre es aber, diese Umwelt für unser Wohlergehen verantwortlich zu machen. Dafür bleibt die Verantwortung bei uns selbst. Nur uns selber können wir bewusst und direkt beeinflussen. Alles andere können wir nicht direkt beeinflussen oder gar bestimmen.

Genau wie in allen anderen Fragen gibt es hier kein entweder/oder. Es gibt fließende Übergänge und Widersprüche, die wir nur selbst zu unserem eigenen Weg gestalten können.

Ich weiß, vieles klingt sehr esoterisch. Für mich ist es aber der reine gesunde Menschenverstand und die einzige Möglichkeit, die ich sehe mit mir und meiner Welt in Einklang zu leben. So kann ich für mich Einfluss nehmen und die Welt in Abstimmung mit meinen Mitmenschen/Mitgeschöpfen zu einem besseren Platz machen, ganz ohne Übersinnlichkeit nur mit Wohlwollen und Nachfühlen in mir selbst und gegenüber anderen. Dies bestimmt dann im bestmöglichen Fall meine Haltung zu den Tatsachen und meine Taten.
Marlene

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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 9 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Meine spirituelle Erklärung dazu ist, jeder Mensch hat Animus und Anima Energien in sich und bei mir muss ich mal mehr mal weniger diese Energien ausleben.

Am liebsten hab ich mich mit einem androgynen Körper. Androgynität hat mich schon als Kind fasziniert. Soe ist entwas göttlich für mich. In Naturreligionen waren dies meist Schamanen. Sie hatten einen Platz in ihrer Gesellschaft und das vermisse ich irgendwie.
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 10 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Ich fühle mich in unserer Gesellschaft in eine Rolle gedrängt. Wenn ich wie ein Mann aussehe dann bin ich auch gefälligst wie ein Mann. Auch wenn mir jeder versucht das Gütesiegel "Echter Mann" abzuerkennen. Das geht jedem Mann so.

Wenn ich mich selbstdefiniete als Frau, dann bin ich aber auch das nicht für die anderen. Sehe ich aber wie eine Frau aus habe ich mlcj gwfälligst als Frau zu verhalten.
Sondt wird mir dieses Siegel ganz schnell aberkannt und ich bin wieder Mann.

Ich will da aber gar nicht reingezogen werden in diesem Spiel, welches ich als zutiefst toxisch sehe. Ich verstehe aber auch das es die Gesellschaft ordnet. Aber dann soll die Gesellschaft gefälligst eine drotte Rolle schaffen.
Die meisten Naturreligionen hatten das noch.
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 11 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Erklärst Du mir, was für Dich Abimus und Anima sind? Ich weiß es nicht. Mit Göttlichkeit kann ich für mich wenig anfangen, schon gar nicht in Bezug auf mich oder andere Menschen. Ich mag nicht so sehr höher oder niedriger werten.
Marlene

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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 12 im Thema

Beitrag von Jenina »

Toni, Du hast doch schon vieles sehr richtig erkannt. Warum wehrst Du Dich dann gegen ein Selbsterkenntnis Deiner ureigenen Identität? Du sagst selbst, dass Du einen androgynen Körper bevorzugst. Mir geht es wohl irgendwie ähnlich, wenn ich Dich richtig verstanden habe.
Toni Smith hat geschrieben: So 3. Feb 2019, 10:00 ...
Ich will da aber gar nicht reingezogen werden in diesem Spiel, welches ich als zutiefst toxisch sehe. Ich verstehe aber auch das es die Gesellschaft ordnet. Aber dann soll die Gesellschaft gefälligst eine drotte Rolle schaffen.
....
Aber das wird wohl nichts. "Die Gesellschaft" schafft überhaupt und gar nichts. Denn die Gesellschaft wird von den Menschen selbst gemacht aus der sie besteht. Wohin diese geht bestimmen die Menschen - also wir selber - mehr oder weniger gut. Und für unser Problem, nicht so richtig dazu zu gehören zu der starren bipolaren Zuweisung der Geschlechter, müssen wir dann auch selber die Rahmenbedingungen ändern. Allerdings sind wir eine krasse Minderheit, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Aber wir können von den anderen Menschen in der Gesellschaft fordern, dass sie die Gefühle und die Wünsche auch von Minderheiten beachtet und sie diese nicht ausgrenzt. Leider ist gerade mal wieder der Konservativismus und noch Schlimmeres stark geworden. Das macht es uns schwer, aber nur wir selber können da etwas verändern. (hier kommt normalerweise meine Forderung nach der Kulturrevolution...)

Aber zuallererst muss man als Fordernder erst mal wissen was man will. Man braucht also die Selbsterkenntnis, ja die Selbstliebe dringend. Esoterik hilft da nicht viel und auch die Naturvölker nicht. Denn unser Leben ist hier und jetzt. Und wenn man androgyn fühlt kann man das ruhig zeigen. Dafür hat unsere Gesellschaft Möglichkeiten, aber schon das braucht einen gewissen Mut. Den zu entwickeln nimmt einem niemand ab, eine Gesellschaft wird Dir den nicht schenken...

Jenina
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 13 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Toni,

was Du schreibst, entspricht genau meiner Auffassung von einer nicht-binären Seele. Unsere Seele besitzt als etwas rein Geistiges kein Geschlecht. In der Regel passt sich sie Seele an das biologische Geschlecht an und ermöglicht so ein Leben in der entsprechenden Rolle. Manchmal empfindet die Seele aber anders - mal mehr und mal weniger. So ergibt sich ein fließender Übergang von cis über nicht-binär nach trans. Und wer hier nicht eindeutig bei trans steht, wird auch nicht unbedingt die vollständige Transition machen wollen.

Wenn ich also HT und OP mache, damit ich mich in meinem Körper wohler fühle, ist das für mich vollkommen in Ordnung. Zwingt mich aber die Gesellschaft mit ihren Rollenbildern dazu, lehne ich das vehement ab. Ich bin jetzt fast 60. Was erwarte ich da noch von der Gesellschaft? Ich habe ein halbes Jahrhundert in meinem Männerkörper gelebt. Soll ich den jetzt umbauen lassen - mit allen Risiken und Nebenwirkungen? Und dann? Eine richtige Frau wird aus mir doch nicht mehr. Ich muss mich weiter immer wieder als Transe outen. Also habe ich beschlossen, dass ich einfach dazu stehe nicht-binär zu sein - ein Mann mit weiblichen Zügen oder eine Frau im Körper eines Mannes - das darf sich der Betrachter jetzt aussuchen. Und ich erspare mir den ganzen Stress mit Psychotherapie, HT, OP, Bart-Epilation und Gutachter-Irrsinn bei der VÄ/PÄ. Wozu denn jetzt noch das alles?

LG Nicole
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 14 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Herzlich willkommen ...
... und gleich so ein wichtiger Beitrag Danke!
Toni Smith hat geschrieben: Sa 2. Feb 2019, 17:01 ...
Was ich herausgefunden habe ist, dass man Transexualität nicht abschütteln kann. Man sollte damit leben lernen.
Unterdrücken der eigenen Weiblichkeit ist keine Lösung. Transition und zu glauben man solle seine männliche Herkunft verleugnen ist ebenso keine. Wie also damit leben?

...
Die Transition hat mich besonders an diesem Rand der Geschlechterrollen getrieben, bis ich mir nicht mehr selber sicher war, welche Rolle ich überhaupt habe und in welche ich überhaupt übergehen kann, so dass es noch meiner Natur entspricht.

Momentan suche ich diese alternativen Rollenbilder bei Androgynen und Crossdresser. Non-Binäre sind für mich eher etwas ganz eigenes.
...
Mir ging es weder um die Rolle noch um die Kleidung. Es geht mir allein um den Körper.
Mir fallen zu Deinen Ausführungen im Grunde zwei Gedanken ein, die ich gerne teilen möchte. Transition beschreibt ja einen Übergang. Bei Transsexualität den Übergang von Frau zu Mann oder Mann zu Frau. Menschen zwischen den Geschlechtern sind demnach im Grunde nicht Transsexuell ... der Begriff wird zwar oft verwendet, aber ich glaube nicht, dass er Queere menschen allgemein trifft. Wenn Du also Deine Transition unterbrochen hast, könnte es ja auch sein, dass Du im Grunde vielleicht gar nicht transsexuell bist ...
Und da kommen wir zum zweiten Gedankengang. Wir haben schon öfter heftig über Rollen und deren Notwendigkeit "gestritten" und das Thema möchte ich auch gar nicht explizit aufgreifen. Aber wenn wir merken, dass wir "anders" sind, suchen wir natürlich nach Mustern in die wir reinpassen ... eben auch Rollenmodelle. Ich denke das ist ganz normal. Wenn wir uns dann aber auf eine gefundenes Rollenbild stürzen, kann es natürlich auch passieren, dass wir etwas übersehen und später feststellen: "Oh, dass passt ja gar nicht wirklich (ganz)." Es ist daher immer gut, zwischendurch einmal stehen zu bleiben und in sich zu horchen ..... Du machst das völlig richtig, wobei ich persönlich mich nicht so sehr auf andere versteifen, sondern diese nur als Orientierung heranziehen würde.

Liebe Grüße
Vanessa
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Re: Welche Rolle hab ich?

Post 15 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Hallo,

ich möchte den nachfolgenden Satz von Nicole aufgreifen. Das ist nicht persönlich gemeint, sondern ich möchte ihn isolieren und in einem öffentlichen Kontext nehmen!
Nicole Doll hat geschrieben: So 3. Feb 2019, 12:00 Eine richtige Frau wird aus mir doch nicht mehr.
Das ist ein Satz, der es in sich hat und die Kernfragen von (Trans*)Frauen beinhaltet.

Kann ich überhaupt jemals eine Frau sein?
Und was ist überhaupt eine Frau?
Was ist denn dann eine richtige Frau?

Was machen Hormone aus mir?
Was macht eine GAOP aus mir?

Worüber reden wir hier? Welche Ebene sind gemeint?

Das ist höchst philosophisch .... und geht wirklich ans Eingemachte .... danke für diesen Satz, Nicole.

Liebe Grüße
Vanessa
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