Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....
Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen .... - # 2

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Marlene K.
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 16 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Drachenfrau hat geschrieben: Sa 2. Feb 2019, 18:08 ....
Und ja, als ich Denies traf, mussten wir dort auch erst einmal reinwachsen und wir wachsen immer noch miteinander, bleiben nicht stehen, entwickeln uns weiter.

Liebe Grüße,
Ulla
Liebe Ulla,
danke für diesen Satz. Für mich drückt er die einzige Möglichkeit aus, eine echte Beziehung zu einem Menschen aufzubauen.

Das die Grundvoraussetzung natürlich Ehrlichkeit zu sich selber, Benennen der eigenen Bedürfnisse, Bereitschaft zum Entgegenkommen und annehmendes Wahrnehmen sind hast Du ja mit anderen Worten auch ausgedrückt.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
ExuserIn-2023-06-22
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 17 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2023-06-22 »

"Belogen, betrogen und hintergangen"
Nein, ein ganz klares nein von mir. Als meine Maus sich vor mir outete, ich in ihre Augen sah, verletzlich, ängstlich vollkommen mir geöffnet, sah ich auch welche Last von ihr abgefallen war. In den nachfolgenden Gesprächen erfuhr ich was sie in ihrem Elternhaus (die Fassade musste ja gewahrt werden), ihrem damaligen Umfeld / von unserer Gesellschaft ertragen musste.
Mir war aber auch klar, ich liebe diesen Menschen und wir werden einen Weg für eine gemeinsame Zukunft finden.
Einfach war es nicht, aber wir habe einen Weg gefunden und ich bin glücklich.
Menalee
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 18 im Thema

Beitrag von Simon(e) »

Sehr schöne Worte, liebe Menalee!!!
Ich finde es so toll, dass es Menschen wie dich, Frieda, Ulla und Ellen hier in diesem
Forum gibt, die einem wahnsinnig viel Kraft geben!!!!

Ich selbst muss von mir leider sagen, fühlte mich zu Anfang belogen und betrogen, als
ich nach zwanzig Ehejahren vom Crossdressing meines Partners erfahren habe.
Ich war wütend, traurig, verzweifelt, unsicher.
Obwohl es eigentlich schon so lange vor unserer Ehe leise, versteckte Anzeichen gab.
Zusammmengeknüllte Strumpfhosen hinterm Sofa, hohehackige Schuhe im Schrank versteckt.
Meine eigene Naivität und Scham hat mich davon abgehalten besser nachzufragen und
hinzuschauen.

Nach seinem Outing ging es erst Mal stetig bergab.
Ich habe dicht gemacht, wie die berühmten kleinen Äffchen, was das Ganze natürlich nur
noch verschlechtert hat.
Ich habe mich immer wieder gefragt, warum passiert ausgerechnet mir so etwas?!
Ich hatte ganz schlimme Gedanken, ( schäme mich mittlerweile sehr dafür) !!!
Ich habe gemerkt mit Hass und Wut, komme ich nicht weiter.
Sie zehrte mich aus und macht mich verbittert.
So bin ich nicht und möchte auch nicht so sein.
Das Leben ist einfach zu kurz und wertvoll!!!!!

Deshalb haben wir geredet, viel geredet und uns Hilfe gesucht.
Unserer Leben hat sich zum positiven verändert.
Wir haben viele, neue Menschen in unserem Leben dazu gewonnen, die wir wahrscheinlich
sonst nie kennen und schätzen gelernt hätten!

Es lohnt sich zu kämpfen und nicht gleich alles hinzuschreiben!
Es ist kein einfacher Weg, aber man kann ihn bezwingen!


Fühlt euch gedrückt!!

Simon(e)
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 19 im Thema

Beitrag von Simon(e) »

Mein Mann war nie ein Macho,
dass liebe und schätze an ihm!

Liebe Grüße
Simon(e)
SylviaM
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 20 im Thema

Beitrag von SylviaM »

Schwieriges Thema. Haben wir gelogen und betrogen ? Irgendwie schon, denn unsere Partnerinnen mussten uns in einer gewissen Weise mit einer anderern Frau teilen, die wir vor ihr verheimlicht haben. Wir haben einen wesentlichen Aspekt unseres Lebens verheimlicht, der, hätten wir ihn früh ausgesprochen, zu einer anderen Entscheidung wahrscheinlich gegen uns geführt hätte.

Nun bin ich DWT, nicht Transsexuell. Macht jedoch grundsätzlich keinen Unterschied. Hätte ich vor 25 Jahren gewußt, dass es keinen Weg gibt davon loszukommen, ja, ich glaube, ich wäre keine Beziehungen eingegangen.

Die Alternative wäre es von vornherein zu sagen und sich zu outen, bevor es zu einer tiefen, emotionalen Beziehung kommt. Doch mal ehrlich, die meisten Frauen stehen unserem Verhalten ablehnend gegenüber, der noch größere Teil würde keine Beziehung eingehen, da die Perspektive unklar wäre (verständlich). Und dann wäre ich gegenüber Personen geoutet, die in keiner Verantwortung mir gegenüber stehen, d.h. dann hätte ich mich gleich meinem Umfeld komplett outen können. Weder damals noch heute bin ich soweit. Und das ist das Dilemma, vor dem viele von uns auch heute noch stehen, wenn die Frage im Raum steht. Outen heisst auch sein bisheriges Leben komplett in Frage zu stellen mit allen Konsequenzen und emotionalen Umbrüchen unseres sozialen Umfeldes, machen wir uns doch nichts vor.

Am Ende des Tages wird dennoch kein Weg daran vorbei gehen, und ich kann jedem nur raten es spätestens dann zu machen, wenn Entscheidungen anstehen, die eine engere Bindung zwischen uns Partnern erfordert, sei es Kinder zu bekommen oder sich gemeinsam finanziell zu verpflichten und in eine Abhängigkeitzu bringen. Ich habe es nicht gemacht und es war falsch, betrügerisch und verlogen, ja da ist so. Die Schuld muss ich tragen.

Wie gesagt, wenn ich mich damals so verstanden hätte, so gewußt und informiert wäre wie heute, wäre ich keine Beziehung eingegangen, auch wenn ich mir (fast) nichts sehnlicheres gewünscht habe.

P.S. Faktisch gab es bei mir eine Art Miniouting. Meine Frau hat vor unserer Heirat mein Versteck entdeckt und auch die richtigen Schlüsse gezogen. Liebe macht bekanntlich blind, und wir haben dennoch geheiratet und Kinder bekommen. Jedoch haben wir es beide verstanden, das Thema ganz tief in uns zu vergraben. Und als unser erstes Kind geboren wurde,und es auch zu signifikanten Beziehungsproblemen kam, wurde mir klar gemacht, das man meine Schwächen gut gegen mich verwenden kann. Seitdem ist das Thema zwischen uns beerdigt, auch wenn wir uns in der Beziehung wieder zusammengerüttelt haben.
Jetzt, wo mir meine Endlichkeit mehr und mehr bewusst wird, kommt der Wunsch wieder vor hier klar Schiff zu machen. Wahrscheinlich eines der Gründe, warum wir älteren plötzlich zu den spontanen Outings neigen.
Aubergine
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 21 im Thema

Beitrag von Aubergine »

Hallo Ihr Lieben,

Ich fühlte mich nie betrogen und belogen, denn diese Heimlichtuerei gab es bei uns nicht, es gab GAR NICHTS. Strengste Erziehung hat dafür gesorgt, dass schon der Gedanke daran Todsünde sein könnte und somit gab es keine Heimlichkeiten.
Erst eine Kur von 7 Wochen brach bei meinem Schatz einige Mauern, und damit kam dieser Wunsch "ab und an mal Frau zu sein" nach vorn.

Natürlich kämpfte ich wochenlang mit mir, aber mir war klar, dass ich die Mauer, die gefallen war um keinen Preis wieder aufbauen wollte. Wie es weiterging wissen die meisten hier.

Bei meiner Arbeit mit euch Mädels habe ich in den letzten Jahren viel gelernt und vor allen Dingen euch verstehen gelernt.
Was mir aber auch aufgefallen ist, dass ihr oft immer noch nicht verstanden habt, warum Frauen unter Umständen so reagieren, wie sie es tun.
Ich rede nicht von Sandy oder Betty, denn das ist die andere Seite — das EXTREME.

Ich rede von der Partnerin, die das soweit akzeptiert oder toleriert aber bitte nichts damit zu tun haben will oder noch schlechter.

Wir Frauen, bzw als Mädchen träumen wir von einem Prinz auf einem weißen Pferd, einer weißen Hochzeitskutsche und von einer Familie wie aus dem Bilderbuch. Der Mann, der Fels in der Brandung. Der Held.

Im laufe der Jahre und des älter Werdens stellt man dann fest, dass man Märchen Märchen sein lassen muss und sich nach und nach in der Realität einfinden. Was aber nicht so schlimm ist, denn man hat einen Mann gefunden den man liebt und der einen versteht, die Schulter an der man sich ausweinen kann.
Wenn man das alles so vorfindet und es jahrelang so ist, hat man sozusagen sein persönliches Märchenbuch geschrieben.
Bei den vielen ist es eben nicht so und die Beziehung erkaltet, verblasst und geht auseinander.
Paare, die nach vielen Jahren noch zusammen sind haben ihren Rhythmus gefunden und gehen ihren Weg"¦.und jetzt kommts"¦.das Outing.
Für die Frau bricht die komplette Welt, die sie bis dato kannte zusammen. Alles verändert sich und nichts mehr ist wie es vorher war und wird nie wieder so sein.
Ist es Crossdressing findet man sich evtl. noch damit ab, das "er" im Fummel rumrennt. Dann kommen die Sprüche, du kannst es ausleben, aber Schatz, sehen will ich das nicht.
Damit ist Frau noch in der Lage das auszublenden, was nicht in ihre Welt passt oder sich die Zeit zu stehlen, die sie für die Anpassung braucht.

Das sieht völlig anders aus, bei beabsichtigter Transition. Unabhängig von allem, ist es tatsächlich nur die Frau, die entscheiden muss, wie weit sie den Weg gehen kann, denn für sie ist alles vorbei, was ihr wichtig ist in ihrem Leben.
Versteht mich bitte nicht falsch. Wir haben alle nur ein Leben und jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er es verbringt und vor allem mit wem und das ist gut und richtig so.

Ich höre so oft den Einwand, "ich bin doch immer noch die gleiche Person"
Ja und Nein. Was bleibt ist der Charakter, alles andere ändert sich, sogar die Gewohnheiten ändern sich.
Unabhängig vom Sexualleben, das sich im laufe der Jahre ja auch verändert, ändert sich das Geschlecht des Menschen, mit dem ich zusammen bin. Für den ich mich vor Jahren entschieden habe und dem ich alles gegeben habe, wozu ich als Frau in der Lage bin.

Jetzt soll die heterosexuelle Frau plötzlich in einer Homosexuellen Beziehung leben, obwohl sie dafür überhaupt nicht gemacht ist.
Ja ich kenne die Einwände von euch Mädels, aber bitte sagt mir doch mal, warum der Großteil von euch weiterhin auf Frauen steht? Weil ihr hetero seid und euer Empfinden sich nicht verändert, auch wenn ihr Frau seid nicht.
Von eurer Frau aber erhofft ihr eine Wendung um 180-° und bitte sei ab sofort lesbisch.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist folgende:
Ihr habt euch für euren Lebensweg entschieden. Und das ist gut so.
Ihr seid erleichtert, habt weniger bis keine Depressionen mehr.
Ihr mach eurer Frau klar, dass ihr nicht mehr anders könnt, dass ihr das schon viel früher hättet tun sollen und dass der Weg für euch richtig ist.

Wer hat jetzt den schwarzen Peter? Wer bekommt jetzt die Depressionen? Welche Wahl hat Frau?
Sie fühlt sich um ihr Glück betrogen, natürlich belogen, und das bisher gelebte Leben aus und vorbei.
Entweder sie gibt sich und ihre Wünsche auf und folgt euch auf eurem Weg, der dann gemeinsam durchaus glücklich sein kann.
Die traurige Wahrheit aber ist, dass dabei nun meist Frau auf der Strecke bleibt. Denn alles, was sich nun ändert ist nicht ihr Wille und Wunsch, sondern eurer.
Ihr habt die Rollen getauscht. Jahrelang habt ihr versucht euch anzupassen, jetzt versucht das die Frau. Und so wenig, wie ihr euch für immer verstecken konntet, gelingt es vielen Frauen nicht, sich anzupassen.
Ich glaube, je älter das Paar, je größer die Wahrscheinlichkeit dass es gut gehen kann, aber ansonsten glaube ich, dass es nur funktionieren kann, wenn ihr von Anfang an einen Partner habt, der mit der Situation vertraut ist und sich darauf einlassen kann.
Das Ausnahmen die Regel bestätigen ist klar.
Daher halte ich es immer noch für sehr wichtig, sich der Frau zu outen, auch auf die Gefahr hin, alles zu verlieren was einem bis dato vertraut war. Doch den Frauen geht es genau so.

LG Aubergine
Dir geht's nicht gut? Du fühlst dich mies? So was kommt schnell mal vor.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 22 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Aubergine hat geschrieben: So 3. Feb 2019, 15:05 Hallo Ihr Lieben,

Ich fühlte mich nie betrogen und belogen, denn diese Heimlichtuerei gab es bei uns nicht, es gab GAR NICHTS. Strengste Erziehung hat dafür gesorgt, dass schon der Gedanke daran Todsünde sein könnte und somit gab es keine Heimlichkeiten.
Erst eine Kur von 7 Wochen brach bei meinem Schatz einige Mauern, und damit kam dieser Wunsch "ab und an mal Frau zu sein" nach vorn.

Natürlich kämpfte ich wochenlang mit mir, aber mir war klar, dass ich die Mauer, die gefallen war um keinen Preis wieder aufbauen wollte. Wie es weiterging wissen die meisten hier.

Bei meiner Arbeit mit euch Mädels habe ich in den letzten Jahren viel gelernt und vor allen Dingen euch verstehen gelernt.
Was mir aber auch aufgefallen ist, dass ihr oft immer noch nicht verstanden habt, warum Frauen unter Umständen so reagieren, wie sie es tun.


LG Aubergine
Ich glaube, da hast du alles in den Beitrag geschrieben wie es ist. Danke
Alles Liebe Gerda Joanna
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.

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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 23 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Aubergine hat geschrieben: So 3. Feb 2019, 15:05 Ich höre so oft den Einwand, "ich bin doch immer noch die gleiche Person"
Ja und Nein. Was bleibt ist der Charakter, alles andere ändert sich, sogar die Gewohnheiten ändern sich.
Unabhängig vom Sexualleben, das sich im laufe der Jahre ja auch verändert, ändert sich das Geschlecht des Menschen, mit dem ich zusammen bin. Für den ich mich vor Jahren entschieden habe und dem ich alles gegeben habe, wozu ich als Frau in der Lage bin.
Hi...

ich würde den Satz "ich bin doch immer noch die gleiche Person" nicht so unterschreiben.

Sogar beim ja und nein hege ich für mich da inzwischen Zweifel.
Oder viel mehr ich würde für mich sagen absolut gar nicht..oder nur zum kleinsten Teil.
Da ist sehr vieles neu in meinem Wesen seit der HRT und altes ist schlichtweg rausgefallen.
Ich glaube auch nicht, das alles schon voll ausgeprägt ist..

Auch meine Liebste hat es in unseren Gesprächen schon so angemerkt.
Aber wir denken auch nicht unbedingt in allgemeingültigen Konzepten,
das hilft ihr und mir..

Edit-es ist nur eine stabile Beziehung wenn sich beide
anpassen. Einseitiges "anpassen" sollte es nicht in
einer Beziehung geben!

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 24 im Thema

Beitrag von Cybill »

Ich glaube ich sollte - quasi als Wiederholungstäterin in Sachen Ehe- auch was dazu schreiben.

Wer - als geborener Mann -mit einer solchen Disposition wie wir unterwegs ist, der/die hat schon von Beginn an schlechte Karten, eine dauerhafte Beziehung zu führen ohne irgendwann in die Fallgrube der Lügen zu fallen.

Auf der einen Seite sind wir, mit unseren Selbstzweifeln, unseren Sehnsüchten und Verhaltenstrieben, die abseits des Mainstream liegen; wir lieben es ganz, teilweise oder wieauchimmer als Frauen unterwegs zu sein. Auf der anderen Seite sind da unsere Partnerinnen, Freundinnen oder Ehefrauen, die uns als Kerl kennengelernt haben, mit dem sie ihr Leben teilen wollen und der in aller Regel der Vater ihrer Kinder sein soll, mit dem sie alt werden wollen. Vergessen wir aber auch eines nicht, oft sind unsere Partnerinnen auch deswegen mit uns zusammen, weil wir eben aufgrund unserer femininen Anteile im positivem Sinne anderes sind als andere Männer.

Und da ist noch das Trans. Das Trans ist der unberechenbarste Teil dieser Dreiecksbeziehung, denn das Trans entscheidet, wie weit unser Weg gehen wird - und das ohne sich anzukündigen wann, auf welcher Route oder wo Endstation sein wird. Das Trans lässt sich nicht beeinflussen, wegmachen oder therapieren. Es gehört zu uns wie Nase Augen oder Ohren. Das Schlimme ist: Nase, Augen oder Ohren kann ich zuhalten. Das Trans jedoch lässt sich nicht unterdrücken oder beschränken, Stück für Stück übernimmt es die Kontrolle und es hört erst dann auf, wenn es seiner Vorstellung entspricht. Das kann bei der Einen die Freizeitfrau sein und bei der Anderen das volle Programm mit GaOp.

Da mögen zwei Teile der "Menage a trois" sich schon einig sein, eine halbwegs normale Beziehung zu führen, aber immer haben Sie die Rechnung ohne das Trans gemacht, denn das Trans entscheidet, ob es bei einer handelsüblichen Mann/FRau-Beziehung, einer etwas exotischen Teilzeitfrau/Frau -Beziehung bleibt, oder ob sich eine lesbische Partnerschaft anbahnt. Dem Trans ist es auch egal, dass es nur eine Königin im Schloß geben kann.

Jetzt habe ich mit der Einführung des Trans euch eine schöne Ausede für eurer Lügen gegenüber eueren Partnerinnen gegeben? - Pustekuchen!

Nein! Wir mögen einTrans in uns haben, das unser Tun und Fühlen mitbestimmt, aber das Trans zwingt keine von Euch zur Unehrlichkeit! Es ist und bleibt einer jeden Entscheidung ob er/sie/es sich und seine/ihre Partnerin belügt! Wenn ihr eure Partnerinnen liebt, dann seid ehrlich zu ihnen und sagt ihnen, wie es euch geht. Ich habe dazu drei Ehen gebraucht und auch heute in der Beziehung mit meiner Partnerin ist viel Unsicherheit, aber wir sind uns einander gegenüber ehrlich.

Eines dazu noch zum Abschluss: Das Ergebnis der Unehrlichkeit ist fast immer eine unerfreuliche Trennung. Das Ergebnis der Ehrlichkeit kann dies auch sein, jedoch erhöht ihr mit Ehrlichkeit einmal die Chance auf eine gütliche, vielleicht auch feundschaftliche Trennung bzw. darauf, dass die Beziehung eine Transition aushält.

Lügen in Beziehungen ist übrigens sehr männlich, eine pragmatische Lösung zu suchen weiblich. Es besteht an dieser Stelle auch noch die Möglichkeit sein "Passing" wesentlich zu verbessern.

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 25 im Thema

Beitrag von bianca »

Hallo ihr da draußen,
es ist schon eine seltsame Sache mit der Partnerschaft. Da leben zwei Menschen glücklich zusammen. Sie verstehen sich prächtig, können über alles reden und meistern alle Probleme, die das Leben so bereit hält. Ziehen zwei Kinder groß, bauen zusammen ihr Leben und ein Haus. Früher oder später stellt er fest, dass er 'anders' ist. *** Nachdem er sich seiner Partnerin anvertraut hat, ist plötzlich alles anders. Beschimpfungen, Verständnislosigkeit, Intoleranz, zusammen leben unmöglich... Ist denn der Mensch an sich anders geworden? Ist er weniger zuverlässig, lieb, zärtlich, und und und als vorher?

Das hier nur mal als Gedanke und Diskussionsbeitrag in den Raum gestellt. Bis zu *** ist es übrigens meine Geschichte. Weiter traue ich mich nicht, weil ich befürchte, dass mir genau das passiert (ich schrieb an anderer Stelle darüber, gehört aber weniger hierher). Meiner Meinung nach sollten beide überlegen, ob es sich nicht lohnt, die bis dahin gute Beziehung zu retten.
Liebe Grüße, Bianca.
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 26 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,

ich picke mir mal diesen Satz heraus:
VanessaL hat geschrieben: Fr 1. Feb 2019, 19:02 Eben nur blöd, dass Mann/Frau das meistens am Anfang gar nicht so weiß ....
Dem stimme ich vollkommen zu. Ich wusste am Anfang auch nicht, wo das mal endet. Und hätte mir das jemand erzählt, dem hätte ich das nicht geglaubt.
Solche Sätze wie der obige begegnen mir hier nicht zum ersten Mal. Und dieser Fakt wird (so oder in ähnlicher Weise) gern als Argument verwendet, warum sich der-bzw. diejenige nicht geoutet hat oder outen konnte. Schließlich wusste man ja die ganzen Jahre nicht, das es mal "so" enden wird...!
Und das sehe ich anders! Als ich meine Frau kennenlernte war ich auch keine Transfrau, zu diesem Zeitpunkt hab ich mich als DWT verortet. Ich wusste nicht wo das endet, aber ich habe sie über den "Stand der Dinge" aufgeklärt.
Niemand von uns weiß, wo sie sich hinentwickeln wird.
Aber egal wann ihr eure Partnerin kennengelernt habt, ihr wusstet zu diesem Zeitpunkt bereits, das ihr nicht zu 100% Mann seid, das ihr von der Norm abweicht, das etwas nicht stimmt, das ihr euch zu weiblichen Dingen hingezogen fühlt... Wie auch immer. Ihr wisst was ich sagen will.
Und auch wenn man es nicht genau beschreiben kann, so kann man es zumindest umschreiben.

Ich kann dem Threadtitel nur zustimmen. Auch wenn man nicht genau wusste was mit einem los ist, das etwas unter der Oberfläche brodelt, wusste jede(r) von uns. Und das kann man sehr wohl kommunizieren.
Und das habe ich von Anfang an mit meiner Frau getan. Und wenn ich Verlangen entwickelte, die neu waren und bisher nicht zur Sprache kamen, hab ich das ganz bewusst angesprochen. So hab ich meine Frau von Anfang an mitgenommen, sie konnte sich mit mir gemeinsam weiter entwickeln...
Und das fehlt natürlich den Partnerinnen, die sich jetzt plötzlich! mit dem Thema Crossdressing oder Transsexualtität auseinandersetzen müssen.
Sie fühlen sich belogen, betrogen und hintergangen... Meiner Meinung nach völlig zu recht.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 27 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

ich lese das ja so mit und mache mir nebenbei meine Gedanken. Mir ist aufgefallen, dass es ja bei Beziehungen und Ehen keine Garantien gibt. Bei Beziehungen will man nie und und nimmer eine Garantie vom Partner am Anfang der Beziehung, dass es bis ans Ende aller Tage geht und bei Ehen weiß man auch, wie hoch die Scheidungsraten sind. Daher scheinen ja Frauen aber auch Männer durchaus berechtigt zu sein sich zu ändern, Pläne zu ändern, Prioritäten zu ändern und man erwartet von niemanden zu wissen was in 15-20 Jahren passieren wird. Es ist doch so: Da findet der 08/15 Mann eine Jüngere, oder man lebt sich auseinander, oder, oder, oder. Dann heißt es: So ist das Leben halt, so etwas passiert, so sind Männer etc. Und Frauen und Männer nehmen ihren Schicksal an und es gibt ein zivilisiertes miteinander. Also ist es eigentlich Quatsch von jemanden zu erwarten mit einer Kristallkugel in die Zukunft zu schauen. Es sei den bei CDs oder TS. Da wird immer gleich betrogen, wenn man als biologischer heterosexueller Mann eine Beziehung anfängt und vielleicht von der weiblichen Seite etwas weiß oder erahnt aber definitiv nicht was in 15 Jahren los sein wird. Es scheint dann das Recht der Partnerin zu sein den CD/TS herablassend zu beschimpfen und zu schlecht zu behandeln und es wird von diesen Menschen erwartet diese Erniedrigungen so anzunehmen. Und komischerweise tun das die meisten CD/TS. Ob das etwas mit einer devoten Prägung zu tun hat, was manchmal Weiblichkeit mit sich bring oder mit der Gesellschaft, was uns seit Kindesalter eintrichtert etwas schlechtes und verbotenes zu machen?

Soll heißen warum wird die Auseinandersetzung bei CD/TS so extrem und Verletzend und bei anderen Situationen mit ähnlichem Ausgang nicht?

VlG
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 28 im Thema

Beitrag von Cybill »

Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 4. Feb 2019, 10:29 ...

Soll heißen warum wird die Auseinandersetzung bei CD/TS so extrem und Verletzend und bei anderen Situationen mit ähnlichem Ausgang nicht?

VlG
Liebe Laila-Sarah,

nach meiner Erfahrung liegt es an den Lebensträumen und -planungen, die unsere Partner/innen haben. Da ist die Ideal-Standard-Familie das allgemein gültige MFK-Model. Dazu kommt, dass eine Partnerin durchaus mit einer Konkurrentin in Form eines Verhältnisse, einer Affäre etc. konkurrieren kann und sich dessen auch bewusst ist.

Der Beziehungs-GAU ist jedoch, wenn es sich um einen Mann handelt, da funktioniert das schon mal nicht, kann jedoch lösbar sein.
Der SUPER-GAU für die Beziehung tritt jedoch dann ein, wenn die Frau, mit der es zu konkurrieren gilt, der eigene Mann ist. Da geht gar nichts mehr!

Selbst wenn es anfangs gelingen mag, die Frau im Manne zu tolerieren, dann kommt es jedoch spätestens dann zum Konflikt, wenn der bisherige Gatte als neue Königin im Schloß, sprich der Beziehung, auftaucht. In diesem Fall geht es dann schnell um "erworbene" (vor)Rechte.

Du siehst, das ganze Geflecht ist komplex und letztendlich kann keine von uns in die Gedanken unserer Partnerinnen sehen. Es kann gut ausgehen, trans sollte jedoch nicht damit rechnen.

Cybill
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 29 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

die Frage war ja nicht warum Frauen dann manchmal nicht die Beziehung aufrechterhalten wollen. Das kapiere ich und habe dann auch vollstes Verständnis, wenn es dann gegen die sexuelle Ausrichtung der Frauen oder ihrem Lebensmodell geht und sie dann Schluss machen. Die Frage war, warum die Partnerinnen bis dahin oder dann sich das Recht nehmen so erniedrigen und beleidigend zu werden? Wie gesagt bei Situationen mit ähnlichem Ausgang ist der Umgang deutlich respektvoller.

Ich schätze es sind die gesellschaftlichen Normen, die ein solche Rechtfertigung legitimieren.

VlG
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 30 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

@Lailah-Sarah & Cybill:

Ihr Zwei habt in Euren Beiträgen nochmals gut zusammengefasst, worum es IMHO tatsächlich geht bei diesem hochkontroversen Konflikt und dessen Bewältigung oder dem Scheitern daran. In ähnlichen Worten hatte ich auch bereits versucht, der Thematik gerecht zu werden.

Wobei ich betonen möchte, dass mir der Aspekt des grundsätzlich offenen Umgangs mit allen möglichen Konfliktherden zum frühestens möglichen Zeitpunkt stets geholfen hat die Sprengkraft gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu bedarf es offenbar eines grundsätzlich anderen Ansatzes, wie Beziehungen / Ehen kommunikativ und strukturell funktionieren sollten.

LG Ronda
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