bestimmt hat die eine oder andere von euch schon mal mit dem Gedanken gespielt, sich ein Kleidungsstück maßschneidern zu lassen. Da ich jetzt in den Genuss komme, will ich euch natürlich daran teilhaben lassen. Ich denke mal kaum jemand weiß, wie so etwas abläuft.
Von der fixen Idee zum ersten Termin
Ich hatte ja das große Glück mich zu Halloween meinem Freundeskreis als Daniela zu präsentieren. An diesem Abend hatten wir auch unsere Nachbarin Eva eingeladen, mit der wir auch sonst freundschaftlich verkehren. Nun ist es so, dass Eva bei uns in der Gegend eine Maßschneiderei betreibt und so hat sich bei mir an dem Abend die Idee manifestiert, mir einfach mal ein Kleidchen schneidern zu lassen.
Ein, zwei Tage später, habe ich sie dann per Whatsapp gefragt, ob sie denn auch ein Kleid für mich fertigen würde. Aber selbstverständlich, war die Antwort.
Eine kleine Warnung: Wer sich jetzt nicht spoilern lassen möchte, sollte diesen Faden hier erst nach dem XXL — Treffen weiterlesen, da das Kleid Bestandteil meines Catwalks wird.
Natürlich wollte ich erst mal etwas Budget zusammenkratzen, weshalb ich dieses Projekt für Anfang Januar angepeilt habe. Aber wie das Leben so spielt, ist die letzten 2 Wochen immer etwas dazwischengekommen. Und so haben wir es erst gestern zu unserem ersten Termin geschafft.
Vor diesem Termin, stand natürlich die Überlegung: Was genau möchte ich überhaupt haben? Die French Maid Hausmädchenkleidchen fand ich schon immer besonders süß, also etwas in diesem Stil.
Ich habe dann erst mal Bilder zur Inspiration gesucht und bin dann in freudiger Stimmung zu Eva ins Geschäft. Da ich direkt nach der Arbeit zu dem Termin bin, war ich natürlich nicht en femme.
Der erste Termin
Jetzt ist es so, dass Eva nicht einfach nur eine Maßschneiderin ist, sondern auch begeisterte Live-Rollenspielerin. Entsprechend gestaltet sich ihre Mode und so begrüßt einen im Schaufenster eine mittelalterliche Gewandung neben einem prachtvollen viktorianischen Kleid. Genau mein Fall, muss ich zugeben
Wie geht es nun also weiter, nachdem man mit seinen Vorstellungen in den Laden gestiefelt ist?
Wir haben es uns zuerst auf einer Couch gemütlich gemacht und die Bilder gesichtet, die ich zur Inspiration zusammengetragen habe. Als wir uns auf den groben Schnitt festgelegt hatten, hat Eva angefangen zu Zeichnen. Erst das Kleid, dann die "Deko". (Spitzenverzierungen etc)
Nachdem nun das Konzept fertig war, musste der Stoff ausgewählt werden. Ursprünglich hatte ich natürlich Satin im Blick. Eva sagte aber, dass Satin super schnell kaputt geht:
"Du bleibst nur einmal irgendwo hängen und schon ist das Kleid hin". Das will ich natürlich nicht!
Um trotzdem einen glänzenden Look hin zu bekommen, hat sie mir Kunstseide oder Taft empfohlen und mir entsprechende Stoffproben gezeigt.
Meine Wahl viel dann auf Kunstseide. Zum einen, weil mir die leichte Struktur in dem Stoff gefallen hat und zum anderen wegen dem Ausspruch, "Kunstseide kann auch in die Waschmaschine".
Jetzt musste noch die Farbgebung geklärt werden, in meinem Fall klassisch schwarz mit weißen Akzenten. Und natürlich die Frage, gefüttert oder nicht. Ich habe mich dagegen entschieden, nachdem ich auf die hohe Schweißentwicklung hingewiesen wurde.
Wir haben dann noch den ungefähren Zeitrahmen besprochen, bis wann das Kleid fertig sein soll. In meinem Fall, bis zum "Crossdresserfeiertag"
Da ich nicht en femme zu dem Termin war, konnten wir natürlich noch nicht Maß nehmen. Jetzt bin ich in der glücklichen Position, dass Eva schräg unter mir wohnt und am Samstag mit dem Maßband mal kurz bei mir vorbeischaut. Alle anderen werden sich dafür wohl gedressed in den Laden begeben müssen
Sobald die Maße genommen sind, werde ich dann den groben Preis erfahren und eine Anzahlung für den Stoff leisten. Aber dazu dann später mehr.
Noch eine lustige Anekdote zum Schluss: "Nehme ich für dich jetzt das Maßblatt für Frauen oder für Männer? Es wird ja ein Frauenschnitt also kriegst du die Frau"
LG Daniela
PS.: Da ich hier nicht ungefragt Werbung machen will, werde ich die Internetadresse von Evas Geschäft erst mal nur auf Anfrage per PN weitergeben. Sollte Anne-Mette nichts dagegen haben, kann ich sie aber auch hier posten.