Was tun, wenn es brenzlig wird? Ein Info Abend der Berliner Polizei im Sonntagsclub
Was tun, wenn es brenzlig wird? Ein Info Abend der Berliner Polizei im Sonntagsclub - # 4

Marlene K.
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Re: Was tun, wenn es brenzlig wird? Ein Info Abend der Berliner Polizei im Sonntagsclub

Post 46 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Hier zunächst einmal die Formulare, damit Ihr seht was ihr findet. Erläuterungen gibt es hinterher.
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So, jetzt setz ich mich an den Text, also Geduld, die Damen, Herren und auch alle Anderen...
Zuletzt geändert von Marlene K. am Mo 28. Jan 2019, 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

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Cybill
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Re: Was tun, wenn es brenzlig wird? Ein Info Abend der Berliner Polizei im Sonntagsclub

Post 47 im Thema

Beitrag von Cybill »

Zur Internet-Anzeige ist eine Anleitung von mir in Arbeit, wird aber erst zum Wochenende fertig.

Cybill
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Marlene K.
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Re: Was tun, wenn es brenzlig wird? Ein Info Abend der Berliner Polizei im Sonntagsclub

Post 48 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Um zu zeigen, wie die Abwehrmechanismen in der Polizei auch heute noch passieren, erzählte Sebastian einen Fall aus 2017 aus Rheinland-Pfalz. (ich denke es war der Fall 2018)
https://merkurist.de/mainz/angriff-wurd ... ll-ist_ls4
Zwei Lesben wurden vor dem Hauptbahnhof in Mainz als "Scheiß Lesben" tituliert und angegriffen. Eine von ihnen landete im Krankenhaus.
Zunächst wertete die Polizei dies nicht als Staatsschutzdelikt. Erst als eine Reporterin beharrlich blieb und bis zum ministerium ging ist dieses Verbrechen nicht mehr als schwere Körperverletzung gewertet worden sondern auch als Angriff auf eine besonders schützenswerte Personengruppe, als ein menschenverachtendes, gruppenbezogenes hassverbrechen.
Oder glaubt eine*r von Euch wirklich dass in der Stadt mit der zweitgrößten queeren Gemeinschaft in Deutschland 2016 und 2017 wirklich kein einziges Verbrechen gegen LSBTI* begangen wurde?
Dies verdeutlicht noch einmal, wie altes verkrustetes Denken innerhalb der Polizei und der Behörden dazu führt, dass die Beamteten die Statistik trotz der Definition von 2001 verfälschen. Hier muss noch viel in den Köpfen bewgt werden.
Im Anschluss zeigte und Cybill, wie wir daran mitwirken können dies zu andern als die Tat Bezeugende oder Opfer.
Alle wissen, dass wir direkt zur Wache gehen oder die 112 rufen können um eine Aussage zu machen.
Viele Schrecken davor zurück oder haben angst vor einem Zwangsouting, wenn sie in bestimmten Zusammenhängen gesehen werden. Hier gab Sebastian zu bedenken, dass Polizist*Innen sehr wohl verstehen, wie wichrig der Schutz der Privatsphäre ist. Auch sie sind als Personengruppe Gewalt aus verschiedenen Richtungen ausgesetzt und möchten ihre Privataddressen nicht in der Öffentlichkleit sehen. Auch sie kennen es, bespuckt zu werden oder das zum Beispiel ihre Autos angezündet werden. Wer darauf nicht vertrauen kann oder will hat die Möglichkeit eine Anzeige im Internet aufzugeben. Ich war der Meinung, dies geht bundesweit. So ist es nicht. (https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 16#p230807)
Cybill zeigte dies Anhand von Berlin und nannte die Umstände hier. Ich bleibe trotz anderer Absicht dabei, da auch hier die Unterschiede groß sind.
Hier kann ich dann mehr mit Bildern als Worten arbeiten.

Auf der ersten Seite bietet die Polizei verschiedene Angebote.
Das zweite Formular gibt den Weg frei zu verschiedenen Aktionen. Bedanken sollte Mensch sich auch ab und an...
Wenn Ihr jetzt die Anzeige ausgewählt habt, kommt bIhr auf eine Seite, die verschiedene Deliktbereiche nennt. Für uns sind die anderen Delikte zutreffend. eigentlich ist die Auswahl egal, da sie so oder so manuell von enem Menschen zugeordnet wird. Danach folgen aber auch die rechtlichen Hinweise, die Ihr bestätigen müsst, sozusagen die Geschäftsbedingungen.
Dann seht Ihr das nächste Bild. Die Zeitangaben so genau wie möglich. Aber es ist auch nicht schlimm wenn sie nur annähernd stimmen.
Oben links seht Ihr aber schon, dass die Zeit begrenzt ist. Dies ist für das nächste Bild wichtig.
Jetzt geht es um den Tathergang. Solltet Ihr länger zum Überlegen brauchen, schreibt den Text im Computer vor.
Wenn etwas passiert ist, empfiehlt es sich auch, sich sofort nach der Tat Notizen zu machen. Wichtig sind das Aussehen des Täters, Kleidung, Zeugen, Zugnummern. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, wie schnell die Erinnerungen gerade in Stresssituationen verblasst.
Das nächste Bild ist die untere Hälfte des Formulars.
Das nächste Formular fragt jetzt nach Euren Daten. Hier beginnt die Sorge um die Anonymität. Aber es ist wichtig zun wissen, dass hier die Angaben nicht Wahrheitsgemäß seien müssen. Nur die E-Mail-Adresse ist sinnvollerweise eine gültige, die Ihr ja nur zu diesem Zweck problemlos erstellen könnt. Das Feld hierfür wäre auf der zweiten Hälfte des Bildschirms.
Alle anderen Felder, ohne deren Ausfüllen es nicht weiter geht, müssen nicht richtig sein. Es ist aber sicherlich sinnvoll, vorher auf den eigenen Wunsch nach Anonymität hinzuweisen.
Marlene

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Re: Was tun, wenn es brenzlig wird? Ein Info Abend der Berliner Polizei im Sonntagsclub

Post 49 im Thema

Beitrag von Cybill »

Eine Anleitung im PDF-Format kommt zum Wochenende.
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Re: Was tun, wenn es brenzlig wird? Ein Info Abend der Berliner Polizei im Sonntagsclub

Post 50 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Auf der letzten Seite werdet Ihr nun aufgefordert, den Vorgang abzuschicken. Es wird darauf hingewiesen, das beim erfolgreichen Versenden eine Seite mit einer generierten Vorgangsnummer erscheint. Wenn diese nicht erscheint war das Senden nicht erfolgreich. Dann müsst Ihr einmal zurück klicken und erneut senden.
Noch mal einige Fakten: Jede Anzeige, auch wenn sie wegen Anonymität oder fehlendem Strafantrag nicht verfolgt werden kann, geht in die Polizeistatistik ein. Die Staatsanwaltschaft führt eine eigene Statistik. Anzeigen wegen des gleichen Delikts werden zusammen gefasst. Nach erfolgter Strafanzeige zum Beispiel bei Beleidigung im Bereich der Hasskriminalität besteht öffentliches Interesse und die Staatsanwaltschaft klagt an. Ihr seid nicht die Kläger und Eure Adresse spielt im Verfahren keine Rolle. Polizisten und Staatsanwälte als selber Betroffene wissen, wie wichtig es ist, dass Menschen vor Rache durch das nicht Erwähnen persönlicher Daten in ihrer Privatsphäre geschützt werden müssen.
Eine Nachfrage über die Vorgangsnummer stellt im Falle eines Falles sicher, dass die Vorgänge im Bereich Verbrechen im Bereich LSBTI auch wirklich beim Staatsschutz und in der Statistik landen. Nicht alle Polizisten beachten dies.
In der anschließenden Fragerunde wurden noch einmal die Möglichkeiten und Sinnhaftigkeit verschiedener Wege der Anzeige erörtert.
Die Internetanzeige kann Berührungsängste vermindern.
Eine Anzeige per Telefon bietet den Vorteil eines geschulten Ansprechpartners. Allerdings müsst Ihr zum Abschluss der Anzeige persönlich im Abschnitt erscheinen oder einen Funkwagen rufen.
Der Notruf bei der 110 und das Gespräch mit geschulten Beamten auf dem Funkwagen kann stärkend sein und helfen, wichtige Daten fest zu halten. Die Mitarbeiter wissen, nach was sie fragen müssen.
Dabei ist zu beachten, wenn es keinen körperlichen Schaden gegeben hat und die Situation vorbei ist, kann es dauern, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind. Hier werden selbstverständlich Abwägungen der Dringlichkeit vorgenommen.
Zum Abschluss wurde noch einmal klar gestellt, dass das persönliche Empfinden des Opfers und die Motivation des Täters entscheidend für die Wertung eines Verbrechens sind und welche dies seien können.
Dies umfasst die Bereiche der informellen Selbstbestimmung/Zwangsouting, das Recht am eigenen Bild, das Recht auf die selber festgelegte Identität, Gruppen bezogene Hetze unabhängig von der eigenen Definition hin zu allen aus diesen respektlosen Haltungen motivierten Gewaltdelikten.
Wenn Ihr Euch verletzt fühlt habt Ihr das Recht anzuzeigen und die Behörden die Pflicht Euch ernst zu nehmen und im Bereich der Verbrechen gegen LSBTI beding dies sofort ein öffentliche Interesse.
Marlene

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