Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin
Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Marielle
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Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Post 16 im Thema

Beitrag von Marielle »

Namd zusammen,

das mit dem Lesen klappt vor der Hand leider nicht immer so wie es sollte. Ich hab einen Satz in dem Artikel so gelesen, dass ich an ihm hängengeblieben bin:

Dann nur noch die Hirnerweiterung unter den Strumpfhosen an die richtige Stelle rücken, ...

Oha! Im Original steht dort:

"Dann nur noch die Hinternerweiterung unter den Strumpfhosen an die richtige Stelle rücken, "


Das macht zunächst natürlich einen deutlichen Unterschied; Hirn und Hintern sind halt nicht dasselbe.

Als dann aber ein paar Zeilen später kam

"Meine auf weibliche Reize gepolten Triebe schlagen an. Meine Vernunft beharrt zunächst stoisch auf dem Wissen, dass das ja ich bin, kapituliert aber angesichts der Erkenntnis, dass ich mich als Frau wohl ganz süß finde."

hatte ich den Verdacht, dass ich doch besser lesen kann, als ich es mir zwischenzeitlich selbst unterstellt hatte.


How ever: Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Michi
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Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Post 17 im Thema

Beitrag von Michi »

Cybill hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 22:00 ...
Bild
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Marlene K.
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Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Post 18 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

MichiWell hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 21:32
Ralf-Marlene hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 09:37 Ich sehe aber auch, dass der nicht genannte Autor die Diskriminierung als vermeintlich homosexuell differenziert als das empfindet, was sie ist: Schwulenfeindlich und Transfeindlich.
Hallo Ralf-Marlene,

ich habe mir schon gedacht, dass du wieder darauf anspringen wirst ...

Was du dabei allerdings übersiehst: Es geht schlichtweg niemand etwas an, mit wem man ins Bett springt (außer der betreffenden Person), und ich verbitte mir für mich wie auch für andere jegliche Annahmen darüber, welchen Geschlechts die Personen sind, mit denen ich das Bett teilen möchte.


Liebe Grüße
Michi
Liebe Michi,
Schön, wenn Du mich so einschätzen kannst. Was soll das jetzt für mich heißen?

Wenn ich mich jemals darüber aufrege, wenn sich jemand beschwert, dass eine Vermutung angestellt wird, wer mit wem ins Bett geht, weise mich bitte darauf hin.
Wenn ich mich aber dazu äußere, dass jemand sagt, es sei ehrabschneidend, wenn er für homosexuell gehalten werde und damit aussagt, dass homosexuell sein entehrend ist, so ist das genau die Aussage, die ich treffen möchte.
Hier zeigte ein heterosexueller Cis-Mann, wie wir eine solche Beurteilung wertfrei zurückweisen können ohne unsererseits selber zu diskriminieren.

Bei dieser Ausage bleibe ich. Ich stehe zu der Aussage, dass verschiedene Aussagen von Mitgliedern auch unserer Community für mich verletzend sind. Ich stehe zu der Aussage, dass jede*r von uns falsche Urteile abgespeichert hat und sich selbst manchmal hinterfragen sollte.
Anscheinend hast Du das verstanden und formulierst wertfrei. Danke dafür.

Nebenbemerkung:
Männer zu begehren heißt nicht nur mit ihnen ins Bett zu "springen", eine seltsame Wahrnehmuung für körperliche Zuwendung die für mich mehr ist als ein rein biuologischer Akt.
Es heißt, Verantwortung für jemanden übernehmen und offen zu dieser Person stehen zu wollen. Oder möchtest Du mit Deine*r/m Partner*in nicht öffentlich wahrgenommen werden? Mir ist es wichtig ein offenes Leben führen zu dürfen und genau dafür fordere ich Respekt. Diesen Respekt fordere ich und hoffe nicht nur darauf.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Post 19 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

evacampelli hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 12:59 Jennifer,
ich denke der Unterschied zwischen der Idde der beiden (als Drag Queen ausgehen und auch auffallen)
und Deinen Wünschen (eben alltagstauglich ohne Stress als Frau einkaufen) ist ziemlich groß.

Ich kann mir das für mich selber auch nicht vorstellen, aber die Idee der beiden versteh ich schon.
Und wenn es ein paar mehr Jungs/Mädels geben würde die einfach mal was in dem Sinne ausprobieren und sei es das sie das als "Kunst" bezeichnen, fänd ich das nicht mal so schlecht.
Hallo Eva,

bin ja auch der Meinung "wer wagt gewinnt", dennoch vermittelt der Artikel falsche Werte/Ansichten. Jetzt stell dir mal vor, daß der Artikel von Außenstehenden gelesen wird - also von Leuten die nix mit Crossdressing am Hut haben, bzw. sich damit nicht auskennen. Diese könnten nun annehmen, daß jeder der sich als Mann weiblich kleidet und schminkt eine Drag Queen ist und dies mit übermäßig auffälligem Make Up zum Ausdruck bringen möchte, bzw. ganz normal dazu gehört. Das ist falsch und ich möchte nicht mit Drag Queens verglichen werden.

Auch das im Artikel von Anfeindungen die Rede ist verfälscht das Gesamtbild auch total. Ich gebe zu, daß sicherlich das ein oder andere Mitglied hier im Forum diese Erfahrung schon gemacht hat - aus welchen Gründen es auch immer dazu gekommen sein mag. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich dazu sagen, daß ich dahingehend noch nie beleidigt wurde oder sonst wie Negativem in der Öffentlichkeit ausgesetzt war - ich hoffe natürlich, daß das auch so bleibt!

Die Frage ist aber auch, warum ich solch negative Erfahrungen nicht gemacht habe:

- liegt es daran, daß meine Region eher eine "Provinz" ist und man in einer Großstadt ganz anderen "Leuten" ausgesetzt ist? Obwohl ich immer (aus meinem Verwandtenkreis die in Großstädten leben) höre, daß dort die Menschen viel aufgeschlossener sein sollen...

- liegt es daran, daß ich mich eher unauffällig was Kleidung und Styling betrifft in meiner Umgebung bewege?

- liegt es daran, daß ich nicht in Discos oder Clubs gehe, wo man wohl eher auf "jugendliche-intollerante-Menschen" treffen würde?

Kurz um: der Artikel sendet für mich für Außenstehende völlig falsche Signale.

Jennifer
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Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

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Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Post 20 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Lady Jennifer hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 11:24 bin ja auch der Meinung "wer wagt gewinnt", dennoch vermittelt der Artikel falsche Werte/Ansichten. Jetzt stell dir mal vor, daß der Artikel von Außenstehenden gelesen wird - also von Leuten die nix mit Crossdressing am Hut haben, bzw. sich damit nicht auskennen. Diese könnten nun annehmen, daß jeder der sich als Mann weiblich kleidet und schminkt eine Drag Queen ist und dies mit übermäßig auffälligem Make Up zum Ausdruck bringen möchte, bzw. ganz normal dazu gehört. Das ist falsch und ich möchte nicht mit Drag Queens verglichen werden.

Auch das im Artikel von Anfeindungen die Rede ist verfälscht das Gesamtbild auch total. Ich gebe zu, daß sicherlich das ein oder andere Mitglied hier im Forum diese Erfahrung schon gemacht hat - aus welchen Gründen es auch immer dazu gekommen sein mag. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich dazu sagen, daß ich dahingehend noch nie beleidigt wurde oder sonst wie Negativem in der Öffentlichkeit ausgesetzt war - ich hoffe natürlich, daß das auch so bleibt!

Die Frage ist aber auch, warum ich solch negative Erfahrungen nicht gemacht habe:

- liegt es daran, daß meine Region eher eine "Provinz" ist und man in einer Großstadt ganz anderen "Leuten" ausgesetzt ist? Obwohl ich immer (aus meinem Verwandtenkreis die in Großstädten leben) höre, daß dort die Menschen viel aufgeschlossener sein sollen...

- liegt es daran, daß ich mich eher unauffällig was Kleidung und Styling betrifft in meiner Umgebung bewege?

- liegt es daran, daß ich nicht in Discos oder Clubs gehe, wo man wohl eher auf "jugendliche-intollerante-Menschen" treffen würde?

Kurz um: der Artikel sendet für mich für Außenstehende völlig falsche Signale.

Jennifer
Liebe Jennifer,
ich bin auch keine Drag Queen und kleide mich meist sportlich-elegant und unauffällig. Ich habe lange auf einem Dorf gelebt und lebe jetzt in Berlin.

Ich habe in Berlin schon direkte Anfeindungen bis hin zu anspucken und körperlichen Übergriffen erlebt. Es ist nicht die Regel, aber in der Anonymität der Großstadt trauen sich auch die "besorgten Bürger" aus "einer persönlichen Betroiffenheit" heraus mehr als auf dem Dorf.

Dort hörte ich dann von Freunden von mir, wie hinter vorgehaltener Hand über mich geredet wurde. Überall leben Menschen. Manchmal sind sie in der Masse wahrnehmbarer.

Es ist aber nicht so, dass Drag Queens uns blamieren. Diese Leben ihr eigenes Leben, so wie es ja auch hier sehr verschiedene Persönlichkeiten mit sehr verschiedenem Auftreten und sehr unterschiedlichen Gefühlen gibt.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

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Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Post 21 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 13:16 Ich habe in Berlin schon direkte Anfeindungen bis hin zu anspucken und körperlichen Übergriffen erlebt. Es ist nicht die Regel, aber in der Anonymität der Großstadt trauen sich auch die "besorgten Bürger" aus "einer persönlichen Betroiffenheit" heraus mehr als auf dem Dorf.
Das ist natürlich schlimm zu hören/lesen.
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 13:16 Es ist aber nicht so, dass Drag Queens uns blamieren. Diese Leben ihr eigenes Leben, so wie es ja auch hier sehr verschiedene Persönlichkeiten mit sehr verschiedenem Auftreten und sehr unterschiedlichen Gefühlen gibt.
Bitte nicht falsch verstehen: ich habe nichts gegen Drag Queens!!! Im Gegenteil, ihr Showtalent steht natürlich über allem. Aber letztendlich gehören Drag Queens für mich auf die Bühne. Und Drag Queens schlüpfen ja auch nur für ihre Shows, Auftritte, etc. in Frauenkleider und sind außerhalb der Bühne normal als Mann unterwegs - bsw. Olivia Jones, zumindest ist das mein Wissensstand bezüglich DQ.

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Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Post 22 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Lady Jennifer hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 15:16 Bitte nicht falsch verstehen: ich habe nichts gegen Drag Queens!!! Im Gegenteil, ihr Showtalent steht natürlich über allem. Aber letztendlich gehören Drag Queens für mich auf die Bühne. Und Drag Queens schlüpfen ja auch nur für ihre Shows, Auftritte, etc. in Frauenkleider und sind außerhalb der Bühne normal als Mann unterwegs - bsw. Olivia Jones, zumindest ist das mein Wissensstand bezüglich DQ.

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Liebe Jennifer,
das trifft so auch nicht zu. Menschen wie Olivia sehen Drag auch als politisch an und wollen Drag als Hinterfragen von Rollenbildern auch in den Alltag bringen. Die Kunstform ist die reine Travestishow à la Mary und Gordy oder die Follies Parisienne...

Wie gesagt, die Welt ist bunt und es gibt halt viele berechtigte Ansätze in meinen Augen.
Liebe Grüße :)p
Marlene

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Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Post 23 im Thema

Beitrag von Michi »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 08:09 Schön, wenn Du mich so einschätzen kannst. Was soll das jetzt für mich heißen?
Hallo Ralf-Marlene,

ich halte dich für intelligent genug, dass zu verstehen. )))(:
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 08:09 Wenn ich mich jemals darüber aufrege, wenn sich jemand beschwert, dass eine Vermutung angestellt wird, wer mit wem ins Bett geht, weise mich bitte darauf hin.
Jemals?! Also auch in der Vergangenheit? :wink:
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 08:09 Anscheinend hast Du das verstanden und formulierst wertfrei. Danke dafür.

Nebenbemerkung: ...
Auf deinen Dank verzichte ich, weise dein "Geschenk" lächelnd zurück. (smili)

Er ist offensichtlich nicht ehrlich gemeint, wie du mir mit den nachfolgenden Worten bedeutet hast.


Michi
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Re: Queerspiegel: Eine Nacht als Drag Queen in Berlin

Post 24 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

MichiWell hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 22:24
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 08:09 Schön, wenn Du mich so einschätzen kannst. Was soll das jetzt für mich heißen?
Hallo Ralf-Marlene,

ich halte dich für intelligent genug, dass zu verstehen. )))(:
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 08:09 Wenn ich mich jemals darüber aufrege, wenn sich jemand beschwert, dass eine Vermutung angestellt wird, wer mit wem ins Bett geht, weise mich bitte darauf hin.
Jemals?! Also auch in der Vergangenheit? :wink:
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 08:09 Anscheinend hast Du das verstanden und formulierst wertfrei. Danke dafür.

Nebenbemerkung: ...
Auf deinen Dank verzichte ich, weise dein "Geschenk" lächelnd zurück. (smili)

Er ist offensichtlich nicht ehrlich gemeint, wie du mir mit den nachfolgenden Worten bedeutet hast.


Michi
Deine Aussage, dass Du die Annahme zu sexuellen Bevorzugungen zurückweist in der ersten Antwort kann ich wertfrei lesen.
Es bleibt der Nebenwiederspruch, dass ein schwules Leben entgegen Deiner Annahme, dass es sich ja nur "um in die Kiste springen" handelt genau so wenig oder viel von sexuellen Präferenzen und mehr von dem, was Leben in einer Partnerschaft ausmacht geprägt ist wie ein lesbisches oder heterosexuelles Leben.

Deine jetztige Antwort zeugt entweder von Arroganz/Hochmut oder Ignoranz/Unwissenheit. Ich kenne Dich nicht genug, um zu wissen welche Antwort in welchem Maße zutrifft.
Ich stelle jetzt ganz bewusst die provozierende Frage, die mir sofort in den Sinn gekommen ist: "ist Deine Frau für Dich nur ein Körper mit Vagina, Hintern und Brüsten oder ein fühlendes menschliches Wesen?". Ich weiß, wer meine Männer für mich waren.

Ich meine es in beiden Antworten so wie ich es gesagt habe. Mir selber ist die Widersprüchlichkeit Deiner Aussage auch erst bei einem erneuten Lesen aufgefallen. Auch ich bin ja, obwohl selber schwul, von den unausgesprochenen Wertungen unserer Gesellschaft geprägt. Nichts desto trotz weise ich auch auf die unbewusst transportierten Botschaften hin.
Marlene

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