Bewerben & Jobsuche als Transgender
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lilijana
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Bewerben & Jobsuche als Transgender
Hallo zusammen,
bin da auf zwei Seiten gestoßen, die ein paar Informationen zum Bewerbungsschreiben & Vorstellungsgespräch als Transgender vermitteln.
Wie bewerbe ich mich als Transgender?
Jobeinstieg divers: Wie bewerbe ich mich als Transgender?
Grüße
Lilijana
bin da auf zwei Seiten gestoßen, die ein paar Informationen zum Bewerbungsschreiben & Vorstellungsgespräch als Transgender vermitteln.
Wie bewerbe ich mich als Transgender?
Jobeinstieg divers: Wie bewerbe ich mich als Transgender?
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Lilijana
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Andrea aus Sachsen
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
.
Danke Lilijana für die Links! Schön, dass dieses Thema zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerät!
Das beschriebene Kernproblem hatte ich vor zwei Jahren auch. Zum Zeitpunkt der Bewerbung bereits in der neuen Rolle lebend, aber noch mit dem alten Namen in einigen Dokumenten. Als ich unter diesem Gesichtspunkt meine Bewerbungsunterlagen noch einmal durchsah, überkam mich ein ungutes Gefühl. Wenn ein Personalverantwortlicher verschiedene Namen liest, aber zu der Erklärung dafür irgendwo im "Kleingedruckten" noch nicht vorgedrungen ist, dürfte sein erster Gedanke sein: "Hier stimmt doch etwas nicht." Ein denkbar schlechter Einstieg in den Bewerbungsprozess, der in vielerlei Hinsicht von ersten Eindrücken bestimmt wird.
Ich ließ daraufhin mein letztes Arbeitszeugnis ändern. Mit dem dgti-Ergänzungsausweis ging das ganz unbürokratisch. In meinem Diplomzeugnis bzw. der elektronischen Kopie davon, habe ich den Namen selbst geändert. Andere Dokumente brauchte ich nicht. Das mag zwar nicht ganz "astrein" sein, doch sollte sich jemand daran stören, wäre ich in dieser Firma wohl eher fehl am Platz.
Jetzt hatte ich komplett "weibliche" Bewerbungsunterlagen. Diese Vorgehensweise hat meines Erachtens den großen Vorteil, dass die Personalverantwortlichen sich zunächst auf die fachlichen Belange konzentrieren können und sich nicht mit der ihnen möglicherweise wenig bekannten Trans*-Problematik beschäftigen müssen. Zum Ende des Vorstellungsgespräches (falls es dazu kam) hatte ich aber dann "die Karten auf den Tisch" gelegt.
Insofern weicht mein Rat, den ich Bewerbern mit Trans*-Hintergrund geben würde, ein wenig von den oben verlinkten Artikeln ab. Überhaupt nicht teilen kann ich auch die Empfehlung, es zunächst über Zeitarbeitsfirmen zu versuchen. Ich war bei über 10 professionellen Personaldienstleistern registriert. Herausgekommen ist in 15 Monaten ein einziges Vorstellunggespräch in der "richtigen" Firma. Weitere 12 Vorstellungsgespräche, von denen eins schließlich zur Einstellung führte, resultierten dagegen aus der direkten Kontaktaufnahme mit den betreffenden Firmen.
Völlig schleierhaft ist mir dagegen der folgende Satz:
Danke Lilijana für die Links! Schön, dass dieses Thema zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerät!
Das beschriebene Kernproblem hatte ich vor zwei Jahren auch. Zum Zeitpunkt der Bewerbung bereits in der neuen Rolle lebend, aber noch mit dem alten Namen in einigen Dokumenten. Als ich unter diesem Gesichtspunkt meine Bewerbungsunterlagen noch einmal durchsah, überkam mich ein ungutes Gefühl. Wenn ein Personalverantwortlicher verschiedene Namen liest, aber zu der Erklärung dafür irgendwo im "Kleingedruckten" noch nicht vorgedrungen ist, dürfte sein erster Gedanke sein: "Hier stimmt doch etwas nicht." Ein denkbar schlechter Einstieg in den Bewerbungsprozess, der in vielerlei Hinsicht von ersten Eindrücken bestimmt wird.
Ich ließ daraufhin mein letztes Arbeitszeugnis ändern. Mit dem dgti-Ergänzungsausweis ging das ganz unbürokratisch. In meinem Diplomzeugnis bzw. der elektronischen Kopie davon, habe ich den Namen selbst geändert. Andere Dokumente brauchte ich nicht. Das mag zwar nicht ganz "astrein" sein, doch sollte sich jemand daran stören, wäre ich in dieser Firma wohl eher fehl am Platz.
Jetzt hatte ich komplett "weibliche" Bewerbungsunterlagen. Diese Vorgehensweise hat meines Erachtens den großen Vorteil, dass die Personalverantwortlichen sich zunächst auf die fachlichen Belange konzentrieren können und sich nicht mit der ihnen möglicherweise wenig bekannten Trans*-Problematik beschäftigen müssen. Zum Ende des Vorstellungsgespräches (falls es dazu kam) hatte ich aber dann "die Karten auf den Tisch" gelegt.
Insofern weicht mein Rat, den ich Bewerbern mit Trans*-Hintergrund geben würde, ein wenig von den oben verlinkten Artikeln ab. Überhaupt nicht teilen kann ich auch die Empfehlung, es zunächst über Zeitarbeitsfirmen zu versuchen. Ich war bei über 10 professionellen Personaldienstleistern registriert. Herausgekommen ist in 15 Monaten ein einziges Vorstellunggespräch in der "richtigen" Firma. Weitere 12 Vorstellungsgespräche, von denen eins schließlich zur Einstellung führte, resultierten dagegen aus der direkten Kontaktaufnahme mit den betreffenden Firmen.
Völlig schleierhaft ist mir dagegen der folgende Satz:
Nur nach Geschlechtsumwandlung besteht ein Recht auf ein Ersatzzeugnis - mit neuem Namen, aber ursprünglichem Datum.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Michelle_Engelhardt
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Nur nach Geschlechtsumwandlung besteht ein Recht auf ein Ersatzzeugnis - mit neuem Namen, aber ursprünglichem Datum.
Dieser Satz ist entweder völliger Humbug oder total veraltet. Es gab ja mal Zeiten, wo eine VÄ/PÄ erst nach einer gaOP möglich war, es also sozusagen einen "Operationszwang" gab. Das wurde ja zum Glück abgeschafft (ich glaube es war 2011). Zum Wort "Geschlechtsumwandlung" äußere ich mich erst gar nicht
Das Du, Andrea, Deine Dokumente ändern konntest "nur" anhand eines DGTI Ausweises erstaunt mich, aber es freut mich natürlich für Dich, hat es Dir die Jobsuche doch sicherlich erleichtert. Normalerweise wäre dafür nämlich die VÄ/PÄ nötig gewesen. Vielleicht ist man aber da inzwischen offener in Deutschland, oder es war ein Glücksfall.
Liebe Grüße
Michelle
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Svetlana L
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Das ist sicherlich ein schwieriges Thema und es gibt wahrscheinlich gute Argumente sowohl für "erst mal verheimlichen" als auch "mit offenen Karten spielen". Bei meiner letzten Bewerbung für die jetzige Stelle brauchte ich mir darum keine Gedanken machen, da es innerhalb des Bezirksamts blieb und mich sowieso jede_r kannte. Wenn es nach außerhalb geht, dann würde ich vermutlich zu "mit offenen Karten spielen" tendieren. In meinen früheren Tätigkeiten im Bereich Aus- und Fortbildung und in der Personalwirtschaft sind im Laufe der Jahre vermutlich Tausende Bewerbungen durch meine Hände gegangen. Viele von denen fingen mit einem Deckblatt an: Bewerbung um die unter Kennziffer 123 ausgeschriebene Stelle als xyz - Bild - Name, Adresse usw. Im Sinne von "mit offenen Karten spielen" könnte man hier bereits in einer kurzen Erläuterung auf die Diskrepanzen bezüglich des Namens in den Bewerbungsunterlagen aufmerksam machen - natürlich mit der Gefahr gleich aussortiert zu werden.
Im Sonntagsclub gab es mal ein entsprechendes Projekt trans*Job-Mentoring - ich weiß aber nicht, ob das aktuell noch läuft. Ziel des Projekts war es, trans*-Menschen bei der Job-Suche zu unterstützen. Dazu wurden sie von erfahrenen Mentor_innen aus der Wirtschaft begleitet. Meines Erachtens kann das aber nur die eine Seite der Medaille sein, denn auch die Firmen müssten sich einem Lernprozess unterziehen, denn es kann sich doch heute kaum noch jemand erlauben, auf potenzielle Arbeitskräfte zu verzichten. Vielleicht findet ja, jetzt wo wir das Gesetz zur dritten Option haben, ein Umdenken statt - obwohl das sicherlich seine Zeit dauern wird.
Im Sonntagsclub gab es mal ein entsprechendes Projekt trans*Job-Mentoring - ich weiß aber nicht, ob das aktuell noch läuft. Ziel des Projekts war es, trans*-Menschen bei der Job-Suche zu unterstützen. Dazu wurden sie von erfahrenen Mentor_innen aus der Wirtschaft begleitet. Meines Erachtens kann das aber nur die eine Seite der Medaille sein, denn auch die Firmen müssten sich einem Lernprozess unterziehen, denn es kann sich doch heute kaum noch jemand erlauben, auf potenzielle Arbeitskräfte zu verzichten. Vielleicht findet ja, jetzt wo wir das Gesetz zur dritten Option haben, ein Umdenken statt - obwohl das sicherlich seine Zeit dauern wird.
Hawadehre
Svetlana
As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
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Kerstin65
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Hallo und guten Morgen
Wenn jemand wegen seiner geschlechtlichen Identität abgelehnt wird, kann's für den Arbeitgeber teuer werden. Nach dem AGG (Allgemeine Gleichheitsgesetz) kann Schadensersatz verlangt werden.
Also wenn eine Ablehnung trotz bester Qualifikation kommt, dann am Besten zum Anwalt gehen
Liebe Grüße
Kerstin
Wenn jemand wegen seiner geschlechtlichen Identität abgelehnt wird, kann's für den Arbeitgeber teuer werden. Nach dem AGG (Allgemeine Gleichheitsgesetz) kann Schadensersatz verlangt werden.
Also wenn eine Ablehnung trotz bester Qualifikation kommt, dann am Besten zum Anwalt gehen
Liebe Grüße
Kerstin
Liebe Grüße aus Franken
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Anne-Mette
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Moin,
so dumm wird niemand sein, den "wahren Grund" für eine Ablehnung anzugeben.
Gruß
Anne-Mette
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Gruß
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Kerstin65
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Ich würde trotzdem nach dem Grund fragen. Und wenn der AG keinen angibt oder einen sagt, der nicht glaubwürdig ist - Bingo, schon schnappt die Falle zu.
LG Kerstin
LG Kerstin
Liebe Grüße aus Franken
Kerstin
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triona
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Klingt im ganzen Satz tatsächlich wie Unfug.Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Fr 4. Jan 2019, 01:19 Völlig schleierhaft ist mir dagegen der folgende Satz:Nur nach Geschlechtsumwandlung besteht ein Recht auf ein Ersatzzeugnis - mit neuem Namen, aber ursprünglichem Datum.
Wobei das mit dem Datum ja schon eine Bedeutung hat. Und ob das stimmt?
Auf meiner Neuanfertigung des Staatszeugnisses (mit offensichtlich neugestaltetem Staatswappen) war zu lesen, daß die Prüfung 1976 abgelegt wurde. Und das Ausstellungsdatum neben der Unterschrift war von 2000 noch was. Allein schon die Tatsache, daß es ein "Ersatzzeugnis" ist, regt doch bei vielen Personalern schon zu weiteren Fragen und Nachforschungen an. Praktische Erfahrungen mit dem Wisch habe ich allerdings nicht, da ich es dann doch nicht gebraucht habe.
liebe grüße
triona
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lilijana
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Hallo Kerstin,
dann sollte man aber von vornherein gleich mit offenen Karten gespielt haben.
Denn genauso wie den Namen auf Zeugnissen mal austauschen, kann das als Urkundenfälschung gesehen werden und der potenzielle Arbeitgeber hat auch wiederum Handhabe bei Streitigkeiten.
Grüße
Lilijana
dann sollte man aber von vornherein gleich mit offenen Karten gespielt haben.
Denn genauso wie den Namen auf Zeugnissen mal austauschen, kann das als Urkundenfälschung gesehen werden und der potenzielle Arbeitgeber hat auch wiederum Handhabe bei Streitigkeiten.
Grüße
Lilijana
Kerstin65 hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 09:45 Hallo und guten Morgen
Wenn jemand wegen seiner geschlechtlichen Identität abgelehnt wird, kann's für den Arbeitgeber teuer werden. Nach dem AGG (Allgemeine Gleichheitsgesetz) kann Schadensersatz verlangt werden.
Also wenn eine Ablehnung trotz bester Qualifikation kommt, dann am Besten zum Anwalt gehen
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Kerstin65
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Natürlich sollte man bei einer Bewerbung den potentiellen Arbeitgeber nicht anlügen, andererseits sind manche Fragen im Bewerbungsgespräch unzulässig. Dies dürfte m.M. auch die Frage nach den Geschlecht sein, wenn man sich nicht gerade für einen geschlechterspzifischen Job, z.B. Hebamme, bewirbt. Bei unzulässigen Fragen darf dann auch gelogen werden.lilijana hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 10:42 Hallo Kerstin,
dann sollte man aber von vornherein gleich mit offenen Karten gespielt haben.
Denn genauso wie den Namen auf Zeugnissen mal austauschen, kann das als Urkundenfälschung gesehen werden und der potenzielle Arbeitgeber hat auch wiederum Handhabe bei Streitigkeiten.
Grüße
Lilijana
Kerstin65 hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 09:45 Hallo und guten Morgen
Wenn jemand wegen seiner geschlechtlichen Identität abgelehnt wird, kann's für den Arbeitgeber teuer werden. Nach dem AGG (Allgemeine Gleichheitsgesetz) kann Schadensersatz verlangt werden.
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Liebe Grüße
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triona
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Ich nehme an, daß das nicht mit Absicht war, sondern möglicherweise aus Unkenntnis.
Und die heißen auch nicht Hebamsel oder Hebampelmännchen oder so ...
liebe grüße
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Wieso diskrimiere ich Geburtshelfer ? Ist es nicht so, dass nur Frauen Hebammen werden dürfen ? Vielleicht hat sich das ja zwischenzeitlich geändert. Mir fiel nur kein anderer Beruf ein, der nur von Mann oder Frau ausgeübt werden darf. Jedenfals war es mal so.
Also wenn's so sein soll, dann war's Unkenntnis

Die Diskussion bringt aber nichts. Ich wollte damit nur sagen, dass im Rahmen von Diskriminierungsverbote manche Fragen auch unzulässig sind und der Bewerber falsch beantworten darf. Vielleicht hilft' s im Einzelfall
Also wenn's so sein soll, dann war's Unkenntnis
Die Diskussion bringt aber nichts. Ich wollte damit nur sagen, dass im Rahmen von Diskriminierungsverbote manche Fragen auch unzulässig sind und der Bewerber falsch beantworten darf. Vielleicht hilft' s im Einzelfall
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
"Sehr geerhte(r) Herr / Frau xyz,
bla bla bla....haben wir uns leider für einen anderen Bewerber entschieden. Wir wünschen Ihnen bla bla bla......."
Ein Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, eine Ablehnung zu begründen; auch nicht auf Nachfrage. Insofern wird man nie erfahren, was die tatsächlichen Gründe sind. Ich wüßte auch nicht, warum ein Arbeitgeber nach dem Geschlecht fragen sollte. Falls doch, wäre es jedenfalls ein Kündigungsgrund oder Ablehnungsgrund, hier wissentlich eine Falschaussage zu machen. Entweder man gibt dann keine Auskunft (und nimmt eine mögliche Ablehnung in Kauf), oder man gibt das Geschlecht an, das man zum Zeitpunkt des Gesprächs vor dem Gesetz hat, denn nur das ist in dem Fall maßgeblich.
Liebe Grüße
Michelle
bla bla bla....haben wir uns leider für einen anderen Bewerber entschieden. Wir wünschen Ihnen bla bla bla......."
Ein Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, eine Ablehnung zu begründen; auch nicht auf Nachfrage. Insofern wird man nie erfahren, was die tatsächlichen Gründe sind. Ich wüßte auch nicht, warum ein Arbeitgeber nach dem Geschlecht fragen sollte. Falls doch, wäre es jedenfalls ein Kündigungsgrund oder Ablehnungsgrund, hier wissentlich eine Falschaussage zu machen. Entweder man gibt dann keine Auskunft (und nimmt eine mögliche Ablehnung in Kauf), oder man gibt das Geschlecht an, das man zum Zeitpunkt des Gesprächs vor dem Gesetz hat, denn nur das ist in dem Fall maßgeblich.
Liebe Grüße
Michelle
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
.
Ich selbst fand diese Praxis, nachdem ich in die Bewerbungen viel Mühe gesteckt hatte, nicht weniger diskriminierend und erniedrigend, als wenn jemand ehrlich zugegeben hätte, mit meiner Transsexualität ein Problem zu haben.
Hier geht es um einen Interessenkonflikt. Einerseits soll niemand diskriminiert werden, andererseits wären konstruktive Kritik und weiterführende Hinweise für zahlreiche Jobsuchende hilfreicher als ein bloßes "Alles Gute für die Zukunft". Meines Erachtens wäre hier Fingerspitzengefühl angebrachter als stur nach gesetzlichen Vorgaben zu arbeiten.
Die Möglichkeit, auf Schadenersatz zu klagen, nützt doch praktisch nur denjenigen, die es extra darauf anlegen. Wer wirklich einen Job sucht, sollte seine Kraft in weitere Bewerbungen investieren und nicht in Gerichtsprozesse.
Diesem Gesetz stehe ich sehr kritisch gegenüber. Es ändert nichts an der Einstellung von Arbeitgebern gegenüber bestimmten Personengruppen, sondern zwingt diese nur, um Klagen zu vermeiden, ablehnende Bescheide ausschließlich mit nichtssagenden Floskeln zu versehen.Kerstin65 hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 09:45 Wenn jemand wegen seiner geschlechtlichen Identität abgelehnt wird, kann's für den Arbeitgeber teuer werden. Nach dem AGG (Allgemeine Gleichheitsgesetz) kann Schadensersatz verlangt werden.
Ich selbst fand diese Praxis, nachdem ich in die Bewerbungen viel Mühe gesteckt hatte, nicht weniger diskriminierend und erniedrigend, als wenn jemand ehrlich zugegeben hätte, mit meiner Transsexualität ein Problem zu haben.
Hier geht es um einen Interessenkonflikt. Einerseits soll niemand diskriminiert werden, andererseits wären konstruktive Kritik und weiterführende Hinweise für zahlreiche Jobsuchende hilfreicher als ein bloßes "Alles Gute für die Zukunft". Meines Erachtens wäre hier Fingerspitzengefühl angebrachter als stur nach gesetzlichen Vorgaben zu arbeiten.
Die Möglichkeit, auf Schadenersatz zu klagen, nützt doch praktisch nur denjenigen, die es extra darauf anlegen. Wer wirklich einen Job sucht, sollte seine Kraft in weitere Bewerbungen investieren und nicht in Gerichtsprozesse.
Standardantwort ist hier: "Wir haben uns für einen anderen Bewerber entschieden." oder bei Initiativbewerbungen: "Es besteht derzeit kein Bedarf." Das kannst du für glaubwürdig halten oder nicht, nachprüfen dürfte in jedem Fall schwerfallen.Kerstin65 hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 10:19 Ich würde trotzdem nach dem Grund fragen. Und wenn der AG keinen angibt oder einen sagt, der nicht glaubwürdig ist ...
Viele Grüße
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Magdalena
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Re: Bewerben & Jobsuche als Transgender
Hallo,
es passt nicht so recht zum Thema, denn ich hatte mich ja nicht beworben. Dennoch möchte ich mein Erlebnis berichten.
Es war im vergangenen Jahr im Urlaub. Im Hotel gab es einen Wellness-Bereich. da war eine Gruppe von zwei Herrn und einer Dame die mich einluden an der Wassergymnastik teilzunehmen.
Da es mir sicher gut tun würde , nahm ich die Einladung ein. Also ich im Badeanzug und mit Perücke und nur leichtes Macke-up. Wir kamen ins Gespräch. Die Gruppe war dienstlich unterwegs und in dem Hotel untergebracht.
Man bot mir nach dem zweiten Tag an, ob ich nicht Interesse an einem Jobangebot hätte. Nun bin ich in Arbeit und nicht auf der Suche nach einem Job. So habe ich abgelehnt.
Nicht immer läuft die Jobsuche auf dem klassischen Weg.
Viele Grüße Magdalena
es passt nicht so recht zum Thema, denn ich hatte mich ja nicht beworben. Dennoch möchte ich mein Erlebnis berichten.
Es war im vergangenen Jahr im Urlaub. Im Hotel gab es einen Wellness-Bereich. da war eine Gruppe von zwei Herrn und einer Dame die mich einluden an der Wassergymnastik teilzunehmen.
Da es mir sicher gut tun würde , nahm ich die Einladung ein. Also ich im Badeanzug und mit Perücke und nur leichtes Macke-up. Wir kamen ins Gespräch. Die Gruppe war dienstlich unterwegs und in dem Hotel untergebracht.
Man bot mir nach dem zweiten Tag an, ob ich nicht Interesse an einem Jobangebot hätte. Nun bin ich in Arbeit und nicht auf der Suche nach einem Job. So habe ich abgelehnt.
Nicht immer läuft die Jobsuche auf dem klassischen Weg.
Viele Grüße Magdalena
Zuletzt geändert von Magdalena am Mo 7. Jan 2019, 11:50, insgesamt 1-mal geändert.
Lebe jeden Tag.