Artikel: Trump will Transsexuelle aus UNO-Sprache tilgen
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Anne-Mette
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Artikel: Trump will Transsexuelle aus UNO„Sprache tilgen

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier gibt es weitere Informationen: https://www.srf.ch/news/international/n ... che-tilgen

Zum Thema "Trump und Transgender" meldet sich sogar die BILD: Offener Brief zum Schutz von Transgendern | 1600 Wissenschaftler
ermahnen Trump

Gruß
Anne-Mette
Lea92
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Re: Artikel: Trump will Transsexuelle aus UNO„Sprache tilgen

Post 2 im Thema

Beitrag von Lea92 »

Man kann nur hoffen, dass die Republikaner heute die bitterste Niederlage ihrer Geschichte erleiden, denn dann dürfte selbst in der eigenen Partei der Rückhalt für Trump schwinden. Wer sonst soll schließlich dafür verantwortlich sein?
Körper ganz Mann, Kopf halb Mann, halb Frau, doch auch eine halbe Frau braucht auch Freiheiten und will sich gelegentlich mal zeigen.
Marlene
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Post 3 im Thema

Beitrag von Marlene »

Hoffentlich fliegt diese Lusche bald wieder raus... Unerträglich.
Michi
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Re: Artikel: Trump will Transsexuelle aus UNO„Sprache tilgen

Post 4 im Thema

Beitrag von Michi »

Was ich gestern von einem Youtuber bzgl. Politik und (nicht!) Wählen gehen gehört und an Kommentaren unter dem Video gelesen habe, lässt leider befürchten, dass solche populistischen Typen wie Trump weltweit noch weiter Aufwind bekommen. Ich schaue den Kanal dieses Youtubers, weil er normalerweise Beiträge im Bereich Holzwerken macht. Das er sich zu Politik äußert, hat mich verwundert. Die stark verkürzte Kernaussage: Wählen gehen ist Scheiße und bringt nicht, weil alle Politiker Scheiße sind. Man hat so langsam den Eindruck, viele Leute sehnen sich inzwischen regelrecht nach Diktatoren, die endlich mal ordentlich durchgreifen, und es juckt sie kein bisschen, oder sie fänden es gar wünschenswert, wenn die ganzen bunten Minderheiten, Flüchtlinge, Migranten und Unterschichtler dabei auf der Strecke bleiben, draufgehen oder sonst irgendwie beseitigt werden. Siehe z.B. Brasilien. Aber so weit braucht man gar nicht zu schauen. Auch in Europa gibt es entsprechende Tendenzen.

:cry:
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Post 5 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hi..

nicht wählen gehen ist ziemlich schlecht! Aber ich sehe es so, auch wenn kaum etwas wählbar ist, sollte es die beste Alternative sein, die man wählt. Die fängt allerdings nicht mit A an und hört mit D auf!

Zu Trump möchte ich am Liebsten gar nichts sagen, nur das er ein engstirniger Egoist ist-zum Glück haben seine Vorfahren damals die Pfalz verlassen,
sonst wäre er noch hier Politiker geworden..

Alles Liebe Marie
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Re: Artikel: Trump will Transsexuelle aus UNO„Sprache tilgen

Post 6 im Thema

Beitrag von Conny73 »

Wie Dieter Nuhr es so schön sagte:

"Wählen ist genau wie Zahnarzt. Geht man nicht hin, wird es braun"!

Ich weiß auch nicht wie ich diesen ganzen Mist mit den Populisten einordnen soll. Scheinbar macht sich niemand ausreichend Gedanken darüber wohin sowas führen kann. Ich für meinen Teil mache mir da recht große Sorgen und hoffe irgendwie, dass die ganze Nummer bei irgendeinem dieser Trumps und Mini-Trumps komplett in die Hose geht. Vielleicht merken dann die "Protestwähler" und Nichtwähler ja, was sie anrichten.

Irgendwer sagte mal, dass Geschichte sich immer wiederholt. Einmal als Tragödie und einmal als Farce. Hoffentlich war die letzte Runde die Tragödie.

Liebe Grüße
Conny
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Post 7 im Thema

Beitrag von Jaddy »

MichiWell hat geschrieben: Di 6. Nov 2018, 18:21Was ich gestern von einem Youtuber bzgl. Politik und (nicht!) Wählen gehen gehört und an Kommentaren unter dem Video gelesen habe, lässt leider befürchten, dass solche populistischen Typen wie Trump weltweit noch weiter Aufwind bekommen. Ich schaue den Kanal dieses Youtubers, weil er normalerweise Beiträge im Bereich Holzwerken macht. Das er sich zu Politik äußert, hat mich verwundert. Die stark verkürzte Kernaussage: Wählen gehen ist Scheiße und bringt nicht, weil alle Politiker Scheiße sind.
Dazu gab es heute gerade die Meldung von Facebook und Instagram, dass organisierte - und von irgendwem bezahlte - Trollfarmen genau diese Botschaft verbreiten. Und zwar eben über Kanäle, die sonst eher unpolitisch sind. Keine Ahnung, ob das so einer war, aber es lohnt sich wohl, auch scheinbar harmlose Accounts zu hinterfragen.
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Re: Artikel: Trump will Transsexuelle aus UNO„Sprache tilgen

Post 8 im Thema

Beitrag von Michi »

Jaddy hat geschrieben: Di 6. Nov 2018, 21:09
MichiWell hat geschrieben: Di 6. Nov 2018, 18:21Was ich gestern von einem Youtuber bzgl. Politik und (nicht!) Wählen gehen gehört und an Kommentaren unter dem Video gelesen habe, lässt leider befürchten, dass solche populistischen Typen wie Trump weltweit noch weiter Aufwind bekommen. Ich schaue den Kanal dieses Youtubers, weil er normalerweise Beiträge im Bereich Holzwerken macht. Das er sich zu Politik äußert, hat mich verwundert. Die stark verkürzte Kernaussage: Wählen gehen ist Scheiße und bringt nicht, weil alle Politiker Scheiße sind.
Dazu gab es heute gerade die Meldung von Facebook und Instagram, dass organisierte - und von irgendwem bezahlte - Trollfarmen genau diese Botschaft verbreiten. Und zwar eben über Kanäle, die sonst eher unpolitisch sind. Keine Ahnung, ob das so einer war, aber es lohnt sich wohl, auch scheinbar harmlose Accounts zu hinterfragen.
Ganz sicher ist dieser Youtuber kein Fake oder Troll. Das ist ja das Schlimme! Du darfst mir schon zutrauen, dass ich da mal genauer hinschaue.

Oder glaubst du ernsthaft, dass sich jemand 3-4 Jahre hin setzt, sehr aufwändig rund tausend Videos zum Thema Holzwerken produziert, in denen er auch immer wieder zu sehen ist, nur um gestern ein Video einstellen zu können, in dem er sich die Kamera ins Gesicht hält, und sagen zu können, dass er vom Wählen gehen nichts hält.

Es sind durchaus Kräfte am Werk, die bereit sind, ohne Rücksicht die technischen Mittel zur Manipulation zu nutzen, die die moderne Technik bietet. Siehe z.B. hier:

Fake America Great Again - Wie Facebook und Co. die Demokratie gefährden | ARTE

Doch man sollte ebenso in Erwägung ziehen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bürger etlicher Länder durch das jahrzehntelange ... Agieren von Politikern auf die eine oder andere Weise derart desillusioniert wurden, dass sie so reagieren wie sie reagieren.

Man muss das nicht gut finden, um darüber zu schreiben. Ganz im Gegenteil.

Ich finde es ehrlich sogar ziemlich dumm, wenn sich Menschen ein noch größeres Übel in Kauf nehmen, weil sie das Gefühl haben, an den aktuellen Mißständen nichts ändern zu können, und alleine vom Wunsch beseelt sind, irgendwie denen zu schaden, denen es zu Zeit vermeintlich oder tatsächlich zu gut geht.

Jedoch ein mögliches und nicht gerade unwahrscheinliches Problem zu leugnen oder zu verdrängen, nur weil es unangenehm zu denken ist, das wäre ebenfalls ziemlich dumm und begünstigt leider gerade wieder nur jene, die unsere Errungenschaften tatsächlich zerstören wollen.
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Re: Artikel: Trump will Transsexuelle aus UNO„Sprache tilgen

Post 9 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Wählen gehen hin oder her, was das Trumpeltier in den USA gerade anstellt, ist höchst Besorgnis erregend. Er spaltet die Bevölkerung und damit das Land, noch weiter, als es dies zuvor ohnehin schon war. Ich hatte und habe jüngst das teils große aber teils auch sehr zweifelhafte Vergnügen, länger in den USA unterwegs zu sein, praktisch dort zu leben, zuletzt zweieinhalb Monate und bald wieder einige Wochen. Vielleicht stehe ich bald davor mir sogar eine Wohnung dort nehmen zu müssen. Und dann? Dann sitze ich mitten drin in dem Schlamassel, den das Trumpeltier anrichtet.

Die USA sind ein wunderbares Land und die meisten Amerikaner tolle Menschen - sehr offen, herzlich und allgemein sehr willkommend. Doch aus ihrer Geschichte heraus sind die USA ein höchst ambivalentes Land, ein Land der größten Widersprüche, die teilweise nur eine Straßenbreite auseinander liegen. Was im einen Bundesstaat selbstverständlich ist, kann im nächsten schon mit Gefängnis belegt sein. Auf dieser Seite der Brücke bist Du sicher, auf der anderen Seite kann es sein, dass Du in Minuten erschossen wirst. Dort drüben wohnt die Familie Ford (die von den Ford Werken), hier drüben haben sie nichts zu essen. So schilderte es mir mein Cousin, als wir ihn und seine Familie vor ein paar Jahren in Detroit besuchten. Es ist ein beklemmendes und sehr befremdliches Gefühl, für jemand die aus Deutschland kommt, wo wir uns über ein paar Dinge keine Gedanken machen müssen, wie soziale Absicherung (niemand _muss_ hier auf der Straße leben), gesicherter Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung, Rechtsstaatlichkeit, ein großes Maß an Sicherheit in der Öffentlichkeit.

Je nachdem wo man sich in den USA befindet, kann dies alles in Frage gestellt werden - und dafür kann das Überqueren einer Straße ausreichend sein. Was eben noch als unverrückbar galt, im nächsten Augenblick kann es verloren sein. Die Grenzen und Widerstände für solche Veränderungen sind dort viel dünner als hier, nicht zuletzt hervorgerufen durch den viel stärkeren Föderalismus. Die Bundesstaaten sind dort sehr viel autonomer, als es unsere Bundesländer sind. Bundesgesetze können nur bedingt in die Bundesstaaten greifen. Die USA sind daher ein sehr fragiles Gebilde aus Bundesregierung, der nun Trump vorsteht, und den recht autonomen Bundesstaaten. Nach außen kann Trump viel, denn er ist mit seiner Regierung für die Bundespolitik zuständig, doch nach innen ist seine Macht durch die Bundesstaaten begrenzt. Dorn im Auge sind ihm progressive Bundesstaaten, wie allen voran Kalifornien, Washington oder New York. Machen kann er gegen diese nicht wirklich viel, aber Angst, Hass und Zwiespalt schüren! Und diese Klaviatur beherrscht er leider sehr gut.

Die USA sind ein zutiefst zersplittertes Land. Was das Reisen darin super interessant macht! Wohl in keinem anderen Land findet man sonst derartigen Vielfalt, von Tropen über Wüsten bishin zu Permafrost Steppe, alles vorhanden und damit auch die unterschiedlichen Menschen, die darin leben. Die isolierten Farmer im Corn Belt, die religiösen Fundamentalisten im Bible Belt, die Groß- und Größtstädter in Mega Städten wie New York oder Los Angeles, der überschäumende Tech Kapitalismus des Silicon Valley, die blinde Ressourcen Ausbeutung von Erdöl im Süden und Fracking im Zentrum - geheiligt ist, was den "Way of Life" erhält und womit sich Geld verdienen lässt. Im Gegensatz dazu ist sogar ganz Europa homogen.

In einer Gegend, in der die nächste Stadt mehrere Auto Stunden entfernt ist, die Gesundheitsversorgung unsicher, weil man sich keine Krankenversicherung leisten kann, der Sheriff des nächsten Dorfes das Recht interpretiert wie er es für richtig hält und ein Baptisten Priester die einzige moralische Instanz im Umkreis von 100km ist, in einer solchen Region werden die besten Menschen anfällig. Gute Menschen, die nur ihr Leben leben wollen, so sicher wie sie es können, für sich und ihre Lieben. Heilsversprechungen eines Donald Trump fallen hier auf nahrhaften Boden. Oder dort, wo seit Jahre die Schwerindustrie zugrunde geht - wegen schlechter Wirtschaftspolitik oder schlicht weil ihre Zeit gekommen und die natürlichen Ressourcen erschöpft sind. Die Menschen die es dort erwischt, die ihre Jobs verloren haben und nun buchstäblich von den Banken auf die Straßen gesetzt werden, denen geht es miserabel! Keine soziale Absicherung, keine Gesundheitsversorgung. Diese suchen natürlich nach Schuldigen und sie suchen nach Lösungen. Wer könnte es ihnen verdenken? Ein Trump bietet ihnen beides an, wenngleich er natürlich nicht liefern kann, doch wer sieht schon so weit? Wer möchte so weit sehen?

Ich kann es nachvollziehen, was in den USA passiert, aber es verängstigt mich zutiefst. Ich habe den kalten Krieg noch sehr bewusst erlebt und die Feindbilder die hier aufgebaut werden erinnern mich sehr an früher. Zuerst war es der völlig fanatische Feldzug gegen die Kommunisten von Nixon und McCarthy, dann der blinde Vernichtungsfeldzug gegen die UDSSR und das (angeblich) kommunistische China (beides möchte ich nicht gutheißen, aber der Umgang durch die westlichen Länder mit diesen Staaten, getrieben von den USA, hat die Situation bis zum Glasnost von Gorbatschow nur angeheizt und nicht gelöst). Heute ist es Trumps Feldzug "America First", natürlich das weiße, dominant männliche Amerika. Trump appelliert dabei an den amerikanischen Traum der Nachkriegsjahre, das Wirtschaftswunder, den Traum, das jeder etwas aus sich machen kann, wenn man nur hart genug dafür arbeitet. Das das natürlich eine nicht mehr einzuhaltende Phantasie ist, sollte jeder Vernunft begabte Mensch schnell herausfinden können. Doch mit dem Rücken zur Wand fällt vorausschauendes Denken doch deutlich schwerer.

Lange Zeit empfand ich die USA bzgl trans* und trans* Aktivismus weit voraus. Man schaue sich nur alleine mal die Literatur zu und von trans* an, eine deutliche US Amerikanische Mehrheit. Unter Obama wurden Bundesgesetze und Verordnungen erlassen, die trans* Personen Diskriminierungsschutz zusicherten und zum ersten mal in der Geschichte der USA konnten Bundesdokumente wie Pässe für trans* Personen durch einfachen Antrag geändert werden! Höhepunkt war für mich die Rede der Generalstaatsanwältin Loretta Lynch, als sie das Verfahren gegen South Carolina wegen der Toiletten Gesetze gegen trans* Menschen ankündigte: https://heavy.com/news/2016/05/loretta- ... ipt-video/
"
Let me also speak directly to the transgender community itself. Some of you have lived freely for decades. Others of you are still wondering how you can possibly live the lives you were born to lead. But no matter how isolated or scared you may feel today, the Department of Justice and the entire Obama Administration wants you to know that we see you; we stand with you; and we will do everything we can to protect you going forward.
"
Übersetzt:
"
Lassen Sie mich nun die Transgender Community direkt ansprechen. Einige von ihnen führen seit Jahren ein freies Leben. Andere fragen sich noch immer, wie sie jemals das Leben führen können, zu dem sie geboren wurden. Aber egal wie isoliert oder verängstigt sie sich heute fühlen mögen, das Justizministerium und die gesamte Obama Regierung versichern ihnen, wir sehen sie, wir stehen ihnen bei und wir werden weiter alles tun, um sie zu beschützen.
"
Mir ging es wohl wie vielen trans* Menschen, als wir dies zum ersten mal hörten, sahen oder lasen - Gänsehaut und Tränen. So großartig kann dieses Land und seine Menschen sein.

Seit Trump im Amt ist, werden alle trans* freundlichen Verordnungen Stück für Stück demontiert. Die Gegner von Diskriminierungsschutz versammeln sich unter dem Deckmantel von Freiheit und Föderalismus - das müssen die Bundesstaaten selbst entscheiden, was natürlich dafür Tür und Tor öffnet, dass es kein Bundesstaat tun wird. Warum auch? Warum sollte man eine Minderheit schützen und eine Mehrheit damit ggf. verärgern? Viel zu unbequem. Und so gibt es nun Bathroom Bills (in einigen Bundesstaaten stehen Strafen auf den Besuch der "falschen" öffentlichen Toilette), die Armee darf wieder trans* Menschen den Dienst verweigern (wenn ihr mich fragt kein Verlust, aber es soll ja trans* Menschen geben, die unbedingt zur Armee wollen - und in Anbetracht der Größe des militärisch industriellen Komplexes in den USA bedeutet nicht für die Armee arbeiten zu dürfen eine signifikante Einschränkung der Berufschancen), trans* Menschen können in manchen Staaten fristlos im Job gekündigt werden oder ihre Wohnung verlieren, nur weil sie eben trans* sind. Die Liste ist ausbaufähig.

Die Zivilisationsdecke ist dünn, die uns trägt. Das sage ich schon seit Jahren. Wir sind eine Belastung für die Gesellschaft, so ist es einfach. Die Gesellschaft als solche wird uns nie freiwillig tragen, das sagt schon die Physik, ein System tendiert immer zu einem Zustand der geringsten Energie. Wir stören das System, wir sorgen dafür, dass das System mehr Energie aufwenden muss. Daher brauchen wir die Unterstützung des Staates, durch Gesetze und Verordnungen, um uns das Recht für unseren erhöhten Energiebedarf zuzubilligen und dieses Recht abzusichern. Nimmt man uns die Rechte weg, werden wir zu Freiwild, zu einer zu beseitigenden Störung.

Wo dies in den USA noch hinführen wird, ist mir völlig schleierhaft. Die Menschen mit denen ich zu tun habe sind großartig! Super liebe Menschen, höflich, zurückhaltend, willkommend, freundlich, hilfsbereit. Doch was ist abseits meines Weges? Auf der anderen Seite der Straße? In der nächsten Stadt, dem nächsten Bundesstaat?

Ein weiterer Cousin von mir lebt südlich von Detroit mit seiner Frau, seit fast 30 Jahren. Ihre Familie stammt aus Nigeria, sie ist also schwarz, so auch ihr gemeinsamer Sohn. Jetzt könnte man meinen, in den USA sei die Rassentrennung seit Jahrzehnten überwunden? Weit gefehlt. Sie leben außerhalb des kleinen Städtchens, an einer kleinen Straße an Ortsrand. Keines der umliegenden Häuser ist näher als vielleicht 300m. Auf der kleinen Straße ist praktisch kein Verkehr, von der Straße zu ihrem Haus sind es fast 100m - das Grundstück ist groß, ja. Ich war völlig schockiert als sie mir erzählte, dass sie in den 30 Jahren wohl nur ein Dutzend mal die Auffahrt hinunter gegangen sei; sie hat ein schlechtes Gefühl dabei, weil sie schwarz ist, in einem überwiegend weißen Viertel.

Sprache schafft Wirklichkeit.
Und die Zivilisationsdecke ist dünn.

Es geht nicht darum, einen Begriff zu verändern.
Es geht darum, Diskriminierung zu legalisieren.
Es geht darum, eine (weitere) Minderheit auszugrenzen.

"Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."
(Martin Niemöller)

Heute mag es noch fast amüsant erscheinen, dass man sich über einen Begriff wie "gender" in einer UN Deklaration echauffiert. Doch die Folgen können beträchtlich sein. Es ist der Anfang zur Umkehr dessen, was wir in den letzten Jahrzehnten erreicht haben. Wie in so vielen Dingen sind die USA wie eine Petrischale im Brutkasten, dort werden die Dinge von morgen ausgegoren - Kapitalmarkt, Technologie, Soziologie, Menschenrechte.

Die USA sind ein wunderbares Land und die meisten Amerikaner tolle Menschen.
Ich werde wieder dorthin reisen, nächste Woche schon.
Doch ich werde stetig vorsichtiger sein; sein müssen.

Gute Nacht -
liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Ronda_PTL
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Re: Artikel: Trump will Transsexuelle aus UNO„Sprache tilgen

Post 10 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

Hi zusammen, Ihr zu Recht Besorgten, Wütenden und Mahnenden im Thread, wohin uns gefährliche Narzissten wie TrumpSTER und Co. ganz schnell wieder katapultieren können (und auch wollen!)

Ich bin ja AmerikanerIn und recht gut vertraut mit den politischen Aufs & Abs zu beiden Seiten des großen Teichs. Noch nie vorher aber war meine Sorge um die globalen, anti-demokratischen, diktatorischen und schlicht faschistischen Strömungen so groß, wie seit den unsäglichen Angriffen auf humanistische Errungenschaften, auf die fragile dünne Eisdecke auf dem gefährlich brodelnden Wassern darunter!
The Fake President und die blinden, tief gespaltenen Bürger verhalten sich wie die Mitläufer aus tiefbraunen Tagen des Faschismus, bejubeln ihren eigenen Metzger genau wie in den frühen Tagen, als sich die NAZI-Agitation wie ein Krebsgeschwür in Europa ausbreitete.😱

Wenn einer nur skrupellos, egoman und psychisch gefährlich genug ist, sind auch Nationen wie die großartigen, multikulturellen und mit vielen Checks & Balances ausgelegten USA eben nicht immun gegen solche braune Tsunamiwellen. Und genau diesen Kurs der Destruktivität fährt die vergiftete #45 Administration seit sie Washington / das Land gekapert hat.

Dennoch bin ich als optimistische KämpferIn noch immer der Meinung, dass wir alle, jede(r) Sandkörner in diesem potenziell apokalyptischen Getriebe sein können und müssen. Was ja auch die inzwischen sehr engagierten US GrassRoots Widerstands Bewegungen eindrucksvoll gezeigt haben! "Yes, we STILL can & will!" 🌈✌🏼✊🏻👍🏼

Meinen Dank BTW an Nicole und Michi für Eure toll geschriebenen Beträge. 🤗

"Nie wieder! Never again!" ✌🏼👍🏼

Eure Ronda 👩🏻
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

"Don't dream it. Be it!" (Rocky Horror Picture Show)
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Re: Artikel: Trump will Transsexuelle aus UNO„Sprache tilgen

Post 11 im Thema

Beitrag von Marlene »

Hallo,
danke für Eure Ausführungen. Sehr aufschlussreich aber auch beängstigend.

Nüchtern betrachtet haben wir die Wahl zwischen Pest und Cholera... Warum sollten wir uns wesentlich vom Tierreich unterscheiden? Wer nicht ins gängige Schema paßt, wird ausgestoßen und bekämpft. So ist das. Also sehen, dass man nicht in die Schußlinie gerät und hoffen, dass es irgendwie weitergeht, denn mit Appellen an die Vernunft und mit Nachdenken kommt man doch nicht weiter. Diese Dämagogen verstehen ihr "Handwerk" vorzüglich und setzen alles dran es in ihrem Sinne fortzuführen; dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Fazit: Jeden Tag so leben, als wäre es der letzte und sich freuen, wenn es wieder "gut gegangen" ist... Scheint leider so.

Viele Grüße. Marlene
Antworten

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