Der Code der sexuellen Outsider
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zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Marlene K.
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Der Code der sexuellen Outsider

Post 1 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

http://www.taz.de/!5548666/
Der Code der schwulen Subkultur

Die Dokumentation "Kaliarda" von Regisseurin Paola Revenioti gibt Einblick in die Verständigung queerer Griechen in früheren Zeiten.

Die Sprache entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wurde zum Teil auch von Klienten und anderen Personen der Unterwelt verstanden und gesprochen, wie der junge Linguistik-­wissenschaftler Eugene Tsakos betont. Er nennt Kaliarda einen "Kryptolekt", also einen codierten Dialekt, den nur Eingeweihte entschlüsseln können. Das Wort selbst bedeute "hässliche, vulgäre Wörter". Es ist, das wird im Film und in den Gesprächen mit Tsakos und Revenioti deutlich, kein in sich geschlossenes Sprachsystem mit eigener Grammatik, sondern ein Vokabular von rund 6.000 Begriffen, die nur einer Minderheit zugänglich waren.

Die am meisten verwendeten Wörter sind dabei Bezeichnungen aus dem Bereich sexueller Kontakte, etwa "tsoli" für einen aktiven Heterotypen, der Sex mit Transen oder passiven Schwulen sucht, ob er "latso" (gut) oder "koulo" (gefährlich) ist. Es gibt Begriffe für Diebe unter den Klienten ("tzournevei") ebenso wie für Polizei ("rouna").

Anders als die in Großbritannien von Homosexuellen, Theaterleuten und Schaustellern vor allem in den 1940er und 1950er Jahren verwendete Geheimsprache Polari, die auf einem Mix aus italienischen Begriffen und Cockney-Slang basierte, sind Wörter in Kaliarda, wenn sie nicht gleich von einzelnen Personen frei erfunden und nur im engsten Freundeskreis verwendet wurden, Abwandlungen aus einer Vielzahl von Sprachen, vor allem aber aus dem Romani. Tsakos sieht das in der gemeinsamen Erfahrung der Homosexuellen und Roma als sozial marginalisierte Gruppen begründet.

Von den Achtzigern an haben manche Begriffe Eingang in die Popkultur gefunden, wurden im griechischen TV in Sitcoms und Satiresendungen ebenso verwendet wie in Klatschkolumnen, auch die nichthomosexuelle Umgangssprache hat einige Slangwörter absorbiert, inzwischen ist sogar ein Sprachlexikon mit den wichtigsten Begriffen veröffentlicht.
Der Artikel in der heutigen TAZ erwähnt einen Film über ein Phänomen, das es wohl in allen Ländern mit ähnlichen Vorzeichen gab. Auch die Verbindung verschiedener Subkulturen könnten wir, vermute ich, auch in Deutschland nachweisen. Wäre mal eine historische und linguistische Untersuchung wert.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Laila-Sarah
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Re: Der Code der sexuellen Outsider

Post 2 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

Sinn von Codes und Verschlüsselungen ist ja die Geheimhaltung, da aber die queere Kultur immer mehr im Mainstream akzeptiert wird, wird sich zwangsläufig auch die Notwendigkeit der Codes relativieren. Ich denke in anderen Regionen der Welt, wo diese Barrieren immer noch sehr präsent sind wird es bestimmt noch Geheimcodes galore geben.

VlG
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