Guten Abend zusammen,
ich möchte auch nochmal was dazu sagen, zumal mein Name zu der Thematik ja hier gefallen ist.
Wie Ihr ja wisst, versuche ich, zwischen Mann und Frau
für mich möglichst streng zu trennen. Das bereitet mir ganz persönlich Freude, und ich mag es, mir gefällt es, wenn der Kontrast zwischen diesen beiden Teilen meiner Seele möglichst groß ist. Der langweilige Typ mit seinen gemeinhin als "typisch männlich" angesehenen Interessen und Hobbies auf der einen, das (wie auch immer) Mädel auf der anderen Seite.
Das war nicht immer so. Früher, als ich wesentlich weniger Möglichkeiten (und vor allem eigenen Mut) hatte, die Frau auszuleben, habe ich viel mehr weibliche Attribute (vor allem Kleidung) möglichst dezent in den männlichen Alltag gemischt. Mal eine Leggings oder Strumpfhose unter der Jeans hier, eine offen getragene Leggings (dann bitte zum Sport/Laufen), ein möglichst neutrales Tuch da, oder eine engere Hose etwas hochgekrempelt... Es war besser als nichts, wenn keine andere Möglichkeit bestand, aber wirklich zufrieden war ich damit für mich nie. Das mache ich heute gar nicht mehr.
Umgekehrt, also "männliche Sachen" in die weibliche Seite eingemischt, habe ich nie, denn dadurch geht ja mühsam aufgebaute Weiblichkeit verloren. Cismädels sind da eben im Vorteil, die sehen immer noch weiblich aus, auch wenn sie beispielsweise eine Hose aus der Herrenabteilung anziehen.
Der Weg zum heutigen Status war lang und wahrlich nicht immer einfach, ich denke, das kennen hier wohl viele. Ich bin jedenfalls froh und glücklich, die Frau nun so auszuleben, wie ich es aktuell mache. Stand heute soll das auch so bleiben und nicht weiter in Richtung "immer Frau" gehen, Ihr wißt schon, was ich meine.
Der "Boyfriend" ist bei mir vor allem ein sprachlicher Gag, der mir eines Tages einfiel, ich lustig fand und daraufhin beibehielt.
Ich ganz persönlich mag halt die Begriffe "Frauenmodus/Männermodus" nicht. Ich bin keine Maschine, die die Betriebsart wechselt. Auch Begriffe wie enfemme oder enhomme sagen mir ganz persönlich nicht zu, ebenso wenig wie "ich habe dasunddas als Mann oder dasunddas als Frau erlebt". Mit mir und dem Boyfriend, das finde ich lustig, mir gefällt es, und ich verwende es gerne mit einem Augenzwinkern, das ich nicht immer mit dem entsprechenden Smilie unterstreiche, aber eigentlich immer gemeint ist. Wer das auch lustig findet, freut mich, wer es nicht mag, auch gut, es muß ja nicht jeder oder jedem gefallen. Eine gespaltene Persönlichkeit bin ich deswegen sicherlich nicht.
Wenn ich unterwegs bin, als was auch immer, habe ich auch nicht den Boyfriend oder die Gaby in der Tasche dabei (auch wenn das, rein physikalisch betrachtet, schonmal vorkommt). Nein, ich ziehe mich als Mann oder als Frau an, so wie mir gerade ist und/oder die Gegebenheiten es eben ermöglichen. Ich leide keine Not als Typ, ich werde nur knatschig, wenn ich nicht ab und an das Mädel ausleben kann. Ich bin es immer, aber ich lebe es eben nicht immer aus.
Und abschließend: ich fühle mich weder angegriffen, noch rechtfertige ich mich, noch möchte ich, dass sich irgendjemand angegriffen fühlt.
Liebe Grüße
die Gaby.
