Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.
Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen. - # 5

Michi
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 61 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Ralf-Marlene,

ich möchte mal noch einen Gedanken einwerfen, der mir schon die ganze Zeit im Kopf herumspukte, und den ich erst jetzt - nach deinem Versuch einer Zusammenfassung benennen kann:

Immer wenn wir bisher über Vorurteile geschrieben haben, ging es ausschließlich um negative gedeutete Vorurteile und die negative Besetzung des Begriffs. Dabei sind Vorurteile nicht nur nicht per se schlecht, sondern wir haben genau so Vorurteile, auf Grund derer wir Situationen oder Individuen positiv bewerten. Wer z.B. als Kind keine schlechten Erfahrungen mit seiner Mutter und/oder seinem Vater gemacht hat - und das war wohl die große Mehrheit, war doch automatisch auch den Vätern und Müttern anderer Kinder positiv eingestellt.

Vielleicht könnte dieser Gedanke der Diskussion neuen Schwung geben?


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Frieda
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 62 im Thema

Beitrag von Frieda »

ICH UNTERSTREICHE IN DIESEM THREAD JEDEN POST VON JASMIN, MARIE UND AUCH VICKY!


Ralf-Marlene!?
Du hast es ja zugegeben, dass du nicht denken kannst wie Jasmine....und genau das ist das Thema.
Jasmine und auch Vicky zeigen dir eine (völlig) neue Seite, eine (völlige)neue Herangehensweise und wie stehst du dieser gegenüber?
In meiner Wahrnehmung, wird dir das Leben immer wieder Kämpfe schicken, wenn du ständig am suchen bist, wo der Feind lauern könnte.
In meiner Wahrnehmung hast du nicht verstanden das Jasmine nicht naiv ist!
Wo bringt uns unser Ego denn hin? Egoistisches Denken bringt am Ende immer nur Kampf.

Was ist zB mit den Menschen in Tibet die von China unterdrückt werden?
Euer Reden hier dreht sich sry nur um eure Welt? Ihr sucht Sicherheiten um selbst ohne Leid durch diese Welt, euren Alltag zu kommen.
Ihr klagt sehr laut über euer Leid. Habt ihr in all den Jahren schon mal in der Presse gehört, gelesen, das die Menschen sich in Tibet so laut, so stark, so oft beschweren über ihr Leid? China hat so viel Leid über Tibet gebracht. Hat so viele Tibeter/Buddhisten in Gefangenschaft genommen und trotzdem werden diese Wesen sich nicht unterkriegen lassen, werden sie nicht, wie die Chinesische Armee oder die Chinesischen Politiker kämpfen. Sie werden ihr höchstes Gut, den Glauben an das Gute im Menschen sich nicht nehmen lassen....zB der Fall der Mauer hat den Menschen in Tibet Hoffnung geschenkt (wusstet ihr dass?).

Sry Ralf-Marlene in meiner Wahrnehmung schreitest du noch mit ausgelatschten Pantoffeln dahin, und wünschst dir aber Veränderung?
Wie willst du Veränderungen erreichen, wenn du schon ein einfaches Gespräch mit Jasmine nicht weiter führst?
Ich verstehe Ihre Worte, weil es mir mit meiner HSP genauso geht. Ihre und meine Worte sind kein Hokuspokus. Sie zeigen Neues!
Es liegt an jedem selbst was er will und was er bereit ist dafür zu tun.
Weiterhin habe ich die Überzeugung das unser Hirn sich verändern kann, denn sonst würden wir nie lernen zB eine Schleife zu binden oder oder oder. Unser wahrer Feind ist nicht der Mensch der uns gegenüber steht, sondern wir sind unser Feind. Unsere ausgelatschten bequemen Gewohnheiten, Denkmuster sind unser wahres Problem. Wir bilden uns arrogant ein, nur weil ICH so denke und schon immer so denke, dann ist dieses Denken auch richtig. Es ist sehr sehr schwer sich neues denken an zu trainieren. Die Faulheit und Bequemlichkeit hält uns ab.

In meiner Wahrnehmung werden sich unsere Probleme nicht lösen solange wir uns immer nur um unser ICH, unser eigenes Ego uns drehen.
Das Gegenteil von Egoismus ist Altruismus...das brauche ich dir nicht erklären Ralf-Marlene, so gekonnt wie du mit Worten umgehen kannst.

Ich selbst (und ich schwöre es beim Leben meiner Kinder), habe es mit ehrlicher, wahrer Metta-Meditation (Metta=liebende Güte) geschafft, meinen Feinden unter denen ich viele viele Jahre gelitten habe, zu vergeben, und ich kann ihnen heute auch für sich selbst alles Gute wünschen. Vermutlich wirst du dieses nicht verstehen Ralf, aber sich immer wieder täglich hinzusetzen, sich mental seien Ängsten stellen, immer wieder zu zittern und während der Meditation die Tränen laufen zu lassen, bringt einen auf den Weg zur liebenden Güte für jedes Wesens, auch unserer Feinde. Metta ist wie bedingslose Mutterliebe...sry. Nicht leicht! Aber machbar!

Thich Nhat Hanh wurde einmal gefragt, was würde er machen wenn er Bin Laden treffen würde. Seine Antwort war: "Ich setze mich zu ihm und höre ihm zu!" Was würdest du machen Ralf-Marlene?
Eine andere Frage die ich in meinen Büchern fand, war: "Würdest du einen Pullover von Hitler anziehen, wenn du weißt, dieser ist von ihm?" Was würdest du tun Ralf-Marlene?

Ich sagte es bereits, das ich jede Einzelne von euch, wie eine Pionierin sehe!
Ihr steht für neues Denken! Vielleicht solltet ihr auch neues Denken verkörpern!?
Ich bleibe positiv und überzeugt, dass ihr jeden einzelnen Tag Geschichte schreibt, und das Ihr irgendwann ins alltägliche Weltbild gehören werdet, wie Schwule oder Lesben zB heutzutage.

Beim Thema Ausländer übe ich mich trotz aller Schwierigkeiten jeden Tag, jedem Einzelnen aufgeschlossen gegenüber zu stehen, da ich mich auch bei Ihnen immer wieder frage, was würde ich an seiner Stelle mir wünschen.
Wie Jasmine bin ich nicht naiv, und lasse eine gewisse Vorsicht (Angst) in mir anwesend sein, aber ich lasse es nicht mehr zu, dass sie mich beherrscht.

Namaste🙏
Zuletzt geändert von Frieda am Mi 31. Okt 2018, 20:33, insgesamt 1-mal geändert.
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 63 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Frieda hat geschrieben: Mi 31. Okt 2018, 13:45 Wie Jasmine bin ich nicht naiv, und lasse eine gewisse Vorsicht (Angst) in mir anwesend sein, aber ich lasse es nicht mehr zu, dass sie mich beherrscht.
Hi zusammen,

ich finde Frieda bringt es mit dem Satz genau auf den Punkt! Liebendes Mitgefühl ist der Schlüssel für diese, übrigens auch meine Sicht. Natürlich
muss aber dazu die richtige Motivation bestehen-erst dann entwickelt es sich und kann so zugelassen werden.

Also warum hatte ich die Zahlenangaben zu den Tätern angeführt? Erst wenn man die Täter kennt, kann man ihnen auch vergeben. Mit der
Angabe der Nationalität kann dem ganzen Volk vergeben werden. Dafür sollte der Geist aber offen und frei von Verdunkelungen sein.

Und wenn ich das nun so sagen darf, das ist auch genau das, was wir von unseren Mitmenschen bräuchten, deren Denken an machen Ecken
recht eng ist.

Der Dalai Lama sagte: "Willst du, das andere glücklich sind? Liebe! Willst du selbst glücklich sein? Liebe!" auch wenn es schwer fällt!

Alles Liebe Marie ---)))
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Marlene K.
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 64 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Frieda hat geschrieben: Mi 31. Okt 2018, 13:45 ICH UNTERSTREICHE IN DIESEM THREAD JEDEN POST VON JASMIN UND AUCH VICKY!


Ralf-Marlene!?
Du hast es ja zugegeben, dass du nicht denken kannst wie Jasmine....und genau das ist das Thema.
Jasmine und auch Vicky zeigen dir eine (völlig) neue Seite, eine (völlige)neue Herangehensweise und wie stehst du dieser gegenüber?
In meiner Wahrnehmung, wird dir das Leben immer wieder Kämpfe schicken, wenn du ständig am suchen bist, wo der Feind lauern könnte.
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Wo bringt uns unser Ego denn hin? Egoistisches Denken bringt am Ende immer nur Kampf.

Was ist zB mit den Menschen in Tibet die von China unterdrückt werden?
Euer Reden hier dreht sich sry nur um eure Welt? Ihr sucht Sicherheiten um selbst ohne Leid durch diese Welt, euren Alltag zu kommen.
Ihr klagt sehr laut über euer Leid. Habt ihr in all den Jahren schon mal in der Presse gehört, gelesen, das die Menschen sich in Tibet so laut, so stark, so oft beschweren über ihr Leid? China hat so viel Leid über Tibet gebracht. Hat so viele Tibeter/Buddhisten in Gefangenschaft genommen und trotzdem werden diese Wesen sich nicht unterkriegen lassen, werden sie nicht, wie die Chinesische Armee oder die Chinesischen Politiker kämpfen. Sie werden ihr höchstes Gut, den Glauben an das Gute im Menschen sich nicht nehmen lassen....zB der Fall der Mauer hat den Menschen in Tibet Hoffnung geschenkt (wusstet ihr dass?).

Sry Ralf-Marlene in meiner Wahrnehmung schreitest du noch mit ausgelatschten Pantoffeln dahin, und wünschst dir aber Veränderung?
Wie willst du Veränderungen erreichen, wenn du schon ein einfaches Gespräch mit Jasmine nicht weiter führst?
Ich verstehe Ihre Worte, weil es mir mit meiner HSP genauso geht. Ihre und meine Worte sind kein Hokuspokus. Sie zeigen Neues!
Es liegt an jedem selbst was er will und was er bereit ist dafür zu tun.
Weiterhin habe ich die Überzeugung das unser Hirn sich verändern kann, denn sonst würden wir nie lernen zB eine Schleife zu binden oder oder oder. Unser wahrer Feind ist nicht der Mensch der uns gegenüber steht, sondern wir sind unser Feind. Unsere ausgelatschten bequemen Gewohnheiten, Denkmuster sind unser wahres Problem. Wir bilden uns arrogant ein, nur weil ICH so denke und schon immer so denke, dann ist dieses Denken auch richtig. Es ist sehr sehr schwer sich neues denken an zu trainieren. Die Faulheit und Bequemlichkeit hält uns ab.

In meiner Wahrnehmung werden sich unsere Probleme nicht lösen solange wir uns immer nur um unser ICH, unser eigenes Ego uns drehen.
Das Gegenteil von Egoismus ist Altruismus...das brauche ich dir nicht erklären Ralf-Marlene, so gekonnt wie du mit Worten umgehen kannst.

Ich selbst (und ich schwöre es beim Leben meiner Kinder), habe es mit ehrlicher, wahrer Metta-Meditation (Metta=liebende Güte) geschafft, meinen Feinden unter denen ich viele viele Jahre gelitten habe, zu vergeben, und ich kann ihnen heute auch für sich selbst alles Gute wünschen. Vermutlich wirst du dieses nicht verstehen Ralf, aber sich immer wieder täglich hinzusetzen, sich mental seien Ängsten stellen, immer wieder zu zittern und während der Meditation die Tränen laufen zu lassen, bringt einen auf den Weg zur liebenden Güte für jedes Wesens, auch unserer Feinde. Metta ist wie bedingslose Mutterliebe...sry. Nicht leicht! Aber machbar!

Thich Nhat Hanh wurde einmal gefragt, was würde er machen wenn er Bin Laden treffen würde. Seine Antwort war: "Ich setze mich zu ihm und höre ihm zu!" Was würdest du machen Ralf-Marlene?
Eine andere Frage die ich in meinen Büchern fand, war: "Würdest du einen Pullover von Hitler anziehen, wenn du weißt, dieser ist von ihm?" Was würdest du tun Ralf-Marlene?

Ich sagte es bereits, das ich jede Einzelne von euch, wie eine Pionierin sehe!
Ihr steht für neues Denken! Vielleicht solltet ihr auch neues Denken verkörpern!?
Ich bleibe positiv und überzeugt, dass ihr jeden einzelnen Tag Geschichte schreibt, und das Ihr irgendwann ins alltägliche Weltbild gehören werdet, wie Schwule oder Lesben zB heutzutage.

Beim Thema Ausländer übe ich mich trotz aller Schwierigkeiten jeden Tag, jedem Einzelnen aufgeschlossen gegenüber zu stehen, da ich mich auch bei Ihnen immer wieder frage, was würde ich an seiner Stelle mir wünschen.
Wie Jasmine bin ich nicht naiv, und lasse eine gewisse Vorsicht (Angst) in mir anwesend sein, aber ich lasse es nicht mehr zu, dass sie mich beherrscht.
Namaste🙏
Liebe Frieda,
wie ich lese steht Dein Urteil über mich fest:
Ich bin zu ich-zentriert und egoistisch und nicht bereit zu lernen. Entgegen Deiner Annahme muss ich Altruismus, da ich nur die ungefähre Bedeutung kenne, nachschauen. Jetzt weiß ich also auch, dass ich in Deinen Augen nicht zu liebevollem, selbstlosen Handeln in der Lage bin, es sei denn ich lasse mich sofort auf Deine Sicht der Dinge ein.

Ich habe Deine Aussagen für mich bewusst so ins Absolute gesetzt, und ich denke, dies ist auch durchaus die richtige Lesart.

Ich habe geschrieben, dass ich die Diskussion mit Jasmine für ausdiskutiert und die Argumente für ausgetauscht halte, nicht, dass ich Jasmines Denkweise ncht nachvollziehen kann.
Nachvollziehen heißt hier aber nicht für alleine richtig erachten. Für mich ist die Welt nicht schwarz-weiß, oft können zwei Positionen ihre Berechtigung haben. Wir müssen aber die Argumente nicht wieder und wieder austauschen.
Wie Jasmine bin ich nicht naiv, und lasse eine gewisse Vorsicht (Angst) in mir anwesend sein, aber ich lasse es nicht mehr zu, dass sie mich beherrscht.
Was sagst Du mit diesem Satz anderes als ich, wenn ich sage: Erfahrungen führen uns zu (Vor)Urteilen, ob wir wollen oder nicht. Es ist nur die Frage, ob wir diese Urteile hinterfragen, wie wir mit ihnen umgehen.
Ich denke, genau wie Du, versuche ich mich nicht von vorgefertigten Urteilen, Ängsten, übertragenen und anerzogenen Meinungen und ähnlichem beherrschen zu lassen.

Du liest aus dem, was ich hier schreibe, augenscheinlich dass ich ein*e vorurteilsbeladene*r, egoistischer, verbohrter Rassist*in sein muss, weil ich nicht Jasmines Grundannahme, ein Mensch könne unabhängig von seinen Erfahrungen werden, teile, ja, diese für falsch Halte.

Ich meine, wer sich die Enstehung seiner eigenen Urteile und Vorurteile und deren Beharrlichkeit nicht deutlich macht ist dazu verurteilt zu einem Gefangenen eben dieser Vorurteile zu werden.
Das ist mein Ansatz und nicht beständige Meditation. Ich bin Anhänger der buddhistischen Weltsicht, dass keine Existenz unabhängig von der anderen, lebe aber diesbezüglich keinen Dogmatismus.
Dies sagte übrigens schon Buddha selber. Sein Weg war sein Weg, er kann Beispiel sein, aber jedes Wesen muss seinen eigenen Weg finden.

In diesem Sinne mit Hochachtung vor Deinem Bemühen mit Deiner Welt in Einklang zu leben und den besten Wünschen
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Marlene K.
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 65 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Was mir beim weiteren Nachdenken auffiel: Es kann der Eindruck entstehen, ich seie zutiefst beleidigt. Das ist nicht so.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Du, liebe Frieda, nur die besten Absichten hattest. ich denke, ich kann die Linien, an denen Du entlang denkst, nachvollziehen.

Trotzdem lese ich die indirekten Aussagen, die Du über Deine (Vor)Urteile mir gegenüber machst, nicht überlesen und sie nicht teilen. Ich halte Jasmine auch nicht für naiv, ich denke, sie irrt in einer Grundannahme. Vicky und ich sind in einem offenen Austausch, ich habe nicht das Gefühl, dass Vicky annimmt, ich halte sie für naiv.
Marlene

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Luna
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 66 im Thema

Beitrag von Luna »

Hallo zusammen,
nun möchte ich auch mal meinen Senf zu diesem interessanten Thema abgeben.
Viel wurde bereits geschrieben und Manchem kann ich weitestgehend zustimmen.
Ich persönlich halte Vorurteile grundsätzlich für ein wertvolles, ja sogar unverzichtbares Asset. Sie erlauben die reflexartige Einschätzung von Situationen und Personen und damit ein oft richtiges Reagieren in einer Zeit, in der es bei reiflicher Überlegung nicht möglich wäre. Ich möchte nicht vorurteilsfrei auf ein Kätzchen zugehen, nur um nach Vorliegen aller relevanten Informationen festzustellen, dass ich einen Säbelzahntiger streichle.
Famous last words: "Es hätte aber auch ein Kätzchen sein können...".

Wichtig ist mir persönlich, mir immer wieder bewusst zu machen, dass diese - ich nenne es mal wertfrei - ersten Empfindungen nur ein mitunter leicht zu widerlegendes,
vorläufiges (sagt ja schon der Name) Urteil sind. Leider tendieren die Menschen aber in der Regel dazu, ihre Vorurteile bestätigt sehen zu wollen. Viele lesen (ausschließlich) die Zeitung, die ihrem persönlichen Meinungsspektrum entspricht, anstatt konträre Meinungen zu suchen. Es ist halt angenehmer die eigene Meinung bestätigt zu sehen, als sich einzugestehen, dass man sich im Irrtum befindet. Die sozialen Medien haben das erkannt und ihre Algorithmen entsprechend programmiert. Ergebnis: die berühmten Filterblasen.
Das Problem mit Vorurteilen ist (neben der Beharrungstendenz) mMn insbesondere, dass sie nicht nur auf persönlichen Erfahrungen beruhen, sondern auch auf Informationen Dritter. Man hört, liest usw., dass etwas oder jemand gefährlich ist etc. und nimmt das in den eigenen "Erfahrungsschatz" als Basis seiner Vorurteile auf. Und an diesem Punkt ist der Manipulation (insb. aber nicht nur) durch die Politik Tür und Tor geöffnet. Die berühmte "Angstmache". Das führt mich - über ein kleines Beispiel - zum Ausgangspunkt der Diskussion zurück:
Bei uns (Ö) erhielten die polizeilichen Medienstellen vom (von Parteifreunden als BIMAZ bereichneten) Innenminister die "Empfehlung", (insb.) bei Sexualdelikten proaktiv in die Medien zu gehen und dabei auch die Nationalität der Verdächtigen zu nennen. Diese Selektion im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit führt zu einer doppelten Verzerrung der öffentlichen Wahrnehmung: Erstens erscheint der Anteil dieser Delikte viel höher als er ist und zweitens werden Ausländer als Täter nochmal überproportional hoch präsentiert, und das obwohl die Polizei an sich nichts Unrichtiges berichtet hat. Ergebnis: Die vorhandenen Vorurteile werden massiv gestärkt und die unkritischen Leute laufen den vermeintlichen Heilsbringern hinterher.

Ich persönlich versuche daher die Vorteile meiner Vorurteile zu nützen, aber auch ihren Nachteilen zu begegnen, d.h. dennoch offen und kritisch zu bleiben.
Es könnte ja wirklich nur ein Kätzchen sein. :D

Alles Liebe
Luna
Exuser-2019-01-04
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 67 im Thema

Beitrag von Exuser-2019-01-04 »

Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 20:13 ... Ist ein Mitarbeiter frustriert, dann lade ihn zu einem Gespräch ein. Sag nichts, lass ihn so richtig ausheulen und ausmekern. Immer schön dabei nicken. Nach einer halben Stunde ist er sichtlich erleichtert. Er hat alles aus der Seele geredet. Niemand hat widersprochen. Er hatte recht. Man klopft ihn noch auf die Schulter und lächelt. Er steht auf und geht mit einem guten Gefühl. Aber, nichts hat sich zu vorher geändert. Alles ist so wie es war. Das finde ich immer schade. Am ende sollte sich etwas ändern um die Probleme dauerhaft zu lösen....
Warum nur denke ich jetzt gerade an Mutti Merkel - man denke sich jetzt nur "Mitarbeiter" durch "Bürger_innen" ersetzt...
Frieda
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 68 im Thema

Beitrag von Frieda »

Ralf-Marlene, ich schrieb vorhin doch etwas in Zeitdruck und wählte evtl manches Wort zu harsch...was ich bedauere falls ich verletzte.
Aber im Inhalt bin ich nicht wankelmütig.

Ich stimme dir zu, bei deinen Worten über Buddhas Lehre. Sie sind wie ein Flos um das Wasser zu überqueren. Ich weiß das er immer betont, das man nix blind glauben darf und nix naiv folgen soll...auch seinen Worten nicht.
Und ich unterliege auch keinen Dogmen, Ralf-Marlene!!!

Ich möchte dich noch etwas fragen Ralf-Marlene...auch diese Fragen musst du mir nicht beantworten, denn ich sehe dies niemals als zwingend an und ich nehme es auch nicht krum, wenn man mir nicht antworten möchte.
Bleiben wir mal bitte bei dem Beispiel, welches euch betrifft. Ohne euch zu verletzen und mit ehrlichem Respekt, möchte ich behaupten, dass ihr, jede Einzelne die mit dem Thema Trans in Berührung steht, "draußen" im Vergleich zur breiten Masse, ihr eher die Paradiesvögel seid (ich greife keine von euch an mit dieser Beschreibung, im Gegenteil).
In meiner Wahrnehmung solltet ihr doch wissen, wie es ist der Paradiesvogel zu sein. Wie man die Blicke im Nacken spürt. Wenn man sich traurig fühlt, weil man kein unbeschwertes Leben führen kann, nur weil andere ihre Sichtweisen haben, und sich stumpfsinnig und kaum einsichtig neuen öffnen können. Ihr wisst es doch, wie es ist alleine auf einer Seite stehen zu müssen, weil die Masse euch dort hin schiebt.
Ich verstehe es nicht! Eben weil ihr/du diese Gefühle und Gedanken doch kennt, warum bitte, warum fällt es euch/dir so schwer, nur ein bisschen sich zu öffnen für ein "Anderes denken", wie von Jasmine oder mir (zum Teil, mit Bedacht, nur zaghaft aus Angst vor Ablehnung) bisher beschrieben!?
Manchmal hatte ich schon den Gedanken, das ich in meinem Sein etwas anders, als gewöhnlich üblich, ich hier der Paradiesvogel unter euch "Normalos" bin.
Umso mehr freute ich mich lesen zu können, dass ich mich in Jasmine's Worten wieder finde.

Natürlich sprach ich dich an betreffs des Egos, ABER ich meinte nicht alleine dich liebe(r) Ralf-Marlene!!!! ICH MEINE UNS ALLE❗
Und ich halte dich auch nicht für rassistisch!!!!

Unser heutiges denken, hat sich in der Vergangenheit dahin entwickelt das der Egoismus schön geredet wird. Ein gesunder Egoismus würde uns gut tun. Es ist normal geworden den Egoismus in unserem Alltag präsent sein zu lassen.
Sooo lange schon beschäftigt es mich, kein Egoist sein zu wollen und trotzdem meine Selbstverantwortung nicht zu verlieren.
Ich finde es schön das du dir Altruismus in seiner Bedeutung sicher sein wolltest.
Es ist sehr schwer den Altruismus tagtäglich hoch zu halten, in einer Welt, wo der Egoismus Normalität geworden ist.
Wir sind so daran gewöhnt gewalttätige Ausdrücke, angst erzeugende Ausdrücke zu hören, dass uns diese eher normal sind. Und wenn wir Worte wie Altruismus oder Achtsamkeit hören, empfinden wir diese mittlerweile als Modewörter oder befremdlich.
In meiner Wahrnehmung ist die Angst vorm Feind, und auch die Bereitschaft gewaltsam und egoistisch durch den Alltag zu gehen, für uns normaler geworden, als mit Güte, Wohlwollen, Fürsorge, Selbstlosigkeit, Sanftmut, Brüderlichkeit und Solidarität durch den Alltag zu gehen.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, das die Zeit des Verstehens, der Einsicht und der Veränderungen kommen wird....und ich bezog jedes Wort gerade auf eine positive Zukunft, auch mit unseren ausländischen Mitbürgern.


Buddha hat auch gesagt...Du kannst Hass nicht mit Hass bekämpfen.
Namaste🙏

Darf ich nachfragen, in was deiner Meinung nach, Jasmine sich irrt?

_________________________________________________________
Deine Aussage im Post 24... "Aber Du bestehst darauf, anders als alle Menschen, die ich bisher kenne, auf sämtliche Erfahrungen in Deinem Leben bei dem neuen Kennenlernen eines Menschen zu verzichten und wertfrei zu urteilen.
Du erlaubst, dass ich daran zweifele. Aber ich für meinen Teil werde diese Diskussion hier nicht weiterführen, da sie fruchtlos ist."
....war übrigens der Grund, warum ich mich hier äußern wollte um Jasmine mit zeigen zu können, das sie verstanden wird.
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 69 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Liebe Frieda,
ich kann es nur mit meinen Worten sagen.
Jasmine sagt:
In meinem früheren Beruf kam ich aufgrund meinem Erlernten und meinen Fähigkeiten nicht in brenzliche Situationen. Beispiel: Ich kann mein Gegenüber charakterisieren ohne die Person zu werten, dann betrachte ich sie aus verschiedenen Richtungen ohne meine vorurteilsfreie Position zu verlassen. Dabei stelle ich mir zum Beispiel die Frage ob mir die Person gefährlich werden kann. Dies geht alles natürlich sehr schnell.
Sie geht auch noch weiter von auf mir Gesagtes ein, aber dies ist der Teil, der meinen Kritikpunkt enthält.
Jasmine behauptet, sie beurteile jede beliebige Person, die sie trifft vollkommen ohne Vorurteile, wertfrei, aufgrund ihrer Erfahrung. Sie sagt also, dass sie, beispielhaft für andere Menschen, nach ihren Erfahrungen vollkommen wertfrei Menschen beurteilen kann.
Ich bin mir, in der Geschwindigkeit, wie eine normales Kennenlernen zwischen Menschen abläuft, genau eine solche nicht durch unbewusste Erfahrungen beeinflusste wertfrei Einschätzung keinem Menschen möglich ist. Es wäre eine Ideale Welt, in der wir unser gegenüber unabhängig von früher Erlebtem gerecht behandeln könnten.

Noch einmal: Ich Rede keinem Vorurteil aufgrund von Herkunft, Kleidung, Orientierung jedweder Art das Wort. Ich weiß nur, dass wir ohne diese vorgefertigten Urteile im Alltag nicht miteinander umgehen könnten.

Beispiel: Wir sehen einen Menschen im eleganten Anzug in einem Büro und nehmen an, dass er einen Bürojob hat. Eventuell ist es aber ein Bauarbeiter im Anzug.

Diese Sorte Vorurteil führt höchstens zu witzigen Fehlannahmen, ermöglicht aber das Miteinander in der Gesellschaft. Die Quelle bei allen Vorurteilen ist aber letztendlich Erfahrung, Erziehung, Erlerntes, gesllschaftlich Vorausgesetztes.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich kein Mensch auf dieser Welt von jedem schädlichen, repektlosen Vorurteil frei sprechen kann. Menschen können versuchen, sich von schädlichen Vorurteilen zu lösen.
Frei davon zu werden und keinen Menschen mehr zu verletzen durch falsche Grundannahmen zu seiner/ihrer Person ist leider eine Utopie. Es würde über menschliche Fähigkeiten hinausgehen.

Aber genau diese Argumente habe ich mit anderen Worten schon gesagt. Jasmine sagt, sie sei Vorurteilsfrei. Ich hoffe für sie, dass sie sich hier wirklich irrt.
Marlene

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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 70 im Thema

Beitrag von Cybill »

Wie bilden sich Vorurteile?

Mit Sicherheit nicht aus Erfahrung (ex post), sondern vielmehr aus Unkenntnis im Vorfeld (ex ante). Wäre es nicht so, dann müssten die Vorurteile gegenüber Migranten in den Gegenden am geringsten sein, in welchen es die wenigsten gibt.
Vorurteile gedeihen am Besten auf einem Geist mit mangelnder Bildung und/oder Erfahrung mit der fraglichen Materie. Daher haben auch Personen, die einen besseren Bildungsstad haben, generell weniger Vorurteile und sind meist bereit, diese schneller zu revidieren.

Problematisch wird es, wenn ein Vorurteil durch eine verstärkende Haltung unterfüttert wird. Dann bildet die betreffende Person einen Art Abwehrkokon. Dies ist vom Bildungsstand und den kognitiven Fähigkeiten unabhängig. Informationen, die das Vorurteil abmildern oder auflösen könnten, werden als Lügen oder als feindliche Einflussnahme bewertet. Es wird mit den bestehenden sozialen Verbindungen gebrochen, neue Beziehungen mit "Gleichgesinnten" werden etabliert. Es entwickelt sich eine Echokammer und damit eine Brutstätte für neue Vorurteile. Soziale Netzwerke wirken dabei wie ein Brandbeschleuniger.

Gruß Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 71 im Thema

Beitrag von Frieda »

Wir haben noch einen langen Weg vor uns, und ich vermute das wissen Jasmine, Marie (und ja ich füge sie jetzt mit hinzu) und Vicky auch (falls es unpassend ist euch hier aufzuzählen... Entschuldigung bitte.)

Du verstehst uns leider nicht Ralf-Marlene.
Und trotzdem lassen Wesen wie ich, uns nicht davon abbringen weiter an das Gute im Menschen zu glauben und unser möglichstes dafür zu tun, um ein Umdenken auf diesem Planeten, für diesen Planeten und für die Wesen auf diesem Planeten, zu bewirken.

Namaste🙏
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 72 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Frieda hat geschrieben: Mi 31. Okt 2018, 21:04 Wir haben noch einen langen Weg vor uns, und ich vermute das wissen Jasmine, Marie (und ja ich füge sie jetzt mit hinzu) und Vicky auch (falls es unpassend ist euch hier aufzuzählen... Entschuldigung bitte.)

Du verstehst uns leider nicht Ralf-Marlene.
Und trotzdem lassen Wesen wie ich, uns nicht davon abbringen weiter an das Gute im Menschen zu glauben und unser möglichstes dafür zu tun, um ein Umdenken auf diesem Planeten, für diesen Planeten und für die Wesen auf diesem Planeten, zu bewirken.

Namaste🙏
Liebe Frieda,
Du hast mir im Vorfeld gesagt, Hass kann man nicht mit Hass bekämpfen. Du setzt also voraus, dass ich hasse.

Ich sehe, dass Du meinst, ich will durch meinen Egoismus und Unfähigkeit zum Altruismus den Segen, den Ihr/Du in die Welt bringst verhindern möchte. Ich tue Dir leid, weil ich nicht in der Lage bin, Deiner Erleuchtung zu folgen. Du wunderst Dich, wenn ich genau diese Haltung im Vorfeld sehe und sage, hier hat ein weiterer Austausch von Argumenten keinen Sinn, weil keiner den anderen zu seiner Weltsicht zwingen kann. Ich will dies auch nicht.

Wenn Du meinst, ich bin der Satan oder sonst ein Bild des Bösen ist das Dein Problem. Ich suche auch mit meinem Verstand nach einem Weg zu den Menschen, die in der Gefahr sind zu der Überzeugung zu gelangen, Hass und Verachtung sei eine Lösung.
Zuletzt geändert von Marlene K. am Mi 31. Okt 2018, 21:30, insgesamt 1-mal geändert.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

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Marlene K.
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 73 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Cybill hat geschrieben: Mi 31. Okt 2018, 20:58 Wie bilden sich Vorurteile?

Mit Sicherheit nicht aus Erfahrung (ex post), sondern vielmehr aus Unkenntnis im Vorfeld (ex ante). Wäre es nicht so, dann müssten die Vorurteile gegenüber Migranten in den Gegenden am geringsten sein, in welchen es die wenigsten gibt.
Vorurteile gedeihen am Besten auf einem Geist mit mangelnder Bildung und/oder Erfahrung mit der fraglichen Materie. Daher haben auch Personen, die einen besseren Bildungsstad haben, generell weniger Vorurteile und sind meist bereit, diese schneller zu revidieren.

Problematisch wird es, wenn ein Vorurteil durch eine verstärkende Haltung unterfüttert wird. Dann bildet die betreffende Person einen Art Abwehrkokon. Dies ist vom Bildungsstand und den kognitiven Fähigkeiten unabhängig. Informationen, die das Vorurteil abmildern oder auflösen könnten, werden als Lügen oder als feindliche Einflussnahme bewertet. Es wird mit den bestehenden sozialen Verbindungen gebrochen, neue Beziehungen mit "Gleichgesinnten" werden etabliert. Es entwickelt sich eine Echokammer und damit eine Brutstätte für neue Vorurteile. Soziale Netzwerke wirken dabei wie ein Brandbeschleuniger.

Gruß Cybill
Liebe Cybill,
Genau deswegen habe ich auch Prägung durch Lernen und gesellschaftliche Einflüsse mit genannt. Wie nennst Du ein ungerechtes Urteil durch Ähnlichkeit mit vorher gemachten Erfahrungen. Das gibt es doch auch. Das Vorurteile auch einfach auf Angst vor allem, was ich nicht kenne, was anders ist als ich, beruht bleibt davon unberührt.
Marlene

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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 74 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

ich glaube des Pudels Kern ist die Definition von Vorurteilen: Es wurde vom Urinstinkt, gefährliches Halbwissen, Meinungsmache bis zur angewendeter Erfahrung so einiges auf den Tisch geworfen. Je nachdem welche Definition man als Referenz nimmt kommt man auf andere Schlüsse.

Aber die Idee auch wenn eine Meinung oder Vorurteil vorliegt sich dem nicht völlig hinzugeben sondern der Situation eine neue Chance zu geben hat doch Hand und Fuss, oder ? Ich denke da kristallisiert sich ein gemeinsame Nenner.

VlG
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Re: Vorsicht oder Vorurteil, Aspekte von verinnerlichten Erfahrungen.

Post 75 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Juhu,
Sasha hat geschrieben: Mi 31. Okt 2018, 18:18
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 29. Okt 2018, 20:13 ... Ist ein Mitarbeiter frustriert, dann lade ihn zu einem Gespräch ein. Sag nichts, lass ihn so richtig ausheulen und ausmekern. Immer schön dabei nicken. Nach einer halben Stunde ist er sichtlich erleichtert. Er hat alles aus der Seele geredet. Niemand hat widersprochen. Er hatte recht. Man klopft ihn noch auf die Schulter und lächelt. Er steht auf und geht mit einem guten Gefühl. Aber, nichts hat sich zu vorher geändert. Alles ist so wie es war. Das finde ich immer schade. Am ende sollte sich etwas ändern um die Probleme dauerhaft zu lösen....
Warum nur denke ich jetzt gerade an Mutti Merkel - man denke sich jetzt nur "Mitarbeiter" durch "Bürger_innen" ersetzt...
Oder, gehen wir noch ein Schritt weiter und sagen: So funktioniert Politik - Den Leuten ein Gefühl geben, "es passiert etwas" ist so ziemlich die halbe Miete für jeden Politiker ;)

VlG
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