Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?
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Lebensplanung, Standorte
ExuserIn-2019-12-18
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Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 1 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Guten Morgen,

seit dm ich nun seit zwei Monaten Hormone nehme und auch meinen Alltag als Frau verbringe, rückt die Frage - "welches Rollenbild einer Frau habe ich für mich selbst? Und wie verändert es sich?" ... Und was ist überhaupt: "eine Frau"? - in den Fokus.
Anfangs, als Crossdresser, war es relativ klar, welche Attribute einer Frau ich kopieren wollte (oder musste?). Das waren alles Äußerlichkeiten. Als Kleidung waren Rock oder Kleid und Nylons Pflicht. Eine Perücke und der Busen durfte nicht fehlen und natürlich war das Schminken wichtig. Mittlerweile trage ich auch Hosen und habe eigene Haare wachsen lassen. Ich schminke mich nur wenig und Ich merke auch, wie ich gedanklich anfange, mich von meinem Silikonbusen (der mir immer noch sehr wichtig ist) zu trennen. Statt mal Nylons gibts auch Socken. Das ist eine Gradwanderung, zwischen der inneren Frau, die natürlich aussehen will und der Äußeren, die immer noch symbolisches braucht, um als solche (einigermaßen) erkannt zu werden.
Die Frage ist: In wie weit verkleide ich mich, um als Frau leben zu können? Und wie viel davon ist ein natürliches Bedürfnis? Und wie ist es mit meinem Inneren verknüpft? In wie weit brauchen meine Gefühle eine Hülle? Wie viel Gesicht/Fassade muss und will ich mir nach Außen geben, um glücklich zu leben? Und was ist das überhaupt - "ein Frau"?

Auch, wenn es sich hier vielleicht ließt, als wäre ich verzweifelt ... das ist so nicht .. ich bin im mir im Reinen, aber offensichtlich noch lange nicht am Ende meiner Entwicklung.

Liebe Grüße
Vanessa
Whoopy Highfly
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 2 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Hallo Vanessa,
Dein Beitrag hat mich nachdenklich, Gefühle aufwühlend, Körper zittrig, etc. gemacht.
Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich schreiben wollte.
Wie du schon sagst, das Geschlecht entsteht im Kopf, der Körper führt aus, oder zeigt es.
Mittlerweile sehe ich das so:
Frau ist der weibliche Part des "Säugers", Mann der männliche.
Der "Säuger" oder die ""Art" ist auf "Arterhaltung" programmiert. Je mehr Nachkommen, desto besser für die Art. Dazu sind beide Parts von der Natur vorgesehen und der Mensch hat das berfeinert und seit Jahrtausenden im Kopf eingebrannt.
Das mein Statement.
Nun zu der anderen Sache:
Wir sind auf Körperformen und Äußerlichkeiten eingestellt. Mir ist es selbst passiert, wo ich mal mit Jeans, weißen Schuhen, weißes Herren T-Shirt, Heren Jacke und Tuch von eiber Frau, die mich kennt, als Frau G. angesprochen worden. Das hat mich bewogen, auf BH zu verzichten, obwohl ich gerne im CD etwas mehr hätte.
Auch ist mir die Erkenntnis gekommen, fas die inneren Werte zu kurz kommen.
Für mich kann ich sagen, das mein Körper auf Farben reagiere, die hauptschächlich in "weiblichen" Kleidungsstücken zu finden sind. Auch suf die "Schnitte" reagiert er. Ich merke auch, das darurch mein "Handicap" geringer wird (vorher bis 5 Attackem, jetzt max. 3).

Ob ich nun Frau, Mann, oder was weiß ich bin, hat nichts mit dem Körper zu tun, sondern ganzheitlich im Kopf, oder mit den Hormonen, oder "¦. Ich bin kein Mediziner und kenne mich nicht so aus. Kenne halt meinen Körper, erst richtig seit 3 Jahren, biologisch 57.

Mein Körper hat auch öfter das Verlangen, nicht zu 100%, sich als Frau zu verkleiden (äußerlich). Dadurch entsteht ein Wohlgefühl, was ich nicht beschreiben kann.

Vannessa, ob das für dich war oder ist, musst du entscheiden.

GLG
eine verwirrte Steffi
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
Michelle_Engelhardt
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 3 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Huhu Vanny )))(:

Dein Beitrag erinnert mich sehr stark an Michelle 2012 / 2013. Damals gab es mich zu 90 % nur in Rock oder Kleid und selbst zuhause trug ich hohe Schuhe :lol:
Zudem musste auch der BH immer mit irgendwas gefüllt sein (Silikonbrüste habe ich nie besessen).
Mit Beginn der HRT (November 2013) änderte sich das schlagartig. Heute bin ich zumeist in Hosen und bequemen Schuhen anzutreffen. Rock oder Kleid trage ich, wenn mir danach ist. Der Ausdruck der Weiblichkeit über die Kleidung ist stark in den Hintergrund gerückt. Meistens trage ich, mangels Masse, auch keinen BH und wenn ich etwas mehr Oberweite haben mag, begnüge ich mich mit einem Push Up.

Liebe Grüße
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Christiane.LE
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 4 im Thema

Beitrag von Christiane.LE »

Ich kann da nur von mir ausgehen ,Du und deine Gefühle deine Gedanken waren immer schon Weiblich nur
das du dich im Sozialen umfehlt der Männlichen Rolle angepasst hast .Du hast dich jetzt gefunden und egal was du an
hast wenn du weißt du gehst als Frau auf die Strasse oder ins Bett oder woimmer die deine Füße hintragen
bist du nun etwas vollkommener als vorher und die Hormone helfen Dir bei deinen Gefühlen und Körper und
es wird leichter zu Leben zu sein .Dies wäre mein Fazit nach etwa 2 Jahren .
LG. Christiane
Ich war schon immer Frau aber ich wusste es nicht schon immer .
Bea Magdalena
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 5 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena »

Hallo Vanessa,

Als erstes, ich freue mich, dass Du mit Dir im Reinen bist, ich glaube, das ist das allerwichtigste!

Ansonsten hat mich Dein Beitrag auch nachdenklich gemacht. Wo hört Mann auf und fängt Frau an? Inwieweit unterscheiden sie sich, nicht körperlich, im Denken, im Tun?
Wieweit jagen wir einer "Vorstellung" oder sogar einem Klischeebild nach?
Und wie Du auch schon geschrieben hast, was ist mir wichtig?

Ich will das ganze erstmal ein bisschen setzen lassen.
Wichtig ist, dass Du Dich wohlfühlst, in der Kleidung (nicht Verkleidung)!
Sehr bewegt hat mich auch Dein Satz: "Inwieweit brauchen meine Gefühle eine (entsprechende, eigene Anmerkung) Hülle.

Liebe Grüsse und viel Glück auf Deinem Weg
Bea
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
Marlene K.
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 6 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Liebe Vanessa,
gut, dass Du mit dir im Reinen bist.
Meine Reise zu meiner Selbsterkenntnis, was meine weiblich gewertete Seite angeht, sah anders aus und hat doch Parallelen.

Ursache hier ist wohl meine schon immer klare Bevorzugung von Männern als Liebespartner. Hier war ich in jungen Jahren sehr extrem im Auftreten, musste mich mir selber beweisen.
Ich hoffe, dass Ihr, die Ihr das lest, die Selbsteinschätzung nicht als Angriff wahrnehmt. Es ist keiner, es ist nur der Versuch mich selber und dadurch auch andere zu verstehen.

Meine weiblichen Anteile im Äußeren kamen erst nach oder mit dem Tod meiner Mutter zu ihrem Recht. Dieser Übergang in einen nonbinären oder weiblichen Ausdruck vollzog sich langsam. Es waren hier anfangs die schönen aber nicht extrem hohen Sandalen, gefolgt von körperbetonenden Hosen und damenhaften Oberteilen. Es war wie eine schiefe Ebene oder eine Waage, die sich langsam aber unaufhaltsam zur anderen Seite neigte. Es war eher das schicke Bürooutfit und nur zu kulturellen Anlässen die hohen Schuhe und der Eyecatcher als Kleid.

Ich danke Dir für die Anregung und die Möglichkeit, weiter zu mir selber zu finden.
Ich wünsche Dir und allen hier, dass sie Ihren eigenen Weg finden.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Céline
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 7 im Thema

Beitrag von Céline »

Guten Morgen,
Deine Frage bezüglich des Verkleidens.....bezogen auf mich....Ja,ich habe mich jahrelang verkleidet.Die Kleidung konnte gar nicht feminiem genug sein.Heute würde ich so nicht mehr rumlaufen.Mir geht es wie dir,meine Silikonbrüste habe ich schon sehr lange nicht mehr aus dem Schrank geholt,ich brauchte sie einfach irgendwann nicht mehr denn sie waren kein Teil von mir,genauso meine Perücken.Die brauche ich nur noch für Halloween.Seitdem mein Bewusstsein mir sagt das ich wirklich eine Frau bin spielt Kleidung im Grunde genommen eine untergeordnete Rolle,teilweise ist sie nur zweckmässig und bequem.Was nicht heißt das ich sie nicht gerne trage,aber der Anlass muss stimmen.
Im Grunde genommen geht es uns doch wie jeder normalen Frau,man muss sich nicht täglich übertrieben aufstylen.Deshalb bin ich mit Jeans, Shirt, leichtes Make-up und Ballerinas oder Sneakers genauso Frau wie jede andere auch und gehe so in der Masse auch wesentlich leichter unter
Liebe Grüße
Kelly
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 8 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo und guten Morgen,

Wenn es in der klassischen Geschlechterrollenbild zwei Positionen gibt. M und W, dann ist natürlich entscheidend wo man sich in der binären Skala befindet und wohin man zwischenzeitlich hin will. Sprich bin ich binär eindeutig als M einzuordnen (durch Verhalten, Kleidung), dann wird mein Delta zu W maximal groß sein und entsprechende Maßnahmen erfordern (Änderung von Kleidung, Verhalten). Bin ich aber als TransFrau in der binären Skala zwischen den Positionenn M und W , dann braucht es nicht nach viel Kleidungs- oder Verhaltensanpassung. Und am besten wird es wenn man sich irgendwo nonbinär zwischen M und W in der Skala befindet und da auch blieben möchte. Dann braucht es gar keine Anpassung.

Ich denke darum geht es hier ein wenig.

VlG
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Lavendellöwin
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 9 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hi Vanessa,

wow, ich bin überrascht, weil ich dich als sehr straight kennen gelernt habe und auch den Eindruck habe,
das du sehr gefestigt bist. Du sagst ja selbst du bist mit dir im Reinen. Und das ist auch gut und richtig so...

Äusserlichkeiten, sind zwar Äusserlichkeiten, sie geben Sicherheit im aussen und aber auch im Inneren.
Fast alle Biofrauen die ich kenne legen keinen Wert darauf, Weiblichkeit durch Äusserlichkeiten auszudrücken.
Sie sind wie sie sind-und jede fragt sich mal, wer bin ich eigentlich. Machen alle Menschen, ausser die
denen Entwicklung egal ist.
Zuhause ist mir das Passing inzwischen herzlich egal, denn ich bin auch wie ich bin-ein Rock oder schminken
macht mich nicht weiblicher.

Du hast mich mal gefragt bist du eine Frau? Ich sagte ja und du fragtest wer sagt das? Ich sag das war meine
Antwort. Ich sag dir du bist eine Frau und darfst dich hinterfragen. Musst du sogar.

Heute Nacht hatte ich einen Heulanfall, bin raus aus dem Bett, hoch ins Büro weil ich da noch eine Schlafmöglichkeit
habe-konnte einfach nicht neben meiner Liebsten liegen bleiben. Naja, irgendwann kam sie nach und hat mich beruhigt.
So gut es ging zumindest. Redeschwall bis nachts um 2, irgendwann sagte ich, das Leben vor dem Outing war nicht
mein Leben, ich schöpfe aber aus den Erfahrungen die ich dabei machte. Sie fragte wenn du nie Thomas sondern schon
immer Marie warst wie kann das sein? Gute Frage!
Weil ich erst vor einiger Zeit begonnen habe, wirklich zu leben, das was ich nie war hinter mir lasse.
Das ist eine sehr steile Entwicklungskurve, gefühlt werde ich jeden Monat ein, zwei Jahre älter in meinem weiblichen
Leben und ich frag mich auch wer bin ich wenn ich mal "gross" bin.
Im Moment bin ich ein Mädchen, das eine Frau wird. Und jedes Mädchen schaut auf die anderen, die erwachsenen Frauen.
Und irgendwann ist die Frage weg was ist Frau, ich bins dann einfach...
...was brauch ich dazu? Nichts, nur mich aus der Tiefe meines Herzens.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu schräg und was ich eigentlich sagen wollte ist Entwicklung ist gut, nie abgeschlossen und
wäre sie es würde ein entscheidenter Teil des Lebens fehlen und zwar der der es erst lebenswert macht.

Meine Liebste sagt, lass es einfach laufen, leb einfach! Du bist die die du bist..das hat mich beruhigt.

Edit...eine Freundin sagte mir, als ich mich bei ihr outete sie hat über die Jahre immer vermehrter die weiblichen
Anteile an mir wahrgenommen-mal ehrlich, brauch ich mehr Bestätigung (so)

Ach Mensch, alles Liebe dir
Marie ---)))
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Mo 15. Okt 2018, 11:29, insgesamt 1-mal geändert.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Nicola
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 10 im Thema

Beitrag von Nicola »

Liebe Vanessa

Ich kann einige deiner Gedanken gut nachvollziehen. Meine Transition verlief fliessend, von androgyn und jetzt eindeutig mehr Frau. Ich schminke mich nur noch gelegentlich, Perücke und Silis habe ich seit über 3 Jahren nicht mehr hervorgeholt. Trotz gut drei Jahren HET sind meine Brüste nicht über ein kleines A gewachsen, in letzter Zeit habe ich öfters das Bedürfnis einen leicht aufgepolsterten BH zu trage, damit mein Busen eindeutig sichtbar ist. Obwohl die Krankenkasse mir ein Innplantat bezahlen würde, möchte ich es nicht, da ich die Vorstellung daran als unnatürlich empfinde und ich nicht glaube, dass es meine Empfindung als Mensch, der sich mehr auf der weiblichen Seite empfindet verändern würde. Rock oder Kleid trage ich jedoch häufiger wie früher, weil ich mich darin sehr wohl fühle und ich mich nicht mehr von dem was andere vielleicht über mich denken würden abhalten lasse.

Deine Frage: In wie weit verkleide ich mich, um als Frau leben zu können? Und wie viel davon ist ein natürliches Bedürfnis? Kann ich für mich so beantworten: Je länger ich nun so lebe desto weniger richte ich mich danach wie eine Frau sein sollte, sondern so wie ich mich am wohlsten fühle, dazu unterstützend kommt natürlich auch, dass die HET ihre Wirkung hat und mir nicht gleich jede*r mein körperliches Geburtsgeschlecht ansieht.

Zu deiner Frage: In wie weit brauchen meine Gefühle eine Hülle? Kann ich für mich sagen, dass einerseits, die körperlichen Veränderungen die stattgefunden haben, sowie auch die Freiheit die ich mir nehme mich so zu Kleiden dass es für mich stimmig ist, für mich sehr wichtig sind und somit schon eine Hülle brauchen, diese jedoch nicht der Vorstellung entsprechen müssen wie eine Frau sein sollte.

Liebe Grüsse
Nicola
Nicole Fritz
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 11 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo allerseits,

ich wollte gerade mit einer (pseudo?)wissenschaftlichen Abhandlung über den fließenden Übergang von cis über non-binär nach trans los legen, da lese ich, wie Ralf-Mariele das mit wenigen Worten zusammen fasst:
PolitTunte hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 08:27 Meine weiblichen Anteile im Äußeren kamen erst nach oder mit dem Tod meiner Mutter zu ihrem Recht. Dieser Übergang in einen nonbinären oder weiblichen Ausdruck vollzog sich langsam. ....
Auch bei mir war der Tod meiner Mutter der Auslöser. Davor lebte ich, am Ende praktisch nur noch für meine Mutter, einfach weiter meine Rolle als Mann. Dann bleib nur mein Frauenkleider-Fetisch als einziges, was mich noch irgendwie interessierte. Da nun niemand mehr den Mann von mir forderte, verbrachte ich immer öfter zuhause den ganzen Tag in Frauenkleidern. Und erst da begriff ich so langsam, dass es da mehr gibt als nur einen Fetisch. Ich outete mich als CD/TV.

Nun begann ein langsamer Übergang von der als Fetisch (also sexuelles Lustobjekt) gespielten Frau zu meiner non-binären Persönlichkeit. Heute brauche ich je nach Stimmung oder sexueller Erregung mal mehr (Perücke, Silikonbrüste, High-Heels) und mal weniger Frau (barfuß und unrasiert im Kleid) um mich wohl zu fühlen. In der Öffentlichkeit möchte ich auf den ersten Blick als Frau gesehen werden und nicht immer sofort auffallen. Dazu genügen weibliche Kleidung (meistens Rock oder Kleid), ein wenig Make-Up und meine inzwischen recht langen Haare. Auf alles, was den Mann in mir aufgeilt, kann ich draußen verzichten.

Wenn ich mit anderen näher in Kontakt komme, oute ich mich sowieso spätestens, sobald ich den Mund aufmache. Soll ich das jetzt ändern (Stimmtraining, Hormone, Nadelepilation des Bartes)? Für mein non-binäres Selbst brauche ich das (noch?) nicht. Und die anderen? Die waren mir schon immer egal. Ein Ziel wie Beruf, Partnerschaft oder Familie habe ich nicht mehr. Für wen soll ich also statt vorher den "richtigen" Mann jetzt die "richtige" Frau spielen?

LG Nicole
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 12 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

VanessaL hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 06:22 seit dm ich nun seit zwei Monaten Hormone nehme und auch meinen Alltag als Frau verbringe...
Hallo Vanessa,
ich selbst bin eine Transe, möchte aber meinen männl. Körper auch weiterhin "behalten, was heißt, daß ich keine Hormone nehme, aber dir dennoch meine Ansichten zu deinen Punkten schreiben möchte.
VanessaL hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 06:22 Anfangs, als Crossdresser, war es relativ klar, welche Attribute einer Frau ich kopieren wollte (oder musste?). Das waren alles Äußerlichkeiten.
Geht mir als Transe/CD ganz genauso. Wobei mit der Routine und Erfahrung (nach Jahren), nicht nur Äußerlichkeiten (also Mode) zählen, sondern auch feminine Umgangsformen, Gestik/Mimik oder auch Sprachgebrauch sind recht wichtig für ein weibl. Auftreten in der Öffentlichkeit.
VanessaL hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 06:22 Die Frage ist: In wie weit verkleide ich mich, um als Frau leben zu können? Und wie viel davon ist ein natürliches Bedürfnis?
Ich als Transe verkleide mich eigentlich immer - so ist das, wenn man sein Geschlecht nicht ändern möchte. Dennoch ist es auch ein "natürliches Bedürfnis" so feminin auszusehen wie es für mich möglich ist. Also passen beide Punkte für mich ganz gut zusammen. Ich weiß jetzt nicht, ob du dich von deinem männl. Geschlecht "trennen" möchtest. Falls dem so ist, dann denke ich, daß es mit der Zeit für dich ein "natürliches Bedürfnis" ist, da es gar keine andere Möglichkeit für dich geben wird sich anders zu zeigen.
VanessaL hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 06:22 Und wie ist es mit meinem Inneren verknüpft? In wie weit brauchen meine Gefühle eine Hülle?
Der Ausdruck von Gefühlen ist ein Punkt für mich, wo ich denke, daß man dies als Transe nicht nachvollziehen kann. Die reine Gefühlswelt bleibt wohl den Bio-Frauen vorbehalten. Alles was man als CD tun kann ist, diese Gefühle zu imitieren, jedenfalls geht es mir dabei so. Die Frage ist nur, ob dies der richtig Ansatz ist - mir geht es leider dabei immer so, als wenn ich mir etwas vormache, das nagt an mir...;-(
VanessaL hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 06:22 Wie viel Gesicht/Fassade muss und will ich mir nach Außen geben, um glücklich zu leben?
Ich denke, daß das erst die Erfahrung bringt. Dies von vorherein zu definieren scheint mir ausgeschlossen. Denn kommt plötzlich mal ein Punkt an dem du dich "down" fühlst, stellst du auch plötzlich dein ganzes Tun in Frage. Deshalb mache dir deshalb im Vorfeld keinen Kopf - lerne erst an Erfahrung.
VanessaL hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 06:22 Und was ist das überhaupt - "ein Frau"?
Gute Frage, ich denke, daß man dies unterschiedlich definieren kann, obwohl es eigentlich eindeutig sein sollte. Denn der Begriff Frau ist uns wohl allen sehr vertraut - schließlich streben die meisten hier wohl danach als Frau angesehen zu werden - mir geht es so!

Jennifer
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Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 13 im Thema

Beitrag von Frieda »

Nachdem ich den Post von Marie gelesen hatte, musste ich aufhören mit lesen, weil ich mich in ihren Worten, diesen hier.....

!Marie! hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 10:52 Sie fragte wenn du nie Thomas sondern schon
immer Marie warst wie kann das sein? Gute Frage!
Weil ich erst vor einiger Zeit begonnen habe, wirklich zu leben, das was ich nie war hinter mir lasse.
.....total wieder finde.
Krass oder eigenartig, wenn ich das hier als Biofrau zwischen euren Post genauso empfinde.

Hallo Vanessa.😊

Deine Worte wirken auf mich nicht verzweifelt, überhaupt nicht!
Ich lächelte (positiv) während ich dich las und du mich total einfangen konntest mit deinen Worten.

Heute bin ich als Biofrau, auch nicht mehr die Frau die ich früher mal war. Die sich jeden Morgen gekleidet, gestylt hat so wie die Masse es sich vorstellt, wie Frau halt auszusehen hat, wenn sie täglich ins Büro trampelt (sry). Ganz ehrlich, für mich trug ich in all den Jahren "Arbeitskleidung" mit dazu gehöriger Maske und und und, so lange ich im Büro arbeitete. Oft genug gab es Zeiten, wo ich's gehasst habe diesen Style, dieses perfekte Makeup, Nägel, Haare. Kaum war es ein Genuss zur Kosmetik zu gehen, eher ein Zwang da ja mindestens die Augenbrauen und Wimpern mich "zwangen" wieder zu gehen, um optisch ja wieder makellos zu sein. Damals als "Tussi" (sry übertrieben dargestellt) rum zu rennen, mich echt zu quälen wieder Klamotten zu kaufen die ja hoffentlich zum Büroalltag passten, all dies war nicht ich. Natürlich gebe ich zu sah ich damals nicht schlecht aus (ohne deswegen eingebildet zu sein), aber es war nur Fassade und es kotzte mich tierisch an!
Es dauerte bis ich begriffen hatte, dass ich niemals als "Tussi" und niemals im Büro glücklich sein werde. Das Geld was ich verdiente, war irgendwann auch kein Anreiz für mich.
Ich fühlte, nachdem ich loslassen konnte, wie mehr und mehr das "MUSS" von mir abfiel. Ich fühlte es, als (s)ich mein ganzes Leben komplett änderte, wie ich mit jedem einzelnen Puzzleteil über mich selbst, ruhiger und ausgeglichener wurde. Die Gedanken an Farbpaletten und Schmuck und Haarpracht verblassten immer mehr, und mein eigenes "mich fühlen" krabbelte mehr und mehr die Leiter von meinem Seelenkeller hoch. Ich musste mir nicht mehr diese bestimmte Uhr kaufen, weil ich mir diese eine neue Kette und das passende Armband und passende Ohrringe vorher kaufte. Dieser Zwang alles perfekt zusammen haben zu müssen ob Schmuck oder Schuhe mit Tasche verschwand Stück für Stück mehr und machte mich jedesmal ein bisschen glücklicher und zufriedener!
Von meinem alten Maskenwesen existiert kaum noch etwas. Was ich bisher wirklich noch nicht ablegen konnte, ist die Pinglichkeit bezüglich meiner Haare. Ansonsten hat sich mein Äußeres meinem Inneren angepasst. Ich laufe heute nicht in Sack und Lumpen rum, aber auch nicht mehr verkleidet. Ich selbst würde mich als fraulich bezeichnen. Keine Ahnung, wie mich zB Michi heute beschreibt.
Aber ich selbst weiß und fühle es, dass so, wie ich jetzt aussehe, ich auch ICH bin.

Wenn du dich so wundervoll selbst fragst Vanessa, was ist eigentlich eine Frau, wieso fragst du dich es so schablonenhaft? Warum suchst du für dich selbst, nicht einfach nur dein wahres Wesen, so wie es Marie umschrieben hat? So tiefsinnig, wie du dich mit dir selbst beschäftigst bin ich ganz zuversichtlich, dass du fündig werden wirst. Sry ich möchte jetzt ehrlich mal so arrogant sein und behaupten, dass nicht alle Biofrauen oder Biomänner sich so tiefsinnig damit beschäftigen ..."Wer bin ich eigentlich?" Viele denken und finden ihre "Erfüllung" wirklich sich angepasst an unsere Gesellschaft zu entwickeln und zu verhalten.
Wie langweilig und grau so manchen dieser Normalos ihr Leben ist, wissen nicht viele über sich.
Ich las mal ein Buch "willst du Normal sein oder glücklich?" ...und ich finde nur der Buchtitel reicht als Antrieb schon, sich in seinem eigenen Denken zu bestätigen, wenn man nicht auch noch wie eine Kopie von vielen sein will, sondern einfach "nur" Ich selbst sein will und es dann auch immer immer mehr wird!

Namaste🙏

PS: und jetzt lese ich die Post's nach Marie auch noch interessiert weiter!😉
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
Whoopy Highfly
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 14 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Ich muss Frieda recht geben.
Frieda hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 13:53 Ganz ehrlich, für mich trug ich in all den Jahren "Arbeitskleidung" mit dazu gehöriger Maske und und und, so lange ich im Büro arbeitete.
Im Sekretariat stylen sich die "Damen", als wären es die Modenschau schlechthin.
Im TB, wo ich arbeite, waren wir alle "normal" gekleidet, die Frauen etwas dezentes Make-up, jeden Tag andere Kombination der DOB, nicht übertrieben. Bei den Herren, auch bei mir, wechselte die Kombination je nach Temperatur dementsprechend. Ob die anderen Herren auch was aufgetragen haben, weiß ich nicht.
War jedoch Kundenbesuch angesagt, waren alle, die dabei waren, gestylt wie auf einer "Brautschau".
Jeden Tag "aufgebretztelt" herum zu laufen, fand ich auch ätzend, wie unsere Damen im Büro auch. So 1x die Woche habe ich das gerne gemacht.

Da fällt mir ein Zitat von einer Technischen Zeichnerin ein: "Wer mich so sieht wie ich bin, dem ist meine Kleidung egal". (Hoffe richtig zitiert zu haben).
Da kann ich nur sagen: "Ich muss mich darin wohlfühlen, sonst werde ich krank".

Vanessa, ich würde es genau so halten. Was ich dir empfehlen würde, ist eine Farb- und Stilberatung. Die Erkenntnis, die ich daraus gewonnen habe ist, daß ich auch auf Farben reagiere und evtl. meine Krankheit besser in den Griff bekommen kann. (Hoffe, das ich mich richtig ausgedrückt habe).
Das Mädchen in mir verlangt immer mehr und lasse es gewähren wo es möglich ist. Wie weit es noch geht, weiß ich nicht.

GLG
Steffi
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Bye
Anja
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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Post 15 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
VanessaL hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 06:22 seit dm ich nun seit zwei Monaten Hormone nehme und auch meinen Alltag als Frau verbringe, rückt die Frage - "welches Rollenbild einer Frau habe ich für mich selbst? Und wie verändert es sich?" ... Und was ist überhaupt: "eine Frau"? - in den Fokus.
Ich kann mich noch gut an die stürmische Zeit erinnern, da hat sich viel in meinem Leben geändert. Das kann man nicht mit dem Leben als Teilzeitfrau vergleichen, da es nahezu unmöglich ist, diesen (perfektionistischen) Aufwand täglich zu betreiben.
Ich musste viele Abläufe überdenken und anpassen.
Man fängt ja quasi noch mal bei Null an und braucht Zeit seinen Stil zu finden. Das was geborene Frauen von Beginn an lernen, damit fangen wir erst viel später an. Und müssen dann alles im Zeitraffer lernen...
Ich bin froh, das ich so viele "Erzieherinnen" habe, allen voran natürlich meine Frau. Aber auch Freundinnen und Kolleginnen, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Die männliche Sozialisation lässt sich eben nicht über Nacht ablegen.

Um auf das Zitat zu antworten:
Du wirst nun ganz zu dir selbst finden.
Unabhängig von Rollenbildern. Eine Rolle spielst du ja nun nicht mehr.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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