Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?
Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ? - # 5

Lebensplanung, Standorte
Aria
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 61 im Thema

Beitrag von Aria »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 18. Sep 2018, 07:20 Frage an die unter uns, die vollständig als Frauen leben, egal ob mit OP/HET o.a. und vor dem vollständigen "Übergang" in das Leben als Frau ebenfalls diese Unsicherheiten spürten:

Was hat Euch sicher in Eurer Entscheidung gemacht ?
Ich spiele mal den Ball zurück. Welche Unsicherheiten spürst du denn?
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Céline
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 62 im Thema

Beitrag von Céline »

Hallo Lea,
Ein Kind zu bekommen .......ich wünschte ich könnte es,doch leider wird mir dieser Wunsch immer verwehrt bleiben.Meiner Frau und mir ist dieser Wunsch leider nie erfüllt worden,wobei ich mir auch selbst die Schuld daran gebe.Ich habe mir vielleicht zu stark den Kopf darüber zerbrochen "Was ist wenn es mich sieht,meine Kleider findet ,gemobt wird und und und"
In der Zeit meiner HRT ist dieser Wunsch wieder richtig hochgekommen und noch viel stärker geworden.Auch die körperlichen Gefühle und Empfindlichkeit der Haut besonders an bestimmten Körperstellen hatt sich massiv geändert.Da reicht oft eine zarte Berührung um ein wohliges Gefühl auszulösen Das geht anderen bestimmt auch so?
Von da her sind das definitiv nicht mehr die alten Gefühle die ich als Mann empfunden habe sondern absolut neu und einfach nur schön.Ich denke so empfindet eine Frau
Liebe Grüße
Kelly
@Vicky Rose:Ich war mir sehr lange nicht sicher.Vieleicht auch weil ich es nicht wahr haben wollte und Angst hatte.Irgendwie wars auf einmal da,ich bin einfach eine Frau.
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 63 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Aria,

Du liest in meinen Worten zwischen den Zeilen. Aber es steht etwas anderes dort.

Ich bin mir nicht unsicher (ok, ein bisschen vielleicht). Aber es ging mir tatsächlich darum, festzumachen, was die Sicherheit gibt. Kann man es allgemein an einem Punkt fest machen oder gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten ?

Für mich war ein wichtiger Punkt erreicht, als ich begann, es zuzulassen, Frau zu sein zu dürfen. Damit wurde es im besten Sinn zunehmend selbstverständlich. Kelly hat es auch angesprochen. Ich hatte Angst, TS zu sein. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Aber nun ist es doch so, der worst case ist eingetroffen. Ich bin Frau (vielleicht nicht 100%) und ich bin es gerne. Wie ich das in meinem Leben bewerkstellige, weiß ich noch nicht. Ich suche noch Wege. Aber unsicher bin ich mir nicht.

Edit:
Von da her sind das definitiv nicht mehr die alten Gefühle die ich als Mann empfunden habe sondern absolut neu und einfach nur schön.Ich denke so empfindet eine Frau
Genau der Satz trifft es. Ich würde nur sagen: "Ich denke, so empfinde ich als Frau". Durch meine Akzeptanz als Frau eröffnen sich neue Gefühlswelten.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 64 im Thema

Beitrag von Christiane04 »

Guten Morgen,

Ja, wie macht Mann im fortgeschrittenem Alter das richtig, auch ich frage mich das .......aber nicht mehr ständig , deswegen
bin ich mal etwas kritisch u provoziere.....
Kann Mann nicht Frau sein u Frau sein wann und wie er will, ohne sich Hormonen oder einschneidenden Erfahrungen auszusetzen?
Nur weil in diversen Foren und auch hier die Transition als einzig glücklich machender Königinnenweg gepriesen wird, fehlt mir nach wie vor der Beweis, dass Mannn dann glücklicher ist als im Zustand als Teilzeitfrau. Jeder/jede darf machen was er will, aber ich bin zu naturwissenschaftlich ausgebildet u sehe Erfolge in Der Therapie sehr kritisch u nur weil in de SHG( oft gelesen und oft gehört ) alle sagen du bist, du musst, das geht nur so .....finde ich sehr bedenklich für labile Charaktere, die wir nun mal alle ein bisschen sind. Ich schließe mich voll ein!
Das mantraähnliche Betonen des " ich bin eine Frau und muss das jetzt....." Macht mich eher skeptischer als überzeugter. Ich habe auch Zweifel über mich selbst, aber es gibt männliche Seiten an mir , die ich sehr mag u deswegen bin ich eine Teilzeitfrau.
Seid ihr als Mann nicht mehr glücklich? Gar nicht, ich schon u das genieße ich genauso , wie wenn ich mich ins Kleid werfe u vor die Tür gehe.
Sorry Vicky, dass ich das in deinem Thread schreibe, aber ich hatte zu viel Kontakt zu gelinde gesagt nicht Glücklichen transiierten, die alleine ohne Familie/ PartnerIN ein trauriges Dasein führen. Wir sind soziale Wesen und brauchen Kontakte, reale nicht virtuelle.....
Das ist meine persönliche Meinung gewesen und jetzt bin ich gespannt was ihr mir schreibt, schönen Tag euch allen und mögt euch gut leiden egal als was😊

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 65 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Christiane04 hat geschrieben: Mi 19. Sep 2018, 07:48 Guten Morgen,

Ja, wie macht Mann im fortgeschrittenem Alter das richtig, auch ich frage mich das .......aber nicht mehr ständig , deswegen
bin ich mal etwas kritisch u provoziere.....
Kann Mann nicht Frau sein u Frau sein wann und wie er will, ohne sich Hormonen oder einschneidenden Erfahrungen auszusetzen?
Nur weil in diversen Foren und auch hier die Transition als einzig glücklich machender Königinnenweg gepriesen wird, fehlt mir nach wie vor der Beweis, dass Mannn dann glücklicher ist als im Zustand als Teilzeitfrau. Jeder/jede darf machen was er will, aber ich bin zu naturwissenschaftlich ausgebildet u sehe Erfolge in Der Therapie sehr kritisch u nur weil in de SHG( oft gelesen und oft gehört ) alle sagen du bist, du musst, das geht nur so .....finde ich sehr bedenklich für labile Charaktere, die wir nun mal alle ein bisschen sind. Ich schließe mich voll ein!
Das mantraähnliche Betonen des " ich bin eine Frau und muss das jetzt....." Macht mich eher skeptischer als überzeugter. Ich habe auch Zweifel über mich selbst, aber es gibt männliche Seiten an mir , die ich sehr mag u deswegen bin ich eine Teilzeitfrau.
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Sorry Vicky, dass ich das in deinem Thread schreibe, aber ich hatte zu viel Kontakt zu gelinde gesagt nicht Glücklichen transiierten, die alleine ohne Familie/ PartnerIN ein trauriges Dasein führen. Wir sind soziale Wesen und brauchen Kontakte, reale nicht virtuelle.....
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Christiane ich kann die versichern dass ich glücklicher wie früher als Teilzeitfrau. Beweisen kann ich es dir nicht, da müsstest du mein Umfeld kontaktieren. Die würden es dir ohne Ausnahme bestätigen.

Als Mann war ich definitiv nie glücklicher, konnte ich nicht sein, da "Mann" nur mein Geburtsgeschlecht war.
Das bedeutet nicht, das ich keine schöne Zeiten als Mann hatte, nur glücklich war ich nicht.

LG Tatjana
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 66 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Lea,

Dein Post bewegt mich sehr. Als Mann habe ich das Thema Kinder nicht im Zentrum meines Fühlens gehabt. Das sehe ich als echtes Defizit. Ich habe mich um Meine Kinder gekümmert und sie versorgt, doch emotional habe ich mich unterversorgt. Das Fühlen habe ich mir schon als Kind abgewöhnt, nachdem ich für meine Tränen viel Gelächter geerntet habe. Das letzte Mal als Soldat in der Bundeswehr. Das macht einen harten Panzer. Auch mein Körper wurde immer weniger empfänglich für Berührungen, obwohl ich es mir sehnsüchtig gewünscht habe. Frauen habe ich beneidet, weil sie Berührungen an der Brust erregend fanden. Ich spürte nichts. Und in schweren Situationen habe ich mir oft gewünscht, ein paar Tränen vergießen zu können. Aber es kam nichts mehr. Auch beim Sex wurde es immer härter, um noch etwas zu spüren. Die Beziehung zu dieser Zeit war intensiv und als es zu Ende war, habe ich gespürt, dass es mit meinem Leben so nicht weitergehen konnte.

Ich hatte das Glück, dass ich auf den richtigen Trichter kam. Ich musste lernen, meine Gefühle richtig zu lesen. Was ist gut für mich, was schlecht. Dabei kam das Thema Weiblichkeit wieder verstärkt in den Fokus. Es hatte mich zwar nie verlassen, aber jetzt bekam es eine andere Qualität. Und etwas sehr Erstaunliches ist mit mir passiert. Ich konnte Berührungen wieder stärker spüren. Manchmal sogar extrem intensiv. Dann nehme ich mich auch und gerade in der Sexualität als weiblich wahr. Oder besser gesagt, meine Gefühle wurden durch eine Identifikation mit dem Weiblichen geweckt. Ich habe versucht, das auf mein männliches Leben zu übertragen, was zeit- und teilweise auch gelungen ist. Aber am intensivsten wird es, wenn ich mich als Frau spüre. Das hat auch meine Sexualität massiv zum Positiven verändert.

Was ich damit sagen will, es ist völlig irrelevant, wie "Frauen spüren". Es kommt für mich darauf an, wie ich mich spüre und sehe. Alles andere führt zu Schablonendenken und damit entfernt man sich von sich selber. Das erkannt zu haben, ist vielleicht der wichtigste Schritt in meinem Leben. Dein Beitrag hat mir wieder einmal ein paar Zusammenhänge mehr gezeigt. Danke dafür.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 67 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ihr seid ja aber fix im Schreiben ... ;-)

Christiane, zunächst danke für Deinen Beitrag. Ich denke, mein letzter Beitrag ist auch eine Antwort auf das, was Du geschrieben hast. Vielleicht noch dieses:
fehlt mir nach wie vor der Beweis, dass Mannn dann glücklicher ist als im Zustand als Teilzeitfrau. Jeder/jede darf machen was er will, aber ich bin zu naturwissenschaftlich ausgebildet u sehe Erfolge in Der Therapie sehr kritisch u nur weil in de SHG( oft gelesen und oft gehört ) alle sagen du bist, du musst, das geht nur so .....finde ich sehr bedenklich für labile Charaktere, die wir nun mal alle ein bisschen sind. Ich schließe mich voll ein!
Beweisen lässt sich gar nichts. Aber warum brauchst Du einen Beweis ? Ich bin Ingenieurin und mache teilweise wissenschaftliche Arbeit. Einen Beweis zu fordern, ist für mich ein Synonym für "die Kontrolle behalten" und "sich keinem Risiko aussetzen". Bei allen Erfolgen, die das wissenschaftliche Denken mit sich bringt, es hat große Nachteile. Es ist extrem langsam, da alles bewiesen werden muss und Dinge, die sich nicht beweisen lassen, sind per se nicht akzeptabel. Aus meiner Sicht sind meine Emotionen und Gefühle nicht wirklich beschreibbar. Sie sind meine Wegweiser und sie sind exklusiv für mich. Da gibt es nichts zu beweisen. Als ich auf der Ebene der Wissenschaft bewegt habe, konnte ich keine Lösungen für mein Leben finden. Ich habe aber "Erfolg" mit meinen Gefühlen und nur das zählt für mich. Ich kann mir dadurch Räume erschließen, die ich vorher zwar gesucht, aber nie gefunden habe. Eine "Therapie" kann auf dieser Basis eine große Hilfe sein.

Seinen Gefühlen, die ja nicht "beweisbar" sind, zu vertrauen, erfordert viel Mut. Erst durch die Aufgabe der Kontrolle kommt man nach meiner Erfahrung weiter. Das bedeutet nicht, dass man nicht mehr auf sich achtet. Im Gegenteil, auf sich (und seine Gefühle) zu achten, bedeutet sich zu achten.

Was Du über SHG schreibst, klingt schon ziemlich heftig. Bist Du Dir sicher, dass Du das so gehört hast ? Ich kenne keine SHG, aber wenn dort der Satz fiele, man müsse etwas so oder so tun, würde ich dem scharf entgegen treten. Aber nach dem, was ich aus SHGs wahrnehme, ist es eher das Gegenteil der Fall. Ich hoffe zumindest, dass es so ist.

Ich halte mich übrigens nicht (mehr) für einen labilen Charakter. Ich vertraue meinen Gefühlen und meinem Wissen. Und wenn diese Dinge auch einmal in Konflikt geraten, kann ich diesen auch einmal stehen lassen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 68 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Tatjanas Posting unterschreibe ich mal zu 100%. Ich hatte genau die selben Gefühle wie sie. Es gab in meinem alten Leben gewiss tolle Momente, an die ich auch gern zurück denke, ABER so richtig glücklich war auch ich nie....ganz im Gegensatz zu heute.

Herzlichst
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 69 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Cybills Beitrag hätte fast von mir sein können. Ich bin jedoch kein Alphatier, sondern die Kooperative. Als ich versucht habe, in meiner männlichen Rolle das Alphatier zu geben, bin ich gescheitert, im äußeren, wie im Inneren.

So wie Aria das beschreibt, würde ich es auch nicht Fetisch nennen. Es war eine Möglichkeit Lust zu leben, aber nicht die alleinige.
habe ich immer wieder auf mein Bauchgefühl gehört
Wie kann man das Bauchgefühl konkret beschreiben ? Bei mir ist das Unruhe, Kribbeln am ganzen Körper, vor allem an Armen und Beinen. Fahrigkeit ist der richtige Ausdruck dafür. Dann merke ich, dass etwas nicht stimmt. Meist ist das nach einem "Trigger" der Fall, wenn ich z.B. eine Frau, weibliche Kleidung o.ä. bewusst wahrnehme, durchzuckt es mich wie ein Blitz. Wahrscheinlich baut sich das auf, wenn ich zu lange im MM lebe. Der Trigger ist dann der Tropfen, der das Faß zum überlaufen bringt. Anders herum ist es eher ein Gefühl der Sattheit. Aber ich beschäftige mich en femme zu viel mit meiner Weiblichkeit als das ein echter "Normalzustand" eintritt. Die inneren Widerstände der Ratio sind noch vorhanden. Aber das Leben en femme für mehrere Tage zeigt mir schon, dass mehr möglich ist. Aber wie weit das geht, ist mir noch nicht klar.

Wenn es zu persönlich wird, muss niemand darauf antworten.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 70 im Thema

Beitrag von Christiane04 »

Liebe Tatjana, liebe Michelle,

Finde ich super, dass es euch richtig gut geht! Danke für euer klares Statement.

Liebe Vicky,

Beweis? Was meine ich damit.....Beweis ist falsch ausgedrückt!
Ich wünschte mir für uns hier alle mal eine Art Langzeituntersuchung / Langzeitevaluation über Transsexualität, wer hat HRt und OPs gemacht und wie geht es ihr/ ihm, natürlich auch mit Transmännern😊 Heute nach x Jahren damit. Natürlich auch mit den Personen die ausscheiden und vielleicht eine Aufzeigung der Gründe..
Das könnten die TS Ambulanzen und auch die entsprechenden Psychotheraputen machen. Gibt es das schon? Ich glaube nicht.
Das Netz bietet, wie es so schön heißt nur episodische Einzelfälle, die nicht statistisch Auswertbar sind. Eine interessant Idee wäre das auch hier zu fragen als Statistikthread, wäre zwar rein subjektiv, würde aber schnell zu guten Zahlen führen, so als Nabelschau in eigener Sache. Cybill hast du Interesse?
Nein, Zahlen nützen im Einzelfall auch nix, aber es ist noch so dubios , da sind viele zufrieden, da lebt eine mit Brüsten als Mann, vollständig angepasste vor Jahren operierte leben wieder total in der männlichen Rolle.....
Lasst uns weiter diskutieren und Gedanken austauschen.
Christiane
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 71 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,

wer (noch) unsicher ist, kann sich doch erstmal entspannt zurücklehnen.
Ich musste nicht großartig überlegen, was ich bin, was ich zu tun habe, wie der Weg aussieht, den ich gehen muss. Natürlich gab es auch bei mir eine Zeit, in der ich nicht wusste, bin ich eine Frau oder nicht. Aber wenn ich das Kopfkino ausgeblendet habe und tief in mich reingehört habe, wusste ich, wer ich bin. Die ganzen Unsicherheiten kamen eigentlich von außen (Familie, Job, Freunde, sozialer Status bzw. Sicherheit). Ich, für mich allein, war mir sicher.
Von diesem Punkt an, an dem man dieses Bewußtsein erlangt und akzeptiert, gibt es keine Unsicherheit mehr. Von da an versucht man sich krampfhaft an das alte Leben zu klammern, obwohl man weiß, das es falsch ist. Das ist aber nicht die Unsicherheit, sondern die Angst.
Wenn das Gummiband, das einen auf die Frauenseite rüberzieht, straff genug gespannt ist, gibt es kein Halten mehr. Dann hat man keine "Wahl" mehr, sondern tut, was immer die Spannung des Bandes reduziert. Da muss man nicht überlegen, welcher Schritt richtig ist, man weiß es genau, weil es zieht einen an.
Das so viele den Schritt zu einem Leben als Frau wagen, trotz der ganzen Risiken, ist doch "Beweis" genug, oder?

So lange man es sich noch aussuchen kann oder am überlegen ist, ob ein Leben als Frau die richtige "Wahl" ist, ist alles im grünen Bereich.
Ansonsten reißt es dich irgendwann einfach mit, das Gummiband, in dein richtiges Leben )))(:

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Wally
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 72 im Thema

Beitrag von Wally »

Christiane04 hat geschrieben: Mi 19. Sep 2018, 07:48
Seid ihr als Mann nicht mehr glücklich? Gar nicht, ich schon u das genieße ich genauso , wie wenn ich mich ins Kleid werfe u vor die Tür gehe.
Sorry Vicky, dass ich das in deinem Thread schreibe, aber ich hatte zu viel Kontakt zu gelinde gesagt nicht Glücklichen transiierten, die alleine ohne Familie/ PartnerIN ein trauriges Dasein führen. Wir sind soziale Wesen und brauchen Kontakte, reale nicht virtuelle.....
Liebe Christiane,

Danke für diesen Kommentar; Du sprichst da gleich mehrere, sehr wichtige Aspekte an!

Mir ging's da so, dass ich als Mann NOCH NIE richtig glücklich war. Unglücklicherweise habe ich mein halbes Leben gebraucht, um endlich zu verstehen, WARUM das so war...

Ich denke, da liegt einer der entscheidenden Unterschiede zwischen TV und TS: TV können im Prinzip auch noch als Männer glücklich und zufrieden sein. Für TV ist das Crossdressing nur so eine Art Zugabe zum Glück, eine erotische Extra-Delikatesse, auf die sie - je nach Intensität der individuellen Veranlagung - zumindest zeitweise noch ganz gut verzichten können, ohne deswegen gleich in ihrem ganzen Leben unausgefüllt und unbefriedigt zu sein. Bei uns TS liegt dagegen so viel von dem, was unser "Glück" ausmacht (und das betrifft nicht nur erotisch-sexuelle Genüsse!), jenseits der Geschlechtergrenze, dass wir in einem strikt männlichen Leben gar nicht anders können als depressiv zu werden. Und das nicht nur, weil uns weibliches Glück fehlt; uns fehlt auch großenteils die Fähigkeit, das zu genießen, was einem Mann das männliche Leben lebenswert macht.

Crossdressing ist - selbst dann, wenn wir es nur im stillen Kämmerlein betreiben - im Kern, von seiner Bedeutung her, eine SOZIALE INTERAKTION: wir präsentieren uns von einer ganz bestimmten Seite nach außen, wir stellen uns dar, wir erzeugen damit auch Wirkung. Und der heterosexuelle Mann als Teilpersönlichkeit in uns selber - soweit überhaupt vorhanden - ZEIGT dann natürlich auch Wirkung und findet's geil. Aber dieser männliche "Fetisch" ist eben auch schon bei Transvestiten weder der Auslöser noch die einzige, alleinherrschende Motivation, sondern nur ein sekundärer Teilaspekt; am Anfang steht da ein WEIBLICHES Bedürfnis, sich als Frau zu zeigen und erotische Signale auszusenden! Wo das nicht primär als Auslöser vorhanden ist, findet ein normal heterosexueller Mann schlicht nichts an sich selber, woran er sich aufgeilen könnte, da fehlt sozusagen der Ankerpunkt. Die Mehrzahl der Männer weiß ja denn auch mit Crossdressing überhaupt nichts anzufangen, die finden das nicht sexy, sondern bloß entwürdigend.

Da Crossdressing im Kern eine soziale Interaktion ist, bringt es (neben dem sexuellen Kurzschluss im männlichen Fetisch) um so mehr Befriedigung, je mehr wir damit auch die ersehnte Wirkung nach außen erzielen und entsprechende Rückmeldungen bekommen. Da kommt die Partnerschaft ins Spiel: nirgendwo sonst können wir uns so intensiv, so intim nach außen präsentieren, Wirkung erzielen und Rückmeldung bekommen wie gegenüber unserem jeweiligen Lebenspartner - soweit wir den haben und die Beziehung auch funktioniert. Meine TS-Veranlagung ist immer dann am wildesten und sehnsüchtigsten aufgebrochen, wenn ich allein war oder - noch schlimmer - eine Partnerin hatte, die strikt alles Weibliche an mir ablehnte. Sobald ich aber eine Partnerin hatte, die mich ganz intim auch in meinen weiblichen Teilen akzeptierte und liebte (dieses große Glück habe ich nun schon seit 13 Jahren mit meiner Frau), beruhigt sich das ein Stück weit; ich komme dann auch im öffentlichen Raum viel besser mit der dort verbliebenen, männlichen Rolle klar, das verliert dann einfach an Bedeutung.

Mit dem in der TS-Szene so oft gehörten "Du MUSST..." habe ich auch Probleme. Menschen sind Individuen, und wohl kaum eine andere Gruppe ist individueller, von Fall zu Fall unterschiedlicher als gerade wir Transgender. Was da für den einen DIE Lösung war, kann für den nächsten völlig daneben sein. Und allzu oft kommt dieses "Du MUSST..." mit einer so verkrampften Energie daher, dass in mir der Verdacht aufkeimt, der/die Betreffende wehre damit die Erkenntnis ab, selber einen Fehler gemacht zu haben.

Herzliche Grüße
Wally
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 73 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Christiane:
Ich wünschte mir für uns hier alle mal eine Art Langzeituntersuchung / Langzeitevaluation über Transsexualität, wer hat HRt und OPs gemacht und wie geht es ihr/ ihm, natürlich auch mit Transmännern😊 Heute nach x Jahren damit. Natürlich auch mit den Personen die ausscheiden und vielleicht eine Aufzeigung der Gründe..
Das würde mich auch interessieren und im einem streng wissenschaftlichen Umfeld zur Transforschung auch eine interessante Fragestellung darstellen. Aaaber: so ganz werde ich den verdacht nicht los, dass die Motivation dahinter steht, für sich selber sicherer zu werden, wohin die Reise geht oder aber für sich selber einen Grund zu finden, keine Entscheidung treffen zu müssen. Das Dumme ist nur, das hilft nicht für den eigenen Lebensweg. Christiane, nicht falsch verstehen, ich unterstelle Dir das nicht. Es ist wahrscheinlicher, dass ich das so mache ... ;-) Bei Anderen sieht man leichter, was Einen selber betrifft, auch wenn es die Anderen nicht betrifft: eine klassische Projektion. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich hier solche Fragen stelle...

Wally, Deinen Beitrag muss ich noch sacken lassen. Aber mit der Verallgemeinerung:
für TV ist das Crossdressing nur so eine Art Zugabe zum Glück, eine erotische Extra-Delikatesse, ...
bin ich nicht einverstanden. Das mag für manche ein Grund sein, aber wahrscheinlich nicht für die Allgemeinheit. Es soll Menschen geben, die mit dem Wechsel zufrieden sind, ohne daraus erotische Genüsse ziehen, zumindest nicht vordergründig. Wozu brauche ich die Unterscheidung ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 74 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 19. Sep 2018, 08:34 Was Du über SHG schreibst, klingt schon ziemlich heftig. Bist Du Dir sicher, dass Du das so gehört hast ? Ich kenne keine SHG, aber wenn dort der Satz fiele, man müsse etwas so oder so tun, würde ich dem scharf entgegen treten. Aber nach dem, was ich aus SHGs wahrnehme, ist es eher das Gegenteil der Fall. Ich hoffe zumindest, dass es so ist.
Die erste Shg die ich vor Jahrzehnten aufsuchte war eine der AA ( anonyme Alkoholiker).
Die hat mir wahrscheinlich mein Leben gerettet.
Dort lernte ich die Erfahrungen anderer kennen.
Aber nie mit den Worten " du musst" oder ähnliche Worte, sondern immer mit den Worten " ich habe " es so und so gemacht.
Ich glaube dieses ich habe dürfte auf alle SHG's übertragbar sein.

LG Tatjana
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 75 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena »

Hallo Tatjana,

ich war vor Jahren auf einer SHG, da fühlte ich mich bedrängt, bin dort nur ein einziges mal gewesen und nicht mehr hingegangen. Muss jedoch nicht unbedingt an der SHG oder den Leuten dort liegen, kann sein, dass dieses Gefühl nur an mir lag, ich kanns nicht sagen.
Auf mehreren anderen wars total locker und angenehm, wo ich dann auch mehrere Male gewesen bin.

Liebe Grüße
Bea


P.S. Der Augsburger Stammtisch war locker, ein schönes Zusammentreffen, werde beim nächsten Mal auch wieder kommen.
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
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