Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?
Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ? - # 4

Lebensplanung, Standorte
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 46 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Frieda,

ich muss Dir doch deutlich widersprechen. Ich finde nicht, dass Deine Beiträge hier fehl am Platz sind. ;-) Ganz im Gegenteil, sie bringen in mir eine Saite zum Schwingen.
Für mich werdet Ihr Alle hier (und keine ausgenommen!) immer eine viel viel viel sensibelere, feinfühligere Emotions- und auch Gefühlsebene haben (egal in welchem Bereich),
Das bringt es doch sehr gut auf den Punkt. So habe ich es schon immer empfunden und es ist schön, wenn so etwas auch ausgesprochen wird. Meine Frau drückt es auch aus, aber mehr in ihrer Haltung als in ihren Worten. Auf der anderen Seite hat sie für mich spürbar noch am Thema zu "knabbern".

Interessant war Deine Beschreibung des Unterschieds von Emotion und Gefühl. So habe ich das bisher noch nicht gesehen. Und Du hast Recht, mir geht es hier um Emotionen, aber auch die Gefühlsebene ist hier willkommen. Ich habe viel zu lange beide Ebenen vernachlässigt und ich gewundert, dass das Leben immer stumpfer wird. Auch der Sex brauchte immer stärkere Dosen, sprich extremere Praktiken, um zu wirken. Seit dem ich meinen Fokus auf Emotionen und Gefühle gelegt habe, ist meine Welt wieder sehr viel bunter geworden. Da dauerte es auch gar nicht lange, bis ich meine jetzige Frau kennen lernte. Der Sex ist sehr viel ruhiger und schöner geworden. Vor allem, seit ich mich auf der weiblichen Ebene sehr viel mehr einbringe. Ich glaube, es wäre ein Fehler, den Zusammenhang zwischen meinem Trans-Dasein und der Sexualität zu leugnen.

Aus meiner Sicht haben viele einfach nur Angst, wenn sie schreiben, ihr Trans-Dasein hätte nichts mit Sexualität, sprich einem Fetisch zu tun. Ich denke aber, dass sie damit einen Teil ihrer Lust verdrängen, auch wenn ich verstehen kann, dass sie nicht als Freak gesehen werden wollen. Aber viel wichtiger ist doch, dass man sein Leben so gestaltet, dass es für einen selbst gut tut. Für mich kann ich nur sagen, dass seit ich auch in meiner Sexualität meine weibliche Ebene leben kann, ist die Sexualität erfüllter geworden. Ich fühle mich in meiner Haut einfach "runder".
als die Frau die sich Jahrzehnte vor der Trennung, sich selbst verdrängend als etwas gaga empfand und sich in Schablonen pressen lies.
So empfinden das viele Menschen, nicht nur Frauen. Es tut niemandem gut, sich in irgend etwas pressen zu lassen. Und wenn ich umschaue, lassen sich viele Menschen pressen. Das Erstaunliche ist jedoch, dass sie das auch verteidigen, da es scheinbar keine Alternative gäbe. Und weil sie es sich nicht selber gönnen, nämlich sich selber zu leben, müssen sie es bei Anderen verteufeln. Ich weiß wovon ich rede, ich habe es früher selber genug praktiziert und wenn ich den Mut habe hinzuschauen, muss ich feststellen, ich bin auch heute nicht frei davon. Nicht im Transbereich, aber in anderen Bereichen. Das ist nicht gut für meinen inneren Frieden und ich arbeite daran. Carl Zuckmayer schrieb einmal, dass im Gefühl für die eigene Produktivität Glück läge. Damit hat er aus meiner Sicht Recht. Was er nicht meinte, war der Leistungsgedanke in einer solchen Gesellschaft. Das passt mMn bis in den Bereich der Sexualität, wobei hier ich die Kreativität, also das Leben dessen, was einem in den Sinn kommt, als "produktiv" verstehe. So nebenbei: Kreativität ist für mich nicht das ständige Schaffen von etwas Neuem, sondern das Wirken lassen der eigenen Gedanken/Gefühle/Emotionen.

Ich bin Dir sehr dankbar für Deine Gedanken. Du sprichst viel aus, was ich ich auch empfinde. Da Du sie als eine Biofrau schreibst, öffnen sie mir die Tür wieder etwas weiter zu meinem inneren Wesen als Frau. So etwas zu denken und zu schreiben, ist für mich noch nicht selbstverständlich. Zu sehr hänge ich noch in den von Dir beschriebenen Schablonen. Jetzt genieße ich noch ein wenig die Stimmung, eine Schwester im Geiste zu sein zu können.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 47 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Aria,

Du schreibst:
Also meinst du es doch anders als ich es aufgefasst habe??? Sorry, aber jetzt musst du mir genauer erklären, wie du das meinst!
Ich bin davon ausgegangen, du meinst, wie man merkt, dass man TS ist - um es ganz banal auszudrücken.
Nein, ich glaube die Diskussion ober man TS oder TV/CD oder was auch immer ist, bringt vielleicht nur den Einstieg in einen Prozess, der mMn dazu führt, sich selber jenseits der Schubladen zu finden. Für mich ist es das Ziel, mehr über mich selber zu erfahren. Dazu muss ich meine Verkrustungen abwerfen. Frieda nennt es "Schablonen". Und hier sind es die Emotionen, die uns den Weg weisen. Spüre ich innere Anspannungen, merke ich, dass ich gerade in einer Situation stecke, die einen "Schablonencharakter" hat. Ich werde in etwas gepresst, was mir nicht gut tut. Auf der anderen Seite bekommen meine Emotionen Flügel, wenn ich bewusst wahrnehme, das ich auf dem Weg von der Alltäglichkeit zu mir selber, also meinen weiblichen Gefühlen, bin. Es gibt sie auch an anderer Stelle, aber hier sind sie am intensivsten.

Ich versuche also, möglichst genau und differenziert meine Gefühle zu beobachten. Wie fühlt es sich an, wenn ich auf dem Weg bin ? Ich bin auch überzeugt, dass Menschen, die sich als TS beschreiben, sich nicht immer gleich fühlen. Im Alltag ist meist kein Platz für diese Emotionen. Aber wenn man ein wenig zur Ruhe kommt, kann das Bewusstsein für das eigene Selbst wachsen.

Das ist der Punkt, der mich interessiert. Was spüre ich genau, wenn mein Bewusstsein für die eigene Weiblichkeit in mir wächst ?

Mich an dieser Stelle zu beobachten, verstärkt sogar meine Emotionen. Es macht mich glücklich. Was mir noch nicht gelingt, ist diese Emotionen frei fließen zu lassen. Da wirken noch zu sehr innere Konflikte. Aber das ist ein anderes Thema. Das werde ich ein anderes Mal aufgreifen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 48 im Thema

Beitrag von Frieda »

Namaste Vicky🙏

Ich strahle gerade sehr, dank deiner Worte!!! ))):s
Ich bin wirklich gerührt davon und ich achte es sehr, weil du so gefühlvoll zu mir geschrieben hast....komm bitte gut durch deinen neuen Tag!
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 49 im Thema

Beitrag von Christiane04 »

Hallo Vicky,

Du schreibst

Ich versuche also, möglichst genau und differenziert meine Gefühle zu beobachten. Wie fühlt es sich an, wenn ich auf dem Weg bin ? Ich bin auch überzeugt, dass Menschen, die sich als TS beschreiben, sich nicht immer gleich fühlen. Im Alltag ist meist kein Platz für diese Emotionen. Aber wenn man ein wenig zur Ruhe kommt, kann das Bewusstsein für das eigene Selbst wachsen."
Das ist für mich genau das was Achtsamkeit umschreibt, ich weiß das ist ein Modewort, aber ich mag es ....
Sich selbst zu beobachten und sich seiner Emotionen klar zu werden , sich eventuell in Frage zu stellen sehe ich als Stärke an. Besonders als Transperson unbesehen dessen ob am Ende eine Op stehen soll oder nicht. Für mein Gefühl, oder auch Eindruck geht es bei vielen im Augenblick sehr schnell mit ihrem Weg u sie schaffen schnell vollendete Tatsachen ohne Rücksicht auf die Partnerin oder Kinder.......das tut mir beim Lesen weh und ich denke, hast du wirklich alles gut überdacht?
Viele hier steuern in Mails gegen dieses allzu forsches Agieren Richtung Transsexualität/ bzw . Überaktionismus das finde ich sehr gut. Ich beschäftige mich schon sehr lange mit diesem Thema u lese seit Jahren sehr viel dazu. Meine Eigenbeobachtung zeigt, dass auf aktives " Frau sein wollen" ruhigere Zeiten folgen. Aber meine sehr verständnisvolle lebenskluge Frau weist mich dann gerne sehr genussvoll daraufhin, dass war wieder eine weibliche Geste, Gesichtsausdruck etc......
Ergo. Ich bin beides u am schlechtesten ging es mir immer dann, wenn ich eine Seite so gelebt habe, dass ich mein Gefühlsleben vernachlässigt oder ignoriert habe. Klärt mich auf ist das eher ein weiblicher Gedanke? Ich glaube schon ....

Wünsche Euch immer Sonne im Herzen Christiane (na)
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 50 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Christiane,
Christiane04 hat geschrieben: Mo 17. Sep 2018, 14:03 Klärt mich auf ist das eher ein weiblicher Gedanke? Ich glaube schon ....
aufklären kann ich Dich in dieser Frage nicht, aber es kommt mir auch so vor.
Christiane04 hat geschrieben: Mo 17. Sep 2018, 14:03 Für mein Gefühl, oder auch Eindruck geht es bei vielen im Augenblick sehr schnell mit ihrem Weg u sie schaffen schnell vollendete Tatsachen ohne Rücksicht auf die Partnerin oder Kinder.......das tut mir beim Lesen weh und ich denke, hast du wirklich alles gut überdacht?
Meinst Du mich ? Da kann ich Dich beruhigen. Bei mir geht es in dieser Frage gar nicht schnell. Es geht in Schüben. Ich knabbere seit Jahrzehnten daran. Das für mich fundamental Neue ist, dass ich die Möglichkeit akzeptiere, weiblich zu sein. Ich lasse das Wort zu. Es wirkt auf mich. Nach einer anfänglichen, reflexhaften Abwehr, komme ich emotional damit immer besser klar. Damit schaffe ich keine vollendeten Verhältnisse und schon gar nicht gegen meine Frau.
Christiane04 hat geschrieben: Mo 17. Sep 2018, 14:03 Ergo. Ich bin beides u am schlechtesten ging es mir immer dann, wenn ich eine Seite so gelebt habe, dass ich mein Gefühlsleben vernachlässigt oder ignoriert habe.
Darum geht es mir. Achtsamkeit bez. der eigenen Gefühle. Ich versuche gerade, die etwas aufzudröseln. Vielleicht habe ich nie gelernt, Männlichkeit zu leben. Das was ich dazu gelernt habe, schreckt mich ab. Damit werde ich unausstehlich. So bin ich nicht. Dann habe ich versucht, "Weibliches" (z.B. Empathie) in meinem Leben als Mann unter zu bringen. Das geht schon besser, reicht mir aber nicht. Dann ging es um die Frage der Selbstakzeptanz. Hier lag der Schwerpunkt darin, von Zeit zu Zeit das en femme Leben zuzulassen. Auch das fühlte sich gut an. Jetzt gehe ich noch einen Schritt weiter und lasse die Begriffe "Weiblichkeit" und "Frau" als Bestandteil meines Lebens zu. Und auch das scheint zu funktionieren. Es ist noch nicht abgeschlossen. Unterbrochen wurden die Phasen durch Zeiten, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt. Das Mannsein ist nicht mein Ding. Ich habe jedoch dadurch eine Position erreicht, die mir ein sorgloses Leben ermöglicht. Als Biofrau wäre mir das möglicherweise nicht gelungen. Das macht mir den Rücken frei für meine Versuche.

Meine Frau ist teilweise mit eingebunden und ich bin dabei, das noch zu vertiefen. Der Gedanke, gemeinsam diese Welten zu entdecken, hat für mich seinen Reiz. Aber derzeit ist sie einerseits zurück haltend, andererseits fördert sie mich, in dem sie mir Mut macht.

Nur beim Tanzen, und das ist ganz klar, gebe ich den Ton an. )):m )):m (gitli) (gitli) Das wird sich nicht ändern, da führe ich. Allerdings wenn ich möchte, dass sie mit mir tanzt, werde ich auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Außerdem habe ich eigene Beschränkungen, denn manchmal lernt sie besser als ich. Es kommt darauf an, ein gutes Team zu sein. Und das geht nur, wenn wir gegenseitig auf uns achten.

Und genau geht es in dem TG-Prozess. Ich treibe die Diskussion, weil ich ein Bedürfnis habe. Ich bringe meine Frau in die (manchmal unangenehme) Situation, mir zu folgen. Dabei müssen wir beide gegenseitig sehr aufmerksam auf uns achten. Offenheit für Anmerkungen aus ihrer Warte helfen mir als Korrektiv. Wir sind auf uns angewiesen. Ist das das Geheimnis einer funktionierenden Beziehung ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 51 im Thema

Beitrag von Frieda »

Hallo Christiane!

Es möge mir bitte erlaubt sein eine Randbemerkung zu machen!?

Achtsamkeit, mag in unserer westlichen Welt hier ein Modewort sein. Aber es tut mir leid, dass ich dieses so nicht alleine stehen lassen kann.

Die Achtsamkeit hat seit über 2500 Jahren ihre Wurzeln im Buddhismus und ist dort einer der wichtigsten Bestandteile von Buddhas Lehre des "achtfachen Pfades".
Die Lehre des achtfachen Pfades beinhaltet:
- rechte Einsicht
- rechtes Denken
- rechte Rede
- rechtes Handeln
- rechter Lebenserwerb
- rechte Anstrengung
- rechte Achtsamkeit
- rechte Versenkung

Ich will gar nicht weiter ausschweifen, es war mir (sry) nur ein ehrliches Bedürfnis "die Achtsamkeit" so, wie ihre wahrhaftige Bedeutung ist, hier wenigstens ganz kurz ins rechte Licht zu rücken!!!!!


Danke für Euer Verständnis...Namaste🙏
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 52 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-09 »

wenn ich über die fragestellung des themas nachdenke.
wie fühlt es sich an das ich mich scheinbar im falschen körper befinde, es nicht deuten kann ob es tatsächlich so ist.
ich in den spiegel sehe und eine frau wahr nehme, in zwei wochen den ersten termin beim endo habe.
privat: ich nur frauenkleidung trage vom scheitel bis zur sohle.

es erdrückt mich fast, ich ersticke mehr und mehr in unsicherheit mir gegenüber.
ob es tastächlich ein wunsch ist eine frau zu sein, lieber dazwischen wenn es so etwas gibt.

auch meine rolle las mann die ich berufsleben habe ist nicht ohne, ständig neue herausvorderungen.
immer gut da stehen, immer alles wissen und können wird von mir abverlangt.
bin immer auf dem radar anderer, fehltritte sind erlaubt, aber kleidchen am arbeitsplatz....schon garnicht als transe
irgendwann kommt es zu outing in der firma, weil es sich nicht mehr umgehen lässt. wenn da etwas wächst was hoffentlich auch zu mir gehört.

um auf deine frage zu antworten.
hin und her gerissen, nicht bestimmt, dem berufsleben geschuldet.
an manchen tagen platzt mir fast mein kopf.
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 53 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Sahara65 hat geschrieben: Mo 17. Sep 2018, 17:36 wie fühlt es sich an das ich mich scheinbar im falschen körper befinde, es nicht deuten kann ob es tatsächlich so ist.
...
an manchen tagen platzt mir fast mein kopf.
Richtig gut beschrieben. Bei mir platzt eher der Körper.

Frage an die unter uns, die vollständig als Frauen leben, egal ob mit OP/HET o.a. und vor dem vollständigen "Übergang" in das Leben als Frau ebenfalls diese Unsicherheiten spürten:

Was hat Euch sicher in Eurer Entscheidung gemacht ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 54 im Thema

Beitrag von Christiane04 »

Guten Morgen Vicky, guten Morgen Frieda,


Achtsamkeit ist eine tägliche Übung u mir fällt von allem die Rechte Einkehr am schwersten, was in meinem Verständnis bedeutet, die Gedanken zu fokussieren auf mich selbst oder auch einfach mich ohne Anlass in mich zu versenken und zu sehen was kommt oder nicht. Immer spannend!
Vicky, nein, ich meinte dich nicht, das war eher allgemein gerichtet an die gefühlt vielen Beiträge, in denen es um schnelle Verweiblichung u Leben als Frau geht.......ohne diese Rolle je auch mal nur ein paar Tage am Stück ausprobiert zu haben!
Danke euch beiden, von mir Prädikat besonders wertvoll!
Toller Thread, wichtig...
Christiane (888)
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Joe95
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 55 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 18. Sep 2018, 07:20...
Was hat Euch sicher in Eurer Entscheidung gemacht ?
Die Tatsache dass sich an meinen Gefühlen und Emotionen nichts verändert hat, sondern einfach nur irgendwelche Dysphorien, Ängste und Unsicherheiten weg sind.
Das alle Hindernisse auf meinem Weg plötzlich ihren Schrecken verloren haben.
Das ich mich frei fühle.
Das sich das alles so richtig anfühlt.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 56 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 18. Sep 2018, 07:20
Sahara65 hat geschrieben: Mo 17. Sep 2018, 17:36 wie fühlt es sich an das ich mich scheinbar im falschen körper befinde, es nicht deuten kann ob es tatsächlich so ist.
...
an manchen tagen platzt mir fast mein kopf.
Richtig gut beschrieben. Bei mir platzt eher der Körper.

Frage an die unter uns, die vollständig als Frauen leben, egal ob mit OP/HET o.a. und vor dem vollständigen "Übergang" in das Leben als Frau ebenfalls diese Unsicherheiten spürten:

Was hat Euch sicher in Eurer Entscheidung gemacht ?
Hallo Vicky Rose,

Die Unsicherheiten waren bis etwa ein Jahr nach der ersten Hormongabe immer mal wieder da, würden aber weniger, da ich immer ausgeglichener wurde.
Hinterfragt habe ich mich aber tatsächlich am Tag vor meiner Aufnahme ins KH zur Gaop noch ein letztes Mal.
Meine Antwort an mich war. Ja ich bin sicher!

Gerade meine immer besser werdende Ausgeglichenheit, wie ich mich fühlte, heute noch fühle.
Unter anderem die Wut auf das männliche in mir, machte die Entscheidung die Transition komplett zu durchlaufen für mich einfach
Es war wahrscheinlich meine wichtigste Entscheidung in Leben die ich nicht bereue, würde denselben Weg ohne wenn und aber wieder gehen.

LG Tatjana
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 57 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Vicky, nein, ich meinte dich nicht,
Ich gehe trotzdem gerne darauf ein, weil ich merke, dass ich durch das Schreiben über meine Gedanken und Gefühle gezwungen bin, genauer hin zu schauen. Auch merke ich manchmal, wie sich neue Wege öffnen. Vieles von dem, was ich schreibe ist aktive Selbstreflexion. Vor ca. 15 bin ich zum ersten Mal ernsthaft damit konfrontiert worden und vor 8 Jahren begann die Phase, dass ich mein Leben auf den Kopf gestellt habe. Seit dem bin ich Veränderungen, die aus den Selbstreflexionen können, offen.

Einfach gesagt, es macht Spaß, wenn ich spüre, wie mir das gut tut. Und es ist noch eine Menge Potential für solchen Spaß übrig ... :roll: :wink:
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 58 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Auch ich finde diesen Thread äußerst wichtig und spannend. Er bringt mich dazu, noch mal genauer in mich zu horchen.
Ich bin mir nicht sicher, wer oder was ich bin oder fühle. Ich spüre mich in vielem, was hier geschrieben wird und merke doch, dass ich meinen eigenen Weg finden muss.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 59 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Joe95 hat geschrieben: Di 18. Sep 2018, 07:36...an meinen Gefühlen und Emotionen nichts verändert...
Ich muss mich hier ein wenig korrigieren.
Es hat sich schon was geändert.
Ich war schon immer ein Gefühlsmensch, aber früher habe ich oft Gefühle unterdrückt.
Wer will schon Tränen und wegschauen ist doch so einfach...
Heute bin ich dankbar für meine Gefühle und meine Tränen helfen mir etwas weniger wegzuschauen.

Meine Gefühle und Emotionen sind nicht anders geworden, nur stärker.
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Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?

Post 60 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 18. Sep 2018, 07:20Was hat Euch sicher in Eurer Entscheidung gemacht ?
Es ist keine Entscheidung! Ich hatte keine Wahl, so wie die meisten anderen Transfrauen auch nicht. Ich musste den Weg gehen oder ich wäre kaputt gegangen.
Das es richtig wäre, den Weg zu gehen, weiß man schon lange vorher. Dann wartet man quasi nur noch darauf, das der Leidensdruck entsprechend hoch wird, das man sich aus der Komfortzone herausbewegen muss.
Ich wusste schon ein Jahr vorher, das ich den Weg gehen möchte, aber zu diesem Zeitpunkt war die Angst noch größer als der Leidensdruck.

Das, was einen davon abhält, gleich den Weg einzuschlagen, sind halt die enormen Risiken, die damit einhergehen. Ich z.B. habe 2 kleine Kinder und bin Hauptverdiener in unserer Familie. Hätte ich meinen Job verloren, hätten wir vermutlich unser Haus aufgeben müssen.

Ich habe mich erst bewegen lassen, nachdem ich schon gesundheitliche Probleme bekommen habe, die letzten Endes auf mein Doppelleben zurückzuführen waren.
Ich konnte einfach nicht mehr anders...

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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