Kurz vor dem Outing
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Alex_andra
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Kurz vor dem Outing

Post 1 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

Hallo meine Lieben,
ich bin erst seit einem Tag hier und denke die ganze Zeit daran, wie ich mich hier mit anderen, die wahrscheinlich ähnliche Erfahrungen in ihrem Leben gemacht haben, so untehalten kann, dass all das, was sich in mir seit Jahren angestaut hat und mich bis zum heutigen Tag verwirrt, irgendwie kommunizierbar ist.
Es sprudelt gerade alles etwas ungefiltert aus mir heraus und ich möchte mich schon mal dafür entschuldigen.
Was bin ich oder wer bin ich? Diese Frage kann ich momentan nicht beantworten und möchte sie am liebsten auch so im Raum stehen lassen. Dennoch drängt mich diese Ungewissheit ja momentan dazu mich aus meiner selbst auferlegten Isolation herauszutreten und endlich öffentlich zu sagen, dass ich zumindest nicht der klassische Mann bin, den ev. viele bis jetzt in mir gesehen haben.
Ich würde von mir behaupten, dass ich mich sehr mit der weibliche Rolle identifiziere, kenne sie aber nur aus meinen doch irgendwie männlichen Projektionen heraus. Ich wäre gerne eine Frau und würde geren als solche leben, kann aber meine bisher männliche Vergangenheit nicht auslöschen. Eben diese Lebenszeit hat mich ja auch zu einem Teil zu dem gemacht, der oder dei ich heute bin. Erleichterung verschafft wiwe so oft die Flucht in die Phantasie und deren elektronische Variante, das Internet. Das machte alles einerseits erträglich, verstärkte den Wunsch endlich als Frau leben zu wollen aber auch. Ist ein wenig wie ein Rausch, dem ich nicht netkommen kann. Ein Strudel, dessen Sog immer stärker wird.
Nächste Woche habe ich einen Beratungstermin in Berlin bei Frau Vera Fritz. Ich brenne geraddezu innerlich wenn ich an diesen termin denke und erhoffe dadurch Hilfe bei der Suche nach einem passenden Therapeuten oder einer Therapeutin zu finden. Ich habe auch überhaupt keine AHnung wohin mich das treibt und strebe gerade weder den Geschlechtswechsel an noch habe ich die Illusion ein wie auch immer möglichen Heilung. Gerade habe ich nur das dringende Bedürfniss die ganze Zeit zu reden und das alles so gut es geht in meinem Kopf u ordnen.
Am liebsten würde ich eine längere Zeit mit Gleichgesinnten und Therapeuten verbringen um mein Inneres endlich einmal ganz und agr auszukippen und mich ganz neu kennenlernen zu können.
Ich beginne diesen teil meines Leben relativ spät und davor graust mir ein wenig. Ich lebe mit meiner Lebensgefährtin und unserern Kindern zusammen, die bis jetzt keine AHnung von meinem inneren Kampf haben. ABer das muss sich ändern, sonst endet das alles in einer Katastrophe.
Ich würde sehr gerne ein lose Gruppe von Betroffenen um mich scharen, mit denen ich mich regelmäßig austauschen kann. Am liebsten jemand aus dem Raum Berlin/Potsdam. Menschen denen es ähnlich ergeht, die seit langem mit dem Outing ringen und ihr Leben mit ihrer Entscheidung leben, wie immer diese auch lautete oder lauten wird.

Ich freue mich auf euere Antworten
Sabine oder Alex, bin noch unentschieden wie ich mich nenne.
Sabine war eine zeitlang die Lösung, aber je mehr ich aus dem verborgenen trete, desto mehr drängt es mich meinen alten Namen zu verwenden, der für beide Geschlechter stehen kann
Danke fürs Lesen und falls möglich für eine Antwort
Joe95
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Re: Kurz vor dem Outing

Post 2 im Thema

Beitrag von Joe95 »

sabine_allein hat geschrieben: Do 13. Sep 2018, 12:35...
Es sprudelt gerade alles etwas ungefiltert aus mir heraus und ich möchte mich schon mal dafür entschuldigen...
Och, sprudel du mal, wir sortieren uns das dann schon... (gitli)
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Frannie
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Re: Kurz vor dem Outing

Post 3 im Thema

Beitrag von Frannie »

HI Alex!
Ich bin zwar in NRW - aber wir können gerne schwafeln bis der Arzt kommt ...
Deine Situation kenne ich nur zu gut - wenn Dir danach ist, PN oder Chat ...


Greez Frannie
Alex_andra
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Re: Kurz vor dem Outing

Post 4 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

Danke erstmal an die die sich bis jetzt gemeldet haben und nochmals entschuldigung für meine orthogaphie. schreibe alles sehr schnell und vor allem relativ unreflektiert und möchte diesen zustand auch weiterhin so belassen um die bremse meiner ratio zu umgehen.
hallo frannie, schreibe dir erstmal hier in diesem forum. bin mir auch nicht sicher ob ich den richtigen ort gewählt habe um mein anliegen öffentlich zu machen, war ein wenig dem zufall und meiner ungeduld geschuldet.
Alex_andra
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Re: Kurz vor dem Outing

Post 5 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

guten morgen,
wie so oft ist die stimmungslage zu den verschiedenen tageszeiten immer ganz unterschiedlich. wenn ich morgens an all die probleme denke, die durch das mir bevorstehende outing auf mich zukommen werden, möchte ich amliebsten den kopf in den sand stecken und alles verleugnen. aber in stehe in so vielen bereichen, die meine biografie betreffen an einem wendepunkt und muss mich jetzt endlich mit der ursache für all diese probleme beschäftigen. wenn mir das wieder bewusst wird, komme ich wieder zu der erkenntniss, dass ich es meiner familie endlich sagen muss.
wie schon geschrieben befinde ich mich gerade in therapie, d.h. dass ich im sommer an einem punkt war an dem ich überhaupt nicht mehr weiter wusste und mich an eine psychologische notfallstelle gewandt habe. dort bin ich gerade ca. alle zwei wochen zu einem gespräch und dort habe ich mich auch geoutet. am kommenden mittwoch werde ich zu einem beratungsgespräch nach berlin zum sonntags-club gehen und erhoffe mir dabei tips und hilfe für die nächsten schritte.
dann habe ich einen thermin bei einem psychotherapeuten, bin mir aber nicht sicher ob er der richtige ist. er weiß von meinem biografischen problemen aber kennt die von mir vermutete ursache noch nicht.
ich habe unheimliche angst vor dem was auf mich zukommt. wie schon geschrieben habe ich familie. wir sind organisatorisch und finanziell von eineander abhängig. in vielerlei hinsicht lebe ich ein leben, das man früher mit einem klassischen frauenschicksal in verbindung gebracht hat. ich habe nach der ersten schwangerschft (damals noch im studium) erziehungsurlaub genommen und nach insgesamt drei kindern kam ich nicht wieder in meine früher angestrebte ausbildung zurück. dann habe ich jahrelang freiberuflich gearbeitet und nebenher so gut es ging haushalt und kinder versorgt. je älter ich wurde, desto stärker wurde mein bedürfniss, mich meiner iwe auch immer gearteten fraulichen seite zu stellen. wohin das geehn soll oder wird kann ich nicht sagen und meine wünsche sind hierbei sehr ambivalent.
meine größe angst bei einem outing ist vor allem die schmach, die ich all den anderen bereite, die bis jetzt auf mich gebaut haben. es ist mir unerträglich, dass ich alle meine von mir so sehr geliebten menschen mit in diesen strudel reisen muss. ich werde von meinen kindern, meiner partnerin, meinen eltern und allen freunden etwas verlangen, zu dem ich selbst erst nach jahren der verleugnens in der lage war.
ich weiß, dass ich diesen schritt gehen muss und glaube gleichzeitig aber, dass ich die kraft dazu nicht habe. ich kann auf die ffrage, was ich eigentlich wirklich will nicht wirklich antworten bzw. wären meine realen träume nicht realisierbar. ich möchte zu einem großteil wirklich als frau leben, möchte mir dann aber nicht verkleidet vorkommen. überhaupt hat das tragen von weiblicher kleidung bei mir nicht den stellenwert den er anscheinen bei andern hat. das soll nicht wertend sein, und nur der info dienen, wie es in mir aussieht. ich mag weibliche kleidung, würde aber, wenn ich meinen alltag als frau leben würde, mich eher androgyn kleiden. jeans und eher weiblich geschnittenes shirt usw..
ich mag es ein wenig geschminkt zu sein, wahrscheinlich um mein maskulines antlitz ein wenig abzumildern und ich mag frauliche unterwäsche, slip und bh. das kommt mir beim tragen immer so voe als würde ich hiermit mein geschlecht wechseln. früher habe ich mich regelmäsig am ganzen körper rasiert und mir beim duschen vorgestellt wei es wäre einen weiblichen körper ohne haare und weicher haut, mit fraulichen brüsten und scheide zu haben. diese körperprojektion habe ich gedanklich zwar immer noch, aber da ich mittlerweile jenseits der 40 bin, fällt mir diese art des wechselns ins andere geschlecht immer schwerer.
meine realität ist oder wird mit zunehmendem alter immer maskuliner. ich trage sogar zeitweise eine bart, irgendwie als maske um mich und all die zeitlich bedingten veränderungen dahinter zu verbergen. durch den bart kann ich in der illusion leben, dass ich, wenn er nur weg wäre immer noch leicht ins andere geschlecht wechseln könne. eine illusion, aber irgendwie auch eine lebenserhaltende lüge.
sollte ich mich entscheiden als mann weiterzuleben, würde ich das wahrscheinlich genau so weiter machen wie bisher. eigentlich mag ich mich als typen. wäre ich eine frau, fänd ich ich als mann ganz gut. das iat sehr verwirrend und ich glaube, dass ich als mann in gewisser weise auch von vorteilen profitiere viele schenimmer auch asu der weblichen perspektive zu sehen.
es sprudelt also weiter aus mir heraus, vielleicht interessiert es ja jemand
lieb grüße
sabine/alex
Céline
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Re: Kurz vor dem Outing

Post 6 im Thema

Beitrag von Céline »

Hi,
Erstmal Herzlich willkommen hier.
Einfach raus mit allem,Du wirst auf jeden Fall gelesen.Mach aber nicht alles an deinem Alter fest😉,ich hab jetzt leider auch die 5 vorne dran stehen.Aber man ist nur so alt wie man sich fühlt,also ich so25😊
Liebe Grüße
Kelly
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
Alex_andra
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Re: Stammtische und SHGs nach Postleitzahlen

Post 7 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

Grüße euch,
ich lebe in Potsdam und bin seit Ende letzter Woche hier im Forum angemeldet. Ich befinde mich gerade in einer existentiellen Lebenskrise, deren Ursache sicher meine lang verschwiegene Unsicherheit bezüglich meiner Geschlechtszugehörigkeit ist. Seit ich mich an mich erinnern kann, denke ich darüber nach, wieviel in und an mir weiblich ist. Phasenweise bin ich mir ganz sicher, dass ich lieber als Frau leben würde, dann, wieder in meinem normalen Alltag angekommen, passe ich mein Selbst meiner Rolle als Mann wieder an und denke zeitweise überhaupt nicht mehr darüber nach...
Das ist sicher bei vielen von euch so. Allerdings hält sich mein Wunsch, als Mann Frauenkleidung zu tragen, in Grenzen.
Ich stelle mir gerne vor, wie es wäre, vollkommen weiblich zu sein, trage dann in meiner Phantasie auch weibliche Kleidung, aber die spielt eher eine untergestellte Rolle. Ich habe eher das Bedürfniss nach einem weiblichen Körper und dann das Gefühl, dass bei dieser Vorstellung anatomisch alles am richtigen Platz wäre. Ich leide aber nicht unter meinem männlichen Sein und habe bisher immer versucht damit zurecht zu kommen.
Schon wieder schweife ich ab. Ich habe die dringende Bitte, dass ihr mir bezüglich der Beratungsstellen in Berlin weiterhelft.
Ich hatte vor kurzem ein erstes Outing in einer Psychologiichen Ambulanz (d.h. dass ich mich, aufgrund meines Leidensdrucks in vielen Bereichen meines Lebens, bei einer Notdienststelle gemeldet habe) , nächste Woche habe ich ein erstes Gespräch bei einem Psychotherapeuten bzw. einem Arzt aus dem Bereich der Pychiatrie. Übermorgen werde ich nach Berlin zu einem Gespräch zu Frau Fritz vom Sonntags-Club gehen.
In Berlin gibt es aber so viele verschiedene Beratungsstellen. Ich habe ein wenig den Überblick verloren, welche für meine Situation die geeignete wäre.
Gibt es bei der Beratung Unterschiede ob man biologisch Mann oder Frau ist und spielt es eine Rolle welches Alter man hat und ob man bereits irgendwie im anderen Geschlecht lebt?
Ich lebe jedenfalls als Mann mit meiner Lebensgefährtin und meinen drei Kindern zusammen und die wissen bis jetzt nichts.
Bin aber kurz davor alles zu sagen. Es drängt mich so sehr, aber ich weiß micht wie und ich kann mir gerade auch nicht vorstellen wie ich nach meinem Outing meinen Kindern unter die Augen treten soll. Aber das ist ein anderes Thema, das ich sicher am MIttwoch bei der Beratung ansprechen kann.

Ich hoffe, eine von euch hat schon Erfahrung in dieser Richtung un kann mir weiterhelfen und Danke schon mal fürs Lesen
Sabine/Alex
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