Irgendwie verunsichert
Irgendwie verunsichert - # 2

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Michi
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 16 im Thema

Beitrag von Michi »

snashi hat geschrieben: Sa 1. Sep 2018, 21:02 Elly wie gesagt bis jetzt hab ich das mit dem ritzen unter Kontrolle.

Ohman wie gern würde ich meinem Mann sagen das ich t nehmen will, aber da is einfach diese Angst das er sich trennen will usw.
Hallo Snashi,

bitte mache langsam und achte auf dich, dass du keinen Mist machst. Suche das Gespräch mit deinem Mann. Sprich mit ihm, erzähle ihm von deinen Ängsten. Zeige ihm, wie schlecht es dir geht.

Sprich auch über das Ritzen, und dass das Bedürfnis wieder da ist. Bitte!!!!

Du brauchst jemand, der für dich da ist, und er wird doch nicht der letzte gefühllose Arsch auf diesem Planeten sein. Sonst hättest du dich nicht in ihn verliebt, ihn geheiratet und mit ihm ein Kind bekommen.


Liebe Grüße
Michi
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snashi
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 17 im Thema

Beitrag von snashi »

Hallo Snashi,

bitte mache langsam und achte auf dich, dass du keinen Mist machst. Suche das Gespräch mit deinem Mann. Sprich mit ihm, erzähle ihm von deinen Ängsten. Zeige ihm, wie schlecht es dir geht.

Sprich auch über das Ritzen, und dass das Bedürfnis wieder da ist. Bitte!!!!

Du brauchst jemand, der für dich da ist, und er wird doch nicht der letzte gefühllose Arsch auf diesem Planeten sein. Sonst hättest du dich nicht in ihn verliebt, ihn geheiratet und mit ihm ein Kind bekommen.


Liebe Grüße
Michi
[/quote]

Er meinte gestern auf kurz oder lang würde es zur Trennung kommen
Michi
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 18 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Snashi,

das klingt erst mal nicht so schön. Kann ich gut verstehen, dass dir das Sorgen bereitet. (dr)

Aber ich denke, vielleicht werdet ihr Freunde bleiben, gute ... beste Freunde? Ich weiß auch von einem Paar, die später wieder zusammengefunden haben. Also wer weiß ... nicht die Flinte ins Korn schmeißen, sonst schmeckt das Brot nach Eisen. :wink: Du wirst ihm keine Stütze sein sondern eher eine Last, wenn du dich selbst verleugnest. Und wie sagte meine neue Freundin, als wir uns persönlich kennenlernen wollten und ich ihr meine Bedenken äußerte, dass wir uns zwar auf der geistigen Ebene gut verstehen, ich mich aber vielleicht nicht in sie verlieben könnte? (Ist mir ein paar Monate zuvor in der Art passiert.) ... "Wenn ich nicht die Richtige für dich bin, dann bist du nicht der Richtige für mich."

Ich weiß, dass dir das womöglich im Moment nicht sehr tröstlich erscheinen mag. Aber denke bitte erst mal an dich. Werde du selbst, und dann wird sich alles andere finden. (ki)


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Re: Irgendwie verunsichert

Post 19 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Snashi,

bei Deiner Geschichte frage ich mich mal wieder, ob es mit meiner Freundin funktioniert hätte, wenn ich mich vor vielen Jahren bei ihr als non-binär geoutet hätte. Ich habe es nicht getan, da ich damals selbst noch nicht wusste, was mit mir los ist. Noch im letzten Jahr sah ich mich als Transfrau, nur bei dem Gedanken meinen Körper anzupassen, bekam ich immer mehr Angst und Zweifel, bis ich so langsam erkannte, dass ich non-binär bin.

Meine Freundin hatte sich in einen Ingenieur verliebt und wollte mit diesem eine normale heterosexuelle Partnerschaft. Ich war aber inzwischen nicht mehr wirklich bereit meine Rolle als Mann weiter zu spielen. Da ich nicht ausdrücken konnte, was mit mir los ist, und meine Freundin mich folglich nicht verstand, zerbrach die Partnerschaft.

Als Mann wäre ich hetero, da ich auf Frauen stehe. Ich bin aber irgend etwas zwischen Mann und Frau. Und damit dürfte meine sexuelle Ausrichtung auch irgend etwas zwischen männlich-hetero und lesbisch sein. Dabei ist der vom Testosteron gesteuerte Geschlechtsakt bei Weitem nicht so dominierend wie üblicherweise bei Männern. Wie aber eine lesbische Frau fühlt oder liebt, weiß ich nicht, da ich keine (biologische) Frau bin. Und ob eine Transfrau wirklich lesbisch fühlt, wenn sie auf Frauen steht, kann ich auch nicht beurteilen.

Da Du lange als Frau gelebt hast, so wie ich lange als Mann, vermute ich, dass auch Du weder Mann noch Frau, also non-binär, bist. Und damit komme ich wieder zur Partnerschaft zurück. Dein Mann hat sich in eine Frau verliebt, die nun ihre Rolle als Frau nicht mehr weiter spielen will. Damit fühlt er sich zunächst einmal enttäuscht und betrogen. Ich denke also, das einzige, was die Partnerschaft oder Ehe noch retten kann, ist in vielen Gesprächen einen gemeinsamen Weg zu suchen.

Ich vermute, dass Du deine Rolle als Frau, so wie ich meine als Mann, erst einmal einfach nur leid bist und dich deshalb jetzt mehr als Mann fühlst - so etwas nennt man genderfluid. Jedenfalls hat bei mir das Bedürfnis eine (richtige) Frau sein zu wollen deutlich nachgelassen. Aber ein Mann will ich auch nicht mehr sein. Einen Weg zurück sehe ich nicht. Der würde nur Depression und Verzweiflung bedeuten.

Ich hoffe, dieser Versuch einer Beschreibung meiner Gefühle hilft Dir ein wenig. Sonst möchte ich auf das verweisen, was MichiWell bezüglich einer Partnerschaft geschrieben hat.

Liebe Grüße
Nicole
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 20 im Thema

Beitrag von snashi »

Nicole Doll hat geschrieben: So 2. Sep 2018, 15:08 Hallo Snashi,

bei Deiner Geschichte frage ich mich mal wieder, ob es mit meiner Freundin funktioniert hätte, wenn ich mich vor vielen Jahren bei ihr als non-binär geoutet hätte. Ich habe es nicht getan, da ich damals selbst noch nicht wusste, was mit mir los ist. Noch im letzten Jahr sah ich mich als Transfrau, nur bei dem Gedanken meinen Körper anzupassen, bekam ich immer mehr Angst und Zweifel, bis ich so langsam erkannte, dass ich non-binär bin.

Meine Freundin hatte sich in einen Ingenieur verliebt und wollte mit diesem eine normale heterosexuelle Partnerschaft. Ich war aber inzwischen nicht mehr wirklich bereit meine Rolle als Mann weiter zu spielen. Da ich nicht ausdrücken konnte, was mit mir los ist, und meine Freundin mich folglich nicht verstand, zerbrach die Partnerschaft.

Als Mann wäre ich hetero, da ich auf Frauen stehe. Ich bin aber irgend etwas zwischen Mann und Frau. Und damit dürfte meine sexuelle Ausrichtung auch irgend etwas zwischen männlich-hetero und lesbisch sein. Dabei ist der vom Testosteron gesteuerte Geschlechtsakt bei Weitem nicht so dominierend wie üblicherweise bei Männern. Wie aber eine lesbische Frau fühlt oder liebt, weiß ich nicht, da ich keine (biologische) Frau bin. Und ob eine Transfrau wirklich lesbisch fühlt, wenn sie auf Frauen steht, kann ich auch nicht beurteilen.

Da Du lange als Frau gelebt hast, so wie ich lange als Mann, vermute ich, dass auch Du weder Mann noch Frau, also non-binär, bist. Und damit komme ich wieder zur Partnerschaft zurück. Dein Mann hat sich in eine Frau verliebt, die nun ihre Rolle als Frau nicht mehr weiter spielen will. Damit fühlt er sich zunächst einmal enttäuscht und betrogen. Ich denke also, das einzige, was die Partnerschaft oder Ehe noch retten kann, ist in vielen Gesprächen einen gemeinsamen Weg zu suchen.

Ich vermute, dass Du deine Rolle als Frau, so wie ich meine als Mann, erst einmal einfach nur leid bist und dich deshalb jetzt mehr als Mann fühlst - so etwas nennt man genderfluid. Jedenfalls hat bei mir das Bedürfnis eine (richtige) Frau sein zu wollen deutlich nachgelassen. Aber ein Mann will ich auch nicht mehr sein. Einen Weg zurück sehe ich nicht. Der würde nur Depression und Verzweiflung bedeuten.

Ich hoffe, dieser Versuch einer Beschreibung meiner Gefühle hilft Dir ein wenig. Sonst möchte ich auf das verweisen, was MichiWell bezüglich einer Partnerschaft geschrieben hat.

Liebe Grüße
Nicole
Schon als Kind war ich nie wirklich weiblich und jetzt halt au nicht aba erst jetzt is mir aufgefallen warum !!!
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 21 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Nicole,

es ist sicher lieb gemeint, aber aus den wenigen Worten von Snashi mal eben eine Diagnose abzuleiten, eine Richtung geben zu wollen, hilft nicht weiter. Snashi hat erst mal Redebedarf, und muss sich noch über sich selbst klar werden.

Liebe Grüße
Michi
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 22 im Thema

Beitrag von snashi »

MichiWell hat geschrieben: So 2. Sep 2018, 20:53 Hallo Nicole,

es ist sicher lieb gemeint, aber aus den wenigen Worten von Snashi mal eben eine Diagnose abzuleiten, eine Richtung geben zu wollen, hilft nicht weiter. Snashi hat erst mal Redebedarf, und muss sich noch über sich selbst klar werden.

Liebe Grüße
Michi
Hab gestern nochmal versucht mit meinem Mann zu reden aba irgendwie komm ich bei ihm nicht durch. Er meint heut immer zu mir ich bin komisch, nein ich bin wütend auf mich selbst dass ich es ihm gesagt habe was mich belastet. Könnte mich selbst dafür ohrfeigen.
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 23 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,
nein ich bin wütend auf mich selbst dass ich es ihm gesagt habe was mich belastet. Könnte mich selbst dafür ohrfeigen.
Das wird Dich nicht weiterbringen und auch ihm nicht helfen.
Sucht euch bitte jemanden, der/die euch hilft, den Gesprächsfaden so aufzunehmen, dass ihr ein gutes Gespräch führen könnt.
Dein Mann wird es hoffentlich mit der Zeit verstehen, dass es keine "Spinnerei" ist und lernen, damit umzugehen.
Das wird für alle Beteiligten schmerzhaft sein und auch einen Verlust bedeuten; aber es kann ein (guter) Neuanfang sein, wenn ihr euch alles nach ein paar Jahren betrachtet.

Ich wünsche euch, dass ihr die weiteren und vielleicht notwendigne Schritte ohne unnötige Verletzungen gehen könnt.

(dr)

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Nicole Fritz
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 24 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

MichiWell hat geschrieben: So 2. Sep 2018, 20:53 es ist sicher lieb gemeint, aber aus den wenigen Worten von Snashi mal eben eine Diagnose abzuleiten, eine Richtung geben zu wollen, hilft nicht weiter. Snashi hat erst mal Redebedarf, und muss sich noch über sich selbst klar werden.
Hallo Michi,

eine Diagnose sollte das nun Wirklich nicht sein. Ich VERMUTE das, und so habe ich es auch formuliert. Dass es mir an Einfühlsamkeit extrem mangelt, sollte inzwischen hier im Forum bekannt sein. Ich kenne im Wesentlichen nur drei Gefühle: Wut, Hass und Verzweiflung. Aber ich dachte, vielleicht könnte die nüchtern wissenschaftliche Sichtweise und Selbsterkenntnis des "verbitterten alten Stinkstiefels" irgendwie hilfreich sein. Zuhören? Trösten? Mut machen? - Wie schreibt man das?

Liebe Grüße
Nicole

PS: ... Und ich liebe es gelegentlich zu provozieren :mrgreen: .
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 25 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Hallo snashi,

das, wofür Du Dich im Moment am liebsten selbst ohrfeigen möchtest, könnte sich durchaus noch als die beste Tat Deines Lebens herausstellen.

LG
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 26 im Thema

Beitrag von Diana.65 »

Hallo Snashi
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: So 2. Sep 2018, 22:37 Hallo snashi,

das, wofür Du Dich im Moment am liebsten selbst ohrfeigen möchtest, könnte sich durchaus noch als die beste Tat Deines Lebens herausstellen.

LG
Michelle
Da kann ich mich Michelle nur anschließen. Ich habe mich ver ein paar Wochen auch erst meiner Partnerin gegenüber geöffnet und eine ihrer ersten Reaktonen war auch, von eventueller Trennung zu reden. Das hat sich, zumindest momentan, erst mal relativiert. Ich denke, dass die erste Reaktion unserer Partner häufig erst mal ablehnend ist, sich aber nach einer gewissen Bedenkzeit und vielen Gesprächen durchaus auch zum Positiven entwickeln kann. Es gibt ja hier auch einige positive Beispiele, bei denen eine Partnerschaft auch weiterhin funktioniert.
In Bezug auf dein "Ritzen" solltest du meiner Meinung nach unbedingt professionelle Hilfe suchen.

Liebe Grüße,
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 27 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hallo Snashi,

das Du deinem Partner etwas so wichtiges anvertraust war schon richtig denke ich. Du hast es getan weil Du dich ihm anvertrauen wolltest.
Leider ist Dein Vertrauen enttäuscht worden und deswegen bist du jetzt enttäuscht bis total fertig und hast Angst vor dem was kommen mag.

Ich wünsche dir, dass es in einiger Zeit in der Zukunft als der richtige Schritt für dich erwiesen hat. Als der nächste große mutige Schritt in Deine Zukunft . Eine Zukunft in der du dich in dir selbst wieder wohlfühlen kannst.

Sucht euch und dir auf jeden Fall Hilfe.

Viele liebe Grüße
Lorelai
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 28 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Snashi,

Du sprichst zwei Punkte an, die für mich in erster Linie nichts miteinander zu tun haben, aber mittelbar doch verbunden sind: das Ritzen wollen und eine mögliche Trennung.

Ist das Ritzen wollen nicht ein massives Signal, dass Du nicht so lebst, wie es Deiner Persönlichkeit gerecht wird ? Nach Deiner Beschreibung würdest Du ein anderes Leben leben wollen, wenn Du nicht unter der Spannung stehen würdest, Dein Leben und die Anforderungen von Außen (und die Du vielleicht verinnerlicht hast) unter einen Hut zu bringen. So groß ist kein Hut und somit musst Du sowohl Dein Leben als auch die Anforderungen hinterfragen. Das Ritzen wollen interpretiere ich als Alarmsignal, dass endlich anzugehen. An dieser Stelle könnte Dir ein Therapeut eine große Hilfe sein. Er könnte Dich coachen, deinen Weg zu finden. Es geht um die Anerkennung Deiner selbst.

Die Trennung ist etwas anderes. Zu einer Ehe und Partnerschaft gehört, dass beide Menschen sich gegenseitig in ihrem Wesen anerkennen. Wenn sie das nicht tun, ist eine Partnerschaft aus meiner Sicht nicht möglich. Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich auf Veränderungen in der eigenen Sichtweise auf den Partner ein zu lassen, wenn ich erkenne, dass meine Sicht auf ihn sich verändert. Das kann u.U. auch eine Zeit lang dauern, ist aber nicht zwangsläufig.

Die Verbindung zwischen beidem liegt jetzt nun darin, dass, nach Deiner Beschreibung, Du in all den Jahren nicht ganz zu Dir stehen konntest. Dadurch, dass Du Dich selber nicht ernst genommen hast, konntest Du auch nicht erkennen, dass Dein Mann mit Dir an dieser Stelle große Probleme haben würde. Jetzt machst Du zwischen den beiden Positionen einen Riesenspagat und bekommst ihn nicht mehr hin.

Das Ritzen hilft Dir nicht, weil es nur von Deinen eigenen Problemen ablenkt. Der körperliche Schmerz überdeckt den seelischen Schmerz. Aber beide bleiben Dir erhalten. Letztlich geht es aber nur um den seelischen Schmerz. Es kann gewaltig weh tun, sich selber zu akzeptieren, da es tatsächlich oder vermeintlich zu schmerzhaften Veränderungen im Leben führt. Aber letztlich musst Du einen Schmerz erleiden. Da führt kein Weg daran vorbei. Sich selber zu verleugnen, führt immer zu dauerhaften Schmerzen für den Rest des Lebens. Sich selber an zu erkennen, öffnet die Möglichkeit, zu einem Leben zu kommen, dass die inneren Schmerzen nicht mehr kennt. Aber eine Garantie auf ein schmerzfreies Leben gibt es wie immer nicht.

Gutes Leben bedeutet für mich nicht, dass es so eintritt, wie ich es mir wünsche. Gutes Leben bedeutet für mich, dass es so eintritt, wie es mir gerecht wird.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 29 im Thema

Beitrag von snashi »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 3. Sep 2018, 07:54 Hallo Snashi,

Ist das Ritzen wollen nicht ein massives Signal, dass Du nicht so lebst, wie es Deiner Persönlichkeit gerecht wird ? Nach Deiner Beschreibung würdest Du ein anderes Leben leben wollen, wenn Du nicht unter der Spannung stehen würdest, Dein Leben und die Anforderungen von Außen (und die Du vielleicht verinnerlicht hast) unter einen Hut zu bringen. So groß ist kein Hut und somit musst Du sowohl Dein Leben als auch die Anforderungen hinterfragen. Das Ritzen wollen interpretiere ich als Alarmsignal, dass endlich anzugehen. An dieser Stelle könnte Dir ein Therapeut eine große Hilfe sein. Er könnte Dich coachen, deinen Weg zu finden. Es geht um die Anerkennung Deiner selbst.

Die Trennung ist etwas anderes. Zu einer Ehe und Partnerschaft gehört, dass beide Menschen sich gegenseitig in ihrem Wesen anerkennen. Wenn sie das nicht tun, ist eine Partnerschaft aus meiner Sicht nicht möglich. Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich auf Veränderungen in der eigenen Sichtweise auf den Partner ein zu lassen, wenn ich erkenne, dass meine Sicht auf ihn sich verändert. Das kann u.U. auch eine Zeit lang dauern, ist aber nicht zwangsläufig.

Die Verbindung zwischen beidem liegt jetzt nun darin, dass, nach Deiner Beschreibung, Du in all den Jahren nicht ganz zu Dir stehen konntest. Dadurch, dass Du Dich selber nicht ernst genommen hast, konntest Du auch nicht erkennen, dass Dein Mann mit Dir an dieser Stelle große Probleme haben würde. Jetzt machst Du zwischen den beiden Positionen einen Riesenspagat und bekommst ihn nicht mehr hin.

Das Ritzen hilft Dir nicht, weil es nur von Deinen eigenen Problemen ablenkt. Der körperliche Schmerz überdeckt den seelischen Schmerz. Aber beide bleiben Dir erhalten. Letztlich geht es aber nur um den seelischen Schmerz. Es kann gewaltig weh tun, sich selber zu akzeptieren, da es tatsächlich oder vermeintlich zu schmerzhaften Veränderungen im Leben führt. Aber letztlich musst Du einen Schmerz erleiden. Da führt kein Weg daran vorbei. Sich selber zu verleugnen, führt immer zu dauerhaften Schmerzen für den Rest des Lebens. Sich selber an zu erkennen, öffnet die Möglichkeit, zu einem Leben zu kommen, dass die inneren Schmerzen nicht mehr kennt. Aber eine Garantie auf ein schmerzfreies Leben gibt es wie immer nicht.
Hätte ich kein Vertrauen zu meinem Mann hät ich es ihm glaub nich erzählt. Irgendwie bin ich enttäuscht, voller Wut und sauer auf mich selbst.

Beim ritzen empfinde ich nicht wirklich schmerzen so hab ich früher druck abgebaut.

Ich hab jetzt über Jahre versucht meinen weiblichen körper zu akzeptieren aber des klappt nicht.
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Re: Irgendwie verunsichert

Post 30 im Thema

Beitrag von Karla »

Hallo snashi,
wie lange hättest Du es denn noch verstecken wollen - Dein Mann hat (obwohl Kerl ;-) ) ja sowieso schon gemerkt, dass Dich das Problem belastet.
Im Ingenieurstudium hab ich in der Rhetorikvorlesung mal gelernt: "Gefühle sind Tatsachen"
Es gibt daher keinen Grund auf Dich selbst oder Deinen Mann sauer zu sein - Dein Gefühl, dass Dir die Frauenrolle so nicht paßt, mußte irgendwann ans Tageslicht kommen.
Nimm ihm daher auch die Bemerkung wegen Rock und BH nicht übel - er hat erstmal einiges zu verdauen!
Könntest Du mit einem Kompromiß zumindest vorerst leben? z.B. Richtung Butch - recht männliches Erscheinungbild und Rolle, aber ohne Testo und irreversible Veränderungen.
Ich habe hier gerade den Fall eines Transmädels im Grundschulalter aus Sachsen-Anhalt vor meinem inneren Auge (ging bis zum BGH):
Eltern in Scheidung, gemeinsame Betreuung, Vater lehnt Transition ab:
Sie war sogar bereit, während der Zeit beim Vater auf Rock und Kleid zu verzichten, um dessen Weltbild nicht zum Einsturz zu bringen, und in dieser Zeit mit Unisex-Klamotten aufzutreten.
Das OLG hatte dem Antrag des Vaters stattgegeben, dem Kind Rock und Kleid in der Schule zu verbieten.
Der BGH hat denen allerdings auf die Finger gehauen - mit Recht!!!
Ich wünsch Euch, dass Ihr eine Lösung findet, mit der Du und Deine "2 Männer" leben können!
LG Elly
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
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