Debatte um "Trans-Rollen"
Debatte um "Trans-Rollen"

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Anne-Mette
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Debatte um "Trans„Rollen"

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

manche Menschen meinen, transsexuelle Menschen sollten von transsexuellen Schauspielern verkörpert werden.

Nur: wie sieht es mit den Mördern in Spielfilmen aus, können und dürfen die nur von Mördern gespielt werden?

Wie auch immer: dieser Artikel setzt sich mit der Thematik auseinander: https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/the ... y/20466595

Gruß
Anne-Mette
Céline
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 2 im Thema

Beitrag von Céline »

Guten Morgen,
Ich glaube man kann doch vieles übertreiben.Ein guter Schauspieler/Schauspielerin wird sich auch in eine schwierige Rolle einleben um diese perfekt zu spielen.Ich würde auf keinen Fall die Vergabe einer Rolle von Transidentität abhängig machen sondern von der Qualifikation.
Wenn diejenige Person dann Transident ist wäre das natürlich ein Vorteil.
Liebe Grüße
Kelly
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Michi
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

Danke Kelly.

Haupteigenschaft eines guten Schauspielers ist meiner Meinung nach die Fähigkeit, sich in eine Rolle hinein versetzen und diese authentisch darstellen zu können.

Am deutlichsten sieht man das am Theater, wo man zumeist mit den vorhandenen Schauspielern auskommen muss. Da werden (müssen) gar nicht so selten weibliche Rollen von männlichen Schauspielern oder umgekehrt übernommen, weil bestimmte Stücke personell nicht anders abzudecken sind. Und da zeigt sich dann, was ein(e) gute(r) Schauspieler(in) ist.

Ich sage es mal ganz direkt: Personen, die eine Rolle in erster Linie auf Grund körperlicher Attribute bekommen und/oder die im Grunde nur sich selbst spielen, sind doch viel eher Lebend-Dekoration denn Schauspieler.

Wenn ich einen Einfluss hätte, würde ich mir wünschen, dass Menschen die Rollen spielen, und nicht zwangsweise Frauen Frauenrollen, Männer Männerrollen und Transen die Transenrollen.

Dass bedeutet nicht etwa, dass ich mir Karikaturen der jeweiligen Rollen wünschen würde. Ich will nicht hunderte Charlys Tanten. Nein! Ich wünsche mit absolute Authentizität wie z.B. im "Dallas Buyers Club". :wink:


Michi
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 4 im Thema

Beitrag von Svenja80 »

Ich möchte mal die Reaktion erleben, wenn einer schauspielenden Transperson eine Rolle abgelehnt wird, weil sie trans und eben nicht Bioperson ist.
Es ist der Beruf eines Schauspielers, andere Personen darzustellen.
Inga
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 5 im Thema

Beitrag von Inga »

Anne-Mette hat geschrieben: Fr 24. Aug 2018, 15:05,
Moin,

manche Menschen meinen, transsexuelle Menschen sollten von transsexuellen Schauspielern verkörpert werden.

Nur: wie sieht es mit den Mördern in Spielfilmen aus, können und dürfen die nur von Mördern gespielt werden?

Wie auch immer: dieser Artikel setzt sich mit der Thematik auseinander: https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/the ... y/20466595

Gruß
Anne-Mette
Hallo, Anne-Mette,

und wie sieht es dann mit den Opfern aus? Sollen die auch nur von echten Opfern gespielt werden? GGbfs. ausbuddeln .... ?

Ich denke, dass es da einfach keine absoluten Pauschalantworten geben kann. Doch ich denke, dass Schauspieler, die nicht trans* sind, wahrscheinlich einige Energie aufwenden müssen, ums sich einfühlen zu können, eine Transperson in der ganzen Persönlichkeit zu verstehen um sie nachspielen zu können.

Ich finde, es gibt oft Vorstellungen, Cross-Dressing und Transsein darauf reduzieren, als auffällige DragQueen oder in Transvestitenshow auftreten zu wollen, und Rollen entsprechend auszugestalten. Da ist die Trans*Welt definitiv vielfältiger und oft auch weniger exotisch auffallend, wie jede von uns weiß.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Also ich hätte dann gerne die Rolle als Millionär ... ;-)

Im Ernst, für mich ist das ein Sturm im Wasserglas. Wenn eine TG-Figur dargestellt werden soll, kann es auch nur genau eine sein. Die Anlage einer Rolle kann somit nicht das ganze T*-Sektrum abbilden. Das wird mMn immer wieder gerne übersehen. Zwangsläufig wird es immer Menschen geben, die sich nicht mit dieser Rolle identifizieren können. Wenn es um eine Drag-Queen geht, geht es auch nur darum und nicht um eine TS oder CD.

Ich sehe keinen Grund, weshalb eine nicht TG-Person eine TG-Rolle spielen kann. Sie muss sich damit auseinander setzen und die wesentlichen Elemente heraus arbeiten und darstellen. Im gegenteil, durch eine Besetzung mit einem TG-Mensch besteht mMn die Gefahr, dass sie die Rolle zu sehr aus der eigenen Perspektive sieht und sich gerade nicht davon lösen kann.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Michi
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 7 im Thema

Beitrag von Michi »

Inga hat geschrieben: Mo 27. Aug 2018, 08:53 und wie sieht es dann mit den Opfern aus? Sollen die auch nur von echten Opfern gespielt werden? GGbfs. ausbuddeln .... ?
Hallo Inga,

das war nur eine rhetorische Frage. :wink:
Inga hat geschrieben: Mo 27. Aug 2018, 08:53 Ich denke, dass es da einfach keine absoluten Pauschalantworten geben kann. Doch ich denke, dass Schauspieler, die nicht trans* sind, wahrscheinlich einige Energie aufwenden müssen, ums sich einfühlen zu können, eine Transperson in der ganzen Persönlichkeit zu verstehen um sie nachspielen zu können.
Ganz im Gegenteil braucht es nicht "viel Energie" sondern "nur" Empathie und Einfühlungsvermögen. Ein guter(!) Schauspieler kopiert nicht mit viel Anstrengungen das Verhalten der Person, die Rolle die er spielen soll, sondern lebt und fühlt sie in dem Moment, wo er vor der Kamera oder auf der Bühne steht. Nur so entsteht Authentizität, und diese macht einen guten Film aus.

Ganz besonders Hollywood kompensiert die oft genug stark hervortretenden Defizite an Authentizität einfach mit Special Effects und noch mehr Special Effects. Oder noch spitzzüngiger gesagt, man plant mittelmäßige Schauspieler von vorn herein ein. Wenn aber Handlung und Darsteller zur Nebensache werden, dann ist das für mich ein schlechter Film, und ich habe bemerkt, dass sich mein Sehverhalten in dem Maße verändert hat, wie ich mir meiner Selbst bewusst geworden bin.
Inga hat geschrieben: Mo 27. Aug 2018, 08:53 Ich finde, es gibt oft Vorstellungen, Cross-Dressing und Transsein darauf reduzieren, als auffällige DragQueen oder in Transvestitenshow auftreten zu wollen, und Rollen entsprechend auszugestalten. Da ist die Trans*Welt definitiv vielfältiger und oft auch weniger exotisch auffallend, wie jede von uns weiß.
Dazu hatte ich schon geschrieben, dass ich mir keine Karikaturen wünsche, sondern absolute Authentizität. Folglich darf (neben allen anderen Facetten) selbst eine Drag Queen in Erscheinung treten, wenn diese nicht als lebende Dekoration und verkaufsförderndes Element eingebaut ist, sondern dazu dient, den Menschen zu verstehen, der so lebt.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 8 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Anne-Mette hat geschrieben: Fr 24. Aug 2018, 15:05 Moin,

manche Menschen meinen, transsexuelle Menschen sollten von transsexuellen Schauspielern verkörpert werden.

Nur: wie sieht es mit den Mördern in Spielfilmen aus, können und dürfen die nur von Mördern gespielt werden?

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Gruß
Anne-Mette
Du hast Recht, aber es gibt glaube ich schon Rollen, die von adäquaten Leuten gespielt werden sollten.
Ein schwuler Liebhaber ist bestimmt autentischer wenn er wirklich schwul ist.
sum sum sum - no Latein
Michi
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 9 im Thema

Beitrag von Michi »

steffiSH hat geschrieben: Mo 27. Aug 2018, 10:38 Ein schwuler Liebhaber ist bestimmt autentischer wenn er wirklich schwul ist.
Warum?
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 10 im Thema

Beitrag von Flodur »

Anne-Mette hat geschrieben: Fr 24. Aug 2018, 15:05 Nur: wie sieht es mit den Mördern in Spielfilmen aus, können und dürfen die nur von Mördern gespielt werden?
Interessante Debatte!
In dem zitierten Artikel stand: "übertriebene politische Korrektheit".
Wie ich schon mal erwähnt, find ich reflexhafte sinnlose politische Korrektheit nur als dämlich!
Natürlich "spielt" ein Schauspieler (sic!) eine Rolle, wenn er gut ist verkörpert er sie.

Aber mir fiel dazu ein, dass inden 70gern die Diskussion aufkam, warum alle Indianer in Western immer von Weißen gespielt wurden?
(Es geht um die "Charakterrollen", die namenlosen "Bösen" durften schon immer von "native americans" dargestellt werden.)
Und in dem berühmten https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Geburt_einer_Nation von 1915 wurden die Schwarzen von geschminkten Weißen gespielt.
"Alle Schwarzen und Mulatten im Film, die wesentliche Rollen haben, werden von weißen Schauspielern dargestellt, die deutlich sichtbar geschminkt sind. Ein Grund dafür war vor allem die Vermeidung von Szenen, in denen schwarze Darsteller in die Nähe weißer Schauspielerinnen gekommen wären, eine Berührung zwischen einem schwarzen Mann und einer weißen Frau war damals im Kino undenkbar."

Interessant an dem Thema find ich was ganz anderes!
Warum kam die "Indianerfrage" gerade um die Zeit auf?
Weil als eine der vielen weltweiten politischen Folgen der weltweiten "68ger" damals in den 70gern die "Emanzipation" der native americans* sehr große Fortschritte machte.

Ist diese "trans Schauspieler" Diskussion ein Zeichen für die Emanzipation von Transsexuellen?
Und, in Folge, ein Schritt in die wirkliche gesellschaftliche Akzeptanz?

tt, Flodur

* Ein mexikanischer Bekannter mit indianischer Großmutter: "Real Indian or Indian by mistake?"
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 11 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Soweit ich das wahrgenommen und aus den Beiträgen in Medien geschlossen habe, ist das eigentliche Problem, dass trans SchauspielerInnen eher gar keine Rollen bekommen, und dann nicht mal die von expliziten trans Figuren. Würden sie in ähnlicher Quote berücksichtigt, wie ihre nicht-trans KollegInnen, gäbe es das Problem eher nicht so. Beim blackfacing - weisse Menschen spielen Farbige - ging es übrigens um genau die gleiche Problematik.
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 12 im Thema

Beitrag von triona »

Ich finde auch, daß ein/e gute/r Schauspieler/in jede Rolle gut spielen kann, die er/sie annimmt, unabhängig von Geschlecht oder ob T* oder nicht. Gerade dieses zeichnet eben gute Schauspieler aus.

Viel wichtiger erscheint mir, daß es endlich auch selbstverständlich werden sollte, daß Transpersonen jede beliebige Rolle von Menschen spielen können, die nichts mit T* zu tun haben, wenn sie denn für diese Rollen geeignet sind.

So wie das auch von Vivian in dem Artikel zum Ausdruck gebracht wird:

Zitat aus Tagesanzeiger.ch:
Ansonsten wünscht sich Vivian, dass Rollen, bei denen es gar nicht um -«trans-» oder -«cis-» geht, endlich vermehrt auch mit Transmenschen besetzt werden. Und wenns tatsächlich ums Trans-Sein gehe — dann sei die Besetzung mit einem Transmenschen -«sehr, sehr wünschenswert-».
Zitat Ende



liebe grüße
triona
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Re: Debatte um "Trans„Rollen"

Post 13 im Thema

Beitrag von Frieda »

Ich finde meine Erklärung/Antwort, (so wie auch in anderen Beispielen des Alltags) in der Bedeutung des Wortes, in diesem Fall der Bezeichnung des Berufes. Es heißt doch Schauspieler(in), also "schaut" was ich "spiele", bzw ich stelle mein "Spiel" zur "Schau". Denn die Berufsbezeichnung lautet ja nicht "Schaubin"...sry.

Namaste🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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