Der Weg, der so schwierig ist / scheint.
Der Weg, der so schwierig ist / scheint. - # 24

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Nobbi56
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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 346 im Thema

Beitrag von Nobbi56 »

Anna Marie hat geschrieben: So 19. Aug 2018, 18:30
Nur meine Mutter macht mir ein bisschen Sorgen.
Sie möchte, dass ich mich in Hypnose begebe, da was in meiner jüngsten Kindheit vorgefallen sei.
Das sagte meine Tante zu ihr.
Woher sie das weiß?
Keine Ahnung!
Mein Erzeuger soll mich wohl, wenn ich frech war, in Mädchenkleidung gesteckt haben, so als Strafe.
Und das könnte mein jetziges Empfinden "hervor geholt haben/begünstigt haben?!"
So what?
Vielen Menschen fällt es nach wie vor schwer anzuerkennen, dass es neben den "klassischen" Geschlechtern "männlich" und "weiblich" noch ein drittes, gleichwertiges Geschlecht gibt, ob man dies nun "trans", "inter", "divers" oder sonstwie bezeichnet. Dies bedeutet, sich von lebenslang als sicher geglaubten Gewissheiten verabschieden zu müssen. Hinzu kommt, dass ja selbst in der Wissenschaft Transsexualität lange Zeit als pathologisch galt und auch in der "Fachwelt" die Meinung vertreten wurde, dass ursächlich dafür frühkindliche Entwicklungsstörungen, traumatische Erlebnisse o. ä. sein könnten.

Insbesondere, wenn es um enge Verwandte oder sogar die eigenen Kinder geht, klammert man sich dann oft an die Idee (Hoffnung), dass Transsexualität so etwas wie eine kurierbare Krankheit sei und die Betroffenen mit der passenden Therapie wieder "normal" werden könnten. Dieser Hoffnung liegt aber eben ein grundsätzliches Ressentiment gegen Transmenschen zu Grunde, die "irgendwie" nicht als gleichwertig zu "echten" Männern und Frauen erachtet werden: Transsexualität als Makel.

Ich schätze mal, so verhält es sich auch bei Deiner Mutter.

Erst in jüngerer Zeit verfolgt die Wissenschaft zunehmend einen anderen Ansatz, der auf eine pränatale "Weichenstellung" hindeutet:

https://www.welt.de/wissenschaft/articl ... rleib.html

Vielleicht solltest Du Deiner Mutter diese aktuellen Erklärungsmodelle zugänglich machen, damit sie von dem Irrglauben ablässt, dass Transidentität "heilbar" sei. Allerdings könnte das auch dazu führen, dass sie noch verzweifelter wird, weil damit sozusagen ihre "letzte (heimliche) Hoffnung" zunichte gemacht würde und aus ihrer subjektiven Sicht "alles verloren" schiene :cry: So eine "Aufklärungsaktion" will also wohlüberlegt sein.

Letztlich führt wohl kein Weg daran vorbei, dass Deine Mutter eine wichtige Hürde in ihrem Welt- und Menschenbild nimmt, nämlich eben anzuerkennen, dass es so etwas wie ein "drittes Geschlecht" gibt und dass Menschen, die sich diesem zugehörig fühlen, in keiner Hinsicht gegenüber den "klassischen" Geschlechtern zurückstehen. Das mag für sie eine gewaltige Herausforderung sein, aber es wäre ein riesiger Fortschritt für Euch beide, da sie dann ihren Frieden mit Deinem Lebensweg machen könnte und Du wiederum Deinen Frieden mit Deiner Mutter machen könntest. Das wäre somit die "Ideallösung", und ich kann nur hoffen und wünschen, dass sie gelingen möge.

Wenn sich aber am Ende erweisen sollte, dass sich Deine Mutter trotz aller Bemühungen nicht zu dieser Einsicht durchringen kann, sondern im "alten Denken" verhaftet bleibt, solltest Du Dich mMn davon in Deinem Weg nicht beirren lassen! Natürlich fällt es schwer und ist schmerzhaft, die Eltern "enttäuschen" zu müssen - aber der Preis, den Du entrichten müsstest, um dieses Schicksal abzuwenden, wäre Dein lebenslanges Unglück und ein Leben wider Deine Natur. Niemand - auch keine Mutter dieser Welt - hat nach meiner Auffassung das Recht, einen so hohen Preis von den Kindern zu verlangen. Und eigentlich kann es auch nicht ihr Wunsch sein, ihr Kind in ein lebenslanges Unglück zu treiben...Daher bleibt womöglich doch die Hoffnung/Chance, dass sie Deine Entwicklung akzeptiert, sofern sie erst einmal anerkannt hat, dass Transsexualität weder eine (kurierbare) Krankheit ist noch einen Menschen zu einem minderwertigen Teil der Gesellschaft macht, wofür es ja glücklicherweise immer mehr Beispiele gibt:

https://www.queer.de/detail.php?article_id=31738

LG N.
MaraE
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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 347 im Thema

Beitrag von MaraE »

Hallo Anna Marie,

die Ursachen von Transexualität sind noch nicht wirklich erforscht. Wenn man sich die Studien und Litereatur der letzten Jahrzente anschaut deutet vieles daraufhin, dass Transexualität angeboren sein könnte. Was aber inzwischen eher nicht mehr als relevant angesehen wird sind Erlebnisse im (klein-)kindesalter oder der Wunsch der Eltern lieber ein Kind des anderen Geschlechts gehabt zu haben. Von daher würde ich Dir, wie bereits von anderen gesagt wurde, von einer Ursachenforschung durch Hypnose o.ä. abraten. Wahrscheinlich wird da nicht besonders viel hilfreiches rauskommen und die verschwendest nur sinnlos Energie.
Ich sehe dies ähnlich wie Nobbi es bereits sehr gut beschrieben hat, für deine Mutter scheint es einfacher zu sein, wenn es sich dabei um irgendwas handelt, was man irgendwie wegtherapieren kann.
Das Buch "Anne wird Tom - Klaus wird Lara - Transidentität / Transsexualität verstehen" von Udo Rauchfleisch richtet sich speziell an Eltern, Verwandte und Freunde von Transmenschen. Unter anderem werden die wichtigsten Begriffe zum Thema Trans kurz und verständlich erklärt und später anhand diverser Beispiele die wichtigsten Fragenkomplexe welche sich bei Angehörigen und Freunden, beim Arbeitsplatz, etc. ergeben können behandelt.

Liebe Grüsse

Mara
ExuserIn-2019-12-20

Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 348 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Guten Morgen allerseits (moin)

Erstmal herzlichen Dank für eure Beiträge, Informationen und Gedankenanstösse :)

Ich sehe es auch so, das meine Mutter sich an iwelche Strohhalme klammern möchte, um einerseits ihren Sohn nicht zu verlieren und andererseits hat sie das "Schuldproblem" was verarbeitet werden möchte.

Gestern habe ich mich auch mal schlau gemacht, weil ich mich mit meiner Therapeutin darüber unterhalten habe.
Grundsätzlich hat sie nichts dagegen, sagt aber auch das es positiv wie negativ sein kann.

Da ich (leider) ein Mensch bin, der sich schnell beeinflussen lassen kann, war ich auch am überlegen, alleine aus Neugier und zum anderen auch um es mal wieder jemanden Recht machen zu wollen.
Und gleichzeitig gibt es nur einen Menschen dem ich es Recht machen muss: mir selbst!
Das fällt mir am meisten schwer :oops:

Nachdem das Wochenende so positiv war, bin ich emotional zwar gestärkt, trotzdem weiter verwirrt :shock:
Mich plagt ein Gefühl oder Empfinden, was ich nicht zuordnen kann, hm.
Es fühlt sich "geschlechtsneutral" an, nicht typisch Mann Frau Empfinden.
Jetzt fragt sich jede(r) bestimmt, wie fühlt sich typisch Mann , typisch Frau an?
Ja, das weiß ich ja auch nicht.

Kleines Beispiel:
Wenn ich vor Monaten durch die Stadt bin und Frauen gesehen habe die meinem Ideal entsprachen, war ich neidisch das sie den richtigen Körper haben und ich nicht.
Gleichzeitig empfand ich auch Trauer!
Es war wie ein Stich ins Herz.
Und da der Wunsch so immens war, waren es auch sehr viele Frauen die dann diese Gefühle auslösten.

Heute aber ist es ein wenig anders:
Auch heute bin ich neidisch und traurig, es ist aber nicht mehr so extrem.
Jetzt hinterfrage ich mich sofort wieder, wieso das Gefühl so abgeschwächt ist?!
Meine Therapeutin erklärte es mir so....
Dadurch, dass ich viele Schritte in "meine Richtung" gegangen bin, wie zb Trennung, Selbsterkenntnis, positives Feedback von außen usw..... nimmt es iwo so eine "selbstverständliche" Haltung ein... :?:

Seht ihr, das verwirrt sein nimmt kein Ende :P

Danke, das ihr an meinem Leben teilhabt und mich so unterstützt (flow) )))(:
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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 349 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Wenn Du wieder da bist, gehen wir mal einen Kaffee trinken, okay? (moin)
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Anja
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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 350 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,
Anna Marie hat geschrieben: Di 21. Aug 2018, 08:27 Dadurch, dass ich viele Schritte in "meine Richtung" gegangen bin, wie zb Trennung, Selbsterkenntnis, positives Feedback von außen usw..... nimmt es iwo so eine "selbstverständliche" Haltung ein... :?:
Sehe ich auch so, denn mir ist es ähnlich ergangen. Ich empfinde schon länger keinen Neid mehr gegenüber geborenen Frauen. Das war früher ganz anders.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
ExuserIn-2019-12-20

Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 351 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Di 21. Aug 2018, 08:38 Wenn Du wieder da bist, gehen wir mal einen Kaffee trinken, okay? (moin)

Es dürfen auch gerne 2 oder 3 oder gar 4 sein.
Aber an unterschiedliche Tage :mrgreen:

)))(:
ExuserIn-2019-12-20

Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 352 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Anja hat geschrieben: Di 21. Aug 2018, 10:04 Moinsen,
Anna Marie hat geschrieben: Di 21. Aug 2018, 08:27 Dadurch, dass ich viele Schritte in "meine Richtung" gegangen bin, wie zb Trennung, Selbsterkenntnis, positives Feedback von außen usw..... nimmt es iwo so eine "selbstverständliche" Haltung ein... :?:
Sehe ich auch so, denn mir ist es ähnlich ergangen. Ich empfinde schon länger keinen Neid mehr gegenüber geborenen Frauen. Das war früher ganz anders.

Grüße
die Anja
Danke für dein Feedback Anja :)

Also es gibt wahrlich immer noch Frauen worauf ich neidisch bin :oops:
Die haben dann aber auch ein gewisses Etwas.
Es muss nicht mal das Superaussehen sein, es reicht schon eine Kleinigkeit.
Und selbst wenn die Brille sehr gut zum Gesicht passt....

Was mir jetzt nur noch fehlt ist das Selbstbewusstsein, ich denke das wird dann nach und nach kommen (yes)

(moin)
Anja
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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 353 im Thema

Beitrag von Anja »

Bei mir ist es jetzt schon teilweise andersrum.
Ich bin zum Beispiel relativ unzufrieden mit meiner Riesen-Haken-Nase.
Ich habe aber auch schon (geborene) Frauen gesehen, die hatten ne Nase, mit denen hätte ich nicht tauschen wollen :lol:
Also anstatt neidisch zu sein, das ich keine Frau bin, gucke ich nun, wo ich mich im Punkt "optische Attraktivität" so einordnen kann 8)
Und da sieht man die eigenen Makel doch wesentlich entspannter, wenn man mal Frauen sieht, mit denen man auf keinen Fall tauschen würde (he)

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
ExuserIn-2019-12-20

Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 354 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Anja hat geschrieben: Di 21. Aug 2018, 11:03 Bei mir ist es jetzt schon teilweise andersrum.
Ich bin zum Beispiel relativ unzufrieden mit meiner Riesen-Haken-Nase.
Ich habe aber auch schon (geborene) Frauen gesehen, die hatten ne Nase, mit denen hätte ich nicht tauschen wollen :lol:
Also anstatt neidisch zu sein, das ich keine Frau bin, gucke ich nun, wo ich mich im Punkt "optische Attraktivität" so einordnen kann 8)
Und da sieht man die eigenen Makel doch wesentlich entspannter, wenn man mal Frauen sieht, mit denen man auf keinen Fall tauschen würde (he)

Grüße
die Anja
Ich glaube, da muss ich wohl noch hin :?
Okay, ich finde auch was toll an mir, so nicht.
Aber dies kleine bisschen kann nicht das andere überwiegen.
Recht hast Du trotzdem, es gibt dann wirklich Frauen, mit denen ich dann doch nicht tauschen wollen würde :oops:

)))(:
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 355 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Jetzt bin ich aber einmal provokativ und ich bitte, das Folgende als Anregung zu verstehen.

Bedeutet Eure Aussage nicht, dass Ihr Euch über jemand anderen stellt ? Und das mit Wertungen, die nicht ihr, sondern durch die Gesellschaft, also von außen, aufgestellt wurden ? Eine große Nase, ein dicker Bauch oder was auch immer, ist kein Hinderungsgrund für ein glückliches Leben. Wenn es jemand schafft, trotz dieser "Beeinträchtigungen" ein gutes Leben zu machen, und darunter verstehe ich in erster Linie sich selber zu akzeptieren und zu lieben, ist doch viel viel besser dran als ein reiches Supermodel, dass immer wieder etwas an sich auszusetzen hat. Die Grundidee, wenn ich dies oder das hätte, wäre ich glücklich, wird niemals glücklich machen, sondern es wird sich immer etwas finden, was fehlt.

Macht mich mein Transleben glücklich ? Früher, und manchmal auch heute noch, verzweifle auch ich schier daran. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Wenn ich schon trans bin, will ich aber auch etwas daraus machen. Das ist mein Weg. Glücklich sein bedeutet nicht, dass alles einfach ist. Im Gegenteil, erst die Auseinandersetzung mit meinen Schwierigkeiten bringt mich weiter. Und manchmal bekomme ich dafür wunderbare Augenblicke geschenkt. Und in der Weise, wie ich mich weiter entwickle, werden auch meine Kontakte sein. Das Alte, was nicht mehr passt, lässt man hinter sich und Neues, Passenderes kommt hinzu. Kennt Ihr die Geschichte von Cyrano de Bergerac ? Den Mann mit der großen Nase ? Er prügelt sich immer mit Menschen herum, die etwas über seine Nase sagen. Er hat so viele Komplexe, dass er sich um die Liebe seines Lebens bringt. Seine wunderbaren Gedichte schickt er seiner Angebeteten, aber er schreibt sie für einen Anderen, der entsprechenden Erfolg hat. Und das nur wegen seiner großen Nase. Dabei könnte er die Liebe seines Leben selber erorbern, ginge er mit mit der Sicht auf seine Nase anders um. Dann müsste er sich auch nicht mehr mit Dahergelaufenen prügeln.

Anna, ich bin Dir sehr dankbar für diesen Fred. Er bewegt wieder etwas in mir. In einem anderen Fred schrieb ich über Würde. Es ist für mich Zeit, mir mehr Würde zu geben, wenn es um Transfragen geht. Und letzlich versuchen wir uns hier gegenseitig etwas Würde und Anerkennung zu geben. Aber so ganz darüber zu stehen, schaffe ich auch noch nicht. Es sind viele Schritte dazu nötig. Vielleicht hilft die Frage, was an meinem Leben ist wirklich überflüssig ? Was kann über Bord und macht für neue Dinge Platz. Das kann auch Deine Ehe sein. Manches muss man loslassen. Manches kommt vielleicht in anderer Form auch wieder zurück. Ich habe durch meine Scheidung meine Kinder nicht verloren, aber 10 Jahre war die Verbindung schon sehr dünn. Wenn Deine Kinder erkennen, dass in Deiner Entwicklung etwas Positives für Dich liegt, wird das sie vielleicht überzeugen. Wenn nicht, werden sie erst mit ihren eigenen Verstrickungen fertig werden. Das können wir ihnen nicht abnehmen. Wir können ihnen aber vorleben, was wir für richtig halten. Wenn Du auf alles verzichtest, was Dir wichtig ist, um bei ihnen sein zu können, dürftest Du sie mit ziemlicher Sicherheit verlieren, denn sie werden nicht Dich kennen, sondern nur Dein Abziehbild. Das ist manchmal ziemlich hart. Aber ich kann heute meinen Kindern offen in die Augen schauen und wir nehmen uns gegenseitig ernst.

Du trifftst die Entscheidung, wie es weiter gehen soll. Tust Du es nicht, wirst Du nur hin und her geschoben.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
ExuserIn-2019-12-20

Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 356 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Guten Morgen Vicky (moin)

Ich würde von mir behaupten, das ich mich nicht über andere Menschen stelle.
Nenne es evtl ein kleines bisschen Oberflächlichkeit, wenn ich sage dass manch Optik nicht meinem Ideal entspricht.
Oder aber auch, es geht ja bei meiner Aussage nicht nur um Optik, auch charakterliche Eigenschaften möchte ich von anderen nicht haben.
Ich habe wahrlich viele Menschen in meinem Leben kennengelernt.
Und da ist der springende Punkt:
Es gibt halt viele mit denen ich dann nicht tauschen möchte.

Natürlich können sie so wie sie sind glücklich sein, keine Frage.
Subjektiv gesehen aber würde ich ebend nicht tauschen wollen.

Für meinen Teil fühle ich mich überhaupt nicht wohl und andere denken bestimmt ähnlich über mich, vermutlich.
Und da denke ich mir, jeder/jedem das Seine.
Ich nehme die Menschen wie sie sind, möchte aber nicht in deren Haut stecken!

Ich hoffe die Worte waren nicht so wirr :roll:

(moin)
Zuletzt geändert von ExuserIn-2019-12-20 am Do 23. Aug 2018, 17:06, insgesamt 1-mal geändert.
Anja
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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 357 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,

jetzt hast du mich aber angeregt :wink:
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 22. Aug 2018, 17:34 Bedeutet Eure Aussage nicht, dass Ihr Euch über jemand anderen stellt ? Und das mit Wertungen, die nicht ihr, sondern durch die Gesellschaft, also von außen, aufgestellt wurden ? Eine große Nase, ein dicker Bauch oder was auch immer, ist kein Hinderungsgrund für ein glückliches Leben.
Wenn ich in der Straßenbahn eine Frau sehe und ich ihre Nase (noch) hässlicher als meine finde, warum beinhaltet das eine Wertung, die durch die Gesellschaft aufgestellt wurde? Mit meinem persönlichen Eindruck bezüglich meiner Nase im direkten Vergleich mit einer anderen Frau hat die Gesellschaft überhaupt nix zu tun. Und unglücklich bin ich wegen meiner kleinen Makel schon garnicht. Ich dachte, das würden meine Beiträge auch aufzeigen. Schönheit liegt im Auge des Betrachters und das kann man nicht mit "die Gesellschaft" verallgemeinern. Vielleicht hat die Frau später mich angeschaut und gedacht, das sie, Gott sei Dank, nicht so eine Nase hat wie ich?
Da ich lesbisch bin, schaue ich mir Frauen nun mal genauer an als Männer. Hinzu kommt noch, da ich selbst eine Frau bin, vergleiche ich mich auch mit ihnen (die Nase war nur ein Beispiel, aber die andere Frau in der Straßenbahn gabs wirklich). Und dieses Vergleichen ist doch etwas ganz normales. Das macht jeder so. Männer checken andere Männer eher darauf ab, ob von denen Gefahr ausgeht und Frauen checken andere Frauen auf ihre optischen Makel / Reize ab...

Auch mit obigem Beitrag wollte ich sagen, das ich mit meiner Nase leben kann, auch wenn sie mir nicht so gut gefällt. Ebenso kann ich mit meinem "Geburtsfehler" leben und auf einen weiblichen Schoß verzichten. Ich wollte genau das Gegenteil von dem sagen, was du verstanden hast. Ich bin nicht unglücklich wegen meiner Makel, sondern ich bin glücklich trotz meiner Makel. Nur weil ich beim Vergleichen mit geborenen Frauen (nach meiner persönlichen Meinung) nicht immer den kürzeren ziehe, stelle ich mich nicht über diesen Menschen.
Ich führe ein traumhaftes Leben. Meine Frau liebt mich nach wie vor, ich habe zwei wundervolle Kinder... (he) Dazu einen interessanten Job von dem es sich gut leben lässt.
Nach 2,5 Jahren als Frau haben mich meine (aus meiner persönlichen Sicht) Makel in keinster Weise behindert: Nase, Größe, Übergewicht, Stimme, männlicher Schoß... Ich sehe mich selbst nicht als perfekt (welche Frau tut das schon?), doch mag ich mich selbst im Spiegel leiden. Und ich werde von meiner Umwelt als die wahrgenommen, die ich bin. Was will man mehr?

@Anna-Marie
Sorry für den Aureißer vom Thread Thema. Ich wollte das nur eben klarstellen (moin)

Grüße
die Anja
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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 358 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Anna,

danke für die Klarstellung. Da habe ich ja ins Schwarze getroffen ... (moin)

Mir ging es auch weniger um Deine persönliche Sichtweise, sondern im Allgemeinen, wenn wir solche Aussage treffen. Deshalb komme ich auf Deine Frage zurück:

Wenn ich in der Straßenbahn eine Frau s ... llt wurde?

Die Wertung steckt im Wort "hässlich". Und die Gesellschaft steckt im Schönheitsempfinden. Würden wir, z.B. durch Werbung oder Filme, lange genug positive Wertungen aufoktruiert bekommen, wäre am Ende die große Nase chic. Eindeutiges Indiz ist mMn die vergleichende Betrachtung. Wieso können wir unsere Nase nicht einfach so als gegeben akzeptieren und finden andere schöner oder hässlicher ? Wahrscheinlich sind nur die wenigsten Menschen wirklich in der Lage, ohne solche vergleichenden Betrachtungen aus zu kommen. das bedeutet aber auch Abhängigkeit von den Begriffen, die als hässlich oder schön gelten. Das macht uns auch gefügig, wenn es darum geht in den gesetzten Grenzen einer Gesellschaft zu bewegen. Heute sind orange Röcke schön, morgen blaue Hosen. damit bin ich morgen mit einem orangenen Rock "old fashion", also hässlich. Oder anders gesagt, man sieht nicht eine kleine Nase im Gesicht eines anderen Menschen, sondern bezieht das was man sieht in einen Vergleich mit einem selbst.

In der Vergangenheit haben Moden und Sichtweisen oft und z.T. auch sehr schnell gewechselt. Und wenn man nur die heutige Welt sieht, kann man das nicht erkennen. Was heute hässlich gilt, war früher vielleicht schön. In Schönheit liegt somit kein Wert. Es kann uns nur unglücklich machen, der "Schönheit" hinterher zu rennen. Spätestens wenn wir älter werden.

Aber was passiert mit uns, wenn wir uns von solchen Sichtweisen wirklich befreien können ? Wir haben dann die Chance uns komplett so anzunehmen wir wir sind. Im Äußersten machen wir uns damit von Anderen unabhängig. Mehr Respekt kann man mMn sich selber nicht erweisen.

Verstehst Du, was ich meine ?

Die Wertungen machen uns abhängig und das finde ich schrecklich. Und das ist auch der Kern, der viele von uns unangenehm berührt, wenn wir öffentlich en femme sind. Es zählt für uns dann nicht mehr, wer wir sind, sondern wie wir glauben, dass wir gesehen werden bzw. wir laufen Trends und Grenzen nach, die uns nicht entsprechen. Und das ist m.E. Kern dieses Freds und deshalb so wichtig. Mit Männern und Frauen in bipolarer Sicht ist das wie mit Menschen die ausschließlich in ihrem Land leben. An der Grenze gibt es keine Überschreitung, da alle Menschen nach der Regel leben, bleib in Deinem Land. Aber da gibt es ein paar Leute, die übertreten diese Grenze hin und wieder her. Eine Grenze muss nicht trennend sein. Es gibt auch den Zwischenraum, der durch die Übertretung entsteht.

Oder in einem anderen Bild: Und Gott schuf den Tag und die Nacht. Von der Dämmerung steht nichts geschrieben. Aber es gibt sie trotzdem ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 359 im Thema

Beitrag von Luna »

Hallo Anna,
Anna Marie hat geschrieben: Do 23. Aug 2018, 08:56
Ich würde von mir nicht behaupten, das ich mich nicht über andere Menschen stelle.
Doppelte Verneinung? :D

Hoffe, mein kleiner Hinweis entlockt Dir - so wie mir - ein kleines Schmunzeln. )))(:

Alles Liebe
Luna
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Re: Der Weg, der so schwierig ist / scheint.

Post 360 im Thema

Beitrag von Anja »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 23. Aug 2018, 12:18 Hi Anna,
Anja )))(:
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 23. Aug 2018, 12:18 Die Wertung steckt im Wort "hässlich". Und die Gesellschaft steckt im Schönheitsempfinden. Würden wir, z.B. durch Werbung oder Filme, lange genug positive Wertungen aufoktruiert bekommen, wäre am Ende die große Nase chic. Eindeutiges Indiz ist mMn die vergleichende Betrachtung.
Dem kann ich mich so nicht anschließen. Ich merke nämlich häufig, wie meine Meinung sich von der anderer unterscheidet bzw. auch mein Schönheitsempfinden. Trotz Werbung für schlanke Frauen bevorzuge ich Frauen mit etwas mehr auf den Hüften. Ich finde z.B. Julia Roberts in keinster Weise schön, auch wenn die Mehrheit das so empfinden mag und sie dem "Ideal" der Werbung nahe kommt. Nur Beispiele, aber es zeigt mir, das ich eben nicht dem unterliege. Wobei ich wieder zurückkomme auf "Schönheit liegt im Auge des Betrachters".
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 23. Aug 2018, 12:18 Wahrscheinlich sind nur die wenigsten Menschen wirklich in der Lage, ohne solche vergleichenden Betrachtungen aus zu kommen. das bedeutet aber auch Abhängigkeit von den Begriffen, die als hässlich oder schön gelten. Das macht uns auch gefügig, wenn es darum geht in den gesetzten Grenzen einer Gesellschaft zu bewegen. [...] Oder anders gesagt, man sieht nicht eine kleine Nase im Gesicht eines anderen Menschen, sondern bezieht das was man sieht in einen Vergleich mit einem selbst.
Ich glaube sich mit anderen zu vergleichen steckt in unserem Gehirn drin und niemand kommt ohne das aus, es lässt sich nicht abstellen. Genauso wie man Menschen nach Gechlechtern taxiert. Es gibt natürlich einen kleinen Anteil, der sich nicht in männlich und weiblich einsortiert, aber optische Fremdbestimmung wird es trotzdem immer geben. Ich finde das auch nicht schlimm. So funktioniert unser Kopf nun mal, das kommt jedenfalls nicht von der Werbung.
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 23. Aug 2018, 12:18 Aber was passiert mit uns, wenn wir uns von solchen Sichtweisen wirklich befreien können ? Wir haben dann die Chance uns komplett so anzunehmen wir wir sind. Im Äußersten machen wir uns damit von Anderen unabhängig. Mehr Respekt kann man mMn sich selber nicht erweisen.
Ich verstehe worauf du hinaus möchtest, aber wie gesagt, ich glaube, man kann sich davon nicht freimachen, weil unser Gehirn das nun mal tut. Ich kann natürlich behaupten, ich bin frei von solchen Vergleichen, aber das wäre nun mal nicht die Wahrheit. Ich nehme mich so an wie ich bin, falls das noch nicht bei meinen Beiträgen herausgekommen ist.
Trotz der Makel, der ich mir selbst bewußt bin. Nur glaube ich nicht, das ich glücklicher wäre, hätte ich diese Makel nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Anna, sorry noch mal für den Themenwechsel.

Grüße
die Anja
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