Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)
Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung) - # 7

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

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Beitrag von jessy83 »

Teil 28

Beim Fussball

Die Freundschaft mit Flo blieb in der Schule nicht allzu lange verborgen. Er musste einige Male zum Teil ganz fiese Sprüche anhören, gab sich aber gelassen und ignorierte die Dummschwätzer.

Flo war mittlerweilen in den örtlichen Fussballclub eingetreten und spielte bald im ersten Team der B-Jugend, denn sein Talent war den Trainern nicht verborgen geblieben. In der gleichen Mannschaft spielte auch Lauras Freund Michael.

Eines schönen Tages kamen Flo und Michael zu Laura und mir und sagten ganz geheimnisvoll: "Wir müssen in der grossen Pause mit euch reden."
"Ok, um was geht es?", wollte Laura wissen.
"Das werdet ihr dann hören", antwortete Michael und lachte spitzbübisch.

In der darauffolgenden Mathestunde konnte ich mich nicht richtig konzentrieren, weil sich meine Gedanken nur noch um das bevorstehende Gepräch drehten. "Was wollten uns die beiden wohl mitteilen? Wollten sie Schluss machen? Haben wir etwas falsch gemacht?"
Laura erging es nicht besser, wie sie mir später erzählte.

In der Pause führten Laura und ich die Jungs zu unserem etwas abgelegenen Ort auf dem Schulhof.
"Und?", fragte ich. "Erzählt mal!"
"Am kommenden Samstagnachmittag spielt Flo sein erstes Fussballspiel in meinem Team und da wollten wir euch fragen, ob ihr zum Spiel kommt", erklärte Michael.
Laura und ich schauten uns erleichtert an. Ich antwortete: "Ja, sehr gerne." Laura nickte, um ihr Einverständnis zu zeigen.
"Wann beginnt das Spiel?"
"Um 14 Uhr", antwortete Flo. "Wir freuen uns."
"Wir uns auch."

Dad war baff erstaunt, als im Samstag beim Mittagessen mitteilte, dass ich am Nachmittag zum Fussball ginge.
"Aha, mit mir kommst du nicht mehr ins Stadion. Aber wenn dein Freund spielt, dann bist du Feuer und Flamme für Fussball."
"Papa", so nannte ich Dad nur ganz selten, "verstehe doch "¦"
Dad fiel mir ins Wort und meinte: "Ich hab doch nur Spass gemacht. Geh zum Spiel. Wenn jemand auf dem Feld ist, den man kennt, macht das Zuschauen doch viel mehr Freude. Übrigens werde ich auch zum Spiel kommen, ich bin mal gespannt was dein Freund fussballerisch so drauf hat. Aber keine Angst, ich stell mich ganz weit weg von dir hin und tu so, als ob ich dich nicht kennen würde."

"Laura, was ziehst du zum Fussballspiel heute Nachmittag an?", fragte ich meine immer noch beste Freundin am Telefon.
"Hosen, langer Pullover, Jacke und so, es ist doch nicht mehr so warm draussen. Und frieren will ich nicht."
"Ok, kommst du zu mir, damit wir gemeinsam zum Fussballplatz fahren können? Um ein Uhr?"
"Ja, mache ich."

Ein wenig herausgeputzt wollte ich schon zum Fussball fahren. Dezent geschminkt mit Foundation, Lidschatten, Wimperntusche, Lippenstift und Nagellack, montierte ich auch die grossen Creolen, das Tattoo-Halsband und das Fusskettchen. Die Haare trug ich wie meist zu einem Pfredeschwanz gebunden. Sie waren auch schon wieder recht lang geworden, etwa bis Mitte Rücken. Mir gefiel das so.
Über den BH mit den Einlagen zog ich ein Träger-Top und darüber ein langärmliges, grün-blau-gelbes Karohemd und einen Pullover an. Unten neue Panties, hautfarbene Feinstrumpfhosen und die engen Jeans. Als Schuhwerk hatte ich mich für die blauen Sneaker entschieden. Natürlich musste auch die neue kleine Umhängehandtasche mit, in welcher sich alle Dinge befinden, die es als Mädchen eben (für den Notfall!) so braucht.

Pünktlich traf Laura bei mir ein und wir radelten zum Fussballplatz am Rande unseres Städtchens. Dort angekommen befestigten wir die Räder am Fahrradständer. Sicher ist sicher. Die Jungs waren bereits auf dem Platz beim Warmlaufen. Wie wir nahe zum Spielfeld kamen, entdeckte uns Michael, dann auch Flo. Sie winkten kurz rüber, konnten aber nicht zu uns kommen, erst nachdem das Einspielen zu Ende war, aber auch nur kurz.
"Hallo, schön, dass ihr gekommen seid", und Kuss, das war"™s schon. Man merkte besonders Flo an, dass er vor seinem ersten Spiel in diesem Team recht angespannt und nervös war.

Mir gefielen die Tenues von Flo und Michaels Team besonders gut. Oben hellblau-dunkelblau längs gestreift, dunkelblau Hosen und hellblaue Stulpen.
Michael spielte als Mittelstürmer, Flo sass zu Beginn des Spiels noch auf der Bank. Weil ich früher mit Dad öfters mal an einem Fussballspiel dabei war, kannte ich die Regeln mehr oder weniger gut. Laura hatte allerdings — gelinde gesagt — Null Ahnung. Und so versuchte ich ihr ein paar Regeln beizubringen. An der Offside-Regel bin ich dann aber gescheitert. Das wollte nicht so recht in ihren Kopf rein. Egal.
Mitte der ersten Halbzeit verletzte sich ein Spieler des einheimischen Teams und musste ersetzt werden. Für ihn kam Flo auf den Platz, rechts im Mittelfeld. Es stand immer noch 0:0. Dass er Ahnung vom Fussball spielen hatte, konnte man sofort erkennen. Er machte ziemlich Dampf auf der rechten Spielfeldseite, rushte mehrmals am Flügel nach vorne, um dann in den Strafraum zu flanken.
Vielleicht halfen ja auch unsere Anfeuerungsrufe. Kurz vor der Pause führte ein solcher Angriff zum verdienten 1:0, das wir natürlich feste beklatschten. Tor Michael auf Zuspiel von Flo, was wollten wir mehr?
In der Pause kauften wir uns ein Eis und plauderten mit den Freundinnen von anderen Spielern.
Die 2. Halbzeit verlief ähnlich wie die erste. "šUnsere"˜ Mannschaft war eindeutig besser und gewann letztendlich klar mit 4:1.

Nach dem Spiel kamen Flo und Michael schon bald einmal frisch geduscht und gestylt aus der Umkleide, begrüssten uns aufs Herzlichste, umarmten und küssten uns.
"Wollt ihr was trinken? Wir laden euch ein", sagte Michael.
"Ja, gerne", antworteten wir im Chor.
Wir setzten uns in den Clubraum, die Jungs holten die Getränke, um uns zum Spiel auszufragen.
"Wie hat es euch gefallen? Hast du meine Tore gesehen? War ich gut?", und so weiter und so fort. Viel Gelächtes gab es, als ich Michael bat, Laura bei Gelegenheit die Offsideregel zu erklären, da ich es ja nicht geschafft hatte.
Michael gab sich all erdenkliche Mühe, nahm Gläser und Flaschen zu Hilfe, alles für die Katze, denn Laura kapierte es nicht oder wollte es nicht kapieren.
"Lassen wir"™s", sagte Michael etwas resigniert und weiter: "Aber Küssen, das kannst du super!"
Laura und Michael gaben sich einen Zungenkuss. Flo und ich machten es ihnen nach.

"Kommt ihr heute Abend mit in die Disco?", fragte Flo. "Mein Vater fährt uns und holt uns auch wieder ab."
Ich schaute Laura an und antwortete: "Gerne, aber wir müssen zuerst zu Hause fragen."
"Ok, meldet euch."
Laura und ich fuhren wieder nach Hause, die Jungs wollten noch das Spiel der C-Jugend anschauen, da dort Michaels Bruder mitkickte.
jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 92 im Thema

Beitrag von jessy83 »

Teil 29

Disco

Meine Eltern waren mit dem Disco-Besuch einverstanden, weil ein Erwachsener uns fahren würde. Mom und Sandra sprachen sich am Telefon noch über die Zeit ab, wann wir wieder zu Hause sein müssten.
"Spätestens um 2 Uhr", war die Ansage.
Mom: "Ich rufe noch Flos Vater an, um mit ihm das Ganze kurz zu besprechen."
Zum grossen Erstaunen war er aber der Meinung, dass sein Sohn um 1 Uhr die Disco verlassen müsse. Und so einigte man sich auf 2030 Uhr zur Abfahrt bei Flo und auf 1 Uhr auf dem Parkplatz vor der Disco, damit wir gegen halb zwei Uhr wieder zu Hause wären, "šHauslieferdienst"˜ miteingerechnet.

Vor dem Nachtessen war also erneut Duschen angesagt, danach Schminken und parfümieren. Ich steckte mir noch die beiden weissen Ohrhänger ein und band die Haare mit einem weissen Haargummi zusammen. Kleidungsmässig entschied ich mich für das Outfit, das ich schon an meinem Geburtstag angezogen hatte: Weisse Höschen, weissen "šBH mit"˜, hautfarbene Feinstrumpfhosen, weisses Kleid, hellblauer Cardigan und die weissen Ballerinas. Die Handtasche durfte auch nicht fehlen. Für die Fahrt zog ich mir noch die Daunenjacke über.

Lauras Mama holte mich ab und fuhr uns zu Flo nach Hause, wo alle schon zur Abfahrt bereit standen. Kurze Begrüssung und Vorstellung, dann gings los. Michael sass vorne, Flo, Laura und ich hinten.
"Viel Spass! Und trinkt keinen Alkohol, sonst habe ich euch das letzte Mal gefahren", wünschte und befahl uns Flos Papa und: "Nicht vergessen, pünktlich um 1 Uhr treffen wir uns wieder hier auf dem Parkplatz!"
Wir bedankten uns artig für das Fahren und verabschiedeten uns von ihm.

Ohne dass wir die Ausweise zeigen mussten, liess man uns in die Disco eintreten. Im Eintrittspreis war noch ein alkoholfreies Getränk mitinbegriffen. Wir gaben an der Garderobe unsere Jacken ab und suchten uns einen Platz möglichst nahe an der Tanzfläche.

Alle vier bestellten eine Cola mit Zitrone. Zuerst hörten wir der Musik zu und beobachteten die anderen Jugendlichen wie sie tanzten und was für Outfits sie trugen. Schwarz und weiss waren eindeutig die dominierenden Farben.
Flo hatte zu den hellgrauen Jeans ein weisses Hemd, eine weisse Lederkrawatte und eine blaue Jacke angezogen. Dazu hatte er sich von seinem Vater schwarze Leder-Schnürschuhe ausgeliehen, die sich zum Tanzen besser eigneten wie seine Sneakers. Michael hatte sich vollkommen in schwarze Sachen gekleidet. Da mir persönlich schwarz als Farbe für Kleidungsstücke nicht besonders gefiel, fand ich Michaels Outfit weniger schön. Aber es musste ja Laura gefallen. Sie hatte sich auch besonders herausgeputzt und trug zu ihrem Glitzer-T-Shirt einen weissen Minijupe und darunter weisse knielange Leggings. Den weissen Pulli hatte sie schon abgelegt. An der Garderobe hatte sie ihre schwarzen, hohen Sneakers durch die mitgebrachten weissen Sandalen ausgetauscht.

Der DJ gab Volldampf und es war bald einmal eine gute Stimmung in der Hütte. Schnelle und langsame Stücke wechselten sich ab. Flo und ich genossen besonders die langsamen Stücke, bei denen man sich so richtig innig umarmen konnte. Als "šTi amo"˜ von Umberto Tozzi ertönte, waren wir beide weg. Dieser Ohrwurm blieb mir noch tagelang im Kopf und ich summte ihn immer und immer wieder vor mich hin.

Viele Jugendliche waren alleine da, das heisst ohne Freund oder Freundin. Wir vier bildeten da die grosse Ausnahme. Ab und zu forderte der DJ zur Damenwahl auf. Ehe irgendein fremdes Mädchen den gut aussehenden Flo zum Tanzen auffordern konnte, schnappte ich ihn mir. Umgekehrt war es Flo, der mich zum Tanze bat, wenn er sah, dass ein Junge zu uns herübersteuerte. Dieses Spielchen trieben wir den ganzen Abend.
Wir tranken noch je zwei weitere Colas, die von den Jungs offeriert wurden. Eigentlich wollten Laura und ich auch eine Runde übernehmen, aber das liessen die Jungs nicht zu.
Zwei, drei Mal sind wir auch kurz ins Freie gegangen, um uns von der sehr lauten Musik zu erholen, froren aber schnell einmal und hatten auch keine Freude daran, dass wir vor der Disco zu Passivrauchern wurden.
Einmal kam es vor der Disco zu einem Zwischenfall, als die Security zwei Jungs aufgriff, die einen Joint rauchten. Sie bekamen Discoverbot und wurden unverzüglich zum Gelände hinausbegleitet.

Laura und ich hatten mit unseren Freunden diesbezüglich Glück, dass sie weder rauchten noch kifften. Nur ab und zu ein Bier nach dem Training oder einem Spiel, dazu waren sie nicht abgeneigt. Ich durfte auch einmal einen Schluck probieren, fand es aber nicht gut. Zu Hause hatte es nie Bier, denn meine Eltern tranken nur manchmal ein Glas Wein und so war ich auch nie in "šVersuchung"˜ gekommen Bier zu trinken.

Auf die Minute genau waren wir draussen auf dem Parkplatz, wo uns Flos Vater schon erwartet hatte. Weil ich doch ein wenig müde geworden war, bis nach Mitternacht auf zu sein war für mich sehr selten, lehnte ich mich auf der Heimfahrt an Flos Brust und schlief ein.

"Daniela, wir sind da!", weckte mich Flo auf, als wir bei mir zu Hause vorgefahren waren. Michael und Laura waren schon vorher nach Hause gebracht worden. Sie verzichteten darauf, mich zu wecken, um sich zu verabschieden.
Aus dem Land der Träume in die harte Realität zurückgeholt dankte ich Flos Vater für den Transport und verabschiedete mich von beiden, bei Flo logischerweise mit einem kurzen Zungenkuss.
"Tschüss, wir sehen uns am Montag in der Schule."
"Ja, schönen Sonntag."


(Fortsetzung folgt, Jessy)
Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 93 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Ach du verwöhnst uns..
gleich zwei neue Teile!

Sehr schön.

Daniela gewöhnt sich in ihrem neuen Leben langsam ein.
Und gar nicht mehr lange dann ist Weihnachten.
Wie wohl das erstemal Schlittschuhfahren wird?

Eine spannende Zeit..

Dankeschön
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jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 94 im Thema

Beitrag von jessy83 »

Teil 30

Halloween

Die Wochen bis Ende Oktober verliefen alle ähnlich und wenig spektakulär.
Schule und Hausaufgaben, Joggen und mit Flo abhängen, zu Hause oder bei Laura Styles und Make-ups ausprobieren und Musik hören waren meine hauptsächlichenTätigkeiten. Am meisten Zeit beanspruchte logischerweise die Schule, in der ich mich allgemein verbessern konnte, war doch der psychische Druck nun weg.

Wie ich wieder mal bei Laura war, überlegten wir uns, ob und wie wir an Halloween mitmachen sollten.
Laura meinte mit ernster Stimme: "Du könntest ja als Junge gehen."
Im ersten Moment sah ich sie ganz entgeistert an, merkte aber sogleich, dass sie Spass gemacht hatte, denn ihr ernster Gesichtsausdruck hatte sich in schallendes Gelächter verwandelt.
"Du blöde Kuh", provozierte ich sie.
"Da habe ich dich ja schön erschreckt, was?"
"Ja, aber im Ernst, machen wir mit oder nicht?"
"Ich würde gerne an Halloween von Haus zu Haus gehen. Und wenn wir Tom mitnehmen, bekommen wir sicher viel mehr Süssigkeiten."
"Gute Idee. Und als was sollen wir uns verkleiden?"
"Vampir, Teufel, Hexe, "¦?"
"Teufel ist gut. Da bin ich dabei."
"Kostümverleih?"
"Ja, Kostümverleih."

"Mama", sagte Laura, "Dani und ich fahren zum Kostümverleih, um uns für Halloween umzusehen. Meinen Vorschlag, dass Dani als Junge gehen solle, hat sie nicht so für gut befunden."
Sandra lachte. "Ja, da verstehe ich Daniela."
"Wenn ihr die Kostüme gleich reservieren oder mitnehmen wollt, solltet ihr noch etwas Geld dabei haben", rief uns Sandra noch nach.
"Haben wir!", schrie Laura zurück.

Beim Kostümverleih betrachteten wir die Ständer und waren erstaunt, was man da alles mieten konnte. Wir hatten uns aber auf Teufelin geeignet und fanden ein Kostüm, das uns gefiel.
Feuerrotes Kleid, knielang mit Zacken am Rockende, lange Ärmel, auch mit Zacken, Hörner für auf den Kopf und ein Dreizack war auch dabei. Schwarze Strumpfhosen beziehungsweise Leggings und Schuhe gab es nicht. Gerade mal 20 Euro sollte die Miete kosten. Wir entschieden uns, gleich alles mitzunehmen.
"Hast du schwarze Leggings?", fragte Laura.
"Ja, knöchellange."
"Und was für Schuhe ziehst du an?"
"Die schwarzen Pumps."
"Ich habe keine schwarzen Schuhe. Aber vielleicht bekomme ich die schwarzen Stiefeletten von Mama."
"Ich kann dir auch meine schwarzen Ballerinas geben."
"Ja, das ist auch eine gute Idee. Ich frage aber trotzdem noch Mama."

"Und wann fahren wir in die Stadt? Hier bei uns gibt es nirgends geeignete Geschäfte, die eine grosse Auswahl für Halloween haben."
"Mama will mit Tom sowieso noch in die Stadt fahren, um für ihn Winterkleidung zu kaufen. Ich frage sie, ob wir mitfahren könnten."
"Super."

"Mama, wann fährst du mit Tom in die Stadt?"
"Am Samstag."
"Können Dani und ich mit? Wir müssen noch Sachen für Halloween kaufen."
"Ja, klar."

Mittlerweilen war auch Tom runtergekommen und ich fragte ihn:
"Als was gehst du an Halloween?"
"Als Superman!", rief er voller Enthusiasmus.
"Na, super. Und mit wem wirst du unterwegs sein?"
"Das weiss ich noch nicht, Mama will mich am Abend nicht alleine rauslassen und Johanna ist nicht da. Und nur am Nachmittag ist es langweilig, nur für kleine Kinder."
"Wenn du willst, kannst du mit uns mitkommen. Wir verkleiden uns als Teufelinnen."
"Ja, darf ich wirklich? Mama?"
"Mit Dani und Laura lasse ich dich auch am Abend raus, ok."

Samstag. In der Stadt steuerten wir zielstrebig in das grosse Kaufhaus und betrachteten uns die Auswahl an Artikeln für Halloween.
"Laura, schau mal. Wir könnten doch auch diese roten Netzstrumpfhosen über die Leggings anziehen."
Wir hatten uns rasch entschieden und kauften je ein Paar der Netzstrumpfhosen.

"Weisst du was?", sagte Laura, als wir durch die Kosmetikabteilung streiften. Sie nahm eine Packung Haarfärbemittel aus dem Gestell und schlug vor: "Wir färben uns rote und schwarze Mashs in unser Haar."
"Spinnst du, was wird deine Mama und meine Mom dazu sagen?"
"Das bleibt ja nicht für ewig, wäscht sich mit der Zeit wieder raus. Wir verraten vorgängig nichts und stellen die Eltern vor vollendete Tatsachen."
Geschwinde waren auch die zwei Packungen Haarfarbe gekauft und in der Handtasche verstaut, damit Sandra diese nicht erblicken konnte.

Da wir noch über eine Stunde Zeit bis zum Treffpunkt mit den anderen hatten, schlenderten wir durch die verschiedensten Kleiderläden, kauften aber nichts, weil wir praktisch kein Geld mehr hatten. Für ein Getränk an einem Imbissstand hat es dann aber doch noch gereicht.

"Alles gefunden, was ihr gesucht habt?", fragte Sandra.
"Ja", antwortete Laura und zeigte ihr die Netzstrumpfhosen.
"Sieht gut aus."
"Mama, kann ich von dir die schwarzen Stiefelchen ausleihen?"
"Ja, das kannst du. Kaufen werde ich dir aber keine, nur für einen Abend."

"Tom, was hast du alles bekommen?", fragte Laura ihren Bruder.
"Vieles, aber nie das, was ich haben wollte. In etwa fünf Läden sind wir gegangen, voll ätzend. Du kannst die Sachen zu Hause anschauen, Mama hat sie schon im Auto verstaut."

Flo und Michael hatten gar keinen Bock, bei Halloween mitzumachen. Sie meinten, dass sie schon ein wenig zu alt wären für solchen Kinderquatsch und dass sie an diesem Abend eh noch Training im FC hätten.

Endlich war er da, der 31. Oktober. Die Temperaturen waren im angenehmen Bereich, so dass wir warm angezogen, aber nicht mit Wintersachen rauskonnten.
Am Nachmittag fuhr ich zu Laura.
Zuerst waren die Haare dran, rote und schwarze Mashs machten wir uns gegenseitig ins Haar. Danach trugen wir blutroten Lippenstift auf und zogen das Teufelkostüm an. Ich trug den "šBH-plus"˜, wärmere Slips mit Beinansatz, ein warmes Mädchen Unterhemd. Darüber zog ich mir einen Rollkragenpulli an und über die dickeren, schwarzen Feinstrumpfhosen mit 60 DEN kam die schwarze Leggings und die rote Netzstrumpfhose, dann das Kleid und die Pumps.

Die Hörner ins Haar und den Teufels-Dreizack in die Hand, fertig waren wir.
Sandra schmunzelte als sie uns so sah und meinte:
"Eure Haare gefallen mir. Habt ihr die Mashs selber gemacht?"
"Ja, gegenseitig."

Superman Tom war auch schon bereit, so dass wir kurz vor dem Eindunkeln auf die Strasse gingen. Tom bekam den Korb, in welchem wir Süssigkeiten erbetteln würden.
"Gebt uns Süsses, sonst gibt"˜s Saures!", haben wir bei jeder Tür den Leuten zugerufen, die aufmachten. Die meisten waren sehr grosszügig, so dass der Korb recht schnell ziemlich voll war. So voll, dass wir zwischendrin zu Laura nach Hause gingen, um ihn zu leeren.

Mit der Zeit wurde es Tom aber langweilig und wir begleiteten ihn nach Hause, um dann zu zweit noch einmal loszuziehen. Aber es war in unserem Städtchen wirklich nicht sehr viel los. Zudem wurde es mit der Zeit kühl und mich schmerzten die Pumps. Schon beim Anziehen meiner Lieblingsschuhe merkte ich, dass sie mir schon ein wenig zu klein geworden waren. Es war auch das letzte Mal, dass ich diese Lackpumps trug. Aber ich habe mir gesagt, dass ich sie nie fortschmeissen und sie in Erinnerung an meine erste, richtige Verwandlung für immer behalten würde.


Zurück bei Laura wärmten wir uns mit heissem Tee auf, assen noch etwas Kuchen und verschwanden dann in Lauras Zimmer, um uns zurückzuverwandeln und Musik zu hören.
Wie wir so auf dem Sofa sassen, umarmte mich Laura und sagte:
"Weisst du, ich liebe dich irgendwie immer noch", und gab mir zuerst Küsse auf die Wange, dann auf den Mund.

"Ich möchte einmal deinen Busen sehen", wünschte sich Laura.
"Wenn du willst." Ich machte mich oben frei und Laura besah sich meine kleinen Brüste, berührte sie ganz zärtlich, küsste sie und nuggelte an den Brustwarzen herum. Ein wohliges Gefühl machte sich in mir breit. Dann zog Laura sich auch aus. Ihr Busen war doch schon ein schönes Stück grösser wie der meinige.
Und so wiederholte ich alles mit Lauras Busen, was sie mit mir angestellt hatte. Dann umarmten wir uns. Die Liebesbezeugungen endeten in einem sehr intensiven Zungenkuss.

Es war schon spät geworden, so dass ich mich anzog und bald einmal nach Hause verabschiedete.

"Mom, meine Lieblinspumps sind mir zu klein geworden und bereiten mir, trage ich diese länger, so wie heute, höllische Schmerzen. Kann ich bei nächster Gelegenheit neue Pumps kaufen?"
Mom forderte mich auf, ihr die Füsse zu zeigen. Wie sie sich die paar wunden Stellen angesehen hatte, meinte sie: "Ja, wenn wir nächstens wieder zu deiner Hormonbehandlung in die Stadt fahren, darfst du dir ein neues Paar aussuchen. Aber du steuerst die Hälfte des Kaufpreises bei. Verstanden?"
"Ja, danke, Mom."

Normalerweise freute ich mich nicht so auf die Hormonspritze, aber diesmal war es nicht so schlimm, wusste ich doch, dass wir noch einen Schuhladen aufsuchen würden.

Ich suchte mir wieder Lackpumps aus, mit höherem und dünnerem Absatz wie meine ersten, Mom hätte eh etwas gegen Pfennigabsätze gehabt.


(Fortsetzung folgt, Jessy)
micaela
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 95 im Thema

Beitrag von micaela »

Hallo Erde an Jessy83!

BItte schreib weiter - traumhafte Geschichte!!!
jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 96 im Thema

Beitrag von jessy83 »

Teil 31

Eislaufen

Wie jedes Jahr anfangs November war am ersten Wochenende die Eröffnung der offenen Eisbahn. In den wärmeren Monaten konnte man da Tennis spielen und im Winter war es eine Eisfläche.

Laura und ich verabredeten uns mit ein paar anderen Mädchen auf dem Eis, um zusammen Spass zu haben. Die Jungs konnten natürlich wieder einmal nicht dabei sein, ihr Meisterschaftsspiel mit der B-Jugend hatte Vorrang.

Am Liebsten wäre ich in einem dieser schönen Kleidchen hingegangen, die die Eiskunstläuferinnen jeweils trugen, aber so eins hatte ich keines und darin wahrscheinlich auch ziemlich gefroren. Deshalb zog ich mir wärmere Sachen an. Über die übliche Unterwäsche und die warmen Strumpfhosen zog ich eine Jeans an. Oben entschied ich mich für ein Rollkragenshirt und einen warmen Nicki-Pullover. Die Mädchenjacke, Handschuhe und Wollschal und Wollmütze mit Glitzer durften auch nicht fehlen. Nebst den Schlittschuhen packte ich noch ein paar dickere Socken in den Rucksack, da mir die Schlittschuhe noch etwas zu gross waren.

Als Laura bei mir auftauchte, spazierten wir gut gelaunt gleich los. Beide kauften wir eine Saisonkarte, da wir öfters zum Eislaufen gehen würden wie schon in den vergangenen Jahren. In der Garderobe zog ich meine gefütterten Stiefel aus und die dicken Socken an. Dann schlüpfte ich in meine neuen Schlittschuhe und zurrte die Schnürsenkel so gut es ging zu.
Die ersten Versuche auf Eis waren nicht von Erfolg gekrönt, die Schuhe rutschten immer wieder weg. Eine Kollegin fragte dann, ob meine die Kufen meiner neuen Schlittschuhstiefel schon geschliffen seien.
Nein. Klar, das war der Grund. Also ab in die Garderobe und Schlittschuhe wieder aus und Stiefel an. An der Kasse konnte man die Schlittschuhe einem Mitarbeiter der Eisbahn geben, der diesen für ein paar Euro einen Schliff verpasste, was gut eine Viertelstunde dauerte. Nach dem Bezahlen kehrte ich aufs Eis zurück, und siehe da, nun klappte es.

Weil ich immer schon gut Schlittschuhlaufen konnte, früher fuhr ich sehr viel mit den Rollerblades herum, fiel es mir nicht schwer, die neue Technik mit den Mädchenschuhen auszuüben. Übersetzen, Rückwärtsfahren und Bremsen hatte ich schnellstens (wieder) im Griff. Bald einmal fuhr ich den meisten anderen Mädchen und den wenigen Jungs, die mitmachten, um die Ohren.
Wir spielten Kettenfangen, drehten ganz gemütlich unsere Runden oder übten einfache Sprünge und Pirouetten, was mit den Zacken in den Kufenspitzen meiner Eiskunstlaufschuhe recht einfach war. Mit meinen alten Hockeyschuhen war das fast nicht möglich.

Alle Stunde wurde das Eis gereinigt, so dass wir die Wartezeit in der Cafeteria verbrachten. Wir ruhten uns aus, redeten über die Schule und Jungs und wärmten uns mit einem Punsch oder Tee wieder auf.

Der gemütliche Nachmittag ging leider viel zu schnell zu Ende. Wir gingen alle gut gelaunt nach Hause.

Während des Nachtessens rief mich Flo an, um zu fragen, ob ich Lust hätte mit ihm am Abend noch ein wenig aufs Eisfeld zu kommen. Kurz bei Mom nachgefragt, antwortete ich: "Ja, gerne. Wann treffen wir uns und wo?"
"Ich hole dich bei dir zu Hause gegen 19 Uhr ab."
"Ist ok, kommst du zu Fuss oder mit dem Rad?"
"Zu Fuss."
"Gut, also dann bis bald und Kuss."
"Ja, auch Kuss."

Auf dem Weg zur Eisbahn fragte mich Flo: "Kannst du Schlittschuh laufen?"
"Es geht, ich habe vor wenigen Wochen neue Schlittschuhe bekommen."
"Ah, gut, denn ich bin auch Anfänger."
Wir betraten das zusammen das Eis und ich stellte mich so dämlich an wie ich nur konnte. Flo hatte sehr viel Mühe, sich auf den Beinen zu halten und stürzte mehr als ihm lieb war. Wir halfen einander immer wieder hoch und bedankten uns jedes Mal mit einem Kuss.
Urplötzlich standen Michael und Laura neben uns. Michael hatte Laura auch dazu gebracht, nochmals aufs Eis zu kommen.
Michael fragte: "He, Daniela, hast du das Eislaufen verlernt?", gab mir einen Stoss, dass ich hinfiel und fuhr davon. Ich rappelte mich auf und fuhr ihm im Eiltempo hinterher, holte ihn ziemlich schnell ein und stellte ihm von hinten ein Bein, so dass er sehr unsaft auf das harte Eis fiel.
Zurück bei Flo und Laura, sah mich Flo völlig entgeistert an und meinte: "Da hast du mich aber gewaltig an der Nase herumgeführt, du Teufelchen, du!" Laura schmunzelte bloss, denn sie und Michael hatten meinem Treiben mit Flo einige Zeit zugeschaut und sich voll amüsiert.
"Du bist wirklich gemein zu Flo gewesen", meinte sie nur vorwurfsvoll.
"Wie sonst hätte ich so viele Küsschen bekommen?", war meine lapidare Antwort.

Die Jungs luden uns noch zu einem Getränk ein, ehe sie uns nach Hause begleiteten.
"Na, wie war"™s?", wollte Mom wissen.
Ich erzählte ihr so ziemlich alles, was an diesem Tage geschehen war. Dad fand es lustig, dass ich Flo veräppelt hatte und sagte: "Ich bezahle dir noch den Schlittschuhschliff."
"Oh, danke."
Wir schauten noch ein wenig fern. Ziemlich müde bin ich dann kurz vor Mitternacht ins Bett gegangen.


(Fortsetzung folgt; der Fussball-WM wegen schreibt es sich zur Zeit etwas weniger! Jessy)
Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 97 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Einfach schön!
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 98 im Thema

Beitrag von jessy83 »

Teil 32

Weihnachstsmarkt

Die Temperaturen waren in den Keller gesunken. Auch ich hatte mich daran gewöhnen müssen, wieder wärmere Klamotten anzuziehen, nachdem ich mir Ende November eine gewaltige Erkältung zugezogen hatte, die mich zwang mit Fieber zwei Tage das Bett zu hüten.

Klüger geworden trug ich warme Unterwäsche, dickere Strumpfhosen, langärmlige Sachen, Pullover und Cordhosen. Mit Mom war ich wieder mal einkaufen gewesen als wir zur Hormonspritze in die Stadt mussten. Ich bekam einige Wintersachen. Am besten gefielen mir die drei Cordhosen in altrosa, petrolgrün und ocker und die beiden Pullover, einer mit Glitzerwolle, der andere mit grün-blauem Zopfmuster.

Die Haare trug ich nun meistens offen, nur für den Sport in der Schule, zum Joggen und zum Eislaufen band ich sie mir zusammen. Flo gefielen die offenen Haare auch viel besser, wie er mir einmal auf der Eisbahn verraten hat.

In der grösseren Nachbarstadt begann am ersten Dezemberwochenende der alljährliche Weihnachtsmarkt, den ich immer gerne besucht hatte. Nun wollte ich nicht mehr mit den Eltern dorthin fahren. Und so fragte ich Laura, Flo und Michael, ob sie Lust hätten zusammen hinzufahren. Alle waren begeistert. Wir beschlossen, um unabhängig zu sein, dass wir am Sonntagnachmittag mit dem Bus in die Stadt fahren würden. Zum Glück bekamen wir alle die Erlaubnis bis 20 Uhr zu bleiben, so dass wir den Markt auch noch mit den vielen Lichtern und Kerzen bewundern konnten.

Ich zog mir warme Unterwäsche und dickere Strumpfhosen an. Zur Cordhose trug ich meine halbhohen, gefütterten Winterstiefel. Oben empfahl mir Mom die warme Karobluse und darüber einen dicken Pullover. Daunenjacke, Schal, Mütze und Handschuhe trugen auch noch dazu bei, dass ich nicht kalt bekommen sollte. Dezent geschminkt und mit etwas Schmuck ging es los.

Wir kamen mitten im Nachmittag an. Da wir vereinbart hatten, zu Hause nichts zu Mittag zu essen, suchten wir uns zunächst einmal etwas zu essen.
Den Vorschlag von Flo eine Currywurst zu kaufen taten wir unisono ab mit:
"Spinnst du, Currywurst kannst du das ganze Jahr!"
"Ok, ok, und was bitte darf es sein?"
"Lass uns doch zuerst einmal umschauen", meinte Laura.

Kurze Zeit später erblickten wir einen Stand mit asiatischen Spezialitäten. Laura und ich entschieden uns für Mah-Meh, ein Nudelgericht mit Pouletstreifen und Gemüse, das recht scharf war. Die Jungs entschieden sich für Bami Goreng, weil es ihrer Meinung nach mehr Fleisch (Hühnchen) drauf hatte. Keine Frage, dass wir uns gegenseitig probieren liessen. Beide Gerichte gaben aber mächtig Durst, so dass wir uns etwas zu Trinken kaufen wollten.

Flo schlug Glühwein vor. Am nächstbesten Stand reihten wir uns in die Warteschlange ein. Flo und ich standen hinter den beiden anderen. Flo fasste mich um die Hüften und drückte mich ganz fest an sich. Wie ich mich umdrehte und ihn anlächelte, küsste er mich.
Endlich waren wir an der Reihe und bestellten je eine Tasse Glühwein. Auch dieses Jahr war die Tasse als Souvenir im Preis inbegriffen.

Wir schlenderten händchenhaltend durch den Markt. Wir Mädchen interessierten uns vorallem für die Schmuck-, Kleider- und Weihnachtsdekostände, die Jungs eher nicht. Michaels Vorschlag, dass wir uns für eine Stunde trennen sollten, wurde positiv aufgenommen.

Laura und ich konnten so in Ruhe die Stände ansehen, die wir wollten. Wir erstanden uns je zwei Fingerringe, einen Armreif und eine Halskette, und zwar jeweils genau dieselben Stücke, um unsere nach wie vor grosse Verbundenheit zu zeigen. An einem Mützenstand stach mir eine altrosafarbene Wollmütze ins Auge, die einfach haben musste. Der Clou an ihr war eine Öffnung oben, durch die man die langen Haare durchstecken konnte. Ich behielt sie gleich an und steckte meine "šalte"˜ in die Handtasche.
Nach jedem Kauf küssten wir uns innig. Es war uns auch völlig egal, dass einige Leute stehen blieben und uns verwundert anschauten.

"Laura, ich muss dir etwas sagen", sagte ich etwas verhalten zu meiner Freundin.
"Was denn, etwas Schlimmes?"
"Nö, nö, überhaupt nicht. Ich habe nur bemerkt, dass mir das Küssen mit dir mehr Spass macht und die schöneren Gefühle hervorruft, wie wenn ich Florian küsse."
Laura strahlte übers ganze Gesicht und küsste mich auf die Lippen. Unsere Blicke sagten alles.

Für meine Mom kaufte ich als Weihnachstsgeschenk ein 3er-Set schöner Kerzen, denn sie liebte Kerzen. In der Adentszeit brannten jeden Tag mehrere in unserer Wohnung. Für Dad etwas zu kaufen gestaltete sich um einiges schwieriger. Ich fand einfach nichts Gescheites und kaufte nichts.

Am vereinbarten Treffpunkt warteten unsere Freunde schon auf uns und begrüssten uns mit einem grossen Lebkuchenherzen. Auf meinem stand in Zuckerschrift "Für meinen Sonnenschein", auf dem von Laura "Du bist alles für mich".
Wir bedankten uns mit einem Kuss. Flo und ich mussten lachen, wie uns zwei Erwachsene beim Vorbeigehen zuklatschten.

Es begann allmählich einzudunkeln und es war recht frisch geworden, so dass wir entschieden, erst mal in ein Kaffeehaus zu gehen, um etwas Warmes zu trinken und um uns für den Nachtrundgang aufzuwärmen.
Weil das Kaffeehaus sehr gut besucht war, fanden wir nirgends vier freie Plätze. Michael erspähte aber, dass an einem Tisch am Fenster gerade zwei Stühle frei wurden. Wir Mädchen setzten uns bei den Jungs auf den Schoss und bestellten Tee oder Punsch. Flo hielt mich ganz fest um den Bauch und ich bemerkte, dass sich bei ihm in der Hose etwas regte. Ich lächelte ihn an und küsste ihn, und er machte mir einen Knutschfleck in den Hals. Dann stand er urplötzlich auf und sagte, dass er dringend aufs Klo müsse. Ich konnte mir denken warum, die anderen beiden hegten keine Hintergedanken.

Wir bestellten noch ein zweites Getränk und dazu ein feines Stück Schokoladenkuchen. Vor dem Nachhausefahren assen wir noch eine Röstbratwurst mit Brot. Die Jungs hatten danach immer noch Hunger und verschlangen noch einen Hotdog. Dazu tranken wir nochmals Glühwein. Weil ich bis anhin praktisch noch nie Alkohol getrunken hatte, stieg mir der Glühwein ein wenig in den Kopf. Die anderen fanden es lustig, dass ich zur Quasseltante wurde und ununterbrochen redete.
Gemeinerweise offerierten die Jungs dann vor der Heimfahrt noch einen Glühwein, der mir dann doch recht einfuhr. Ich war froh, dass ich im Bus einen Sitzplatz hatte, und zwar neben Laura, die den Alkohol offenbar besser vertrug.

"Was sagen deine Eltern, wenn du so leicht beschwipst nach Hause kommst?"
"Wir sagen nur kurz "šHallo"˜ und ich verschwinde aufs Klo. In der Zwischenzeit kannst du ja meine Eltern "šunterhalten"˜."

Pünktlich waren wir wieder zu Hause und wie abgesprochen, durfte Laura bei mir übernachten. Meine Eltern schauten fern, ich sagte kurz "šHallo"˜. Ich verschwand aufs Klo, Laura in mein Zimmer wohin ich ihr nach dem Klo folgte, zogen unsere Nachthemden an, schlüpften unter die Bettdecke und quatschten über Jungs und die Welt, hörten Musik und blätterten in den Bravos, die Laura mitgebracht hatte. Ich hatte mir schon lange keine mehr gekauft, denn all mein Taschengeld ging für Make-up, Klamotten usw. drauf. Ab und zu, wenn Mom einen sehr guten Tag hatte, brachte sie mir eine "šBravo"˜ vom Einkaufen mit.

Immer wieder schauten wir uns tief in die Augen und schauten, wer zuerst lachen musste. Die Verliererin musste — oder besser gesagt durfte — die Siegerin auf irgendeine Weise liebkosen.
Wie Laura wieder an der Reihe war und mich am Hals küssen wollte, bemerkte sie den Knutschfleck:
"Ist der von Flo?"
"Von wem soll er sonst sein?"
Und schon hatte sie mir einen weiteren Knutschfleck verpasst. Bei nächster Gelegenheit revanchierte ich mich.
"Und wie erklärst du das deinem Michael?", fragte ich.
"Wahrscheinlich wird er ihn gar nicht zu Gesicht bekommen", erwiderte Laura, "trage ich doch jetzt meist hochgeschlossen, Rollkragenpullis und so."
Busen streicheln, Zungenkuss, am Brustnippel suckeln, den Rücken streicheln, uns fielen immer wieder neue Variationen ein. Dann strich ich Laura auf der Innenseite die Oberschenkel langsam vom Knie an aufwärts, was ihr offenbar sehr angenehm war.
"¦ "¦ "¦
Nun legte Laura bei mir los, zögerte dann als sich bei mir nichts regen wollte. Es war eben so, dass die Östrogene schon ihre Wirkung zeigten.
"Gefällt es dir nicht?", fragte Laura.
"Doch, mach weiter", und erklärte ihr, warum es nicht so klappen würde, "es ist trotzdem ein schönes Gefühl."

Mitternacht war schon vorbei als wir das Licht ausmachten und in das Reich der Träume versanken. Ein herrlicher Abend, wenn nicht einer der bis anhin schönsten, war zu Ende gegangen.

Schon um 10 Uhr klopfte Mom an die Türe und teilte uns mit, dass das Frühstück bereit stehe. Im Halbschlaft antwortete ich: "Wir wollen noch ein bisschen schlafen."
Wir blieben noch bis mittags im Bett, standen auf, duschten, zogen uns an und frühstückten. Danach verabschiedete sich Laura und ging nach Hause.


(Fortsetzung folgt, Jessy)
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Beitrag von micaela »

Hallo Jessy

will ja nicht nerven aber würde mich schon sehr über eine Fortsetzung freuen 😃😃😃👍🌟🌟🌟
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Beitrag von jessy83 »

Teil 33

Advent und Rückblende

Mom hatte mir wie jedes Jahr einen Adventskalender gebastelt, das heisst die Girlande mit den 24 Säckchen war immer noch dieselbe, aber der Inhalt war ein völlig anderer. Nebst den üblichen Süssigkeiten wie Schokoplätzchen, Smarties, M&M"™s und anderem mehr, sogar ein Kinderüberraschungs-Ei war dabei, gab es Lippenstifte, Lippgloss, Nagellack, Mascara, Cremen und auch Haarspangen. Letztere verwendete ich immer mehr, seit ich die Haare offen trug, aber diese etwas bändigen wollte, damit sie mir nicht dauernd ins Gesicht fielen. Flo hatte mir in einer Pause einmal gesagt, dass er während der Geschichtsstunde gezählt hätte, wie oft ich mir die Haare aus dem Gesicht strich, und auf 68 Mal gekommen sei. Seither trug ich Haarspangen.

In der Klasse organisierten wir auch in diesem Advent den vorweihnächtlichen Brauch des Wichtelns. Jeder und jede der Klasse und der Klassenlehrer zogen je zwei Lose. Den beiden Personen, die man gezogen hatte, steckte man heimlich ein kleines Geschenk zu. Wir hatten ausgemacht, dass beide Geschenke zusammen nicht mehr als 5 Euro kosten sollten.

Ich hatte das "šGlück"˜ unseren Klassenlehrer, Herrn Lehmann, und Antje zu ziehen. Für Herrn Lehmann kaufte ich ein kleines Schokobärchen, schrieb "šDanke"˜ auf den Bauch und legte es in einer Pause vor seiner Schulstunde mit uns auf sein Pult. Antje bekam ein Set farbiger Haargummis, weil mir aufgefallen war, dass sie immer nur schwarze trug. Ihr steckte ich das Geschenk in einer Pause in die Schultasche.

Herr Lehmann kam herein, entdeckte natürlich sofort das Geschenk und öffnete es. Dann hielt er einen Moment inne und dachte offenbar nach, von wem es sein könnte. Er liess seinen Blick durch die Klasse streifen. Ich glaubte dabei bemerkt zu haben, wie er, als er mich ansah, kurz gelächelt und mit dem Kopf leicht genickt hatte.
Und Antje kam doch tatsächlich am nächsten Tag mit einem roten Haargummi in die Schule.

Und was hat man mir geschenkt? Zuerst bekam ich zwei Ohrstecker aus Kunststoff, grüne, vierblättrige Kleeblätter. Ich nahm an, dass diese von einem Mädchen kamen. Um dem unbekannten Wichtel zu zeigen, dass ich das Geschenk schön fand, trug ich diese Ohrstecker bis zu den Weihnachtsferien.
Das zweite Geschenk waren ein paar Lach Radiergummis mit Smileys drauf, die ich sehr gut gebrauchen konnte. Diese hatte ich wahrscheinlich eher von einem Knaben bekommen.

Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien mussten sich die Wichtel outen. Antje hatte nicht gedacht, dass ich ihr Haargummi Wichtel war. Bei Herrn Lehmann lag ich richtig mit meiner Vermutung wie er mich als erste genannt hatte, die einer seiner Wichtel gewesen war.
Meine Wichtel hatte ich zwar geschlechtmässig richtig erkannt, aber auf die völlig falschen Personen getippt.

Zu Hause zündeten wir jeden Sonntagnachmittag eine Kerze des Adventskranzes mehr an. Auch diese Nachmittage hatten Tradition in unserer Familie, kamen doch die Grosseltern je an einem dieser Sonntage zu Besuch. Und wie jedes Jahr stellten sie die Frage, was ich mir denn zu Weihnachten wünschen würde.
"Spielsachen wirst kaum mehr wollen. Was schenken wir denn unserer hübschen Enkelin?", fragte Oma.
"Am Liebsten hätte ich Geld, um mir Klamotten zu kaufen." Diesen Wunsch hatte ich auch schon bei meinen Eltern deponiert.
"Wenn du es so haben willst, machen wir das so. Aber wir möchten dann wissen, was du Schönes gekauft hast."
"Ja, ich werde euch die Errungenschaften präsentieren kommen."

Obwohl meine Eltern und ich sehr selten zur Kirche gingen, gewisse religiösen Traditionen hielten wir aufrecht. Ich erinnere mich, dass ich seit meiner Kommunion mit 9 Jahren kaum mehr in der Kirche gewesen war. Einmal gingen wir alle zusammen zur Weihnachtsmesse an Heiligabend, mehr nicht.

***

Wenn ich an meine Erstkommunion zurückdenke, dann war das für mich ein zwiespältiger Tag gewesen. Ich musste einen blauen Anzug, ein weisses Hemd und eine hellblau-dunkelblau gestreifte Krawatte tragen. Dazu ein Paar lederne Schnürschuhe. Die Haare waren, nicht zu meiner Freude und unter Tränen, in der Woche davor kurz geschnitten worden.

Vor der Kirche besammelten wir uns, stellten uns in Zweierkolonne auf, um in die Kirche einzuziehen, links die Mädchen in ihren wunderschönen Kostümen, rechts wir Knaben, alle langweilig in Anzügen steckend, blau, grau oder braun. Während der Messe war ich mit meinen Gedanken und Blicken die ganze Zeit bei den Mädchen, die ich für ihre schönen weissen Kleider, die weissen Schuhe und Strümpfe und die Maschen im Haar und den Schmuck beneidete. Ich stellte mir vor, wie schön ich darin aussehen würde, mit langen Haaren natürlich.

Wie ich vom Priester zum ersten Mal die heilige Kommunion bekam, habe ich zu Gott gebetet: "Lieber Gott, warum kann ich kein Mädchen sein?" Eine Antwort bekam ich keine.
Sinningerweise bekam ich als Kommunionsspruch "šSei, was du scheinen willst."˜ von Sokrates auf den Weg. Heute betrachtet, ein Zufall?

Der schönere Teil dieses Sonntages war das gemeinsame Mittagessen mit der Familie. Alle Grosseltern und ein Onkel und eine Tante mit Kindern waren gekommen, 15 Personen waren wir insgesamt. Meine Eltern hatten den kleinen Saal in einem Restaurant reserviert.
Vor dem Essen entledigte ich mich der Krawatte, die mich schon den ganzen Morgen gestört und eingeengt hatte. Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich seit jenem Sonntag nie mehr eine getragen habe.

Für alle gab es eines meiner Lieblingsmenüs: Cordon-bleu mit Pommes und Gemüse. Die Suppe und der Salat vorneweg gehörten offenbar einfach dazu. Mehr Spass machte dann der Nachspeisenteller mit vielen kleinen Leckereien drauf. Erdbeertörtchen, Vanilleeis, Karamel Flan, Schokokuchen und diverse Beeren. Glücklicherweise hatten die Erwachsenen genug gegessen, so dass wir Kinder deren angefangenen oder unangetasteten Desserts auch noch essen durften. Ich habe mich als Kind oft gefragt, warum man eigentlich ein Essen nicht mit den Süssigkeiten beginnen kann.

Geschenke gab es zur Erstkommunion auch noch. Wie gewünscht erhielt ich eine neue Armbanduhr, einen neuen Computer, Rollerblades und Geld.

***

Am 4. Advent war meine Familie bei Lauras Familie zum Mittagessen eingeladen. Sandra hatte mich im Vorfeld gefragt, was ich denn gerne zu essen hätte. Und weil meine Gedanken vor kurzem bei meiner Erstkommunion waren, wünschte ich mir Cordon-bleu mit Pommes.

Für diesen Anlass putzte ich mich wieder einmal heraus. Mom erlaubte mir, dass rote Kombi anzuziehen, das ich zu Weihnachten tragen sollte, wenn die Verwandten kämen beziehungsweise wenn wir zu ihnen fahren würden. Den roten Jupe kombinierte ich mit einem roten Kurzarmpulli mit Rundkragen. Dazu trug ich schwarze Feinstrumpfhosen und hohe, schwarze Pumps, die ich mir neu gekauft hatte. Die schwarzen Ballerinas nahm ich auch noch mit, falls die Pumps mit der Zeit unbequem würden.

Als Schmuck trug ich die grossen Creolen, den Herzstecker und einen anderen Stecker. Weiter das Fusskettchen und ein Armband sowie über dem Pulli eine Kette, die ich von Mom bekommen hatte.

Nach der herzlichen Begrüssung und der Übergabe der Gastgeschenke durch meine Eltern setzten wir uns gleich zu Tisch. Laura und ich hatten ausgemacht, dass wir uns an diesem Sonntag nichts schenken würden. Für Tom hatte ich einen Schoko-Weihnachtsmann mitgebracht, der ihm sehr gefiel und für den er sich ganz artig bedankte. Auch an Peggy hatte ich gedacht und ihr einen grossen Kaukochen mitgebracht, den sie packte, verschwand und dann für lange Zeit nicht mehr gesehen wurde.

Während des Essens musste ich Lauras Eltern berichten wie es mir in den vergangenen Monaten nach dem Outing in der Schule und sonst ergangen sei. Da ich diese Zeit mehrheitlich als positiv empfunden hatte, die ersten paar Wochen vielleicht ausgenommen, freuten sie sich mit mir. Ich erwähnte auch, dass mir Laura jederzeit eine grosse Hilfe gewesen sei und wir immer noch beste Freundinnen wären. Grosse Erleichterung bei allen.

Um das Thema zu wechseln wendete ich mich an Tom und fragte ihn:
"Und, wie läuft"™s mit Johanna?"
"Gut", war sein Kurzkommentar.
"Was heisst gut? Was macht ihr zusammen? Sehr ihr euch auch ausserhalb der Schule?"
"Ich war schon ein paar Mal bei ihr, um Hausaufgaben zu machen."
"Wart ihr auch schon mal zusammen spazieren?"
"Nein, aber mit dem Rad fuhren wir schon oft zum Spielplatz."
"Und was macht ihr da?"
"Herumklettern, die Rutsche runter sausen und Schaukeln."
"Geschmust hast du auch schon?"
"Nur ein bisschen."
"Was heisst das?"
"Ich habe sie umarmt und ihr einen Kuss gegeben."
"Wohin?"
"Auf den Mund."
"Wie hat sie reagiert?"
"Sie hat gelächelt."
Tom beendete das Frage- und Antwortspiel, indem er sagte, dass er dringend aufs Klo müsse.

Sandra fragte ich, als Tom weg war, ob er denn Johanna noch nie nach Hause gebracht hätte.
"Doch, hat er auch schon, aber es ist ihm alles ein bisschen peinlich."

Nach dem Essen nahmen Laura und ich Peggy an die Leine und gingen mit ihr Gassi. Aus dem Auto holte ich die Winterstiefel, denn mit den Ballerinas oder den Pumps hätte ich kalte Füsse bekommen. Das liebe Hündchen lief immer schön neben mir bei Fuss, was Laura sehr erstaunte, denn bei ihr zog sie in alle Richtungen an der Leine, nur Fuss laufen wollte sie nicht.
"Es scheint, dass du eine Hundeflüsterin bist", meinte Laura leicht frustiert wirkend.
"Nein, nein, bin ich nicht, aber ich mag alle Tiere und das merken diese eben. Vielleicht wäre es mit Peggy auch anders, wenn sie mein Hund wäre und ich jeden Tag Gassi gehen müsste. Dann würde es mir wahrscheinlich auch ab und zu stinken, mit ihr raus zu gehen. Und das merkt so ein Tier."

Als Peggy kacken musste, gab mir Laura ein Hundesäckchen und sagte immer noch leicht ungehalten: "Wenn du den Hund schon an der Leine hast, kannst du auch den Haufen zusammennehmen."
"Laura, sei doch nicht so eingeschnappt, klar mach ich das."
Ich stülpte das Säckchen über die rechte Hand, ging artig in die Knie und nahm Peggys Hinterlassenschaft auf.
"Oh, elegant, die Dame", gab Laura zum Besten und weiter: "Ich habe dich schon oft beobachtet wie du gehst, sitzt und so. Und ich muss gestehen, dass machst du wirklich perfekt. Keine Frau macht das besser. Dein Hüftschwung gefällt mir besonders gut, vorallem wenn du Schuhe mit Absätzen trägst."
"Danke fürs Kompliment."
"Weisst du, meine Mutter will mir einfach keine Schuhe mit hohen Absätzen kaufen. Ich müsse warten bis ich 16 sei. Und du, du hast diese Pumps, Stiefel und so, die ich auch gerne hätte."
"Soll ich mal mit Sandra reden", fragte ich Laura.
"Probier"™s, aber ich denke, dass es nicht viel bringen wird. Da ist meine Mutter stur."
"Ich versuche es dennoch. Wahrscheinlich müsstest du ihr versprechen, dass du diese nicht in die Schule anziehen würdest, so wie ich das auch versprechen musste. Für besondere Gelegenheiten, wie Weihnachten, andere Feste und so."
"Ja, klar."
Nun war bei Laura wieder ein Lächeln ins Gesicht zurückgekehrt. Den kleinen Disput wegen Peggy liessen wir mit einem herzhaften Lippenkuss vergessen.
Händchenhaltend kehrten wir zurück. In einen Müllkorb entsorgte ich bei der ersten Gelegenheit noch das Hundesäckchen.

Zurück im Haus zog ich wieder die Ballerinas an und sagte noch im Flur zu Laura: "Zieh dir mal meine Pumps an. Mal schauen, ob es Sandra bemerkt und was sie dazu sagt."
Laura passten die Pumps wie angegossen. So betraten wir das Esszimmer, wo die Erwachsenen immer noch am Tisch sassen und Kaffee tranken. Tom war in seinem Zimmer am Spielen.

Sandra entdeckte sofort, dass Laura die Pumps trug, ihr Gang war auch noch ein wenig wacklig. Bevor Lauras Mama etwas sagen konnte, ergriff ich das Wort:
"Sandra, Lauras grösster Wunsch wäre Pumps tragen zu dürfen. Es könnten auch welche mit weniger hohem Absatz sein."
Laura fiel mir beinahe ins Wort: "Und ich verspreche, dass ich solche Schuhe sicher nicht in die Schule anziehen würde."
Sandra sagte zunächst einmal nichts, schaute zu ihrem Mann und antwortete: "Ich, das heisst wir sind einverstanden. Es darf einfach nicht billig oder krasser ausgedrückt nuttig aussehen, wenn du verstehst, was ich meine."
"Wie sieht es denn bei mir aus", wollte ich darauf hin von Sandra wissen.
"Bei dir muss ich zugeben, dass es sehr elegant wirkt, doch."
"Und bei Laura."
"Ja, auch bei ihr." Und nach kurzer Pause ergänzte sie: "Wünsch dir doch ein Paar zu Weihnachten."
"Danke, Mama und Papa."

"Wir gehen noch ein bisschen in mein Zimmer, um Musik zu hören."
"Ja, macht das. Aber bitte nicht zu laut."
In Lauras Zimmer angekommen, fiel mir meine Freundin um den Hals und bedankte sich überschwenglich.
"Das ging ja einfacher wie ich dachte", gab ich zum Besten.
Laura stolzierte in den Pumps im Zimmer auf und ab, versuchte sich im Catwalk und war einfach überglücklich.
"Weisst du was, du kannst die Pumps bis Weihnachten behalten."
Laura drückte mich ganz fest an sich und küsste mich regelrecht ab. Das ganze endete es mit einem sehr langen Zungenkuss.

Wir hörten dann noch Musik und kuschelten auf dem Sofa. Irgendwann rief es dann von unten: "Dani, kommst du, wir wollen nach Hause!"
Bei der Verabschiedung sagte Sandra zu Laura: "Willst du die Pumps nicht ausziehen? Dani und ihre Eltern wollen gehen."
Laura erwiderte: "Dani hat sie mir bis Weihnachten geliehen. So könne ich schon ein bisschen üben, elegant darin zu gehen."
Sandra schüttelte nur den Kopf. Ich sah meine Mom an, die mir mit einem Lächeln zu verstehen gab, dass ich alles richtig gemacht hatte.
Toms Kommentar zu den Pumps war dann noch: "Mist, jetzt bist du wieder viel grösser als ich."
"Ja, kleines Brüderchen, das ist nun mal eben so."


(Fortsetzung folgt, Jessy)
Lorelai74
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Beitrag von Lorelai74 »

Wie schön. Echte Freundinnen
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jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

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Beitrag von jessy83 »

Teil 34

Heiligabend

In der Woche vor Weihnachten war eine weitere Hormonspritze fällig, so dass Mom und ich erneut in die Stadt fahren mussten. Die Gelegenheit benutzten wir für verschiedene Weihnachtseinkäufe. Für Dad kauften wir ein exklusives Parfüm, das Mom ihm schenken würde, und ein edles Aftershave, das ich ihm unter den Baum legen würde.
Neue Weihnachtsbaumdeko kauften wir auch noch, blaue Kugeln in verschiedenen Grössen und einen dekorativen Spitz, weisse Kerzen, Lametta musste auch sein und Wunderkerzen. Zusätzlich legte Mom noch verschiedene Dinge für die Weihnachtstafel in den Einkaufskorb, ein schönes neues weisses Tischtuch, weisse Stoffservietten, goldig besprayte Tannzapfen als Kerzenhalter, rote Kerzen, rotes Dekoband, rote Äpfel aus Kunststoff, goldene Sterne und Schneeflocken. Tannenzweige und Efeu hatten wir bereits im Wald besorgt.

Den Weihnachtsbaum zu besorgen war wie immer Sache von Dad.

Im Schuhladen durfte ich mir ein weiteres Paar neue Pumps aussuchen, schwarze. Es waren praktisch die gleichen wie meine allerersten, nur mit einem etwas höherem Absatz.

Für Laura musste auch noch ein Weihnachtsgeschenk gefunden werden. Beim Schlendern durchs Kaufhaus fielen mir in der Dekoabteilung grosse Kissen ins Auge. Ich entschied mich auf Anhieb für das riesige, rote Herz. Ob ich es als Weihnachtsgeschenk eingepackt haben wolle, fragte die nette Verkäuferin an der Kasse.
"Nein, danke, ich packe es selber ein."
Etwas neugierig wollte sie dann noch wissen, ob es für meinen Freund sei.
"Eigentlich geht sie das nichts an, aber nein, es ist für meine beste Freundin."

Da fiel mir noch ein, dass ich für Flo noch gar nichts hatte. Mit Mom ging es in die Kleiderabteilung für Männer und Knaben. Dort entschied ich mich nach Beratung durch Mom für ein schwarzes T-Shirt mit weiss-rotem "šI Love My Girlfriend"˜-Aufdruck, Grösse XL. Dieses Geschenk liess ich mir schön einpacken. Als weiteres Geschenk kaufte ich ihm noch ein Duschgel-Set.

Heiligabend feierten wir zu dritt mit einem feinen Nachtessen. Dieses Jahr hatte sich Mom für Fondue Chinoise entschieden. Am Nachmittag hatte ich den Auftrag, das vorbestellte Fleisch beim Metzger abzuholen, dann durfte ich bei der Zubereitung der verschiedenen Saucen helfen. Dad kümmerte sich um das Aufstellen des Weihnachtsbaumes, den er am Morgen gekauft hatte. Offenbar lief es ihm nicht nach Wunsch, hörten wir ihn doch ein paar Mal vor sich hinfluchen, weil der Stamm nicht in den Ständer passte. Mit etwas handwerklichem Geschick meisterte er aber auch diese Hürde. Das Dekorieren überliess er dann Mom und mir.
Mom meinte dann zu mir: "Dani, ich muss noch den Salat und die Vorspeise vorbereiten. Schmück du doch den Baum alleine."
Freude kam in mir auf, denn das durfte bislang noch nie machen, höchstens mal Mom helfen.

Dad sass auf dem Sofa und gab mir Tipps.
"Beginne mit dem Spitz. Warte, ich helfe dir, der ist zu weit oben für dich." Der Baum reichte beinahe an die Decke. Die Spitze war zu lang, so dass Dad den Baum oben leicht stutzen musste. Dann passte es.
"Nun platzierst du die Kerzen, und zwar so, dass darüber Luft ist und kein Zweig. Wir wollen doch nicht die Feuerwehr bemühen. Danach hängst du die Kugeln auf. Achte aber darauf, dass sie nicht direkt unter einer Kerze hängen, damit kein Wachs auf sie tropfen kann. Lametta kommt am Schluss, die Wunderkerzen erst nachdem wir am Abend die Kerzen angezündet haben."
"Alles klar, Dad."
Dad verliess das Wohnzimmer und kam mit einer Papiertüte zurück. Daraus holte er einen grossen Sack mit Baum-Deko, Engelchen, Tannzapfen und Kugeln, alles aus Schokolade, schön bunt eingepackt.
"Schweizer Schokolade, die beste, die von Lindt&Sprüngli! Häng die zum Schluss auch noch an den Baum, ohne aber zu viele davon zu naschen. Ich weiss wieviele es sind!"
Weil ich ihm dies nicht glaubte, machte ich den Test und ass zwei Stück.
Als ich mit dem Dekorieren fertig war, rief ich: "Geschafft!"
Dad kam zurück und begann die Schokoladeteile zu zählen. "Stimmt", meinte er.
"Ätsch, stimmt gar nicht, du wusstest gar nicht, wieviele es sind, denn ich habe zwei schon gegessen."
Er lächelte, ging zum Baum und klaubte sich ein Engelchen vom Baum. "Das hing ganz schief", steckte es in den Mund und lächelte.
"Gut gemacht, mein S.., meine Tochter!", nahm mich in den Arm und drückte mich ganz fest an sich.
"Ich muss dir ein Kompliment machen, du siehst immer toll aus als Mädchen. Wäre ich zwanzig Jahre jünger, ich würde mich glatt in dich verlieben."
Während Dad diesen letzten Satz von sich gab, kam auch Mom ins Wohnzimmer und fragte Dad: "In wen willst du dich verlieben? Wirst du mir untreu?"
Ich wollte die Situation richtig stellen, doch Mom fiel mir ins Wort: "Ich hab doch bloss Spass gemacht."

"Wer hilft mir, den Tisch zu decken?"
Dad und ich im Chor: "Ich!"
"Einer genügt. Dani, geh du schon mal duschen und mach dich hübsch. Dad kann mir helfen."

Duschen und Haare waschen, Bademantel anziehen, Haare föhnen, Finger- und Zehennägel rot lackieren, schminken, parfümieren und danach anziehen dauerte fast eine Stunde. Wie schon am letzten Advent trug ich das rote Kombi, schwarze Feinstrumpfhosen und die hohen Pumps. Die Haare trug ich offen, hielt sie aber mit ein paar Haarspangen in Schach. Als Ohrschmuck hatte ich mich für die grossen Creolen und die goldenen Stecker mit Perlenimitation entschieden. Das goldene Fusskettchen von Laura, die Halskette von Mom sowie Armbänder und —reife rundeten alles ab.

In der Zwischenzeit war alles bereit, auch die Geschenke lagen schon unter dem Baum. Nur meine noch nicht. Also nichts wie in mein Zimmer zurück und die Päckchen holen.

Dad legte eine weihnächtliche CD ein und los ging"™s mit dem Nachtessen. Es schmeckte alles einfach himmlisch.
"Den Nachtisch nehmen wir nach dem Geschenkeauspacken ein", schlug Mom vor und befahl Dad:
"Zünd du schon mal den Baum an!"
"Nein, das mache ich nicht, ich will nicht die Feuerwehr im Haus. Aber die Kerzen, die zünde ich gerne an", antwortete er leicht süffisant.
"Ja, du, perfektionistischer Chemiker, dann eben nur die Kerzen."

Wie alle Kerzen brannten, löschten wir die Wohnzimmerlampe aus. Zufälligerweise ertönte dann gerade "šOh, Tannenbaum"˜ aus der Stereoanlage. Die perfekte Stimmung war zu spüren.
Zuerst öffneten meine Eltern ihre Geschenke und freuten sich so wie sich Erwachsene eben freuen können.
Dad meinte dann lapidar: "Zum Glück keine Krawatten, Socken oder Taschentücher."

Dann war die Reihe an mir.
Von meinen Eltern gab es jede Menge Klamotten. Jedes einzelne Stück hatte Mom separat eingepackt, damit ich viele Geschenke hatte. Zwei Jeans, ein Rock, zwei Blusen und ein Pullover bereiteten mir grosse Freude. Es blieb noch ein Geschenk übrig, das aber in ein anderes Papier eingewickelt war.
"Von wem ist das?", wollte ich wissen.
Mom: "Ich weiss nicht, öffne es, dann wirst es schon sehen!"
Ich öffnete das Päckchen ganz vorsichtig, um die Spannung hochzuhalten. Zuoberst lag ein rotes, herzförmiges Holzstückchen, auf dem "šFür Daniela, in Liebe Laura"˜ stand. Ich bekam Augenwasser und ein paar Tränchen flossen. Wie ich mich wieder gefangen hatte, öffnete ich das kleine Schmuckkästchen. Ein goldenes Halskettchen mit goldenem Herzanhänger kam zum Vorschein. In Ermangelung meiner Freundin umarmte ich meine Mom und heulte los.

Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, forderte mich Mom auf, noch ein paar Wunderkerzen anzuzünden. Mit meinen Gedanken war ich aber bei meinem Geschenk für Laura:
"Was wird Laura sagen? Sie schenkt mir eine so teure Halskette und ich gebe ihr nur ein Kissen aus Stoff."
"Dani, mach dir keine Gedanken, es kommt nicht auf den materiellen Wert eines Geschenkes an, sondern welchen reellen Wert es hervorruft. Ich glaube, Laura wird bestimmt sehr erfreut sein und nichts Negatives denken."
Kaum hatte Mom gesprochen, läutete das Telefon. Dad nahm ab und sagte kurz: "Laura ist dran."
Ich schoss auf, rannte zum Telefon und wollte etwas sagen, brachte aber kein Wort heraus und begann nur zu heulen.
"Dani, was ist? Bist du krank?"
Mom kam zu mir, nahm mir den Hörer aus der Hand und schilderte Laura die Situation und dass mich die Emotionen übermannt hätten, so sehr hätte ich mich ob ihrem Geschenk gefreut und dass ich ein schlechtes Gewissen hätte, ihr bloss ein Kissen geschenkt zu haben.
Laura meinte nur: "Ach, dieses Dummerchen. Darf ich rasch zu euch rüberkommen?"
"Ja, was sagen denn deine Eltern dazu?"
"Ich frag mal."
Mom gab mir den Hörer zurück, Laura war auch wieder am Apparat und freute sich: "Ich darf! Tschüss unterdessen."
"Was darf sie?", wollte ich von Mom wissen.
"Sie kommt rasch vorbei."

Keine drei Minuten später läutete es an der Wohnungstür. Sandra hatte Laura mit dem Auto gefahren und wartete unten.
Wie Laura durch die Tür kam, fiel ich ihr um den Hals und begann wieder zu heulen. "Danke", brachte ich knapp noch über die Lippen. Auch Laura hatte nun Tränchen in den Augen.
"Danke für das wunderschöne Herzkissen. Ich habe mich sehr gefreut. Meine Mami hat sogar applaudiert, als ich es ausgepackt hatte."
"Aber die Halskette ist "¦"
"Kein aber, alles ist gut, beruhige dich wieder."
Ich klammerte mich immer noch an Laura und konnte nichts mehr sagen. Eine Gänsehaut durchfuhr meinen Körper. Ich flüsterte ihr ins Ohr: "Ich liebe dich!"
Sie sah mir tief in die Augen, nickte und sagte: "Ich dich auch."

In der Zwischenzeit war Mom zu Sandra gerannt, um ihr zu erzählen, welche Emotionen die Halskette bei mir hervorgerufen hatte. Die beiden Mütter kamen dann überein, dass beide Familien gemeinsam die Weihnachtsmesse um Mitternacht besuchen würden. Mom kam wieder zurück und verkündete:
"Wir gehen alle miteinander zur Christmesse."

Laura fuhr wieder nach Hause, wir zogen uns um und machten uns in warme Sachen gepackt auf den Fussmarsch zur Kirche. Und ich hatte mir natürlich bereits das Halskettchen von Laura umgebunden. In der Kirche sassen Laura und ich händchenhaltend nebeneinander und sogen die spezielle Stimmung in uns auf.
Ein super schöner Heiligabend fand seinen krönenden Abschluss.


(Fortsetzung folgt, Jessy)
Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 103 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Das war wieder ein Wunderschöner Teil!
Seufz
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 104 im Thema

Beitrag von jessy83 »

Teil 35

Erster Weihnachtstag mit den Grosseltern

Zum 1. Weihnachtstag waren beide Grosselternpaare wieder einmal gemeinsam bei uns zum Mittagessen eingeladen. Ich trug dassselbe wie am Vorabend.
"In gut zwei Stunden kommen meine Eltern, zu früh wie immer", war die Ansage von Mom.
So war es, sie kamen fast eine halbe Stunde vor der vereinbarten Zeit. Mom hatte dies aber eingerechnet und war mit allen Vorbereitungen fertig. Nur für sich selbst hatte sie noch keine Zeit gehabt. So verschwand sie nach der Begrüssung, um sich frisch zu machen und hübsch anzuziehen.
Wie meine Grosseltern mich sahen, staunten sie und sagten:
"Du bist aber ein hüsches Mädchen geworden. Und gross geworden bist du auch."
"Das machen die Schuhe mit den hohen Absätzen aus", meinte Mummy zu Daddy, und weiter:
"Kannst du überhaupt damit gehen?"
"Willst du mal sehen?" Und ohne auf eine Antwort zu warten, legte ich einen perfekten Catwalk mit viel Hüftschwung hin.
"Fast nicht zu glauben." Mummy schüttelte bloss den Kopf.

Danach setzten wir uns ins Wohnzimmer. Meine Grosseltern wollten alles genau wissen, wie es mit meinem Mädchenwerden gewesen sei. In diesem Moment griff Dad ins Geschehen ein und erklärte, dass Dani bestimmt alles erzählen würde, aber erst wenn die anderen Grosseltern auch noch da seien, so müsse sie nicht alles zwei Mal erklären. Das wurde ohne Widerrede akzeptiert.

Kurz vor dem vereinbarten Zeitpunkt trafen auch Oma und Opa ein. Unterdessen hatte sich auch Mom hübsche Klamotten angezogen und kam rechtzeitig zur Begrüssung ihrer Schwiegereltern. Und wie Mummy und Daddy reagierten auch Oma und Opa und das Spielchen mit mir ging von vorne los.

Nachdem sich alle gesetzt hatten, legte Mummy los: "Dani, oder willst du lieber, dass wir dir Daniela sagen, erzähl jetzt, ich bin so gespannt."
"Dani ist schon gut, aber Daniela gefällt mir besser."
Dann erzählte ich über eine Viertelstunde lang, was ich alles im letzten halben Jahr erlebt hatte und wie es mir ergangen war.
Ich beantwortete anschliessend noch ein paar Fragen, ehe wir uns zum Esstisch begaben, wo Mom das gut bürgerliche Weihnachtsessen auftischte. Nach der Bouillon mit Einlage, gab es einen gemischten Salat. Als Hauptgang servierte Mom einen Sauerbraten mit Kartoffelpuffer und Möhren und als Nachspeise rundete ein Obstsalat, bei welchem ich geholfen hatte diesen zuzubereiten, das Mittagessen ab. Alle waren des Lobes voll für Mom.
Mummy und Oma halfen danach in der Küche und brachten diese wieder auf Vordermann.

Wie alle im Wohnzimmer versammelt waren, liess Dad die Jalousien runter, damit mit der Kerzenbeleuchtung eine festliche Stimmung aufkommen konnte. Dazu lief Weihnachtsmusik. Weil sich die Erwachsenen untereinander nichts schenkten, war ich die einzige, die Geschenke auspacken durfte.

Mummy übergab mir das mit viel Liebe eingefasste Geschenk, das ich vorsichtig öffnete. Darin kamen ein Briefumschlag mit 100 Euro und ein schönes, langes, eisblaues Nachthemd mit Fantasiedruck und langen Ärmeln zum Vorschein.
"Für den Winter", meinte sie.
Ich bedankte mich herzlich.
Von Oma und Opa bekam ich sogar zwei Geschenke. Im ersten fand ich zwei 50-Euro-Scheine, der eine zu einer Bluse, der andere zu einer Hose gefaltet.
"Kauf dir etwas Schönes zum Anziehen", sagte Oma als ich mich bei ihr und Opa bedankte.
Das zweite Geschenk überraschte mich sehr, denn die hellblaue Vintage Umhänge-Schultasche mit braunen Trägern und Einfassungen hatte ich mir schon ein paar Mal angeschaut und vorgenommen, diese mit dem Weihnachtsgeld kaufen zu gehen. Da musste Mom dahinter gesteckt haben.

Der Nachmittag neigte sich schon bald dem Ende entgegen, so dass die Grosseltern sich auf den Heimweg machen wollten, denn beide fuhren nicht gerne in der Dunkelheit Auto. Ich bedankte mich nochmals ganz herzlich für die schönen und grosszügigen Geschenke und verabschiedete alle mit Umarmung und Kuss. Oma konnte ihre Tränen nicht unterdrücken und sagte: "Ich wünsche dir alles Gute, mein Mädchen."

"Wer möchte noch etwas zum Abendessen?", fragte Mom, nachdem wir wieder allein waren.
"Kein Hunger mehr", antworteten Dad und ich fast gleichzeitig.
"Den Obstsalat sollten wir aber noch zu Ende essen, der ist morgen nicht mehr so gut", gab Mom zu bedenken.
"Ja, Obstsalat nehme ich noch ein wenig", sagte ich. "Ich gehe mich aber zuerst umziehen."
Mit dem neuen Nachthemd und Ballerinas bekleidet setzte ich mich an den Esstisch. Es gab für alle nochmals eine schöne Portion Obstsalat, diesmal ohne Schlagsahne.

Die Küche war dann rasch in Ordnung gebracht, so dass wir im Fernsehen noch den Film "Der kleine Lord" anschauten, den ich zwar schon mehrmals gesehen hatte, der mich aber immer wieder zu Tränen rührte. Recht müde verabschiedete ich mich danach ins Bett.


(Fortsetzung folgt, Jessy)
Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 105 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Ja ist denn heut schon Weihnachten 😉
Toller runder neuer Teil!
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
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