Zweifel - # 7
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ExuserIn-2018-12-30
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Re: Zweifel
Ich weiß, ich habe diese Gespräche unzählige Male gehabt, mich schwer damit getan, sicher auch, ohne es zu wollen, andere verletzt. Mit "richtige" Frau meinte ich eine "Biofrau", das hast Du, Joe95, auch verstanden.
Ich kann eben nicht anders.
Ich kann eben nicht anders.
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ExuserIn-2018-12-30
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Re: Zweifel
Ich auch übrigens, aber ich brauche auch ein Gefühl der Stimmigkeit.
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Exuser-2019-01-04
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Re: Zweifel
Diese Frage beschäftigt mich jetzt auch intensiv seit einigen Wochen. Mit jedem Tag, an dem ich darüber nachdenke oder mich auch einfach wie eine Frau kleide (Rock, Kleid, inzwischen täglich, auch öffentlich), merke ich, daß sich das Selbstgefühl, weiblich zu sein, immer häufiger, durchdringender und längeranhaltend einstellt.
Und doch: mir stellt sich die Frage nach der Authentizität - nicht im Angesicht der anderen, sondern vor mir selbst. So ist es für mich eben doch nicht nur eine "Sache", die zwischen den Ohren stattfindet, sondern auch eine in gewissem Maß körperlicher Angleichung. Doch wo ziehe ich da die Grenze für mich?
Vielleicht hilft mir auch der beantragte dgti-Ergänzungsausweis, der meinen Weg etwas "offizieller" gestaltet. So ist es am Ende wohl doch eine Frage der inneren Einstellung - ohne große GaOP wird es aber wohl ein etwas längerer Prozess mit offenem Ausgang bleiben, wobei ich mir einen vollständigen "Rückzug" nicht mehr vorstellen kann.
Und doch: mir stellt sich die Frage nach der Authentizität - nicht im Angesicht der anderen, sondern vor mir selbst. So ist es für mich eben doch nicht nur eine "Sache", die zwischen den Ohren stattfindet, sondern auch eine in gewissem Maß körperlicher Angleichung. Doch wo ziehe ich da die Grenze für mich?
Vielleicht hilft mir auch der beantragte dgti-Ergänzungsausweis, der meinen Weg etwas "offizieller" gestaltet. So ist es am Ende wohl doch eine Frage der inneren Einstellung - ohne große GaOP wird es aber wohl ein etwas längerer Prozess mit offenem Ausgang bleiben, wobei ich mir einen vollständigen "Rückzug" nicht mehr vorstellen kann.
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Joe95
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Re: Zweifel
Ich muss mich in dem Outfit wohl fühlen und es muss irgendwie natürlich aussehen.
Nicht nach Mann, auch nicht nach Frau, sondern nach Joe.
Keine Ahnung ob ihr jetzt versteht was ich sagen möchte, aber mir fallen gerade keine besseren Worte dafür ein.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!
Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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ExuserIn-2018-12-30
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Re: Zweifel
Doch, ich verstehe, was Du ausdrücken willst und finde das auch völlig in Ordnung. Für mich stand aber von Anfang an fest, dass ohne GaOp gar nichts geht.
Aus verschiedenen Gründen u.a. auch gesundheitlich ging das aber nicht. Deshalb leide ich bis heute, aber auch wenn ich wieder in mein altes Outfit schlüpfe fehlt mir dieses Gefühl der Stimmigkeit.
Aber Mann bin ich definitiv auch nicht, obwohl ich so aussehe und auch so herumrenne. Als Mann habe ich mich übrigens niemals Gefühlt, könnte es nur lange nicht einordnen.
So hat eben jeder bzw. jede ihren ganz eigenen individuellen Weg.
Aus verschiedenen Gründen u.a. auch gesundheitlich ging das aber nicht. Deshalb leide ich bis heute, aber auch wenn ich wieder in mein altes Outfit schlüpfe fehlt mir dieses Gefühl der Stimmigkeit.
Aber Mann bin ich definitiv auch nicht, obwohl ich so aussehe und auch so herumrenne. Als Mann habe ich mich übrigens niemals Gefühlt, könnte es nur lange nicht einordnen.
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Joe95
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Re: Zweifel
Früher hab ich schon geglaubt ein Mann zu sein. Ich hatte ja auch keine Ahnung das es überhaupt anders sein könnte.
Auch später dachte ich sowas wäre doch nur was für die hübschen, femininen.
Ich war eben anders, nicht so der Macho, der Hengst im Bett.
Überhaupt konnte ich "damit", also mit dem zwischen meinen Beinen, nicht viel anfangen.
Crossdresser?
Ja, da konnte ich wenigstens tragen was mir gefällt.
Aber auf dauer war es das auch nicht, die Probleme "damit" wurden ja nicht weniger, sondern mehr.
Nullo?
Eine herrliche Vorstellung alles los zu sein, aber irgendwie auch nix für mich.
Enby?
Irgendwie kommt das der Sache schon recht nahe, aber meine Probleme "damit" sind zu groß um "männlichkeit" zuzulassen.
Frau?
Es ist nicht so, dass ich jemals Frau sein wollte. Ich wollte so leben wie es sich richtig anfühlt.
Dass das einer Frau entspricht, dafür kann ich nix. Das ich eine bin, obwohl ich doch garnicht so aussehe, dafür kann ich auch nix.
Seit ich das erkannt habe fühl ich mich frei, wie ich es nie zuvor gekannt habe.
Hormone und Op müssen her, so schnell wie möglich, um zu retten was noch zu retten ist.
Zweifel hab ich auch, immer und immer wieder, in allen möglichen und unmöglichen Variationen.
Aber sie reichen schon lange nicht mehr aus um an meinen Erkenntnissen zu kratzen.
Ok, hier bin ich und versuche das beste draus zu machen. Bin gespannt wie es weiter geht.
Auch später dachte ich sowas wäre doch nur was für die hübschen, femininen.
Ich war eben anders, nicht so der Macho, der Hengst im Bett.
Überhaupt konnte ich "damit", also mit dem zwischen meinen Beinen, nicht viel anfangen.
Crossdresser?
Ja, da konnte ich wenigstens tragen was mir gefällt.
Aber auf dauer war es das auch nicht, die Probleme "damit" wurden ja nicht weniger, sondern mehr.
Nullo?
Eine herrliche Vorstellung alles los zu sein, aber irgendwie auch nix für mich.
Enby?
Irgendwie kommt das der Sache schon recht nahe, aber meine Probleme "damit" sind zu groß um "männlichkeit" zuzulassen.
Frau?
Es ist nicht so, dass ich jemals Frau sein wollte. Ich wollte so leben wie es sich richtig anfühlt.
Dass das einer Frau entspricht, dafür kann ich nix. Das ich eine bin, obwohl ich doch garnicht so aussehe, dafür kann ich auch nix.
Seit ich das erkannt habe fühl ich mich frei, wie ich es nie zuvor gekannt habe.
Hormone und Op müssen her, so schnell wie möglich, um zu retten was noch zu retten ist.
Zweifel hab ich auch, immer und immer wieder, in allen möglichen und unmöglichen Variationen.
Aber sie reichen schon lange nicht mehr aus um an meinen Erkenntnissen zu kratzen.
Ok, hier bin ich und versuche das beste draus zu machen. Bin gespannt wie es weiter geht.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Zweifel
Guten Morgen,
ich kann Eure Sichtweise gut verstehen. Ich möchte Marias Beitrag aus meiner heutigen persönlichen Sicht beantworten.
Dabei ist noch nicht einmal so wichtig, wer oder was ich bin, sondern was ich sein will. Es scheint mir auch ein Dogma zu sein, dass unser Wesen in allem fest angelegt ist und wir den Weg finden müssen, wie wir diese Anlage leben können. Ich glaube, es ist anders. In uns Menschen sind einige Dinge im Grundsatz angelegt. Das würde ich als Talent bezeichnen. Aber wir haben viel mehr Talente, als wir leben können. Es kommt anfangs stark auf unsere Umgebung an, welche Talente wir entwickeln können und welche nicht. Aber später können wir darauf Einfluss nehmen. Viele Menschen probieren selbst im fortgeschrittenen Alter etwas Neues.
Für mich bedeutet das in der Konsequenz, das was ich leben will, ist wichtiger als das, was ich bin.Ich bin wie ein Haus mit mehr Zimmern als ich bewohnen kann. Welche Zimmer ich bewohne, ist eine Frage meines Wollens. Da gibt es ein Zimmer, da steht "Frau" dran und eines, da steht "Mann" dran. Ich kann bestimmen, in welchen Zimmer ich leben möchte. Ich kann natürlich versuchen, eins der Zimmer zu meiden, aber wenn beide Zimmer groß, hell und schön sind, möchte ich in beiden sein. Vielleicht stelle ich sogar eine Verbindungstür her oder reiße die Wand dazwischen heraus, so dass ich in beiden gleichzeitig sein kann.
Manche mögen ein kleines "Frauenzimmer" haben, andere ein kleines "Mannzimmer". Sie meiden sie, weil es ihnen nicht wichtig ist. Ich bin wie ein Haus, in dem für beides Platz ist. Dafür sind andere Zimmer kleiner. Menschen, die mich in den wichtigen Zimmern besuchen, sind mir willkommen. Menschen, die meinen, mein Haus umbauen zu müssen, dass einige Zimmer kleiner, andere dafür größer sein müssen, sind mir nicht willkommen. Sie tun mir nicht gut.
Mein Problem war, dass ich viel zu sehr auf die falschen Menschen gehört habe. Sie wollten, dass ich wie ein Reihenhaus bin, in dem möglichst viel gleich und wie nebenan aussieht und nicht auffällt. Aber jedes Haus ist anders. Und wenn man andere Menschen in ihrem Haus besucht und das Glück hat, ihre großen Zimmer sehen zu dürfen, kann man das eigentlich nur anerkennen und staunen. Und wenn man in seinem eigenen Haus endlich die großen Zimmer gefunden hat, sollte man sie auch ausschmücken und für sich selber wohnlich gestalten. Wer wohnt schon gerne in einer Besenkammer ?
ich kann Eure Sichtweise gut verstehen. Ich möchte Marias Beitrag aus meiner heutigen persönlichen Sicht beantworten.
Diese Frage wer oder was man ist, lässt sich ja nur vor einem gesellschaftlichen Hintergrund beantworten. Ich denke, wenn ich in den Weiten Asiens oder bei Eingeborenen in Afrika oder alleine auf einer Insel groß geworden wäre, hätte ich eine andere Sicht auf meine Welt. Unterschiedliche Randbedingungen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Das Schwierige ist an der Sache, wenn es für mich keine direkte Kategorie gibt mit der ich mich identifizieren kann, versuche ich mich in den bestehenden einzuordnen. Wenn das nicht klappt, befinde ich mich zunächst außerhalb der Konventionen. Einen eigenen Weg zu kreiren, ist dabei zunächst schwierig. Das würde ich als "Zerrissenheit" bezeichnen. In dieser Zeit geht man mit sich selber schwanger, diesen Weg zu finden, aber trotzdem nicht ausgeschlossen zu sein.Maria50 hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 15:33 Die meisten hier angesprochenen Fragen und Probleme haben mich selber sicher auch schon befaßt, und was ich jetzt wieder empfinde ist die oft totale Zerrissenheit, die in einem steckt. Was ist man, wer ist man, wobei es ja gar nicht um die Frage geht, wer man sein möchte.
Da sind die beiden "verfügbaren "Kategorien. Ein dritter Weg scheint ausgeschlossen. Mich hat diese Frage in gleicher Weise lange Zeit beschäftigt. Aber irgendwann hatte ich einen "Durchbruch" und es war mir klar, dass ich mein ganzes Leben den dritten Weg gesucht hatte. Er lag die ganzen Jahrzehnte vor mir. Ich bin beides und möchte beides sein. Dieses Dogma, entweder "richtig Mann" oder "richtig Frau" sein zu müssen, existiert nur in meinem Kopf. Es wurde mir dort vor langer Zeit eingepflanzt und nie hinterfragt. Aber warum kann ich nicht beides sein ?Maria50 hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 15:33 Ich werde immer männliche Chromosmen haben, eine männliche DNA, einen männlichen Körperbau, und im günstigsten Fall bekomme ich es vielleicht ein wenig hin, als Frau wahrgenommen zu werden.
Vielen mag das nicht so wichtig sein, ich habe immer damit gehadert,am Ende sowieso keine "richtige" Frau zu sein.
Wie ich mich selber empfinde und sehe ist wichtig. Aber mir war es immer auch wichtig, wie andere mich sehen. Allein schon die Stimme klappte nicht oder nur vorübergehend. Ja, am Telefon hat niemand etwas gemerkt, aber das habe ich rein physisch nicht durchgehalten. So habe ich von Anfang an nach einem dritten Weg gesucht.
Entweder "richtig" Frau oder gar nicht, das hat mich immer beschäftigt und tut es noch.
Dabei ist noch nicht einmal so wichtig, wer oder was ich bin, sondern was ich sein will. Es scheint mir auch ein Dogma zu sein, dass unser Wesen in allem fest angelegt ist und wir den Weg finden müssen, wie wir diese Anlage leben können. Ich glaube, es ist anders. In uns Menschen sind einige Dinge im Grundsatz angelegt. Das würde ich als Talent bezeichnen. Aber wir haben viel mehr Talente, als wir leben können. Es kommt anfangs stark auf unsere Umgebung an, welche Talente wir entwickeln können und welche nicht. Aber später können wir darauf Einfluss nehmen. Viele Menschen probieren selbst im fortgeschrittenen Alter etwas Neues.
Für mich bedeutet das in der Konsequenz, das was ich leben will, ist wichtiger als das, was ich bin.Ich bin wie ein Haus mit mehr Zimmern als ich bewohnen kann. Welche Zimmer ich bewohne, ist eine Frage meines Wollens. Da gibt es ein Zimmer, da steht "Frau" dran und eines, da steht "Mann" dran. Ich kann bestimmen, in welchen Zimmer ich leben möchte. Ich kann natürlich versuchen, eins der Zimmer zu meiden, aber wenn beide Zimmer groß, hell und schön sind, möchte ich in beiden sein. Vielleicht stelle ich sogar eine Verbindungstür her oder reiße die Wand dazwischen heraus, so dass ich in beiden gleichzeitig sein kann.
Manche mögen ein kleines "Frauenzimmer" haben, andere ein kleines "Mannzimmer". Sie meiden sie, weil es ihnen nicht wichtig ist. Ich bin wie ein Haus, in dem für beides Platz ist. Dafür sind andere Zimmer kleiner. Menschen, die mich in den wichtigen Zimmern besuchen, sind mir willkommen. Menschen, die meinen, mein Haus umbauen zu müssen, dass einige Zimmer kleiner, andere dafür größer sein müssen, sind mir nicht willkommen. Sie tun mir nicht gut.
Mein Problem war, dass ich viel zu sehr auf die falschen Menschen gehört habe. Sie wollten, dass ich wie ein Reihenhaus bin, in dem möglichst viel gleich und wie nebenan aussieht und nicht auffällt. Aber jedes Haus ist anders. Und wenn man andere Menschen in ihrem Haus besucht und das Glück hat, ihre großen Zimmer sehen zu dürfen, kann man das eigentlich nur anerkennen und staunen. Und wenn man in seinem eigenen Haus endlich die großen Zimmer gefunden hat, sollte man sie auch ausschmücken und für sich selber wohnlich gestalten. Wer wohnt schon gerne in einer Besenkammer ?
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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ExuserIn-2018-12-30
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Re: Zweifel
Einerseits kann ich den Weg der Geschlechtsangleichung gehen mit HET, Psycho, Behörden, Namensänderung, GaOp, Epilieren usw.
Ich kann auch gar nichts machen und weiter so leben, wie es immer war.
Und dann kommt der 3. Weg, der ganz unterschiedlich aussehen kann, Hauptsache, man kann ihn gehen, denn einfach gar nichts tun ist wohl eher nicht der richtige Weg.
Das Problem ist nur, diesen Weg zu finden und nicht ständig das Gefühl zu haben, es ist ein Kompromiss.
Ich kann auch gar nichts machen und weiter so leben, wie es immer war.
Und dann kommt der 3. Weg, der ganz unterschiedlich aussehen kann, Hauptsache, man kann ihn gehen, denn einfach gar nichts tun ist wohl eher nicht der richtige Weg.
Das Problem ist nur, diesen Weg zu finden und nicht ständig das Gefühl zu haben, es ist ein Kompromiss.