Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen
Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen - # 2

Lebensplanung, Standorte
ExuserIn-2018-12-09
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 16 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-09 »

Eine gewisse Unsicherheit mit allem beschleicht mich ja auch, aber das ^^

Sry, für mich klingt das alles nicht im Kopf nur annähernd durchgespielt.
Medikamente in Frankreich geholt und OP in Thailand alles ohne jegliche Begleitung.
Luna
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 17 im Thema

Beitrag von Luna »

Hallo Sternchen,

ich lese seit geraumer Zeit Deine Posts in diesem und auch anderen Threads mit und mein Eindruck ist, dass Du mit der psychischen Verarbeitung der Konsequenzen Deiner seinerzeitigen Entscheidung - trotz Therapie - nicht wirklich weiter kommst.
Ich habe ständig mit Leuten zu tun, die (aus anderen Gründen) mit ähnlichen Situationen konfrontiert sind. Zum Beispiel Menschen, die alkoholisiert oder zu schnell gefahren sind und dadurch Unfälle mit schweren Folgen, wie dem Tod von Mitmenschen oder dauerhaften eigenen schweren Behinderungen verursacht haben. Leute, die durch Konsum von Methamphetaminen ihren Körper völlig zuerstört haben usw. Menschen also, die auch "selbst schuld" an ihrer jetzigen Misere sind und sich oftmals noch zusätzlich den Vorwurf machen (lassen müssen), dass (auch) andere Menschen durch ihre Handlungen zu Schaden gekommen sind. Oft auch Menschen, die - so wie Du - ein Leben lang selbst unter den Konsequenzen zu leiden haben.

Natürlich ist es wichtig, die Entscheidungen, die man seinerzeit getroffen hat, zu reflektieren, die Ursachen und Gründe, die zu diesen Handlungen mit ihren schweren Konsequenzen geführt haben zu erforschen, zu hinterfragen. Auch muss es eine Zeit geben, in der man sich selbst Vorwürfe macht oder mal selbst auf den Kopf schlägt, weil man leichtsinnig, unbedarft oder was auch immer gewesen ist. Diese kritische Selbstreflexion ist durchaus wichtig.

Es kommt dann aber auch der Punkt, wo man diese "Schuldfrage" oder das "Warum nur?" abhaken muss, weil alles reflektiert und die "Schuldfrage" geklärt ist. Die "Strafe" hat man ohnedies in Form der täglichen körperlichen Beeinträchtigungen zu tragen. Damit ist die Schuld beglichen. Ist etwa ein leichtsinniger Autofahrer nach einem Unfall querschnittgelähmt, kann er sich für den Rest seines Lebens wegen seiner Dummheit hassen oder aber er nimmt irgendwann dieses (selbstverschuldete) Schicksal an und versucht das Beste daraus zu machen. Er wird sich natürlich jeden Tag bis ans Ende seines Lebens nach dem Aufwachen wünschen, er könnte einfach aufstehen und all die Dinge machen, die eben möglich sind, wenn man nicht gelähmt ist. Und dennoch kann man sich mit so einer Situation arrangieren und das Leben trotzdem lebenswert und schön finden.

Was ich sagen will: Vielleicht würde es Dir helfen, Dich mit Leuten zu unterhalten, die sich auch durch ihre eigenen Entscheidungen und Handlungen in eine sehr schwierige Lebenssituation gebracht und dennoch einen Weg gefunden haben, damit umzugehen und wieder neuen Lebensmut zu fassen. Es geht.

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft und
alles Liebe
Luna
dunkles_sternchen
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 18 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Luna hat geschrieben: Fr 27. Jul 2018, 09:25
Was ich sagen will: Vielleicht würde es Dir helfen, Dich mit Leuten zu unterhalten, die sich auch durch ihre eigenen Entscheidungen und Handlungen in eine sehr schwierige Lebenssituation gebracht und dennoch einen Weg gefunden haben, damit umzugehen und wieder neuen Lebensmut zu fassen. Es geht.
Meine Mom vielleicht. Wir reden viel. Was ich aber sagen wollte: Man kann körperliche Diskrepanzen NICHT WEGREDEN. Die sind da und da hilft das ganze Gequatsche nicht. Mir ist völlig schleierhaft, wie Leute immer auf die Idee kommen organische und physische Dinge "besprechen zu wollen". Sicherlich, man kan sich dazu konditionieren das irgendwie alles nicht so bitter zu sehen und sein Leben zu leben - davon wirds aber nicht besser. Man trainiert sich nur an es irgendwie gelassener zu sehen. Anstatt die Ursache zu beheben, lernt man "wegzuschauen". Die Ursache ist aber leider nicht zu beheben und so bleibt eine nur das ... mit aufrichtiger Ehrlichkeit hat das dann für mich nichts mehr zu tun.

Und irgendwie wurde das hier auch super falsch aufgenommen:

Die Entscheidung zur Transition war 100% richtig und unausweichlich.Das Problem ist DAS RESULTAT. Hätte ich vorher gewusst, dass weder die Hormontherapie erfolgreich ist, noch alle meine OPs und ich hinterher chronisch krank bin, die Haare verliere und mit Ekzemen übersät bin, hätte ich schweren Herzens damals NEIN gesagt. Dann wäre ich heute nach wie vor depressiv. Aber wenigstens körperlich gesund, könnte Sport machen, um wenigstens etwas im Leben zu haben. So bin ich körperlich kaputt und die Seele ist es deshalb auch.

Ich habe mir das damals schon extrem gut überlegt, bin nicht gleich mit Rezept in die Apotheke - im Gegenteil. Ich wusste aber für mich: Wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein wird, wird es dein größter Albtraum!!! Aber ich war damals bereit das Risiko einzugehen.

Ganz ehrlich: Ich hätte nie damit gerechnet, dass ein einziger Mensch so viel Pech haben kann. Niemand hat das.
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 19 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Man trainiert sich nur an es irgendwie gelassener zu sehen. Anstatt die Ursache zu beheben, lernt man "wegzuschauen".
Solange Du das glaubst, kommst Du nicht weiter. Ich habe nie gesagt, dass Du die physischen Ursachen beheben kannst. Es geht auch nicht um Gelassenheit, Konditionierung oder Wegreden. Im Gegenteil, es geht darum zu akzeptieren, dass Du jetzt so bist, wie Du bist. In der echten Akzeptanz liegt die Chance, dass Du für Dich an einen Punkt kommst, in Deinem Leben wieder Freude zu erfahren.

Aber wenn Du das nicht annehmen willst, musst Du weiter machen wie bisher. Das kann Dir auch niemand abnehmen. Und Deine Schmerzen etc. wirst Du in jedem Fall weiterhin haben. Es ist wie bei einem Menschen, der nicht wahrhaben will, dass er eine Brille braucht und sie deshalb ablehnt. Irgendwann kann er nicht mehr lesen, Auto fahren etc. und dann hadert er mit der Welt, dass früher alles besser war, statt sich zu freuen, dass für seine Misere eine Lösung gibt. Bei Dir ist es eben eine Runde heftiger.

Aus meiner Sicht ist Dein wahres Problem ist nicht Deine Schmerzen oder Dein Aussehen, auch wenn es schlimm für Dich ist. Dein Problem liegt woanders. Und wenn Du Dich nicht magst, mag Dich auch kein anderer. Alle werden früh oder später aufgeben, weil es für sie unerträglich wird. Hast Du nicht das Gefühl, dass Du etwas an Deinem Leben ändern musst ? Dann bekomme endlich Deinen Arsch hoch und fang an. Aber suche nicht an den Stellen, an denen Du nichts ausrichten kannst. Andere können das nicht für Dich tun.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 20 im Thema

Beitrag von Christiane04 »

Hallo Sternchen,

Dein Wunschleben hat dir übel mitgespielt! Aber du warst auch davor schon depressiv......hattest du die Erwartung, dass du nach der Transition aus deinen Stimmungsnöten einfach so heraus bist? Wenn es so war, vielleicht ein bisschen nur, dann hast du deine Probleme verschoben. Was sehr menschlich ist!
Vicky hat sehr recht und ich will nur noch anmerken, dass hier nicht klar wirst ob du auch positive Gedanken hast u dir über deren Kraft für dich selber im Klaren bist. Du bist sehr intelligent u belesen, aber ich würde mir gerade von dir wünschen, dass du mal einen positiven Vorsatz bekannt gibst und dich daran hälst. Nach all den mitfühlenden Posts hier.
Ich denke zum Beispiel an jeden Tag bewusst 5min positiv denken ! Ich weiß, du sagst dann wieder Selbstkonditionierung etc......lass es doch bitte und es ist nur ein Vorschlag aus der Ferne.

Ich finde dich gut u mag deine ehrlichen Posts, Christiane ))):s
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 21 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Kati_nx hat geschrieben: Fr 27. Jul 2018, 22:46 Ich habe auch ein körperliches Leiden, was immer mal wieder schlimmer wird und wo so Gedanken kommen "das wars jetzt" - also wirklich so schlimm. Und manchmal frage ich mich auch, wofür eigentlich noch. Auch ich bin über meine verlorene Unversehrtheit sehr traurig, um es milde auszudrücken. Zum Glück habe ich noch genug Lebenswillen
Hast Du Angst vorm Sterben? Ich nicht. Man schluckt ja nicht 30 Schlaftabletten, weil man Angst hat ... darum sage ich: Es gibt da in mir durchaus einen Prozess, der vielleicht nicht ganz dem Durchschnitt entspricht. Und ich weiß auch heute, was das Leben Wert ist - was es Wert sein kann. Und ganz viele Leute bewundern mich auch, weil ich so stark bin und nicht aufgehört habe zu kämpfen. Ich sah das nie so, aber begriff dann irgendwann, was sie meinten. Ich bin extrem hartnäckig unf dickköpfig und gebe auch nicht auf. Nie. Ich habe das nie getan und werde es nicht.

Ich werde aber auch nicht schluchzend in der Reihe stehen, wenn ich dran bin. Lieber bis 60 leben, als bis 80 zu funktionieren. Der Tod ist nicht etwas, dass ich aus meinem Leben ausklammere, sondern ist Teil desselben. Immerhin bin ich dann frei und nicht mehr auf die Fesseln des Körpers angewiesen. Ich finde da also durchaus auch meine Trost, selbst in dem Bewusstsein, dass es eine völlig irrationale Vorstellung ist. Das ist das Leben "als Frau" aber auch.
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 22 im Thema

Beitrag von edeka »

Kati,
Kati_nx hat geschrieben: Sa 28. Jul 2018, 07:37 Ich find ja gut, wie im Zen Buddhismus damit umgegangen wird: ja nu, is halt so. :wink:
Ich wusste gar nicht, daß ich Zen Buddhist bin. :lol:

Das gibt es auch bei den Kölnern:
Wat kütt, dat kütt. Et kütt wie et kütt. ---)))
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 23 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Sternchen,


bewusst habe ich das Wort dunkles weggelassen. denn Sternchen sollen ja hell leuchten und nicht dunkel verblassen. Ich will dir nicht abreden, dass Deine Entscheidung richtig ist. Es ist ja Deine Entscheidung, und Du stehst ja auch heute trotz des Ergebnisses noch dazu. Jetzt ist damals aber einiges nicht so verlaufen, wie Du es Dir gewünscht oder vorgestellt hast. Und so wie Du es schreibst, würde ich dies nicht mal meinen ärgsten Feinden wünschen.


Nun ist es aber geschehen, und Du musst mit dem Ergebnis Dein Leben in den Griff bekommen. Es ist sicher keine leichte Aufgabe, Sternchen. Ich will sagen Du solltest Dir nicht so viele Gedanken machen was schlecht gelaufen ist, Du brauchst es aber auch nicht krampfhaft verdrängen. Nein. Aber es gibt doch sicher Dinge an denen du Freude hast, Hobbys zum Beispiel. Gibt es Menschen in Deiner Umgebung, die Dich so annehmen und mit denen Du etwas Schönes erleben kannst. Also do nicht so sehr den Focus auf das legst, was dich belastet, liebes Sternchen. Ich kann dir nur raten, es ist Dein Leben, mach was daraus.


Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 24 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Ich "belaste" nur sehr wenige Menschen mit meinen Problemen. Manchmal ist es dann auch ein Austausch, dass man sich gegenseitig eine Schulter zum Ausheulen hinhält. Auch versuche ich meine Sorgen nicht als die "schlimmsten Sorgen ever" darzustellen, denn ich weiß, dass es Menschen, die noch viel mehr in die Scheiße gegriffen haben. Für mich persönlich könnte es natürlich nicht schlimmer sein, aber der persönliche Rahmen von "schlimm" wird ja im Laufe des Leben ständig neu taxiert.

Ich kann nur für mich sprechen und das größte Problem ist meine Sehnsucht. Die Sehnsucht ein normales "Frauen-Leben" leben zu dürfen. Und natürlich greift man da als Mensch jeden Strohhalm und der einzigen Strohhalm heißt Transition. Die bringt aber kein Garantierversprechen mit und so "kauft man die Katze im Sack". Da kann so ziemlich alles drin sein - vom 6er im Lotto, bis zum künstlichen Darmausgang oder 7 Not-OPs ... ist alles in meinem Bekanntenkreis passiert. Ich habe Menschen in meinem Kreis, die ein C-Cup bekommen haben und welche, bei denen gar nichts passiert ist, welche denen die Haare sprießen und andere, die eine Perücke brauchen.

Der Wirkungsradius der Hormone reicht von 0 bis 100%, und wo du dich zu platzieren hast, merkst du nach 2-3 Jahren. Sehr spät eben und da hat man womöglich schon eine OP gemacht, den Namen geändert ... und dann? ... da kommt man dann nicht mehr raus. Sobald jemand an dir rumschnippelt, ist die Sache gegessen.Die können natürlich ihren Job gut machen und dann geht es einem richtig gut danach oder sie verpfuschen es nach allen Regeln der Kunst und man hat als Patient lebenslang Probleme damit. Und wenn man sein Spiegelbild nicht mehr ertragen kann, wird so ziemlich alles zu Qual.
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 25 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

dunkles_sternchen hat geschrieben: So 29. Jul 2018, 04:15 Ich kann nur für mich sprechen und das größte Problem ist meine Sehnsucht. Die Sehnsucht ein normales "Frauen-Leben" leben zu dürfen.
Was genau ist denn dieses "normale Frauen-Leben" in Deiner Sehnsucht? Ein Leben mit einem Körper, der von Kopf bis Fuß sexistischen Normvorstellungen von weiblichen Körpern entspricht? Und wenn ja: Was ist dann mit all den "cis" Frauen, deren Körper diesen sexistischen Normen auch nicht entsprechen? Leben die "unnormale Frauen-Leben"? Wofür haben Feministinnen dann überhaupt gekämpft, wenn die "Normalität" von "Frauen-Leben" am Ende dann doch nur wieder auf die Erfüllung sexistischer Körpernormen reduziert wird?
dunkles_sternchen hat geschrieben: So 29. Jul 2018, 04:15 Und natürlich greift man da als Mensch jeden Strohhalm und der einzigen Strohhalm heißt Transition. Die bringt aber kein Garantierversprechen mit und so "kauft man die Katze im Sack". Da kann so ziemlich alles drin sein - vom 6er im Lotto, bis zum künstlichen Darmausgang oder 7 Not-OPs ... ist alles in meinem Bekanntenkreis passiert. Ich habe Menschen in meinem Kreis, die ein C-Cup bekommen haben und welche, bei denen gar nichts passiert ist, welche denen die Haare sprießen und andere, die eine Perücke brauchen.
Es hat ja Gründe, dass die Behandlung ein solches "Lotteriespiel" mit so unvorhersehbaren Verläufen ist. Einer dieser Gründe ist der, dass die Behandlung von "Transsexualität" bzw. "Geschlechtsdysphorie" noch immer als Behandlung von schwer psychisch gestörten Menschen nach dem Prinzip "ultima ratio" betrachtet wird, bei der die Qualität der Ergebnisse - wenn überhaupt - nur eine untergeordnete Rolle spielt. Und genau so sieht dann auch die sogenannte "Begleitung" und/oder "Beratung" aus: es geht immer nur um die Frage, ob jemand so "unrettbar verloren" ist, dass es keinen anderen Weg mehr gibt, aber nie um die Frage, welche Ergebnisse man am Ende wohl erwarten kann. Und in der Forschung sieht es auch düster aus, denn hier in Deutschland wird kaum Geld und Arbeit in die Verbesserung der körperlichen Behandlung investiert, alle verfügbaren Ressourcen gehen immer nur in die Sexualpsychiatrie, die trans Menschen dann dahingehend zu manipulieren versucht, sich doch bitte irgendwie mit den (eigentlich vermeidbaren) Defiziten der körperlichen Behandlung zu arrangieren. Und wenn die Behandlung dann tatsächlich komplett in die Hose geht und die betroffene Person sich damit nicht abfinden kann, dann bekommt sie eben das nächste psychiatrische Etikett an die Stirn gepappt und wird weiter "therapiert".

Ich sage es mal ganz offen und direkt: Du bist ein Paradebeispiel für die qualitativ völlig unzulängliche Behandlung von trans Menschen in diesem Land und spielst (leider!) "brav" genau die Rolle, die unser "Behandlungssystem" für solche Fälle vorsieht: Du inszenierst Dich als Opfer Deiner selbst und Deiner Entscheidungen. Eine Alternative zu dieser "Opferrolle" könnte vielleicht sein, den Frust und die Wut nicht auf sich selbst, sondern auf die verantwortlichen Strukturen zu richten und sich für eine bessere körperliche Behandlung von "Transsexualität" einzusetzen, damit anderen trans Menschen zukünftig ähnliche Schicksale erspart bleiben.
Laila-Sarah
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 26 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Ich glaube, wie wir unser Pech erleben hat nicht nur ausschließlich damit zu tun wie das Schicksal zu uns war, sondern auch damit wie unser Gehirn verdrahtet ist. Im Regelfall ist das menschliche Gehirn so verdrahtet, dass negative Erinnerungen über die Zeit ausgeblendet und vergessen werden und die positiven erhalten bleiben. Diese ist ein von der Natur einprogrammiertes Mechanismus um den Lebenswillen zu erhalten. Nicht umsonst sprechen wir immer von der guten alten Zeit. Es kommt uns immer so vor, weil wir die negativen Sachen vergessen und die guten Erinnerungen übrig bleiben. Außerdem gibt es einen weiteren Mechanismus, welches uns im Augenblick motiviert: Es treibt uns dazu immer etwas positives in jeder Lage zu suchen, sei es auch so klein und unbedeutend und uns mit allem was wir haben daran zu klammern.

Diese Mechanismen können aber auch weniger funktional sein oder völlig ausfallen. Dann gibt es eine negative Schleife im Gehirn und wir sehen immer die Probleme im Alltag in Vordergrund und auch rückblickend können wir die negativen Erlebnisse nicht vergessen. Dieses wird sehr oft als eine negative Einstellung des Individuums betrachtet. Die Gesellschaft gibt diesen Menschen das Attribut "pessimistisch" und die Betroffenen machen sich auch selber viele Vorwürfe. Wobei die Betrachtung völlig falsch ist, denn die Individuen können nichts dafür. Es ist eine Krankheit und die betroffenen Menschen können da nicht so einfach heraus. Sie brauchen Hilfe.

Ärzte können aber helfen. Medikamentös sowie durch Therapien kann da das Teufelskreis gebrochen werden.
The trick is to keep breathing

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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 27 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: So 29. Jul 2018, 11:35 Was genau ist denn dieses "normale Frauen-Leben" in Deiner Sehnsucht? Ein Leben mit einem Körper, der von Kopf bis Fuß sexistischen Normvorstellungen von weiblichen Körpern entspricht?
Mache ich den Eindruck, als würde ich solchen hirnrissigen, gesellschaftlichen Trendnormen folgen? Meiner Sehnsucht gilt einem Leben, in dem ich "ganz normal" das tun kann, was alles Frauen tun. Jeder halbwegs gebildete Mensch erkennt aber beim zweiten Blick auf meinen Körper, dass da was nicht stimmt. Ich bin weder stämmig, groß oder sonst was - aber meine Figur, die Fettverteilung weicht soweit von der Norm ab, dass sie eindeutig nicht-weiblich ist. Entweder man hungert sich auf eine BMI unter 20 runter oder frisst sich rund wie eine Tonne - dann fällt das nicht mehr auf. Aber Apfel-Fettverteilung fällt eben auf und dafür sind auch keine Klamotten geschnitten. Ich meide darum jede Situation, wo das zum Tragen kommen könnte.

Hinzu kommen dann hundert andere Probleme: Haarausfall und extrem dünne Haare, kaputte Haut von den Hormonen, Haare am ganzen Körper, restliche Barthaare ... die Probleme haben die meisten Frauen einfach nicht und sowas ermöglicht mir kein normales Leben. Letztes Jahr hatte ich fast Glatze ... irgendwie einfach mal halbwegs normal leben, ohne das dein verkackter Körper jeden scheiß Tag versaut. Das geht aber nicht - das Ding ist einfach eine Daueraufgabe!

dunkles_sternchen hat geschrieben: So 29. Jul 2018, 04:15 Eine Alternative zu dieser "Opferrolle" könnte vielleicht sein, den Frust und die Wut nicht auf sich selbst, sondern auf die verantwortlichen Strukturen zu richten und sich für eine bessere körperliche Behandlung von "Transsexualität" einzusetzen, damit anderen trans Menschen zukünftig ähnliche Schicksale erspart bleiben.
Meine Probleme resultieren zu Großteil daraus, dass mein Körper keine "erwartbaren" Ergebnisse zeigt. Das fing damals bei HRT an und nach der OP passierten hormonell unerklärliche Dinge, denen die Ärzte völlig machtlos und unfähig gegenüberstehen. Ich hatte selten Probleme mit den "Strukturen" und das bisschen Schreibkram war alles im Nu erledigt. Mein Problem ist vor allem, dass mein Körper oft abnormal reagiert und ich bis heute - trotz enormen Aufwandes - auch keine Ursachen finden konnte. Selbst meine Ohrlöcher sind nach 6 Jahren immer noch nicht verheilt .... Ich hasse meinen Körper - vor allem diese grenzenlose, tyrannische Unwilligkeit.
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 28 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 00:27 Mache ich den Eindruck, als würde ich solchen hirnrissigen, gesellschaftlichen Trendnormen folgen? Meiner Sehnsucht gilt einem Leben, in dem ich "ganz normal" das tun kann, was alles Frauen tun. Jeder halbwegs gebildete Mensch erkennt aber beim zweiten Blick auf meinen Körper, dass da was nicht stimmt.
Hi Sternchen,

siehst Du nicht den Widerspruch, der in Deinen Worten steckt ? Auf der einen Seite willst Du nicht den Trendnormen folgen, auf der anderen beklagst Du, dass da etwas in den Augen der Anderen "nicht stimmt".

Also was nun, kümmert es Dich, was Andere denken oder nicht ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 29 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 06:31
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 00:27 Mache ich den Eindruck, als würde ich solchen hirnrissigen, gesellschaftlichen Trendnormen folgen? Meiner Sehnsucht gilt einem Leben, in dem ich "ganz normal" das tun kann, was alles Frauen tun. Jeder halbwegs gebildete Mensch erkennt aber beim zweiten Blick auf meinen Körper, dass da was nicht stimmt.
siehst Du nicht den Widerspruch, der in Deinen Worten steckt ? Auf der einen Seite willst Du nicht den Trendnormen folgen, auf der anderen beklagst Du, dass da etwas in den Augen der Anderen "nicht stimmt".

Also was nun, kümmert es Dich, was Andere denken oder nicht ?
Ich finde das überhaupt nicht widersprüchlich. In keinster Weise. Menschen sind Gruppenwesen und natürlich strebt jeder für sich eine Harmonie innerhalb der Gruppe an. Das sind Fakten aus der Sozialpsychologie. Eine echte Harmonie entstünde für mich, wenn ich dann im biologischen Sinne dazugehöre - sprich also einen Platz in biologischen Normbereich hätte, den keiner mehr hinterfragt. Sicherlich kann ich meine Gene nicht umdrehen, aber es gibt ja sehr wohl Transmädels, bei denen das geklappt hat - die können halt bedenkenlos im Bikini rumlaufen oder in der öffentlichen Dusche oder was weiß ich ... ich rede nicht davon, dass die Model-Figuren haben, sondern einfach optisch auch wirklich nach Frau aussehen - vor allem halt die jungen Mädels, wo die Hormone noch was bringen.

Ich kennen natürlich auch die, die trotz enormer Normabweichung auch an den Strand gehen oder sich unvorteilhaft kleiden. Ist ja ein freies Land. Wäre für mich aber ein absolutes No-Go - ich mache mich nicht gern zum Löffel. Ich habe eine Freundin, die das so macht und hinterher immer traurig ist, wenn dann welche blöd glotzen und dann tagelang wieder deprimiert ist. So funktionierts natürlich dann nicht ...

Kati_nx hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 06:47
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 00:27 Mein Problem ist vor allem, dass mein Körper oft abnormal reagiert und ich bis heute - trotz enormen Aufwandes - auch keine Ursachen finden konnte. Selbst meine Ohrlöcher sind nach 6 Jahren immer noch nicht verheilt .... Ich hasse meinen Körper - vor allem diese grenzenlose, tyrannische Unwilligkeit.
Es gibt bei Medikamenten das Phänomen, dass Nebenwirkungen verstärkt auftreten wenn sie befürchtet werden, man eine innere Abwehrhaltung gegen sie hat.
Ich schenke solchen esoterischen Dingen kein Glauben. Dann müssten ja Hypochonder quasi extrem krank sein - alle Krebs bekommen und Herzinfarkte. Nebenwirkungen sind biochemischen Prozesse, die weitesgehend autark ablaufen. Und das bei mir u.a. Wunden offensichtlich schlecht heilen und sich immer neu entzünden, hat wohl eher was mit autoimmunen Prozesses zu tun, mit denen ich seit Kindesbeinen an zu tun habe.

Und hier stellt sich auch die Frage, was war zuerst da - Henne oder Ei - der Gedanke oder das Körperproblem. Bei mir war eindeutig zuerst das Problem da und hat dann entsprechend seelische Opfer gefordert. Wäre ich gesund, würde es meine psychischen Probleme gar nicht geben. Darum ja auch die Diagnose "Belastungsstörung" ... zu viel Scheiße erlebt und dann nen "Dachschaden" bekommen.
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Umgang mit schlechten Erinnerungen und Erfahrungen

Post 30 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Psychosomatische Wirkungen von Medikamenten sind wissenschaftlich nachgewiesen. Aber mir scheint, Du suchst gar keine Verbesserung, sondern etwas, dem Du die Schuld geben kannst. Ich lese aus Deinen Worten, dass Du einfach alles ausblendest, was Dir helfen könnte.

Weshalb vergleichst Du Dein Leben mit dem anderer Trannys ? Wenn ich mich umschaue, sehe ich viele Leute, die mehr Geld haben, beliebter sind, schöner wohnen. Muss ich mich mit ihnen vergleichen ? Nein, ich bin nicht das untere Ende der Skala. In meinem Leben stehe ich ganz oben. Ich habe von allem mehr als genug. Und das ist keine Frage des Maßes, sondern der Haltung. Deine Haltung ist, zumindest hier, vollauf negativ eingestellt. Wie soll denn daraus ein gutes Leben werden ?

Wenn Du alles hättest, was Du Dir wünschst, z.B. einen super tollen Frauenkörper, dann wage ich zu behaupten, dass Du noch immer nicht zufrieden wärest. Harmonie bekommt man nicht für erfüllte Wünsche, sondern mit innerer Einstellung. Die geht Dir aus meiner Sicht völlig ab. Du haderst mit allem um Dich herum. Jedenfalls klingt das aus Deiner Beschreibung so. Was glaubst denn Du, dass Dir eine solche Saat an Ernte einbringt ?

Mir scheint, Du stehst so vollkommen auf Deinem Schlauch, dass es Dir noch viel dreckiger gehen musst, bist Du endlich die Kurve bekommst.

Ich mache jetzt erst einmal eine Pause an dieser Stelle ...
Viele Grüße
Vicky

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