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Deli hat geschrieben: Fr 8. Jun 2018, 12:08
Wieso sollte ein typischer Mann dich denn auf deinen schönen Rock ansprechen? Er wird wahrscheinlich keine Röcke tragen/hat kein Interesse daran. Die meisten Menschen interessieren sich nicht einmal für die Sachen die um sie herum geschehen, weil sie auf sich selbst konzentriert sind/ihr eigenes Zeug zu tun haben.
Zur Verteidigung typischer Männer (was zeichnet diese aus?) muss ich berichten, dass ich schon einige Male von Männern Komplimente für schöne Röcke + Kleider (inkl. Dirndl) bekommen habe. Ohne wenn und aber und völlig seriös.
Es gibt Männer, die einen Blick für schöne Sachen haben. Frauen natürlich auch.
Mit ausgewogenen Grüßen
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
Meine Erfahrung dazu ist, dass ich im Umgang mit Frauen auf einer völlig anderen Ebene kommuniziere als mit Männern. Bei Frauen sind wesentlich mehr Emotionen im Spiel als bei den Männern, irgendwie läuft die Gesprächsebene harmonischer ab. Im Gegensatz zu den Männern; hier spielt eher die rationelle einen Part.
LG
Christina
Gestern zum ersten Mal so richtig in der Öffentlichkeit in der Ingolstädter Fußgängerzone, prompt die erste Anfeindung erfahren von, wer hätt's gedacht, einem Mann. Alter um die 50 würde ich schätzen.
Er glotzte schon die ganze Zeit, seitdem wir den Laden betreten hatten, in dem seine Gefährtin ebenfalls gerade am Aussuchen war. Als ich mir ein Longshirt näher anschaute ging er vorbei, murmelte in bestem bairisch gerade laut genug "probiers halt an, wennst meinst", drehte sich nochmal um und warf mir einen verachtlichen Blick zu, dem er mit der "Scheibenwischer" Geste zusätzlich Ausdruck verlieh.
Ich musste schmunzeln und wir schlenderten hinaus, weil wir in dem Laden eh nichts gefunden hatten.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
sbsr hat geschrieben: So 10. Jun 2018, 10:53
Ich musste schmunzeln und wir schlenderten hinaus, weil wir in dem Laden eh nichts gefunden hatten.
Da hast du richtig reagiert!!! Warum sich mit jemanden deswegen anlegen - das bringt nichts. Natürlich höre auch ich ab und zu, wenn ich beim Einkaufen bin, daß hinter mir getuschelt wird. Macht mir auch überhaupt nichts aus und ich muß da auch (genau wie du) immer schmunzeln.
Jennifer
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Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!
sbsr hat geschrieben: So 10. Jun 2018, 10:53
Gestern zum ersten Mal so richtig in der Öffentlichkeit in der Ingolstädter Fußgängerzone, prompt die erste Anfeindung erfahren von, wer hätt's gedacht, einem Mann. Alter um die 50 würde ich schätzen.
Er glotzte schon die ganze Zeit, seitdem wir den Laden betreten hatten, in dem seine Gefährtin ebenfalls gerade am Aussuchen war. Als ich mir ein Longshirt näher anschaute ging er vorbei, murmelte in bestem bairisch gerade laut genug "probiers halt an, wennst meinst", drehte sich nochmal um und warf mir einen verachtlichen Blick zu, dem er mit der "Scheibenwischer" Geste zusätzlich Ausdruck verlieh.
Ich musste schmunzeln und wir schlenderten hinaus, weil wir in dem Laden eh nichts gefunden hatten.
Das geht so in Richtung "Trap", Tina, oder? Also dass Männer(tm) sich quasi getäuscht fühlen. Instinktiv ist das vermutlich so, aber Instinkte sind ja nicht der beste Ratgeber in der Zivilisation, sonst gäbe es viel mehr gebrochene Nasen oder schlimmeres.
Leider führt der Gedanke mit der Instinktebene direkt zum altbekannten biologistisch entschuldigten Sexismus. "Männer sind eben so" = sie können auf jegliche Selbstkontrolle verzichten. Zwei Denkschritte weiter ist es dann "sie ist selbst schuld an der Vergewaltigung, was zieht sie sich auch so an".
Sorry, dass ich das mal so auf den Punkt bringe. Mir ist auch klar, dass viele Männer tatsächlich sehr unbelastet ihrer Instinktebene freien Lauf lassen, aber ein Übel zu erkenenn heisst ja nicht, es gut zu heissen.
Dieses Räuber/Beute-Schema finde ich immer wieder ekelhaft. "Pick-up Artists" und irgendwelche "Tricks" wie Mann Frauen "rumkriegen" kann, also quasi gegen ihre urspünglichen Absichten sind einfach falsch. Sich für eine Beziehung oder auch nur einen One-Night-Stand quasi als Fallensteller zu betrachten entmenschlicht die Frau zur "Beute". Was für eine miese Persönlichkeit muss das sein, die nur mit List und Heimtücke zum "Ziel" zu kommen meint.
Das gleiche Schema liegt beim "sie hat es doch so gewollt" zugrunde. Standardausrede bei Beschwerden wegen Übergriffigkeit.
Und ebenso bei diverser Trans*feindlichkeit. Also ob alle Menschen, die sich "weiblich" schick machen nur auf Männer aus wären. Und zwar alle Männer.
"Stimulierende Wirkung" darf ja ruhig zu Bewunderung oder Komplimenten führen, aber ist noch lange keine Aufforderung zum zugreifen. Finger weg von dem Ferrari, wenn es nicht deiner ist.
Letzten Freitag stand Stammtisch in Regensburg auf dem Programm, nur leider war unser übliches Lokal von einer weihnachtsfeierlichen geschlossenen Gesellschaft gebucht. Also durften wir andernorts Muggels verwirren.
Unsere Organisatorin hatte ein Restaurant inmitten der Regensburger Altstadt ausgewählt. Das reichlich bescheidene Wetter hat offensichtlich viele Weihnachtsmarktbesucher ins Trockene getrieben, so war auch die Gaststube gerammelt voll.
Ich war, was mir bislang noch nie passiert ist, exakt pünktlich und damit tatsächlich die erste unseres Grüppchens, also habe ich nach kurzer Wartezeit im Eingangsbereich eine zufällig vorbei eilende Servicekraft eingefangen und nach unserem Tisch gefragt. Sie verschwand mit den Worten, sie müsse nachsehen, was mir eine etwas längere Wartezeit im Eingangsbereich bescherte.
Derweilen habe ich mich weiter umgesehen, ob ich nicht doch ein bekanntes Gesicht entdecke, und so fiel mir auf, dass ein Tisch voll junger Männer überdurchschnittliches Interesse zeigte. Der erste kuckte, kuckte nochmal, tuschelte mit dem Nebenmann, der kuckte, und so ging eine Tuschel-Kuck Welle durch die 20-köpfige Truppe. Bei den anderen Gästen nichts dergleichen, einzelne prüfende Blicke ja, aber nichts besonderes.
Die Servicekraft erschien wieder und brachte mich zum Tisch in der Ecke der Gaststube, schräg neben der immer noch tuschelnden Gruppe. Kaum hatte ich Platz genommen, wurden die ersten "Selfies" gemacht, völlig zufällig in meine Richtung. Als das ganze anfing, echt nervig zu werden, ebbte die Begeisterung zum Glück ab und die Gruppe fand wohl andere Themen.
Erst später, als zwei aus unserer Runde mal für kleine Mädchen mussten, waren wir wieder Tuschel Thema. Wie auch zuvor schon haben wir es einfach weg ignoriert. Die Vermutung einer lebenserfahrenen Stammtischkollegin, mit steigendem Alkoholpegel steigt der Mut, weswegen wir mit aktiver Kontaktaufnahme rechnen könnten, hat sich zum Glück nicht bestätigt.
Anders mein Eindruck, Gruppen (junger) Männer stehen auf der Liste unserer natürlichen Feine weit oben.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
sbsr hat geschrieben: Mo 3. Dez 2018, 12:15
Derweilen habe ich mich weiter umgesehen, ob ich nicht doch ein bekanntes Gesicht entdecke, und so fiel mir auf, dass ein Tisch voll junger Männer überdurchschnittliches Interesse zeigte. Der erste kuckte, kuckte nochmal, tuschelte mit dem Nebenmann, der kuckte, und so ging eine Tuschel-Kuck Welle durch die 20-köpfige Truppe. Bei den anderen Gästen nichts dergleichen, einzelne prüfende Blicke ja, aber nichts besonderes.
Ich glaube das kennen wir alle - ich natürlich auch. Besonders wenn man mit dem Crossdressing gerade erst begonnen hat und kommt in eine solche Situation wirkt das völlig verwirrend und man fühlt sich total verunsichert. Heute komme ich weit weniger in solche Situationen als damals (liegt's am Passing...???), dennoch fiel/fällt mir auf, daß eindeutig die Männer mehr schauen, als es Frauen tun. Natürlich tun sie dies um zu sagen/denken: "hey, schau mal dort die Transe..." und amüsieren sich köstlich. Frauen interessiert das fast nie, bzw. tuscheln sie nicht. Die Frauen schauen höchstens wie man gekleidet ist...
sbsr hat geschrieben: Mo 3. Dez 2018, 12:15
Die Servicekraft erschien wieder und brachte mich zum Tisch in der Ecke der Gaststube, schräg neben der immer noch tuschelnden Gruppe. Kaum hatte ich Platz genommen, wurden die ersten "Selfies" gemacht, völlig zufällig in meine Richtung.
Das finde ich völlig furchtbar!!! Da hat man dann quasi auch ein Bild für zu Hause um allen zu zeigen, wem man denn da "interessantes" in der Kneipe gesehen hat. Aber hingehen und sagen, daß sie das unterlassen sollen hätte auch keinen Sinn.
Jennifer
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Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!
ähm, mal ein kleines Beispiel:
vor nem jahr hatten die SHG Flensburg (da sind jetzt fast alle auch in diesem Forum aktiv, anne-mette zuallerst)
ein weihnachtsessen bei dem nächstgelegenen griechen gebucht (nach dem shg treffen)
ich glaub wir haben alle noch nie solch eine aufmerksamkeit genossen, gefühlt kam jede/r kellner/in minimum 2 mal und jede/r aus der küche einmal vorbei um zu fragen ob alles ok wäre, solch eine aufmerksamkeit haben weder meine Frau noch ich ich jemals erlebt.
Man kann das ganze negativ oder positiv sehen (das lokal ist nicht klein) ob das neugier im positiven sinne (der Mitarbeiter) ist oder einfach nur sensationsgeilheit weil sowas bis dato nicht erlebt, also meine frau und ich fanden es einfach nur amüsant und lachen heut noch drüber
Gegenüber Frauen: ...alles (fast alles) im grünen Bereich.
Gegenüber Männer: ...oft große Probleme! Ich denke so: Mann sieht Frau im tollen weiblichen Outfit vorbeilaufen und denkt "einfach geil", beim Weiterlaufen macht es bei ihm "Klick" und er merkt, dass es sich um eine Transe ( seiner Meinung nach gleichbedeutend schwul) handelt. Unterdessen hatten sich aber seine Gehirnzellen und Gefühle bereits auf "scharfes Weib" eingestellt und er ist somit spontan enttäuscht. Seine Persönlichkeit als Mann sieht er urplötzlich verletzt und das so stark, dass seine Emotion in "Wut" ausbricht. Er reagiert ganz plötzlich homophob, so dass er schnell weitergeht, in einem eventuellem Gespräch "bockig" reagiert oder sogar Schimpfworte gebraucht. Und wenn derartige Männer noch zusammenstehen z.B. an einer Imbissbude, dann fallen oft Pfiffe und unschöne Zurufe wie z. B. Hallo Pippi usw.
gertraudeZ
ich kann diese Divergenz nicht so richtig bestätigen. Ich habe bislang werde mit Männern noch mit Frauen größere Probleme gehabt. Weder im Urlaub noch im Pulk von Fußballfans auf dem Hauptbahnhof. Persönlich kann ich mich mit Frauen wesentlich besser unterhalten, aber auch mit Männern habe ich schon gute Gespräche geführt.
Einzige Ausnahmen bislang waren eine sexuelle Belästigung auf einem S-Bahnhof (Geschlecht dürft Ihr mal raten) sowie ein Moslem in Berlin Neukölln.
Ach ja, dass sich die meisten Männer bei persönlicher Kontaktaufnahme bisher als Volldeppen erwiesen, klammere ich mal aus.
Hallo, Ihr Lieben,
ich denke, wir dürfen hier das Erleben, was Frauen jeden Tag erleben. Vielleicht in mancher Hinsicht verstärkt, aber vom Grundsatz her das gleiche.
Wir als "Kerle" reagieren verletzt, wenn wir auf unser Äußeres reduziert werden. Frauen nehmen das oft als gegeben hin.
Jede Form von gruppenbezogener Herabsetzung hat die selbe Quelle in Machtgehabe und Konkurrenzdenken. Das gibt es bei allen Menschen, männlich oder weiblich oder divers.
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Joe95 hat geschrieben: Do 7. Jun 2018, 12:52
Ich hab zu meinem großen Erstaunen schon oft die Erfahrung gemacht dass mein Aussehen offensichtlich ignoriert oder toleriert wird und ich mit Frauen und mit Männern ganz ungezwungen reden kann ohne meine Person oder mein Outfit zu thematisieren.
Im Großen und Ganzen ist es bei mir genauso. Allerdings gab es auch Ausnahmen wenn manche Männer mein Outfit überbewerteten und erst dann mein geschminktes Gesicht wahrnahmen. Manchmal hatte ich das Gefühl, das der ein oder andere unsicher wurde. Der Umgang mit Frauen gestaltete sich bisher unproblematisch. Aber hier möchte ich auch anmerken, das dies nicht immer so war. Nach meinem Outing war die erste Zeit sehr heftig. Aber das habe ich aufgearbeitet und abgehakt. Heute begegne ich den Menschen mit viel Selbstvertrauen und Selbstsicherheit.
Liebe Grüße Jasmine