Der Mann mit den roten Nägeln
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Vincent
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Der Mann mit den roten Nägeln
Vorgestern stand beim Bäcker ein Mann vor mir, der eine größere Menge Semmeln kaufte.
Beim Einpacken der Tüten in seinen Rucksack fielen mir zuerst seine sehr langen, roten Fingernägel auf, dann seine hohen Absätze und schließlich die Damenhose.
Im ersten Anschein wirkte er ganz ruhig, fast betont ruhig, als ich später nochmal neugierig auf seine sehr ordentlich gemachten Fingernägel sah, fiel mir auf, wie seine Hände vor Anspannung zitterten. Den Bäcker verließ er sehr schnell und vermied jeden Blickkontakt mit anderen Kunden.
Ich hätte ihn gerne angesprochen, die Situation erschien mir aber nicht so geeignet, da er offensichtlich unter Stress stand und vermutlich dann auch alle anderen Kunden besonderes Augenmerk auf ihn gerichtet hätten. Vermutlich hatte er nicht mal bemerkt, dass der Mann nach ihm einen Rock trug.
Was mich immer noch beschäftigt ist die Frage, warum es für Männer so schwer ist, sich außerhalb der Kleidungs"normen" zu bewegen, vor allem wenn sie in die weibliche Richtung tendieren.
Egal ob in seinem Rucksack noch das restliche Equipment für die vollständige Verwandlung war, der ob er eben nur Higheels und schöne Fingernägel mag, was setzt einen unter Stress wenn Mann diese Regeln übertritt.
Die Umwelt, zumindest in diesem Fall nicht. Klar fielen die Nägel auf, aber Reaktionen des Bäckers und seiner Kunden habe ich nicht die geringsten bemerkt, weder auf ihn, noch auf meinen Rock. (gut, der Bäcker sieht mich nicht das erste Mal im Rock...)
Etwas nachdenklich"¦
Vincent
Beim Einpacken der Tüten in seinen Rucksack fielen mir zuerst seine sehr langen, roten Fingernägel auf, dann seine hohen Absätze und schließlich die Damenhose.
Im ersten Anschein wirkte er ganz ruhig, fast betont ruhig, als ich später nochmal neugierig auf seine sehr ordentlich gemachten Fingernägel sah, fiel mir auf, wie seine Hände vor Anspannung zitterten. Den Bäcker verließ er sehr schnell und vermied jeden Blickkontakt mit anderen Kunden.
Ich hätte ihn gerne angesprochen, die Situation erschien mir aber nicht so geeignet, da er offensichtlich unter Stress stand und vermutlich dann auch alle anderen Kunden besonderes Augenmerk auf ihn gerichtet hätten. Vermutlich hatte er nicht mal bemerkt, dass der Mann nach ihm einen Rock trug.
Was mich immer noch beschäftigt ist die Frage, warum es für Männer so schwer ist, sich außerhalb der Kleidungs"normen" zu bewegen, vor allem wenn sie in die weibliche Richtung tendieren.
Egal ob in seinem Rucksack noch das restliche Equipment für die vollständige Verwandlung war, der ob er eben nur Higheels und schöne Fingernägel mag, was setzt einen unter Stress wenn Mann diese Regeln übertritt.
Die Umwelt, zumindest in diesem Fall nicht. Klar fielen die Nägel auf, aber Reaktionen des Bäckers und seiner Kunden habe ich nicht die geringsten bemerkt, weder auf ihn, noch auf meinen Rock. (gut, der Bäcker sieht mich nicht das erste Mal im Rock...)
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Sabrina Verena
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Hallo!
Ich denke, dass ist das anerzogene Kopfkino.
Ich war übrigens Gestern mit langen, pinken Nägeln, aber als Mann Brötchen holen.
Es hat sich Niemand über die Nägel mokiert.
Lediglich die Verkäuferin bemerkte diese und reagierte eher wohlwollend.
LG Verena
Ich denke, dass ist das anerzogene Kopfkino.
Ich war übrigens Gestern mit langen, pinken Nägeln, aber als Mann Brötchen holen.
Es hat sich Niemand über die Nägel mokiert.
Lediglich die Verkäuferin bemerkte diese und reagierte eher wohlwollend.
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
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Vincent
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Genau so sehe ich das auch und freute mich, dass es noch mehr kreative Männer gibt.Saari hat geschrieben: So 27. Mai 2018, 12:52 Das ist doch jedermanns Geschmack und geht den anderen zum Kommentieren nichts an.
Wenn es ihm gefällt, so soll er das doch tun.
Erst als ich bemerkte, unter welchem Stress er stand habe ich darüber etwas betreten darüber nachgedacht wo viele (für sich) das Problem sehen.
Saari hat geschrieben: So 27. Mai 2018, 12:52 Vincent was soll das: "¦"Beim Einpacken der Tüten in seinen Rucksack fielen mir zuerst seine sehr langen, roten Fingernägel auf, dann seine hohen Absätze und schließlich die Damenhose...".
Entschuldige, wenn ich mir andere Leute ansehe, bemerken was sie tragen stellt in keinster Weise eine Kritik dar, und im Übrigen wären mir genau die genannten Dinge, aufgrund ihrer Ausprägung, auch an einer Frau aufgefallen - Würdest Du das dann auch unmittelbar als Kritik werten?
LG
Vincent
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Olivia
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Hallo zusammen,
ich glaube, ich weiß wie es "dem Mann mit den roten Nägeln" ging. Das hat nichts mit Rationalität zu tun. Natürlich "darf" man das - und es wird vielleicht auch nicht negativ kommentiert (vielleicht aber auch schon und vielleicht auch sehr heftig!). Es ist mehr das anerzogene Bild, das man im Kopf hat und das wirkt stärker, als viele sich das vorstellen können. Und das ist auch Scham, auch wenn manche es nicht glauben - und das ist stärker als viele es glauben. Als Mann mit hohen Absätzen und roten Nägeln einkaufen zu gehen, ist für viele und auch für mich nahezu unvorstellbar - und wenn man es tut, dann mit Herzklopfen, schlechtem Gewissen und Angst und Angst und Angst... - leider aber es ist so. Da helfen die vielen positiven Erlebnisberichte hier auch nicht weiter.
Liebe Grüße von Olivia
ich glaube, ich weiß wie es "dem Mann mit den roten Nägeln" ging. Das hat nichts mit Rationalität zu tun. Natürlich "darf" man das - und es wird vielleicht auch nicht negativ kommentiert (vielleicht aber auch schon und vielleicht auch sehr heftig!). Es ist mehr das anerzogene Bild, das man im Kopf hat und das wirkt stärker, als viele sich das vorstellen können. Und das ist auch Scham, auch wenn manche es nicht glauben - und das ist stärker als viele es glauben. Als Mann mit hohen Absätzen und roten Nägeln einkaufen zu gehen, ist für viele und auch für mich nahezu unvorstellbar - und wenn man es tut, dann mit Herzklopfen, schlechtem Gewissen und Angst und Angst und Angst... - leider aber es ist so. Da helfen die vielen positiven Erlebnisberichte hier auch nicht weiter.
Liebe Grüße von Olivia
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Heidiontour
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Ich finde es auch sehr schade, dass in unserer Gesellschaft nicht offener mit diesem Thema umgegangen wird. Anfangs war auch ich furchtbar nervös, wenn ich in der Öffentlichkeit meine weibliche Seite auslebte. Zwischenzeitlich ist es für mich eigentlich schon normal, und auch wenn mich immer wieder verwunderte Blicke erreichen, so gebe ich mich so, wie ich mich in diesem Moment auch fühle.
Da ist es mir egal, was der oder die andere über mich denken mag.
Ich bin beruflich sehr viel unterwegs und nutze meine freie Zeit als Frau zu bummeln und zu shoppen. Bei Männern, die mir einen verwunderten Blick zuwerfen, könnte es ja sogar sein, dass ich bei ihnen etwa auslöse, es irgendwann ja einmal mir gleichzutun. Das wäre schön, dann würde unsere Transgendergemeinschaft sicherlich größer. Übrigens ist mir bei meinen Shoppingtouren leider noch keine gleichgesinnte Person begegnet. Wäre mal ein Anlass, gemeinsam einen Kaffee zu trinken.
Schade, man müsste in die Zukunft schauen können, wahrscheinlich gibt es dann modisch und damit vielleicht auch optisch kaum noch eine Geschlechtertrennung.
Da ist es mir egal, was der oder die andere über mich denken mag.
Ich bin beruflich sehr viel unterwegs und nutze meine freie Zeit als Frau zu bummeln und zu shoppen. Bei Männern, die mir einen verwunderten Blick zuwerfen, könnte es ja sogar sein, dass ich bei ihnen etwa auslöse, es irgendwann ja einmal mir gleichzutun. Das wäre schön, dann würde unsere Transgendergemeinschaft sicherlich größer. Übrigens ist mir bei meinen Shoppingtouren leider noch keine gleichgesinnte Person begegnet. Wäre mal ein Anlass, gemeinsam einen Kaffee zu trinken.
Schade, man müsste in die Zukunft schauen können, wahrscheinlich gibt es dann modisch und damit vielleicht auch optisch kaum noch eine Geschlechtertrennung.
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Christine75
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Die Freiheit, Akzeptanz und Toleranz ist in diesem Forum nicht zu übersehen. Es ist doch wie immer die Gesellschaft, die nicht in den Kopf kriegt, das es nichts abartiges, absonderliches, schreckliches oder verbotenes ist, wenn ein Mann sich als Frau kleidet und schminkt.Saari hat geschrieben: So 27. Mai 2018, 16:17 Wenn jemand rote Fingernägel hat, Schuhe mit hohen Absätzen oder auch Damenhosen trägt ist doch immer noch jedermanns Sache.
Ich meine, dies ist alles ins Belieben des jeweiligen Trägers gestellt uns geht es nichts an.
Man regt sich doch auch nicht auf, wenn Mädchen dies tun.
Mich fragt ja auch niemand, wenn er meinen Busen bemerken sollte.
Er könnte sich nur eine für ihn entsprechend negative Antwort einhandeln.
Wo bleibt die so viel und oft besprochene persönliche Freiheit, gerade in diesem Forum?
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Cybill
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Ähm Saari,
Vincent hat eine Situation beschrieben und das sehr detailliert. Weder bewertend, noch abschätzig. Ich glaube, dass das in keiner Weise verwerflich ist, sondern lediglich darauf hinweist, dass es eben mehr als unsere Gemeinde gibt.
Gruß
Cybill
Vincent hat eine Situation beschrieben und das sehr detailliert. Weder bewertend, noch abschätzig. Ich glaube, dass das in keiner Weise verwerflich ist, sondern lediglich darauf hinweist, dass es eben mehr als unsere Gemeinde gibt.
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Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!
Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Dolores59
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Zu allererst das Kopfkino. Vor meinen ersten Auftritten habe ich mir Fragen gestellt, wie "was werden die Leute sagen" oder "wie reagieren die Leute". Allzuleicht geht die Fantasie durch und Ängst machen sich breit.Vincent hat geschrieben: So 27. Mai 2018, 12:23 Ich hätte ihn gerne angesprochen, die Situation erschien mir aber nicht so geeignet, da er offensichtlich unter Stress stand und vermutlich dann auch alle anderen Kunden besonderes Augenmerk auf ihn gerichtet hätten. Vermutlich hatte er nicht mal bemerkt, dass der Mann nach ihm einen Rock trug.
Was mich immer noch beschäftigt ist die Frage, warum es für Männer so schwer ist, sich außerhalb der Kleidungs"normen" zu bewegen, vor allem wenn sie in die weibliche Richtung tendieren.
Egal ob in seinem Rucksack noch das restliche Equipment für die vollständige Verwandlung war, der ob er eben nur Higheels und schöne Fingernägel mag, was setzt einen unter Stress wenn Mann diese Regeln übertritt.
Vincent
Hinterher hat sich herausgestellt, dass 99% der Befürchtungen völlig unnötig waren.
Aber um diese Erfahrungen zu machen, muss man sich unter die Leute begeben. Und bei den ersten Malen ist Lampenfieber ganz normal.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
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Silke61
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
@Saari: Natürlich ist es in jedermanns Belieben gestellt und ich habe Vincent auch nicht so verstanden, daß er die roten Fingernägel als solche kommentieren wollte, sondern den Zusammenhang von roten Fingernägeln und Stress/zittrigen Händen.
@Olivia und Vincent:
Ich stehe genauso hilflos vor der Frage, woher die Angst kommt. Natürlich "darf man das" und meistens gibt es auch keine Reaktionen oder gar wohlwollende.
Einzige Erklärung, die mir einfällt ist, daß man jederzeit auch mit einer beschämenden (Fingerzeigen, Lachen, mehr oder weniger beleidigende Sprüche) oder in seltenen Fällen gar gewalttätigen Reaktion rechnen muß. Ok, vielleicht nicht beim Bäcker aber schon auf der Straße, wenn man ener Gruppe Halbstarker begegnet.
Deshalb würde ich die Frage für mich etwas anders formulieren: Warum ist es in den Augen einiger Mitmenschen so belustigend/pervers/was auch immer wenn ein Mann sich ein weibliches Erscheinungsbild gibt? Ich kann es mir nur so erklären, daß dahinter immer noch ein sehr patriarchalisches Menschenbild steckt und demnach ein Mann, der sich als Frau gibt, erstens seine "soziale Überlegenheit" aufgibt und zweitens genau dieses patriarchalische Weltbild hinterfragt. Das kann für manche der besagten Halbstarken, die gerade dabei sind, ihre Männlichkeit zu entwickeln und zu entdecken ein Problem sein.
Wenn meine Vermutung richtig ist, dann ist das Ganze fast ausschließlich ein männliches Problem. Überprüfen ließe sie sich mit einem Gedankenexperiment: Wenn ich sicher bin, draußen nur Frauen zu begegnen, wäre die Angst noch dieselbe? Oder noch genauer, da auch viele Frauen nach wie vor das traditionelle Rollenbild vertreten, wenn ich sicher wäre, draußen nur aufgeklärten, modernen Menschen zu begegnen, würde die Hand immer noch zittern?
Wie gesagt, ich bin bei allen Erklärungsversuchen immer noch sehr unsicher. Es spielen so viele Aspekte hinein, nicht zuletzt auch die eigene Erziehung, Erfahrungen, wie mit "Exoten" welcher Art auch immer umgegangen wurde und sicher noch vieles mehr. Jedenfalls habe auch ich diese Angst, solange ich noch kein besseres Passing habe.
LG
Silke
@Olivia und Vincent:
Ich stehe genauso hilflos vor der Frage, woher die Angst kommt. Natürlich "darf man das" und meistens gibt es auch keine Reaktionen oder gar wohlwollende.
Einzige Erklärung, die mir einfällt ist, daß man jederzeit auch mit einer beschämenden (Fingerzeigen, Lachen, mehr oder weniger beleidigende Sprüche) oder in seltenen Fällen gar gewalttätigen Reaktion rechnen muß. Ok, vielleicht nicht beim Bäcker aber schon auf der Straße, wenn man ener Gruppe Halbstarker begegnet.
Deshalb würde ich die Frage für mich etwas anders formulieren: Warum ist es in den Augen einiger Mitmenschen so belustigend/pervers/was auch immer wenn ein Mann sich ein weibliches Erscheinungsbild gibt? Ich kann es mir nur so erklären, daß dahinter immer noch ein sehr patriarchalisches Menschenbild steckt und demnach ein Mann, der sich als Frau gibt, erstens seine "soziale Überlegenheit" aufgibt und zweitens genau dieses patriarchalische Weltbild hinterfragt. Das kann für manche der besagten Halbstarken, die gerade dabei sind, ihre Männlichkeit zu entwickeln und zu entdecken ein Problem sein.
Wenn meine Vermutung richtig ist, dann ist das Ganze fast ausschließlich ein männliches Problem. Überprüfen ließe sie sich mit einem Gedankenexperiment: Wenn ich sicher bin, draußen nur Frauen zu begegnen, wäre die Angst noch dieselbe? Oder noch genauer, da auch viele Frauen nach wie vor das traditionelle Rollenbild vertreten, wenn ich sicher wäre, draußen nur aufgeklärten, modernen Menschen zu begegnen, würde die Hand immer noch zittern?
Wie gesagt, ich bin bei allen Erklärungsversuchen immer noch sehr unsicher. Es spielen so viele Aspekte hinein, nicht zuletzt auch die eigene Erziehung, Erfahrungen, wie mit "Exoten" welcher Art auch immer umgegangen wurde und sicher noch vieles mehr. Jedenfalls habe auch ich diese Angst, solange ich noch kein besseres Passing habe.
LG
Silke
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Exuser-2019-01-04
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Ich verstehe Vincent so, daß er gewissermassen empathisch "mitgelitten" hat und gerne etwas Nettes hatte sagen wollen. Darin sehe ich aber nichts Verwerfliches.Vincent hat geschrieben: So 27. Mai 2018, 12:23 Ich hätte ihn gerne angesprochen, die Situation erschien mir aber nicht so geeignet, da er offensichtlich unter Stress stand und vermutlich dann auch alle anderen Kunden besonderes Augenmerk auf ihn gerichtet hätten.
Was mich immer noch beschäftigt ist die Frage, warum es für Männer so schwer ist, sich außerhalb der Kleidungs"normen" zu bewegen, vor allem wenn sie in die weibliche Richtung tendieren.
Die Frage nach dem Grund, warum Männer sich ... schwer tun, erscheint mir aber doch angesichts der vielen diesbezüglichen Eigenberichte z.B. hier im Forum doch ein wenig naiv, denn die Masse der Gesellschaft ist intolerant, egal was man glaubt oder glauben will.
VG Sasha
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Michi
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Hallo Silke,Silke61 hat geschrieben: So 27. Mai 2018, 16:58 Wenn meine Vermutung richtig ist, dann ist das Ganze fast ausschließlich ein männliches Problem. Überprüfen ließe sie sich mit einem Gedankenexperiment: Wenn ich sicher bin, draußen nur Frauen zu begegnen, wäre die Angst noch dieselbe? Oder noch genauer, da auch viele Frauen nach wie vor das traditionelle Rollenbild vertreten, wenn ich sicher wäre, draußen nur aufgeklärten, modernen Menschen zu begegnen, würde die Hand immer noch zittern?
nach meinen Beobachtungen ist es leider dennoch kein männliches Problem, sondern entspringt viel mehr der gelebten Wechselbeziehung der Geschlechter.
Wenn wir Frauen begegnen, die uns als Mann in Frauenkleidern erkennen, dann haben sie keinen Grund, uns gegenüber feindlich zu sein. Wir werden von ihnen zumeist als "schwul" einsortiert, und sind dementsprechend keine Bedrohung, weil wir dann ja (sexuell) nichts von ihnen "wollen".
Anders ist es bei Männern, die sich in ihrer Männlichkeit bedroht sehen. Sehr unangenehm dürfte es ihnen wohl sein, wenn sie bemerken, dass die vermeintliche Frau, der sie gerade hinterher gesabbert haben, in Wirklichkeit ein Mann ist. Dann werden homophobe Ängste getriggert und Aggressionen als klares Bekenntnis verwendet, dass man selbst auf gar keinen Fall schwul ist.
Kein männliches Problem ist es aus dem Grund, dass Frauen die Männer für aggressiv-männliches Verhalten immer wieder mit Anerkennung belohnen! So oft auch hergebetet wird, dass sich Frauen andere Männer wünschen würden, bekommen dennoch viel eher die Arschlochtypen den Vorzug, die dem netten Kerl von nebenan dafür auch gerne mal auf die Fresse hauen!
Aber zum Glück bestätigen die Ausnahmen die Regel, sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Sonst hätten ja nicht so viele von uns eine Partnerin gefunden, die uns versteht. Wobei ich auch hier den Wehmutstropfen dazugeben muss, dass nicht wenige erst durch schlechte Erfahrungen (mit gewalttätigen Partnern o.ä.) klug geworden sind.
Dazu mein gewähltes Zitat des Tages in "Wer schrieb Was?"
Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Silke61
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Hallo Michi,
wird schon alles (auch) richtig sein, was Du schreibst. Das macht es ja so schwierig, daß so viele Aspekte zusammen spielen. Jede Menge Testosteron, Kopfkino und was nicht alles schafft eine Situation, in der ich ganz konkret Angst habe, bei dem warmen Wetter morgen in meinem neuen luftigen Sommerkleid aus dem Haus zu gehen.
Natürlich könnt Ihr sagen: "Mach doch einfach", so wie der Mann mit den roten Fingernägeln. Mache ich vielleicht auch aber so sehr ich mich danach sehne, richtig gekleidet zu sein, so sehr sehne ich mich auch danach, dies angstfrei tun zu können.
Und deshalb finde ich die Diskussion alles andere als akademisch. Ich muß die Angst verstehen, um wirkungsvoll dagegen angehen zu können (so bin ich jedenfalls gebaut).
Und manchmal gehört dazu eben auch das, was Mädchen schon von klein auf beigebracht wird: Einige Orte oder Situationen schlicht zu meiden. Andere Situationen wie die beim besagten Bäcker müssen dann auch keine Angst mehr machen.
Um solche Unterscheidungen treffen zu können, muß ich aber besser verstehen, was da in mir und in dem, der mich anglotzt vorgeht. Jedenfalls bilde ich mir das ein, um morgen doch noch einmal mit (Damen-)Jeans davon zu kommen
Liebe Grüße
Silke
wird schon alles (auch) richtig sein, was Du schreibst. Das macht es ja so schwierig, daß so viele Aspekte zusammen spielen. Jede Menge Testosteron, Kopfkino und was nicht alles schafft eine Situation, in der ich ganz konkret Angst habe, bei dem warmen Wetter morgen in meinem neuen luftigen Sommerkleid aus dem Haus zu gehen.
Natürlich könnt Ihr sagen: "Mach doch einfach", so wie der Mann mit den roten Fingernägeln. Mache ich vielleicht auch aber so sehr ich mich danach sehne, richtig gekleidet zu sein, so sehr sehne ich mich auch danach, dies angstfrei tun zu können.
Und deshalb finde ich die Diskussion alles andere als akademisch. Ich muß die Angst verstehen, um wirkungsvoll dagegen angehen zu können (so bin ich jedenfalls gebaut).
Und manchmal gehört dazu eben auch das, was Mädchen schon von klein auf beigebracht wird: Einige Orte oder Situationen schlicht zu meiden. Andere Situationen wie die beim besagten Bäcker müssen dann auch keine Angst mehr machen.
Um solche Unterscheidungen treffen zu können, muß ich aber besser verstehen, was da in mir und in dem, der mich anglotzt vorgeht. Jedenfalls bilde ich mir das ein, um morgen doch noch einmal mit (Damen-)Jeans davon zu kommen
Liebe Grüße
Silke
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Michi
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Hallo Silke,
ich verstehe deine Ängste nur zu gut, weil ich auch selbst damit zu kämpfen habe. Ich würde so gern weiter nach Leipzig zum WGT fahren. Dieses Jahr habe ich zu Gunsten meiner neuen Freundin darauf verzichtet, und musste dann am Dienstag nach Pfingsten hören, dass mittlerweile die halbe Firma nach Leipzig fährt, um allerlei schwarze und bunte "Vögel" zu schauen und ihre Sensationsgier zu befriedigen. Was ich wieder mit anhören musste, wie man sich teilweise über die verschiedenen Kategorien geäußert hat ... insbesondere über "Fetisch"-Leute und Männer in Frauenkleidern ... da vergeht es mir nachhaltig.
Dennoch müssen wir uns immer weiter darüber austauschen, um weiter zu kommen.
Liebe Grüße
Michi
ich verstehe deine Ängste nur zu gut, weil ich auch selbst damit zu kämpfen habe. Ich würde so gern weiter nach Leipzig zum WGT fahren. Dieses Jahr habe ich zu Gunsten meiner neuen Freundin darauf verzichtet, und musste dann am Dienstag nach Pfingsten hören, dass mittlerweile die halbe Firma nach Leipzig fährt, um allerlei schwarze und bunte "Vögel" zu schauen und ihre Sensationsgier zu befriedigen. Was ich wieder mit anhören musste, wie man sich teilweise über die verschiedenen Kategorien geäußert hat ... insbesondere über "Fetisch"-Leute und Männer in Frauenkleidern ... da vergeht es mir nachhaltig.
Dennoch müssen wir uns immer weiter darüber austauschen, um weiter zu kommen.
Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Simone 65
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Ich wollte am Samstag ein Mädel begleiten. Wir wollten vom Transnormal los . Wir waren schon draussen vor der Tür .
Da war auf einmal Angst, Panik . Ich habe ihre Hand gehalten , ganz kalt und gezittert . Wir sind gleich wieder rein .
Ich habe schon öfter Mädels begleitet . So habe ich Es noch nicht erlebt .
Liebe Grüße Simone
Da war auf einmal Angst, Panik . Ich habe ihre Hand gehalten , ganz kalt und gezittert . Wir sind gleich wieder rein .
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Liebe Grüße Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
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Magdalena
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Re: Der Mann mit den roten Nägeln
Hallo,
es ist nicht einfach seine Ängste zu überwinden. Und nicht immer muss es das Trans sein, was unsere Ängste auslöst. Der Mann mit den roten Fingernägeln, war ja schon in der Öffentlichkeit unterwegs.
Vielleicht war es die Situation im Bächereigeschäft, die den Männ unsicher wirken ließ. Einige fühlen sich in engen Räumen unwohl , Platzangst. Ich habe eine Bekannte, keine Transfrau, die Ängste bis hin zu Panikatacken bekommt, einfach ungewohnte Orte und unbekannten Situationen machen ihr Angst. Dies ging so weit, dass sie zwar arbeitsuchend froh ist, eine Absage auf ihre Bewerbung zu bekommen. Nur um sich nicht in ungewohnt anderen Menschen gegenüber zu sein, eine Art Kontaktangst oder auch Menschenscheu.
Viele liebe Grüße Magdalena
es ist nicht einfach seine Ängste zu überwinden. Und nicht immer muss es das Trans sein, was unsere Ängste auslöst. Der Mann mit den roten Fingernägeln, war ja schon in der Öffentlichkeit unterwegs.
Vielleicht war es die Situation im Bächereigeschäft, die den Männ unsicher wirken ließ. Einige fühlen sich in engen Räumen unwohl , Platzangst. Ich habe eine Bekannte, keine Transfrau, die Ängste bis hin zu Panikatacken bekommt, einfach ungewohnte Orte und unbekannten Situationen machen ihr Angst. Dies ging so weit, dass sie zwar arbeitsuchend froh ist, eine Absage auf ihre Bewerbung zu bekommen. Nur um sich nicht in ungewohnt anderen Menschen gegenüber zu sein, eine Art Kontaktangst oder auch Menschenscheu.
Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.