Abgesehen davon, dass ich es ziemlich verdreht finde, Minderheiten in dieser Art und Weise abzutun, ist das auch gar nicht mein Ansatz. Und "anmassend" ist Kritik an der Form, kein Argument.Ansonsten stört mich immer wieder, wenn versucht wird, verbreitete Ansichten (z.B. was Geschlecht ist) ad absurdum zu führen bzw. als falsch oder überholt zu deklarieren, nur weil sie nicht alle möglichen Fälle abdecken.
Es geht nicht primär darum, ob es einen Begriff oder eine Ansicht gibt, der/die alle möglichen Fälle abdeckt. Es geht um die Frage, ob das, was als existent behauptet wird, nämlich ein definierbares, klassifizierbares Geschlecht jenseits der potentiellen Gameteneigenschaften, auch tatsächlich existent ist. Der Beweis dessen steht bis dato aus. Meine Frage lautet: Welches ist das vernichtende Argument gegen die Thesen von de Beauvoir, Foucault und Butler?
Wenn 99% der Menschen (...) glauben zu wissen, was Geschlecht ist und mit dieser Erkenntnis einen ebenso hohen Anteil von Menschen diesbezüglich richtig zuordnen können,......
Das ist jedenfalls nicht das gesuchte Argument. Das ein ungefähr gleich hoher Prozentsatz der Menschen mal geglaubt hat, auf einer fixierten Kugel zu leben, um die die Sonne und alles andere im All rotiert, hat nämlich auch nichts daran geändert, dass dieser Glaube ein Irrglaube war.
Und "richtig zuordnen" wäre de facto unmöglich, wenn Geschlecht im geglaubten Sinn gar nicht existiert. Dann wäre auch die 'richtige' Zuordnung durch andere nur entweder individueller Wunsch oder fataler Irrtum; oder beides.
Wollen wir unsere Sprache, unser Handeln und sogar unser Sein wirklich an einen Glauben hängen, der sich als Irrglaube herausstellen kann? Ich will und werde das nicht.
Habt es gut
Marielle