meistens sind es Freunde, Bekannte oder Nachbarn, die mich mit Herr oder als Nikolaus ansprechen. Und da kann ich immer wieder verbessern, bis es mir zum Hals heraus hängt, oder sie sagen "Nicole" und schauen mich dabei schräg an. Und dann neulich in der Sparkasse: Herr ... - ja klar, ich bin da ja als solcher geführt und im Perso steht es auch. So langsam begreife ich, warum vielen die NÄ/PÄ so wichtig ist. Als ich noch als Teilzeitfrau öfter im Mann-Modus unterwegs war, machte mir das alles nichts aus, aber irgendwie nervt es zunehmend. Ich habe mich schon einmal gefragt: Was würde ich machen, wenn ich noch jung und unerfahren wäre? - vielleicht das volle Programm mit NÄ/PÄ, HRT und GAOP, nur damit endlich Ruhe ist? - und das, obwohl ich mich eher als nicht-binär sehe!?
Nun zur eigentlichen Frage: Also wie antworte ich? - Wenn mir die Person wichtig ist, erkläre ich, dass ich gerne mit Frau oder Nicole angesprochen werden möchte. Wenn nicht, ignoriere ich es.
Bei den meisten ist wohl ähnlich wie bei meinem Freund und Nachbar. Der begreift das mit Nicole einfach nicht. Neulich hat er mir lang und breit erklärt, dass ich mich bei unseren früheren gemeinsamen Aktivitäten als Mann wohl gefühlt haben MUSS. Das kann doch alles einfach nicht nur gespielt gewesen sein. Beim Versuch es zu erklären habe ich immer nur im Kreis herum geredet. Diagnose: Wenn es einem zu gut geht, macht man sich Probleme - also gewissermaßen trans oder nicht-binär nur aus Langeweile???
Aber dann vor einiger Zeit im Second-Hand-Laden: "Dieses Kleid könnte doch Nicole vielleicht passen ...". Es geht. Aber nur dann wirklich, wenn man mich gar nicht oder von Anfang an als Nicole kennt.
LG Nicole