Hallo Svenja,sbsr hat geschrieben: Do 12. Apr 2018, 16:31Hallo Ulla,Drachenfrau hat geschrieben: Do 12. Apr 2018, 09:38 Denn dadurch, dass du es deiner Frau verschwiegen hast, war ein bestimmtes Bedürfnis größer, was du gebraucht hattest, als das, es ihr zu sagen und den Konsequenzen ins Auge zu sehen - auch hier kann wieder Angst etwas damit zu tun gehabt haben.
für mich eine plausible Erklärung, ich habe auch keine Notwendigkeit, das vor mir selbst zu rechtfertigen.
ich sehe das nicht als eine Rechtfertigung, sondern mehr einen Weg sich selbst zu verstehen, sich besser kennen zu lernen und seine "Fehler" in einem neuen Licht zu betrachten, was langfristig dazu führen kann, dass das Leben etwas einfacher wird - besonders in der Kommunikation anderer Menschen gegenüber.
Meine früheren "Fehler" unter dem Gesichtspunkt von Bedürfnissen zu betrachten, warum ich diese beging, hat mich eine ganze Menge selbstehrlicher werden lassen, authentischer und ich kenne mich nun wirklich ein Stück weit anders - neuer.
Es ist etwas, das Marshall Rosenberg mit zugrunde legte in der Gewaltfreien Kommunikation.
Hieraus habe ich diesen Gedanken gezogen.
Deswegen schrieb ich ja auch, dass immer wieder, wenn es sich ergibt, das Gespräch zu suchen.
Denn ein anderer Gesichtspunkt ist, wie kannst du dich selbst sehen wie du bist, aber nicht deine Frau?
Vielleicht ist das eine Chance, deine Frau noch einmal neu kennen zu lernen, ihre Ängste mit zu erforschen, wo sie her kommen und was ihr tun könnt, um zusammen mutig durchs Leben zu gehen. (Das gilt umgekehrt auch für dich)
In Bezug auf eure Nachbarn musste ich an früher denken.
Vor über 20 Jahren war ich selbständig irgendwo im Süden in einem Dorf. Ich saß regelrecht auf dem Präsentierteller 24/7.
Was ich trug, was ich nicht trug, was ich im Restaurant aß oder nicht, wann ich dort war oder nicht, was ich einkaufte, mit wem ich redete, etc.
Ich habe nicht - bis heute nicht - verstanden, weshalb dies für andere so wichtig war.
Die allerwichtigste Lektion meines Lebens daraus war: man kann es den anderen nicht zu 100 % recht machen - es wird immer welche geben, die einen für irgendetwas kritisieren UND niemand hat sich darum gerissen, mal 1000 Meilen in meinen Schuhen zu gehen oder in meiner Haut stecken zu wollen.
Wie ich schon weiter vor in einem Beitrag schrieb, braucht deine Frau auch für sich und die neue Erkenntnis über dich Raum (Zeit für sich, die Möglichkeit sich auf ihre Weise wieder neu zu finden, zur Ruhe zu kommen und mit dem neuen Wissen umgehen zu können, es wirken zu lassen).
Ich habe extra geschrieben Raum, nicht Zeit allein, denn ohne dass man diese Zeit nutzt Neues auszuprobieren, verändert sich nichts.
Viktoria brachte es ja auch noch einmal auf den Punkt. Du hast jetzt keinen Grund mehr zu lügen und es ist ein Prozess, der machbar ist, dass ihr euch wieder zusammen findet.
Liebe Grüße,
Ulla