Sweatkleid, Strumpfhose, Sneakers und eine Jeansjacke drüber — fertig. Ich fühlte mich wohl und hatte auch nicht das Gefühl besonders auf zu fallen — gut, die meiste Zeit war ich im Auto unterwegs.
Mit meinen Besorgungen war ich fertig, als ich an einem kleinen Geschäft vorbei ging, die Damenkleidung und Taschen im Fenster hatten. Mir fiel eine Tasche auf, die mir gefiel — nicht für mich, sondern als Geburtstagsgeschenk für meine Partnerin (sie liest hier nicht mit
Und plötzlich hatte ich wieder Mal Hemmungen, und wünschte mir gerade "normale" Kleidung. Kleine familiäre Läden mag ich grundsätzlich weniger, und Kleidung kaufe ich fast ausschließlich online — schon immer, seit es möglich ist.
Jede Menge Hindernisse für mich, den Laden zu betreten. Aber, was tut man nicht alles, für die Liebste ( hätte ich etwas für mich gesehen, wäre ich sicherlich weitergegangen). Ich stehe also kurz darauf im Laden und werde gefragt, was ich suche. Ich bemerke eine kleine Verunsicherung der Verkäuferin, ob ich die Tasche jetzt für mich oder jemanden anders suche, während mich eine andere Verkäuferin aus gewisser Entfernung mustert.
Nach ein paar Taschen hin und her, entscheide ich mich am Ende für eine andere, als die, die ich zuerst gesehen habe, für meine Frau.
Während mir die eine oder andere Tasche gereicht wird, haben die Damen, die zuerst beobachtende Mitarbeiterin kam mittlerweile auch dazu, noch ausführlich erläutert, welche Tasche für mich und mein Outfit gut aussehen würde. Ja, nach anfänglicher vorsichtiger Zurückhaltung wurde mein Kleid und die Strumpfhose bei den Zweien das Thema, was mir anfangs eigentlich nicht wirklich Recht war — ich bin wie ich bin, kleide mich wie ich will, und möchte, dass das schlicht so hingenommen wird.
Sie thematisierten meine Kleidung aber dann doch auf eine Weise, dass es für mich ok war.
Im Laufe des Gesprächs meinten sie, dass sie zuerst verwirrt waren, es ihnen mittlerweile aber gar nicht mehr so ungewöhnlich, sondern schon fast normal vorkäme, dass auch ein Mann mal ein Kleid trägt. Besonders erstaunt waren sie, dass ein Mann mittleren Alters, in Kleidung die man eher jüngeren Frauen zurechnet, nicht seltsam, sondern eher normal erscheint.
Am Ende verließ ich mit einer interessante Begegnung, einer Handtasche, einigen Komplimenten und etwas aufgewühlt den Landen.
Keine schlechte Erfahrung, aber sehr anstrengend — ich bin mir nicht sicher, ob ich meinen großen Bogen um kleine Geschäfte, den ich seit jeher mache, nicht doch lieber beibehalte.