Hallo

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da dies ja nun doch ein etwas längerer Thread wird, will auch ich mich dazu äußern.
Ich fühle mich ehrlich gesagt immer etwas angegriffen wenn man mich in eine dieser Schublädchen stecken möchte.
Tatsächlich ertappe ich mich auch oft beim Analysieren meiner eigenen Denk- und Verhaltensmuster und frage mich
dann "Was bin ich nun eigentlich?", "Wieso bin ich so wie ich bin?" und "Warum tue ich das, was ich gerade tue?".
Am Ende dieses Denkprozesses steht dann aber meist ein noch größeres ? und meine Laune ist auch im Keller.
Wahrscheinlich wären zur Klärung all dieser Fragen intensive Gespräche mit einem Psychologen erforderlich.
Da mein biologisches Ich Sternzeichen "Zwilling" ist, gefiel mir persönlich immer die Vorstellung, dass in mir
zwei gegengeschlechtliche Seelen leben.

Damit sind nun hoffentlich auch die Astrologen berücksichtigt.
Ich finde die Übersicht von Conny sehr hilfreich (
https://www.crossdresser-forum.de/ueber ... n_2013.pdf )
Wie man ganz gut in der Übersicht erkennen kann, gibt es zwischen TG, TV und CD`s sehr viele Schnittmengen.
Diese Begriffe müssen sich also nicht widersprechen. Daher ist das Threadthema vllt. etwas ungünstig gewählt.
Nun zum eigentlichen Thema "CD vs. TS":
Cross-Dressing bezeichnet das Tragen von spezifischer Bekleidung des anderen Geschlechts, unabhängig vom Beweggrund.
Transsexualität bezeichnet das Gefühl nicht, oder nicht ganz, dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht anzugehören.
Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit wäre also jeder TS ein CD, wenn Er/Sie ihre Neigung auch entsprechend auslebt und
keine GaOP vornehmen lassen hat. (dann wäre man kein CD mehr, sofern man sich dem Geschlecht entsprechend kleidet)
Das Delta dazwischen ist aus meiner Sicht ausschließlich in der eigentlichen Motivation bzw. "Was gibt es dir?" begründet.
Personen, die es bspw. erregt einzelne Kleidungsstücke des Gegengeschlechts zu tragen (Schuhe, Unterwäsche, Nylons)
sind für mich keine TS, evtl. nicht mal CD weil sich der Fetisch im Regelfall nur auf einzelne Kleidungsstücke fixiert.
Personen, die sich aufgrund von Zweckmäßigkeit Kleidung des anderen Geschlechts kaufen, sehe ich ebenfalls nicht
als CD. Im Regelfall haben diese Personen beim Kauf von Kleidung gar keine andere Wahl (Mann mit Schuhgröße 39?).
Ähnlich sehe ich das mit der Modefreiheit. Es gibt Personen, die sich gegengeschlechtliche Kleidung anziehen können
und überhaupt nicht unmännlich wirken. Letzte Woche sah ich einen Mann, der über seiner Jeans einen karierten Rock
trug. Das sah sehr gut aus und wirkte überhaupt nicht unmännlich. Androgyne Personen, also Personen die sich optisch
nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen lassen, müssen ebenfalls nicht zwingend CD sein. Nicht alle Androgyne
kleiden sich gegengeschlechtlich. Wenn sie es jedoch tun, sind sie CD und je nachdem wie sie sich selbst fühlen
und wahrnehmen evtl. auch TS.
Ich werde dann wohl als Teilzeitfrau, Anpassung des äußeren Erscheinungsbildes an augenblicklich gefühltes Geschlecht, durchgehen

.
Ich bin mit dem Begriff "Teilzeitfrau" allerdings auch etwas unzufrieden. Es ist ja nicht so, dass sich in mir ein Schalter umlegt und plötzlich
fühle ich als Frau. Meine Gefühle werden eigentlich immer durch meine weibliche Seite bestimmt und ich versuche das Chaos bestmöglich
zu ordnen, bevor es sich in Handlungen ausdrückt, die auf Andere befremdlich wirken könnten. Die weibliche Kleidung ist eigentlich nur
ein Ausdruck meiner eigenen Wahrnehmung und wie ich gerne von anderen wahrgenommen werden möchte.
Es erregt mich nicht weibliche Kleidung zu tragen aber es schmeichelt mir und ich fühle mich darin sehr wohl.
LG, Mel
