CD vs. TS
CD vs. TS - # 2

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Anja
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Re: CD vs. TS

Post 16 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,

wenns um Begrifflichkeiten geht, endet das meistens im Streit. Ist ja nicht der erste Thread im Forum, der sich damit auseinandersetzt.
Aus meiner eigenen Erfahrung bzw. Vergangenheit würde ich den Unterschied so definieren:
Crossdresser bevorzugen bestimmte Kleidung und/oder Accessoires, Schminke, Perücke um sich wohl (weiblich?) zu fühlen. Transfrauen fühlen sich immer weiblich, egal ob sie ne Hose oder einen Rock oder einen Bart tragen...

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
sbsr
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Re: CD vs. TS

Post 17 im Thema

Beitrag von sbsr »

Interessanter Weise hat diese Begrifflichkeit für mich im Laufe des letzten Jahres an Wichtigkeit gewonnen. Bevor ich den (immer noch sehr seltenen) Schritt ans Tageslicht gewagt habe, hätte ich mich aus Unwissenheit als CD bezeichnet. Seitdem habe ich viel gelesen und am Stammtisch mit anderen gesprochen, dadurch kamen hin und wieder schon Zweifel an dieser Einschätzung auf.

Inzwischen bin ich mir halbwegs sicher, zu wissen was ich möchte, und da schadet es gar nicht auch eine mehr oder weniger passende Bezeichnung zu haben. Wohl wissend, dass es nur eine Begrifflichkeit ist, die weder genau und vollumfassend alle Wesenszüge beschreiben kann, und auch nichts daran ändert wie ich bin. Für mich trifft es aus meiner eigenen Sicht aktuell "CD und möchte-gern Teilzeitfrau", was in meinem Fall bedeuten soll, ich trage weibliche Kleidung unauffällig auch im Alltag als Mann, wenn ich es darauf anlege (Kleid, Perücke, Makeup) möchte ich aber optisch als Frau wahrgenommen werden.

Insbesondere hat mir eine solche Einordnung das Gespräch mit den bislang einzigen beiden Menschen erleichtert, die von meiner anderen Seite wissen. Es erleichtert die Kommunikation mit Außenstehenden, wenn man zumindest einen mehr oder weniger passenden Begriff hat, den man erweitern oder einschränken kann. Natürlich nutzt es nichts nur zu sagen ich bin CD, weil man nie weiß was sich das Gegenüber darunter vorstellt, aber es bietet schon mal eine Grundlage.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Vincent
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Re: CD vs. TS

Post 18 im Thema

Beitrag von Vincent »

sbsr hat geschrieben: Mi 14. Mär 2018, 11:02 Interessanter Weise hat diese Begrifflichkeit für mich im Laufe des letzten Jahres an Wichtigkeit gewonnen.
Bei mir hat sich in den letzten Jahren genau das Gegenteil eingestellt.
Wollte ich am Anfang noch wissen, wer ich bin, was ich bin und wie man solche Leute wie mich bezeichnet, ist es für mich mittlerweile irrelevant - irrelevant im Bezug auf andere Personen wie auch auf mich.

Wir sind alle einzelne Individuen, mit jeweils einer ganz eigenen Motivation, Manches so oder anders, zu machen und zu wollen, manche gehören zu einer großen Gruppe gleichen Verhaltens oder ordnen sich ihr unter weil es für sie der beste Weg erscheint.
Aber jeder wird in einzelnen Lebensbereichen eigene, nicht massenkonforme Bedürfnisse haben.

Nur wenn dies den Themenbereich Geschlecht, Sex oder Gender trifft, wird es im Detail analysiert, be- und abgewertet und versteckt.

Für mich ist die Motivation, und die Darstellung des Einzelnen ebenso wenig relevant, wie die Nomenklatur seines Tuns und seiner Bedürfnisse.
Entscheidend ist doch nur, dass der Einzelne sein Leben so gestallten kann, dass er mit sich im Reinen ist und glücklich leben kann, egal ob andere das nachvollziehen können.

Egal ob wir verstehen, was den Nächsten antreibt, wir sollten einander unterstützen seine Bedürfnisse leben zu können.
LG

Vincent
Michi
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Re: CD vs. TS

Post 19 im Thema

Beitrag von Michi »

sbsr hat geschrieben: Mi 14. Mär 2018, 11:02 Interessanter Weise hat diese Begrifflichkeit für mich im Laufe des letzten Jahres an Wichtigkeit gewonnen.
Hallo Svenja,

das hört sich stark nach "Was bin ich?" an. Kann es sein, dass du dir unsicher bist, wo genau die Reise bei dir hingeht?

Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: CD vs. TS

Post 20 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Kein Denken ohne Sprache, keine Identität ohne Worte

Ich habe neulich diesen Satz gelesen und möchte ihn nutzen, um auf den Kern der Frage einzugehen.
Dieser Satz erklärt, warum ich so lange gesucht habe, um Begrifflichkeit für mich zu finden und warum es wichtig ist die richtigen Worte zu verwenden, wenn ich über mich und meine Identität spreche. Und da jede Botschaft nicht nur gesendet, sondern auch empfangen wird, sollte der Kommunikationsweg klar und natürlich die Bedeutung jedes Wortes und jeder Wortkombination auf allen beteiligten Seiten gleich sein.

In sofern ist die Frage nach CD, TS, DWT, TV .. und ... und ... und ... natürlich berechtigt und wichtig. Solange ich mit mir selbst kommuniziere ist es natürlich eher unerheblich, da Sender und Empfänger ja gleich sind. Wenn ich da "blau" meine, "rot" zu mir sage und "blau" verstehe ... dann ist alles im Lot. Sobald das aber nach außen geht ... ist Chaos vorprogrammiert ....

Ein Beispiel: Wenn ich über TS reden, meine ich Transsexuelle im Sinne von "F64.0. Transsexualismus. Info: Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden." .... andere verstehen jedoch schnell "Porno" und denken an Frauen mit Penis in entsprechenden Filmchen.

Ich habe sicher einige Monate gebraucht, um die verschiedenen Begrifflichkeit zu verstehen und zu sortieren. Heute kann ich meine Gefühle und mich selbst ganz gut einordnen und mich mit Hilfe dieser "Vokabeln" beschreiben. Auch wenn - und da geben ich Euch Recht - in den seltensten Fällen eine Schublade wirklich reicht.

Liebe Grüße
VanessaL
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Re: CD vs. TS

Post 21 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-09 »

Ich bevorzuge " Transsexuell "
Alles andere sind Schubladen wo man versucht uns rein zu stecken und das mag ich gar nicht.
Auch muss man bzw ich unterscheiden wo ich mich gerade befinde. Auf Arbeit zB sieht es mir keiner an wie es um mich steht.
Job und Karriere stehen mMn im Vordergrund vor dem persönlichen Wohlergehen.
Liegt einem daran muss man so oder so aufpassen.

Nur: Die Welt ist ein Dorf.

Auch diese ganzen Kürzel hängen mir zum Hals raus.
Wirft man damit um sich steht man meist noch in Pflicht sich erklären zu müssen.
Michelle_Engelhardt
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Re: CD vs. TS

Post 22 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Sahara65 hat geschrieben: Fr 16. Mär 2018, 08:53
Job und Karriere stehen mMn im Vordergrund vor dem persönlichen Wohlergehen.
Na dann...., jede(r) möge nach seiner / ihrer Facon seelig werden (moin)
Für mich war es immer wichtig (und ist es bis heute) Job, Karriere und Wohlergehen in Einklang zu bringen.

LG Michelle

PS. Ja, ich weiß, jetzt kommt vermutlich, dass das bei Dir aus den und den Gründen nicht möglich ist, oder zu anstrengend oder sonstwas :wink:
Fühle Dich bitte nicht angegriffen, denn das ist nur meine persönliche Meinung (smili)
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
ExuserIn-2018-07-15

Re: CD vs. TS

Post 23 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 »

VanessaL hat geschrieben: Fr 16. Mär 2018, 08:01 Ein Beispiel: Wenn ich über TS reden, meine ich Transsexuelle im Sinne von "F64.0. Transsexualismus. Info: Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden."
Mit dieser Begrifflichkeit hast du als identische Senderin und Empfängerin vielleicht keine Probleme, aber bei Außenwirkung wäre ich vorsichtig damit. Der Begriff entstammt der Pathologisierung eines Phänomens, das die EU bereits seit 2011 als Krankheitsbild ablehnt. Obwohl hierzulande unverändert daran festgehalten wird, existiert seit 2015 die Weisung des Europarats, dieses "Krankheitsbild" in sämtlichen Klassifikationen zu streichen, was viele mit derartigen Diagnosen befürworten, andere z.B. im Hinblick auf den möglichen Entfall der Kostenübernahme von Maßnahmen durch die Krankenkassen dagegen nicht.

Abgesehen davon, wird der Begriff seit langem von vielen Trans* mit der Diagnose F64.0 (auch vehement von mir) abgelehnt. Stattdessen wird "Transidentität" oder "Transgender" verwendet, u.a. um die suggerierte Zwangsverknüpfung mit "Sexualität" zu vermeiden. Bei "Transidentität" wird mehr das Ziel, das Äußere dem Inneren anzugleichen, betont - bei "Transgender" die soziale Rolle. Anders herum distanzieren sich viele Transsexuelle ganz klar von Transgendern usw.

Ich denke, so einfach, wie du es schreibst, ist die Begriffe-Vielfalt keinesfalls aufzulösen. Was du darunter verstehst ist wohl im seltensten Fall dasselbe, was jemand anderes darunter versteht ;-)

Ganz am Anfang hab ich mich auch mit all den Schubladen beschäftigt, um überhaupt erstmal Orientierungshilfe zu finden, wie und wo ich mich verorten könnte. Das Thema überrollte mich quasi über Nacht und war mir komplett unbekannt. Während ich ein halbes Jahr später den äußeren Mann schon abschaffte und mir sehr sicher war, was ich wollte, kann ich mich noch immer für keine der Schubladen entscheiden. Muss ich auch nicht, denn sie sind nach meiner Ansicht nach wirklich nichts weiter als Anhaltspunkte, hauptsächlich für "Nicht-Betroffene" gemacht, um irgendwie mit unsereins umzugehen.
Inzwischen messe ich den Kategorisierungs-Bestrebungen keine Bedeutung mehr zu. Ich bin glücklich, endlich mein Leben zu leben und sehe es ziemlich entspannt, in welche Schublade ich von Ärzten usw. gesteckt werde, solange ich dadurch keine Nachteile erleide.

LG
Semele (so)
ExuserIn-2019-12-18
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Re: CD vs. TS

Post 24 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Huhu,

danke für den Hinweis semele (flow)

Ich nehme dann mal die F64.0 weg und würde den Rest stehen lassen (?)

"Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden."

wäre das dann OK? Ich kann mich in diesem Satz persönlich zumindest ganz gut wiederfinden ...

Das Transsexuell in unsere Sprache eher unglücklich ist, dem stimme ich gerne und uneingeschränkt zu.
Aber es ging ja im Ursprung dieser Beiträge genau um diese Begrifflichkeit(en) und so lange dies im Sprachgebrauch von Ärzten und Gutachtern verwendet wird, müssen wir es wohl so nehmen, wie Du es treffend beschreibst.

Und da wären wir auch wieder bei gemeinsamen Zielen (Beitrag von Anne-Mette), oder?

Liebe Grüße
VanessaL
Joe95
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Re: CD vs. TS

Post 25 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Demnach würde ich mich bei Transident einordnen, eine Schublade, die mir sowohl vom Wort her als auch von der Beschreibung her als bisher treffendste Bezeichnung erscheint.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Aria
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Re: CD vs. TS

Post 26 im Thema

Beitrag von Aria »

Anja hat geschrieben: Mi 14. Mär 2018, 10:04 Aus meiner eigenen Erfahrung bzw. Vergangenheit würde ich den Unterschied so definieren:
Crossdresser bevorzugen bestimmte Kleidung und/oder Accessoires, Schminke, Perücke um sich wohl (weiblich?) zu fühlen. Transfrauen fühlen sich immer weiblich, egal ob sie ne Hose oder einen Rock oder einen Bart tragen....
So ähnlich sehe ich das auch. Trotzdem machen manche Transfrauen eine Entwicklung durch: Vom CD zur TS. Und dazu brauch es bestimmte Kleidung etc. um sich zu spüren und (richtig) wohl zu fühlen. Danach trennen sich wieder die Wege. Der CD brauch weiterhin explizit weibliche Mode, um sich weiblich zu fühlen. Die TS nicht mehr. Sie weiss zwischenzeitlich wer sie ist und kann das auch ohne bestimmte Kleidung fühlen.
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Re: CD vs. TS

Post 27 im Thema

Beitrag von NanaVistor »

Aria hat geschrieben: Fr 16. Mär 2018, 18:25
Der CD brauch weiterhin explizit weibliche Mode, um sich weiblich zu fühlen. Die TS nicht mehr. Sie weiss zwischenzeitlich wer sie ist und kann das auch ohne bestimmte Kleidung fühlen.
leider sieht man das auch sehr häufig :-(
Auch Vordenker müssen nachdenken.
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Re: CD vs. TS

Post 28 im Thema

Beitrag von Michi »

NanaVistor hat geschrieben: Fr 16. Mär 2018, 20:06
Aria hat geschrieben: Fr 16. Mär 2018, 18:25
Der CD brauch weiterhin explizit weibliche Mode, um sich weiblich zu fühlen. Die TS nicht mehr. Sie weiss zwischenzeitlich wer sie ist und kann das auch ohne bestimmte Kleidung fühlen.
leider sieht man das auch sehr häufig :-(
Tja, Mädels wie du und ich sind halt viel zu sehr auf den "Look der verwestlichten femininen Ästhetik" fokusiert. :mrgreen:

Aber ich stehe dazu. (cow)
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: CD vs. TS

Post 29 im Thema

Beitrag von NanaVistor »

und das ist auch gut so :-)
Auch Vordenker müssen nachdenken.
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Re: CD vs. TS

Post 30 im Thema

Beitrag von Katrin »

Mit Blick auf meine Biographie würde ich mich am ehesten als transident bezeichnen. Als ich dereinst wirklich nicht mehr konnte, sah ich eine Transition als ein soziales Ende (keine PÄ und nichts), so dass ich mich für eine andere Form der Therapie entschied. Das Ergebnis hat mich am Leben gehalten*. Leider hat der Therapeut den Rest der Menschheit nicht mittherapiert, so dass ich immer wieder (in mir selber) überall anecke, da ich ja so "furchtbar untypisch" für einen Mann bin. High Heels brauche ich für mein konsequentes Crosstreiben auch nicht. Die sind eher zum spielen. Trotzdem komme ich nicht wirklich damit zurecht, wenn mich irgendjemand in die Männerecke stellt. Mittlerweile bin ich in solchen Situationen dazu übergegangen jedem zu erklären, dass ich halt "transident" bin, und alle akzeptieren das, wobei wahrscheinlich einige auf dem Schlauch stehen.

Alles Liebe
Katrin

*so habe ich nun gleich drei wundervolle Kinder
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