Ich crossdresse schon seit Jahren. Angefangen hat das bereits mit 12 Jahren. Ich war ein Mama-Kind und hatte damals eine enge Bindung zu meiner Mutti. Irgendwann habe ich mir dann immer mal wieder Kleidung aus ihrem Kleiderschrank ausgeliehen, mich geschminkt und ihren Schmuck getragen...wenn meine Eltern nicht zuhause waren. Ich teilte mein Geheimnis damals mit meiner besten Freundin, die mich ebenfalls unterstützte. Wir haben uns regelmäßig die Bravo Girl gekauft, gemeinsam gelesen und dann die Beauty Tipps ausprobiert. Von ihr lernte ich mich zu schminken und als Frau zu stylen.
Vor meinen Eltern konnte ich mein Geheimnis stets verbergen. Allerdings konnte ich mir auch nie Frauenkleidung, Perücke und eigenes MakeUp kaufen.
Zu groß war die Angst vor ihrer Reaktion. Als ich dann zwecks Ausbildung das Elternhaus verließ und nach Hamburg gezogen bin, vielen diese Grenzen.
Der Wunsch Frauenkleidung zu tragen und mich entsprechend zu stylen wurde zu dieser Zeit immer intensiver.
Ich fing daher damit an, mir einen Tag in der Woche für meine weibliche Seite zu reservieren. An diesem Tag
wollte ich ganz Frau sein. Ich kaufte mir Perücken, Kleider, Unterwäsche, Schmuck, Schuhe und Kosmetik und
lebte an diesem besonderen Tag meine Neigung aus. Nachts schlich ich mich dann raus und fuhr mit dem Auto
an Orte, wo man zu dieser Zeit besser nicht unterwegs sein sollte... Dort ging ich dann als Frau spazieren.
Nach meiner Ausbildung versuchte ich dann eine zeit lang meine Neigung zu unterdrücken da ich immer öfter in Situationen geriet,
in denen ich mich ungewollt öffentlich als Transfrau geoutet hätte. Es fiel mir auch schwer neue Bekanntschaften zu schließen und
eine Freundin zu finden, die das notwendige Verständnis für meine andere Seite aufbringt. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings
grandios. Ich litt an starken Gefühlsschwankungen bis hin zu Depressionen.
Mittlerweile habe ich mich wieder mit meiner weiblichen Seite arrangiert und bin auch wieder etwas ausgeglichener.
Ich verspüre nicht den Wunsch mich irgendwann komplett in eine Frau zu verwandeln. Ich sehe mich aber auch nicht
als rein männlich. Tagsüber gehe ich als Mann meinem Job nach und am Abend bin ich glücklich Melanie zu sein.
Vielleicht könnt ihr mir helfen mit der Situation und den Alltagsproblemen klarzukommen.
Ich würde mich über regen Austausch und Bekanntschaften mit Gleichgesinnten freuen.
LG, Mel.