Hallo ihr,
es gibt eine zwei neue Studien mit neuen interessanten Zusammenhängen zwischen Geschlechtsidentitätsstörungen und anderen psychologischen Symptomen
Die erste Studie:
Titel: Gender dysphoria and attention problems: possible clue for biological underpinnings
(meine Übersetzung wäre: Geschlechtsidentitätsstörung und Aufmerksamkeitsprobleme: Mögliche Hinweise für biologische Grundlagen)
Received 15 Mar 2017, Accepted 09 Jul 2017, Published online: 27 Jul 2017
https://www.tandfonline.com/doi/full/10 ... 17.1354417
Ziel der Studie war die Häufigkeit psychiatrischer Diagnosen bei Jugendlichen mit Geschlechtsidentitätsstörung zu ermitteln und mit einer Kontrollgruppe im Hinblick auf Familienfunktionen, emotionale Probleme und Verhaltensprobleme zu vergleichen.
METHODEN: (meine Übersetzung basierend auf dem Deckblatt der Studie)
An der Studie wurden 20 Fällen mit geschlechtsspezifischer Dysphorie und 40 Kontrollfälle ausgewertet (5—17 Jahre).
- Zu den verwendeten Instrumenten gehörten das soziodemografische Formular, das Family Assessment Device (FAD), die Checkliste für das Verhalten von Kindern und der Zeitplan für affektive Störungen sowie die Schizophrenie für Kinder im Alter von Kindern.
METHODS: The study sample consisted of 20 cases with gender dysphoria and 40 controls (5—17 years of age).
The instruments included were Sociodemographic Form, Family Assessment Device (FAD), Child Behavior Checklist, and Schedule for Affective Disorders and Schizophrenia for School Aged Children Present-Lifetime Version.
ERGEBNIS:
90 Prozent der Fälle mit Geschlechtsidentitätstörung hatten mindestens 1 psychiatrische Diagnose.
Die Aufmerksamkeits-Defizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHD) (75%) war die führende Komorbidität,
gefolgt von einer schweren Depression (25%). Die Gruppe der Geschlechtsidentitätstörungen signifikant höhere Bewertungen in Bezug auf Kommunikation, Rollen, affektive Beteiligung und allgemeine familiäre Funktionsskalen der FAD sowie in allen Subscales der Child Behavior Checkliste auf.
Der Checkscale-Score der Checkliste für untergeordnete Kinder war signifikant mit der Diagnose von Gender-Dysphorie in der binären logistischen Regressionsanalyse verbunden (Odds Ratio: 0,82; p <0,001).
RESULTS:
90 Percent of the cases with gender dysphoria had at least one psychiatric diagnosis.
Attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) (75%) was the leading comorbidity, followed by major depressive disorder (25%). Gender dysphoria group had significantly higher scores in communication, roles, affective involvement, and general family functioning subscales of FAD and in all Child Behavior Checklist subscales. High Child Behavior Checklist attention subscale score was significantly associated with the diagnosis of gender dysphoria in binary logistic regression analysis (odds ratio: 0.82; p"‰<"‰.001).
Eine Bitte: Zieht euch in der evtl. Diskussion nicht an dem Wording Störung hoch, dass ist das wissenschaftliche Vokabular das halt verwendet wird.
Geschlechtsidentitätsstörung im Rahmen der Studie ist definiert als: Zustand, bei der eine deutliche Unvereinbarkeit zwischen dem Geschlecht eines Individuums bei der Geburt und dem Geschlecht besteht, das die Person selbst identifiziert hat Diese Personen sehen und fühlen sich als ein anderes Geschlecht als das ihnen zugewiesene Geschlecht. Es bezieht sich also auf Transidentitär bzw Transgender Menschen.
Aus meiner Sicht: ja die Stichprobe ist recht klein mit 20 Fällen, aber mit 90% Findings recht aussagekräftig.
Ja ich kenn auch den Satz: glaube keiner Studie die man nicht selbst gefälscht hat.. aber spannend ist es schon.
Die zweite Studie
"Transgender Youth More Often Diagnosed With Mental Health Conditions"
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5914494/
Ziel der Studie war es ein Verständnis der Größenordnung von psychischen Problemen, insbesondere von lebensbedrohlichen Problemen, die von Transgender- und / oder geschlechtsneutralen (TGNC) Jugendlichen auftreten, zu verstehen um
ein besseres Management dafür aufzubauen.
METHODE:
(Meine Übersetzung basierend auf dem Studiendeckblatt)
Durch Auswertung von Elektronische Krankenakten wurde eine Stichprobe von 588 transfemininen und 745 transmasculinischen Kindern (3—9 Jahre) und Jugendlichen (10—17 Jahre)identifiziert, die in esundheitssystemen in Kalifornien und Georgia registriert waren.
Zehn männliche und zehn weibliche Cisgender-Kandidaten wurden je nach Geburtsjahr, Rasse und / oder ethnischer Zugehörigkeit, Studienort und Mitgliedschaftsjahr des Index-Datums an jedes TGNC-Individuum angepasst (erster Beleg für einen nicht konformen Status des Geschlechts). Prävalenzraten wurden berechnet, indem der Anteil von TGNC-Individuen mit einer bestimmten Diagnose oder Diagnosekategorie für psychische Gesundheit durch den entsprechenden Anteil in jeder Referenzgruppe durch den Status der Transfeminine und / oder Transmasculin, die Altersgruppe und der Zeitraum vor dem Indexdatum dividiert wurde.
Hinweis: Prävalenz ist normalerweise die Anzahl der Studienteilnehmre zum Untersuchungszeitpunkt mit einem Symptom geteilt durch Anzahl der in die Gesamtzahl Individiuen in der Studie.
METHODS
Electronic medical records were used to identify a cohort of 588 transfeminine and 745 transmasculine children (3—9 years old) and adolescents (10—17 years old) enrolled in integrated health care systems in California and Georgia. Ten male and 10 female referent cisgender enrollees were matched to each TGNC individual on year of birth, race and/or ethnicity, study site, and membership year of the index date (first evidence of gender nonconforming status). Prevalence ratios were calculated by dividing the proportion of TGNC individuals with a specific mental health diagnosis or diagnostic category by the corresponding proportion in each reference group by transfeminine and/or transmasculine status, age group, and time period before the index date.
ERGEBNIS: (übersetzt aus der Studie)
Häufige Diagnosen für Kinder und Jugendliche waren Aufmerksamkeitsstörungen (15% Transfeminine; 16% Transmakulin) und depressive Störungen (49% Transfeminine; 62% Transmaskulin).
In allen diagnostischen Kategorien war die Prävalenz unter TGNC-Jugendlichen um ein Vielfaches höher als in übereinstimmenden Referenzgruppen.
Die Prävalenzraten (95% -Konfidenzintervalle [CIs]) für selbstgeschädigte Verletzungen bei Jugendlichen in der Vergangenheit 6 Monate vor dem Indexdatum lagen zwischen 18 (95% CI 4,4—82) und 144 (95% CI 36—1248).
Der entsprechende Bereich für Suizidgedanken lag zwischen 25 (95% CI 14—45) und 54 (95% CI 18—218). [/ Quote]
RESULTS[/u][/b]
Common diagnoses for children and adolescents were attention deficit disorders (transfeminine 15%; transmasculine 16%) and depressive disorders (transfeminine 49%; transmasculine 62%), respectively. For all diagnostic categories, prevalence was severalfold higher among TGNC youth than in matched reference groups. Prevalence ratios (95% confidence intervals [CIs]) for history of self-inflicted injury in adolescents 6 months before the index date ranged from 18 (95% CI 4.4—82) to 144 (95% CI 36—1248). The corresponding range for suicidal ideation was 25 (95% CI 14—45) to 54 (95% CI 18—218).
Die Erläuterung was das bedeutet findet sich in diesem Artikel zur Studie:
https://share.kaiserpermanente.org/arti ... onditions/
Dort heisst es:
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (Transfeminine: 15 Prozent, Transmaskulin: 16 Prozent): Diese Zahlen sind 3 bis 7 Mal höher als die übereinstimmende Cisgender-Referenzgruppe.
Depressive Störung (transfeminine: 49 Prozent, Transmaskulin: 62 Prozent): Diese Zahlen sind 4 bis 7 mal höher als die übereinstimmende Cisgender-Referenzgruppe.
Attention deficit disorder (transfeminine: 15 percent, transmaskuline: 16 percent). These numbers are 3 to 7 times higher than the matched cisgender reference group.
Depressive disorder (transfeminine: 49 percent, transmasculine: c2 percent). These numbers are 4 to 7 times higher than the matched cisgender reference group.
Aus meiner Sicht:
Deutlich höhere Stichprobe mit starker Evidenz dass jemand der Trans ist, sehr oft auch Depressionen haben kann oder auch ADHS hat.
Falls ihr Trans seid und in psychologischer Behandlung oder diese starten wollt, bitte teil euren Psychologen die Studien mit. Beides sollte IMHO abgeklärt werden und kann die Therapie verändern
Viele liebe Grüsse
Lorelai
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.