Einige kennen mich sicher schon, hab bereits so einiges über mein Leben, meinen Weg, meine Erfolge und Rückschläge geschrieben, aber heute geht es mir gar nicht gut. Genauer gesagt, ich könnte heulen wie ein Schloßhund, bin wütend und fühle mich gleichzeitig so erbärmlich missverstanden, wie hilflos. Ihr kennt das ja sicher selbst auch?! -- Was ist geschehen?
Ausgerechnet am Valentinstag 2018, am Tag der LIEBE und des symbolischen Tausches von Zeichen derselben, hat eine mir sehr nahestehende Freundin, mit der ich in den letzten Monaten alles geteilt habe, auch die Sorgen und Verantwortung für meine herzallerliebste Frau, die ich pflege, da sie seit einigen Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist, mich bei dem behutsamen Versuch mich gegenüber ihr zu "outen" mit Schimpf und Schande abserviert.
Sie wurde so offen aggressiv und feindselig, als hätte ich ihr regelrecht etwas "angetan", will mich weder mehr sehen noch je wieder von mir hören, naja, die ganze gruselige Palette, die man von "Trennungen" aller Art so kennt. Der geduldige Versuch ihr näher zu bringen weshalb, warum und wie es dazu kam, machte sie nur noch ungehaltener, als hätte ich "ihr Vertrauen missbraucht". Die Worte, die fielen, will ich nicht wiederholen, da schäme ich mich fremd.
Besonders tragisch ist nicht nur der Verlust eines geschätzten Menschen im engsten Umfeld, sondern auch, dass es passiert, gerade als meine Frau endlich wieder aus der Klinik nach Hause gekommen ist, in der sie die letzten 5 Wochen zubringen musste. Wir waren guten Mutes, dass das neue Jahr auch einen Neuanfang in der Bewältigung dieser unabänderlichen Herausforderung bringen würde. Haben nicht mit diesem heftigen Schuss vor den Bug gerechnet, aus einer Ecke, aus der ich es am wenigsten erwartet habe.
Es zeigt mir nur einmal mehr, wie weit die sogenannten "Normalen" von der Offenheit für ANDERSARTIGE, von einem Leben jenseits von Konventionen und Normen der Mehrheit entfernt sind. Wir stehen noch ganz am Anfang, Freunde!
Traurige Grüße, mit Tränen in den Augen.
Eure Ronda