Macht ein weiblicher Körper glücklicher?
Macht ein weiblicher Körper glücklicher? - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Tatjana_59
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 16 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 25. Jan 2018, 04:56 Was ist dann meine Option zum Glücklichwerden?
Deinen weiblichen Körper annehmen, denn du bist *vielleicht* die einzige die dich nicht weiblich sieht.
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
Magdalena
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 17 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

ich habe mich durch die verschiedenen Beiträge gelesen. Und nun möchte ich mich zu der eingangs gestellten Frage äußern. Ganz einfach kann ich es nicht beantworten. Denn ich denke vieles spielt da mit hinein. Wer in der angeborenen männlichen und sozialisierten Geschlechterrolle nicht zurechtkommt, kann die Angleichung dazu beitragen, ein glücklicheres Leben zu führen. Nur das allein Seelig machende, ist die Angleichung nicht.

Wer also schon von vornherein mit dem Leben hadert, muss nach der Angleichung nicht immer glücklicher werden. Durch die Angleichung bleiben wir doch immer noch der gleiche Mensch der wir vorher waren. Daran ändert sich nichts. Wir fühlen noch genau so. Im Inneren sind wir immer noch die Frau oder der Mann wie vor der Angleichung. Vieles hat mit der Situation zu tun , in der wir leben. Die Anerkennung in der Familie oder auf der Arbeit und Freunde, die uns so annehmen wie wir sind. Das sind für mich Bausteine um mich glücklich zu fühlen oder eben auch nicht.
Für mich ist das generell ein großer Vertrauensmissbrauch, weil ich heute hier sitze und mit genau dem gleichen Leidensdruck fertig werden muss, der mich damals zur Transition "zwang". Was nützt mir denn ein neuer Pass, wenn ich überhaupt nicht das geringste, weiblichen Körpergefühl habe? Ich meine, wo solls auch herkommen - ist ja witzlos. Ich empfinde das alles als große Lüge und nun ist man mit der Aufgabe allein das alles für sich aufzuarbeiten, die Enttäuschungen, die verbauchte Kraft, die Opfer im sozialen, im finanziellen.
Ja dunkles Sternchen, eine Garantie, dass die Angleichung die Lösung allen Übels ist wird es wohl nie geben. Dafür ist jeder von uns in seiner Lebenssituation so verschieden, da es kein Rezept für Glück gibt. Am Ende muss man sein Glück selber in die Hand nehmen. Nun kenne ich Dich zu wenig, um Dir Ratschläge zu geben. Aber vieleicht setzt Du Dich zu sehr unter Druck mit Deinen Erwartungen. Du suchst etwas, dass nicht erfüllt werden kann.

Liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
Anja
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 18 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,
Magdalena hat geschrieben: Do 25. Jan 2018, 08:13 Durch die Angleichung bleiben wir doch immer noch der gleiche Mensch der wir vorher waren. Daran ändert sich nichts. Wir fühlen noch genau so. Im Inneren sind wir immer noch die Frau oder der Mann wie vor der Angleichung.
Ich kann in dem Punkt ja eigentlich garnicht mitreden, da ich selbst, zumindest wenn wir von der GaOP reden, noch keine Angleichung hatte. Was ich aber bisher darüber gelesen habe, bzw. was die Frauen nach ihrer OP geschrieben haben, hört sich doch ganz anders an. Ein völlig neues Körpergefühl, viel glücklicher als vorher, nun vollständig usw. Ich habe noch keine Post-OP Frau sagen hören, das sich nun garnichts geändert hat und alles wie vorher wäre :roll:
Wenn wir unter Angleichung auch die HT mir einbeziehen, kann ich schon mitreden.
Mich macht es glücklicher. Die Körperbehaarung ist fast komplett weg, meine Geheimratsecken haben sich teilweise wieder aufgefüllt, die Brüste sind gewachsen und man erkennt schon eine weibliche Fettverteilung.
Damit bin ich schon sehr zufrieden. Ich gehe aber davon aus, das sich noch etwas mehr tut, schließlich bin ich noch keine zwei Jahre in HT. Wenn man sich als Frau fühlt, macht alles, was den Körper weiblicher macht, auch zufriedener.
Das das aber nichts mit anderen Baustellen zu tun hat, sollte jedem klar sein. Andere Probleme werden sich davon kaum beeindrucken lassen...

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Magdalena
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 19 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Anja,

sicher fühlst Du Dich mit den Veränderungen glücklicher, weil es zu Dir endlich passt. Dies möchte ich nicht in Frage stellen. Denn Dein Innerstes passt jetzt zu Deinem Äußeren. In Deinem Innersten bist Du schon immer eine Frau.

Nur eben allein eine OP und deren Ergebnis macht nicht unbedingt glücklich. Da gehört für mich noch viel mehr dazu.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
ExuserIn-2018-07-15

Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 20 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 »

Hallo,

ich gebe meinen Status als stille Mitleserin nur ungerne auf, aber einige Beiträge bilden genau die Ängste ab, denen ich mich stellen musste:
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 24. Jan 2018, 22:17 Ich kann nur jedem raten, der mit dem Gedanken der Transition spielt und keine 20 mehr ist, für sich genau zu überdenken, ob man auch damit leben kann, wenn es nicht so oder gar nicht klappt. Manchmal ist es vielleicht doch einfacher den Kerl zu spielen, als sich täglich für seinen Körper schämen und auf vieles verzichten zu müssen.
Als es bei mir losging, hatte ich die 20 schon um 25 Jahre überschritten. Dank meiner großherzigen Eltern war meine Transidentität durch ständiges Unterdrücktwerden und schlussendliche Gewaltandrohung gegen mich bereits in sehr früher Kindheit quasi totgemacht worden. Meine Psychologin vermutet ein schweres Kindheitstrauma, in dessen Folge die Transidentität komplett im Unterbewusstsein verschwand, um dann erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter wieder aufzutauchen.

Ich hatte demnach keine Chance, mit 20 etwas anzustreben, was ich nicht wusste. Ich wusste nur, dass etwas nicht stimmte, weshalb ich mir mein falsches Männerleben bis ins Unerträgliche versauerte. Damit war von einer Minute zur anderen Schluss, als ich endlich wieder wusste, eine Frau zu sein. Doch diesem großen Glück folgte genau die hier beschriebene Kernfrage:
Hätte ich überhaupt eine Chance, jemals das Äußere dem Inneren anzugleichen? Würde ich es schaffen, mich frei und ungezwungen draußen bewegen zu können, ohne dem Spott der Leute ausgesetzt zu sein und jeden Respekt zu verlieren?

Wie Delfinium sah ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder würde ich das schaffen oder mich umbringen.
Komischerweise beeinträchtigte dieser Entschluss nicht meine positive Einstellung zum neu gewonnenen Leben, sondern tauchte nur ab und an wie ein Schatten auf, der einen kurz zweifeln und weinen lässt, um danach voller Energie weiterzumachen.
Mein Körper tat (ohne HET oder Wundermittel), was er konnte, um der Wunscherfüllung, von der ich mein Leben abhängig gemacht hatte, zu entsprechen: Wie durch mehrer Blutbilder festgestellt wurde, fuhr ich innerhalb weniger Monate das Testo bis an den durchschnittlichen Minimalwert in den Keller und die Östrogene bis zum durchschnittlichen (männlichen) Maximalwert hoch. Das reichte anscheinend aus, um massive äußere Veränderungen auszulösen (Gesichtszüge, Fettverteilung, erhebliche Gewichtsabnahme) sodass meine gesamte Statur und Erscheinung kaum wiederzuerkennen waren. Während sich Kolleg_innen wunderten und meine Chefin mit Fragen belagerten, bekamen Familie und Freunde schlichtweg Angst, was da vor sich ging.

Glücklich und dankbar für die Veränderungen, zwangen mich diese jedoch zu einer achterbahnähnlichen Geschwindigkeit auf meinem Weg: Das Outing in der Familie, bei Freunden und im Job folgten in kurzen Abständen, was mir enorme Kräfte abverlangte. Als ich das erste Mal komplett en femme auftauchte, waren meine Kolleg_innen erleichtert: "Jetzt können wir deine Veränderungen endlich einordnen und wissen, was los ist!" Einige hatten Tränen in den Augen. Ich auch.

Nach nur 8 Monaten war ich "Vollzeitfrau" - der schreckeinflößende Schatten war fort. Kurz danach fing ich mit der HET an. Nach 2 Monaten hatte ich einen weiblichen Hormonspiegel und das Brustwachstum setzte ein. Heute bewege ich mich frei in der Bahn, in Geschäften, Restaurants, Tanzclubs, sitze für meine Kolleg_innen ganz selbstverständlich als Frau auf Arbeit, die sich ernsthaft manchmal fragen: "Wie sah sie / er eigentlich früher mal aus?" Aber für mich ist die rasante Entwicklung alles andere als selbstverständlich. Ich denke oft an den geplanten Selbstmord im Falle des Scheiterns, bin extrem dankbar und glücklich, endlich leben zu können.

Aus diesen Gründen kann und will ich niemand den Mut nehmen, welche die 20 überschritten hat. Letztlich lässt sich der Erfolg oder Misserfolg immer nur feststellen, wenn der Weg auch eingeschlagen wird. Für mich stellte das allerdings keine echte Wahlmöglichkeit dar, denn ich musste den Weg in Richtung Frau gehen, um überhaupt weiterleben zu können. Da dürfte ich kaum die Einzige sein.
Delfinium hat geschrieben: Mi 24. Jan 2018, 23:59 Den Punkt halte ich für sehr wichtig, da ich selber übherhaupt nicht damit klarkommen würde wenn es nicht "perfekt" ist. Zu mir wird jetzt schon gesagt dass alles perfekt weiblich an mir ist aber ich habe trotzdem manchmal noch Angst dass irgendwo etwas männliches durchschimmert, wäre dieses männliche am äußeren viel größer als das weibliche würde ich mich glaube ich garnichtmehr nach draußen trauen, geschweige denn mich irgendwie mögen können so wie ich dann bin.
Perfekt ist keine Frau. Irgendwie wird bei einer Transfrau immer etwas Männliches durchschimmern als Beitrag zum Unperfektsein. Davor habe ich keine Angst. Bedrohlich wäre es für mich, ständig angeglotzt und / oder ausgelacht, angepöbelt zu werden: "Verkleideter Kerl, angemalter Clown, Möchtegernfrau" u.ä. Das ist zum Glück nicht der Fall. Ich bin seit über 4 Monaten als Frau im Alltag unterwegs, war auch mit Familie im Urlaub (Hotel), und hatte kein einziges negatives Erlebnis. Oft ist es so, dass im Bus oder der vollen Bahn kein Einziger kuckt. Dann witzele ich vor mich hin und denke: "Hallo Leute, hier steht eine preOP Transfrau, hallooo!"
Solange mir Biofrauen die Tür zum Damenklo aufhalten, ist die Welt für mich in Ordnung ...
Delfinium hat geschrieben: Mi 24. Jan 2018, 23:59 Wäre ich nichtmehr so jung hätte ich genau aus diesen Grund mehr darüber nachgedacht was ich tun soll wenn es nun doch nicht so toll wie erwartet wird... Aber naja deshalb fing ich auch so schnell an jetzt mit 19 alles zu machen weil ich wusste die Zeit rennt mir Weg und je jünger ich bin desto höher ist die Warscheinlichkeit dass das Ergebnis der Hormontherapie annehmbar wird.
Alles auf eine Karte zu setzen und ausschließlich auf die HET zu vertrauen, halte ich auch für gewagt. Für mich ist die HET letztlich eine Art Bonus, durch den ich vollenden will, was mein Körper bereits aus eigener Kraft in Gang gesetzt hat. Delfinium, wenn ich mir dein Avatarbild anschaue, könnte es bei dir ähnlich sein. Vielleicht hast du einfach nur zu viele Zweifel? Mein tägliches Ritual ist, dass ich nach Styling und Schminken in den Spiegel schauen und sagen kann: "Du bist schön!" Dann gehe ich raus - und stehe bis abends meine Frau.
Aus dem Selbstvertrauen erwächst Sicherheit und daraus ein natürliches Auftreten. Wie ich aus eigenen Erfahrungen bestätigen kann, ist das Auftreten ebenso wichtig wie das Aussehen - darum: Aussehen ist längst nicht alles!
Delfinium hat geschrieben: Mi 24. Jan 2018, 23:59 Auch hier wieder, wer einen weiblichen Körper "braucht", den macht er glücklich, aber viel wichtiger ist es erstmal zu klären ob man das wonach man sich sehnt überhaupt bekommen kann? Also alles was im Rahmen des Möglichen ist...
Weiblicher Körper ist mir als Zielsetzung ganz ehrlich zu hoch. Was der derzeitige Stand der GAOP im Bestfall als Ergebnis liefern kann, reicht nach meiner Meinung kaum an eine Vagina heran, insbesondere "funktionell". In dieser Beziehung werde ich nie einen weiblichen Körper haben können. Ähnlich sehe ich das mit Silikonbrüsten (Implantate), die mich bei Biofrauen ebenso abschrecken wie bei allen anderen. Was dort nicht natürlich wächst, ist eben nicht da.
Mein Ziel ist es, das Äußere dem Inneren bestmöglichst anzugleichen, auch wenn kein 100% weiblicher Körper dabei herauskommen kann. Voraussetzung dafür ist, dass das Innere ein klares Ziel hat. Was sollte sonst bei so einer Anpassung herauskommen?

Ich will authentisch sein, alles rauslassen, was ich als verkleideter Kerl unter Verschluss hielt. Dadurch kommen weibliche Gesten / Gang / Gewohnheiten ganz von selbst. Wenn ich jetzt ein paar Oktaven höher spreche und plötzlich eine neue andere Lache habe, dann ist das kein "Verstellen der Stimme", sondern es ist meine Stimme. Als Mann hab ich absichtlich krampfhaft tief gesprochen und damit ist jetzt Schluss. Wenn ich bei Telefonaten in ungeahnte Höhen vordringe, dann ist das keine Schauspielerei, sondern ich lasse raus, was ich bin - endlich!
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 21 im Thema

Beitrag von sbsr »

Zeig mir eine Bio Frau, die nicht irgendetwas an sich ändern möchte. Das Streben, besser zu werden, kann motivieren. Es darf aber nicht soweit gehen, dass es einen selbst zerstört.

Nach den teilweise sehr emotionalen Beiträgen traue ich mich fast nichts schreiben, aber ich möchte doch etwas zum Thema beitragen. Ob mich als CD / Teilzeitfrau ein weiblicherer Körper glücklich machen würde, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich mir einen weiblicheren Körper wünschen würde, einfach aus dem Grund weil ich mich dann schöner fände. Das geht mit dem leidigen Thema Bart(schatten) los, geht weiter dass mich meine halbwegs muskulösen Arme stören, wo durch die fehlende Fettschicht auch noch die Venen stark hervor treten. Ich selbst würde mir besser gefallen ohne diese Attribute, das Passing wäre einfacher, und ja, vielleicht wäre ich dann glücklicher und zufriedener.

Trotzdem bleibt mir nichts weiter übrig, als mit dem zu leben was ich habe, und damit bin ich nicht unglücklich.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 22 im Thema

Beitrag von Cybill »

Egal welcher Körper, glücklich macht nur der Körper, der gesund ist und den der/die Inhaber/in desselben für sich als den eigenen annimmt. Alles andere deutet eher darauf hin, dass ein Problem der Seele vorliegt.

Man kann an sich viel ändern und optimieren, aber Glück ist davon vollkommen unabhängig - zumal so ein Körper dem biologischen Verfall unterliegt.

-Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 23 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Tatjana_59 hat geschrieben: Do 25. Jan 2018, 06:44 Deinen weiblichen Körper annehmen, denn du bist *vielleicht* die einzige die dich nicht weiblich sieht.
Ich würde es begrüßen mir nicht zu unterstellen, dass ich ein Wahrnehmungsproblem habe.

Das, was als "Transition" bezeichnet wird, habe ich recht akribisch in Wort und Bild dokumentiert. Nach ca. 4 Jahren habe ich das dann auch komplett aufgegeben, weils einfach auch nichts zu dokumentieren gab. Ich hatte das Gefühl, dass mir viele immer mit Gewalt eine Veränderungen "aufdrücken" wollte, wo einfach keine war. Ich habe tatsächlich auch meine Körpermaße - insbesondere Brustumfang, Taille, Hüfte usw. - in regelmäßigen Abständen dokumentiert - und bis auch kleine Abweichungen im 1cm-Bereich war da eben nichts. Kann mich nicht entsinnen jemals ein Brustwachstum dokumentiert zu haben oder eine veränderte Fettverteilung. Selbst als ich Hormonspritzen hatte, hat sich daran absolut nicht das geringste verändert. Auch an meiner Körperbehaarung hat sich nicht das geringste verändert - ich rasiere Brust, Bauch, Beine jede Woche - bringt ja nichts. Meine Kopfhaare sind auch nicht dicker oder griffiger, mehr oder länger. 30cm, mehr geht nicht. Klar wollte ich auch lange Haare, aber die werden eben nicht wirklich lang.

Ich stellte natürlich auch zig Male meinen Arzt zur Rede. Irgendwann begriff ich, dass der da auch nichts machen kann und das eine solchen "Transition" zum Großteil von denen Genen abhängt und natürlich vom Alter. Bei kam wohl beides ungünstig zusammen. Und ich begriff irgendwann auch erst nach Jahren, was ich getan hatte und wie "siegessicher" ich mir war. Es haben doch immer alle gesagt "das wird schon klappen. Sei positiv! Habe Geduld!". Hunderte Male lief das durch meine Ohren und ich habe es tatsächlich auch geglaubt.

Logisch ist man glücklicher, wenn die ersehnten Veränderungen stattfinden - wenn ich das hier so lesen, haben ja viele was mitgenommen von der HRT. Und ich warte mittlerweile seit vielen Jahren darauf, weiß aber, dass es völlig dumm ist sich weiter Hoffnungen zu machen. Und damit komme ich irgendwie nicht klar. Das wars jetzt irgendwie und es ist nichts passiert. Ich frage mich nur jeden Tag womit ich das verdient habe?
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 24 im Thema

Beitrag von Michi »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 24. Jan 2018, 22:17 Ich kann auch nur aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen und stehe damit wahrscheinlich, wie oft, in der Kontroverse.

[...]

Ich kann nur jedem raten, der mit dem Gedanken der Transition spielt und keine 20 mehr ist, für sich genau zu überdenken, ob man auch damit leben kann, wenn es nicht so oder gar nicht klappt. Manchmal ist es vielleicht doch einfacher den Kerl zu spielen, als sich täglich für seinen Körper schämen und auf vieles verzichten zu müssen.
Hallo dunkles Sternchen,

vielen Dank, dass du diesen Einwand gebracht hast.

Wir hatten ja vor kurzem einen Austausch per PN, und ich denke, dass ich seit dem deine Worte und dich auch etwas besser verstehe. Täusche ich mich, oder hat sich seit unserem Austausch auch bei dir etwas bewegt? Hast du es geschafft, den Umgang mit dir selbst etwas zu verbessern? Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass deine Worte nicht mehr so hart und verbittert klingen. Es würde mich für dich freuen und wäre ein kleiner Lichtblick in deiner Dunkelheit.


Liebe Grüße und (dr)
Michi

PS: Ich denke, Tatjana meint das nicht so. :wink:
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 25 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo, meine Lieben,

jetzt komm ich endlich dazu, die obige, sehr berechtigte und wirklich gute Frage angemessen zu beantworten.
---> Vorab: Jeder Mensch /jeder Lebensweg ist anders.
---> Daher bitte ich inständig, meine Antwort nicht als "Rezept" zu verstehen!

Kurzantwort:
Heute nach der GAOP bin ich, so wie ich bin, zufrieden und glücklich.
Ich bin 67, also eine ältere Dame, hoffe noch einige Jahre zu leben und will heute in erster Linie gesund bleiben.
ERGO sind mir Passing und irgendwelche optischen Kleinigkeiten nicht ganz, aber doch verhältnismäßig, egal.
Auch zu Kosmetik /Mode usw. habe ich heute ein sehr entspanntes Verhältnis. (Motto: Kann sein, ist aber nicht unbedingt wichtig.)

Es war allerdings nie so, dass "der weibliche Körper" bei mir total im Vordergrund des Interesses stand. :wink:
--> Sicher war ich immer transsexuell, wünschte mir stets, dass ich normal, wie jede andere Frau aussehen würde.
Aber zunächst glaubte ich, mich trotzdem "als Mann verkleidet" durch mein Leben schwindeln zu können.
So ab 40 brachten mich allerdings diverse Erkrankungen ins Trudeln, es kam immer mehr dazu. - Der Schock kam 2003, als ich mit 52 an der gleichen Stelle, ähnllich wie mein Vater, schwer erkrankte. (Mit 14 verlor ich den Vater durch Kehlkopfkrebs.) - Die Erkenntnis, dass ich auch "als Mann verkleidet" sterben könnte, ärgerte mich extrem, denn ich wusste ja. was ich war. -----> So kam es 2008 zu CO und Namensänderung. - Da war mir wichtig, dass ich meinen Beruf weiter ausüben kann und ich korrekt angesprochen werde. - Weiblicher Körper und Passing standen da für mich weniger im Mittelpunkt. --- Natürlich freute ich mich in dieser Zeit ganz nebenbei auch über HET und Oberweite, denn das gab mir Kraft. :wink: UND Ich war in dieser Zeit recht modebewusst, denn ich wollte angemessen gekleidet unterrichten. So hatte ich fast jeden Tag etwas anderes und in der Regel sehr aktuelles an. 8)

2016 im Ruhestand konnte ich mich endlich meinem Körper widmen und die GAOP machen lassen.
Jetzt bin ich komplett, weiblich und natürlich glücklich. - Dass man männliche Anteile sieht, ist bei meinem Lebenslauf sehr wahrscheinlich.
Das finde ich durchaus o.K., denn ich steh zu meinem Lebenslauf und bin durchaus stolz darauf.
Mindestens 2/3 meines Lebens habe ich nun hinter mir und bin zufrieden, unbeschadet soweit gekommen zu sein.

Liebe Grüße
Andrea )))(:

P.S. Jetzt will ich gesund bleiben und habe bzgl. Weiblichkeit /Aussehen sicher keine operativen Abenteuer mehr vor.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 26 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

MichiWell hat geschrieben: Do 25. Jan 2018, 17:44 Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass deine Worte nicht mehr so hart und verbittert klingen.
Im Prinzip vollführe ich für mich gerade das Kunststück meine "Transsexualität zu heilen". Mir bleibt ja nichts weiter. Ein Psychologe würde das wahrscheinlich vehement ablehnen, aber im Grunde mache ich hier nichts anderes, als mich mit meinem männlichen Körper abzufinden. Und wenn ich das kann, könnten es im Prinzip auch andere.

ab08 hat geschrieben: Do 25. Jan 2018, 18:12 Weiblicher Körper und Passing standen da für mich weniger im Mittelpunkt. --- Natürlich freute ich mich in dieser Zeit ganz nebenbei auch über HET und Oberweite, denn das gab mir Kraft. :wink:
Mir wiederum war die soziale Rolle und Status völlig egal. Den Namen habe ich quasi beläufig ändern lassen, den Ausweis habe ich erst nach fast 3 Jahren neu ausstellen lassen. Das ist halt ein Stück Plastik, das andere Papier. Ich habe so viel Papier ... am liebsten bringe ich das zur Tonne. Viele Verträge habe ich erst gar nicht geändert - solange die Post ankommt. Egal. "Ich", dass ist nur quasi mein Geist und mein Körper und das steht bei mir im Mittelpunkt. Und glücklich kann nur eine Seele sein, die ein schönes Zuhause hat, indem sie sich wohlfühlt. Und diese Symbiose aus Geist und Körper findet nicht statt, im Gegenteil - es herrscht Krieg. Ich habe dafür alles geopfert und es hat eben nicht gereicht und das heißt auch, dass ich nie glücklich sein werde. Man kann mir aber nicht nachsagen, dass ich es nicht versucht hätte!

Ich habe mir immer vorgestellt, wie es wohl ist, wenn sich die Brust wölbt, wenn sie zieht und weh tut - wenn man erlebt, wie sich der Körper verändert. Wenn man plötzlich merkt, dass die Jeans am Po besser passt - es sich irgendwie anders anfühlt. Wie ist es ein hübsches Kleid zu tragen ... "das kleine Schwarze" von dem immer alle reden?! Wie fühlen sich deine langen Haare an, die auf den Rückenfallen oder auch wie es ist sie beim Rockkonzert fliegen zu lassen, den ersten Zopf zu machen - der Weiber-Plausch beim Friseur. Wie ist das? Und wie ist es mit einem Mann intim zu sein und Spaß zu haben - "richtig herum" ... ich habe so viele Fragen, die für immer unbeantwortet bleiben werden.
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 27 im Thema

Beitrag von ab08 »

Liebes dunkles Sternchen,

genau das meinte ich mit "Jeder Mensch ist anders"
und "Jede/jeder lebt sein Leben" (flo)

Ganz liebe Grüße
Andrea )))(:
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 28 im Thema

Beitrag von Michi »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 25. Jan 2018, 19:55
MichiWell hat geschrieben: Do 25. Jan 2018, 17:44 Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass deine Worte nicht mehr so hart und verbittert klingen.
Im Prinzip vollführe ich für mich gerade das Kunststück meine "Transsexualität zu heilen". Mir bleibt ja nichts weiter. Ein Psychologe würde das wahrscheinlich vehement ablehnen, aber im Grunde mache ich hier nichts anderes, als mich mit meinem männlichen Körper abzufinden. Und wenn ich das kann, könnten es im Prinzip auch andere.
Es ist schwer, etwas dazu zu schreiben, ohne Mißverständnisse zu riskieren, zumal unter den bei dir gegebenen Umständen und der Tatsache, dass ich dich kaum kenne. Aber ich wünsche dir alle Kraft, dein Ziel zu erreichen und Frieden mit deinem Körper und den Gegebenheiten zu schließen.

Liebe Grüße )))(:
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 29 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 25. Jan 2018, 15:52
Tatjana_59 hat geschrieben: Do 25. Jan 2018, 06:44 Deinen weiblichen Körper annehmen, denn du bist *vielleicht* die einzige die dich nicht weiblich sieht.
Ich würde es begrüßen mir nicht zu unterstellen, dass ich ein Wahrnehmungsproblem habe.
Ich unterstelle dir gar nichts, genau deshalb hab ich das kleine Wörtchen vielleicht in Sternchen gesetzt.
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Re: Macht ein weiblicher Körper glücklicher?

Post 30 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Cybill . Den eigenen Körper annehmen? Ich habe mich So viele Jahre gehasst, nein , nicht gemocht . Ich glaube das ist richtig .
Ich habe zum ersten mal letztes Jahr im Spiegel mich gesehen , ich habe Simone gesehen.
Ich war nicht geschminkt, nur eine Perücke. Ich sah da jemand!
Sich annehmen, für mich ist das immer noch ganz schwer .
Mir wurde vor zwei Wochen gesagt , ich hätte ein schönes Gesicht . ???
Mir hat Jemand, ein lieber Mensch, letztes Jahr gesagt , ich wäre selbstbewusst. Ich habe angefangen zu weinen .
Mist es geht wieder los . Alte Heulsuse.
Sich annehmen ? Wer bin ich ?
Würde mir ein anderer , weiblicher Körper helfen ???


LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
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