Die Farbe Rot.
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Lebensplanung, Standorte
Simone 65
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Die Farbe Rot.

Post 1 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Ich möchte mal so anfangen.
Ich habe schon öfter versucht anderen Menschen zu erklären was mich bewegt , was mich antreibt . Es geht um Simone oder um meine Jungfräulichkeit. Sie hören es an . Oder ich schreibe , sie lesen .
Aber wie soll ich einem Blinden die Farbe Rot erklären ?
Menschen mit Familie können es sich nicht vorstellen alleine zu sein .
Meiner Familie habe ich Simone gezeigt , trotzdem , akzeptieren , ja , verstehen , nein .
Wenn ich von mir als Jungfrau erzähle , kommt ,, Geh doch in den Puff " oder ,, Du hast doch eine Frau" . Sie verstehen Es nicht .
Ich lese hier viele Berichte und habe den Eindruck , die Partnerinen , die Familien verstehen uns nicht .

Wie soll ich einem Blinden die Farbe Rot erklären?

Liebe Grüße Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
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Mina
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Re: Die Farbe Rot.

Post 2 im Thema

Beitrag von Mina »




So kann es gehen. Ein Film welcher mich jedes mal zum weinen bringt.

Mehr bedarf es nicht zu sagen, von meiner Seite.
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Simone 65
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Re: Die Farbe Rot.

Post 3 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Mina . Ich kenne den Film . Habe aber daran nicht gedacht .
Hat Sie verstanden wie Rot oder Blau aussieht ?
Es war ja auch nur ein Vergleich .
Wie soll ich meine Gefühle erklären., Jemanden ?
Jemanden erklären das ich noch mit 52 Jahren noch Jungfrau bin , das ich lieber eine Frau bin , aber trotzdem nur Frauen mag .
Sie , die Menschen , können es nicht verstehen .
LG Simone.
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Re: Die Farbe Rot.

Post 4 im Thema

Beitrag von Mina »

Hallo Simone,

das kann daran liegen das die Menschen mit eigenen Problemen zutun haben und sich in Deine Situation nicht hineinversetzen möchten. Es kann aber auch sein, das sie zu wenige Informationen von Dir haben, was Dein persönliches Glück bedeutet.

Vielleicht mußt Du dich abgrenzen, Dein Glück selbst in die Hand nehmen und zu einem gewissen Teil selbst moderierend sein. Das Du möglicherweise lernst Dich selbst zu lieben, genau so wie Du eben bist. Du in den Spiegel siehst und denkst: "WOW, ja das bin ich"!

Du schreibst immer, das Du dich als Simone wohlfühlst. Das ist es was Du nach aussen abstrahlen darfst und den Leuten alleine Durch dein Auftreten klar machst - ich bin, und es ist das Beste in meinem Herzen.

Einem blinden Menschen zu zeigen was es bedeutet in Deiner Situation zu stecken, bedeutet sehr viel intensive Gespräche und vorallem zu einem Teil Einblick in Dein Innerstes. Oft ist die Zeit, das Vertrauen oder der Wille nicht da solche Gespräche zu führen. Dennoch gibt es einen Weg. Lerne Dich zu lieben, ganz und gar. Nehme Dich an, die anderen werden es fühlen wenn Du es ausstrahlst. Ebenso wie eine heiße Kartoffel, welche Rot sein kann.

Lebe einfach Dein Leben, so doof wie es sich anhört. Andere wissen immer alles besser, oder hören Dir nicht richtig zu. Das ist menschlich. Aber es liegt an Dir Dein eigener Mensch zu sein. Hab Vertrauen zu Dir selbst. Blicke in den Spiegel und schenke Dir selbst ein Lächeln. Das gibt Kraft und Mut.

Du schaffst das Simone, ganz sicher!
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heike65

Re: Die Farbe Rot.

Post 5 im Thema

Beitrag von heike65 »

Ganz ehrlich: in meinem/unserem Bekanntenkreis verstehen es mehr wie geschätzte 2/3 das ich mich als Frau deutlich wohler fühle wie als Mann, und ich nur auf Frauen stehe, aber das Problem mit der Jungfraulichkeit hatte sich mit 14 Jahren erledigt, das gibt somit keine Erklärungsproblematik.

Liebe Grüsse
Heike
Nicole Fritz
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Re: Die Farbe Rot.

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Simone,

die eine ist noch Jungfrau - und verheiratet!? - und die andere treibt es immer mit einer roten lebenden Gummipuppe, die Michelle heißt (oder auch Nicole - wie man die Sache eben sieht). Jemandem der ein ganz normales Leben mit Frau und Kindern lebt, kann man das bestimmt nicht plausibel machen. Man kann ihm oder ihr nur erzählen, wie es ist. Aber verstehen? Das sagt doch schon die Antwort: "Geh doch in den Puff." Wie soll es denn im Puff funktionieren, wenn es sonst auch nicht klappt. Aber so etwas versteht wohl nur jemand, der statt mit einer echten Partnerin Sex zu haben einen Fetisch auslebt.

Sonst möchte ich auf das verweisen, was Mina geschrieben hat.

LG Nicole
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Re: Die Farbe Rot.

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

Simone 65 hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 16:58 Ich möchte mal so anfangen.
Ich habe schon öfter versucht anderen Menschen zu erklären was mich bewegt , was mich antreibt . Es geht um Simone oder um meine Jungfräulichkeit. Sie hören es an . Oder ich schreibe , sie lesen .
Aber wie soll ich einem Blinden die Farbe Rot erklären ?
Menschen mit Familie können es sich nicht vorstellen alleine zu sein .
Meiner Familie habe ich Simone gezeigt , trotzdem , akzeptieren , ja , verstehen , nein .
Wenn ich von mir als Jungfrau erzähle , kommt ,, Geh doch in den Puff " oder ,, Du hast doch eine Frau" . Sie verstehen Es nicht .
Ich lese hier viele Berichte und habe den Eindruck , die Partnerinen , die Familien verstehen uns nicht .

Wie soll ich einem Blinden die Farbe Rot erklären?

Liebe Grüße Simone.

Ich verstehe schon, was du meinst. Es ist nicht damit erklärt, dass die anderen es wahrscheinlich nicht verstehen, weil die schon ihre eigenen Probleme haben usw.
Ich verstehe, was du meinst, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man andere dazu bringt es zu verstehen. Vielleicht geht es nicht mal. Ich glaube, dass viele Menschen in meinem Umfeld mich verstehen, aber es sind nicht die, die schon immer da waren und irgendwann verstehen mussten, dass ich vielleicht nicht so bin, wie sie glaubten. Ich bin eher in der Situation gewesen, dass ich mich gerade von diesen - also engster Familie, alte Freunde - eh vernachlässigt fühlte und irgendwie innerlich ihnen den Mittelfinger gezeigt habe und neu angefangen mit ganz neuen Leuten.
Ich glaube, man sollte eher seine Zeit damit verbringen, genau die auszusuchen, die verstehen, als kostbare Zeit mit denen verschwenden, die nicht verstehen.

Was ich in dem Zusammenhang gerne fragen würde - gibt es Leute, die die Simone-Identität kennen aber nicht den männlichen Gegenpart? Wer Simone mag, muss sie logischerweise auch gewissermaßen verstehen. Wer ursprünglich "X" mag und dann hinterher sich an "Xena" gewöhnen muss, wird sie vielleicht auch akzeptieren, aber das ist meistens keine Garantie, dass sie je "Xena" verstehen werden. Dazu gibt es einen ganz einfachen Grund: Es gibt Studien, die nachweisen, dass Menschen im Allgemeinen Menschen mögen, die so sind wie sie selbst - gewissermaßen. Darf nämlich auch nicht zu viel sein. Eine 80%ige Übereinstimmung scheint ideal. Wer sich ein bisschen Gedanken darüber macht, warum Menschen seit Hunderttausende von Jahren in Gruppen funktioneren konnten, kann sich denken, warum das nicht so blöd ist.

Jemand findet aber Anschluss zu dem männlichen Part von Simone, fühlt sich da gut aufgehoben, zumindest bei dem, was sie denken würde den männlichen Part von Simone ausmachen. Es stellt sich dann heraus, dass Simone eigentlich Simone ist und lange eine Menge Verhaltensweisen teils unterdrückt hat und teils angelernt hat, um als Mann zu funktionieren. Die angelernten Verhaltensweisen werden nach und nach abgelegt und die Unterdrückten bekommen freien Lauf - und die die 80% stimmen vorn und hinten nicht mehr. Jetzt werden einige so sozial sein, dass die deswegen Simone nicht ablehnen, aber volles Verständnis wird da nicht sein, es sein denn ... dass die selber auch was unterdrückt haben, intuitiv auf etwas reagiert haben usw. Kann vorkommen, tut es aber meistens nicht.

Und das da mit "nie Sex gehabt" - ja, für einige wäre es bestimmt eine Gute Idee eine Runde in den Puff gehen. Das ist ein bisschen wie Leute, die Höhenängste haben, vielleicht sogar Flugängste, und nachdem sie einmal Bungee-Springen gemacht haben, ist ihre Haltung dazu anders. Kann gut sein. Muss nicht. Mir ging es mal ähnlich. Ich war schon wesentlich über zwanzig, bevor ich eine feste Freundin und Sex hatte. Ich hatte mir tatsächlich schon Jahre davor überlegt, es mit einer Nutte zu probieren, aber kam auch nicht dazu. Als es aber mit der Freundin nach ca einem Jahr Schluss war, bin ich zu einer Nutte gegangen - als letzte von mehreren Challenges die ich mir gemacht hatte - und das war gut. Einfach zu spüren, dass es auch mit einer anderen geht. Kommt also völlig auf die Situation und auf die Person an.

...

Wie ich auch schon in einem anderen Thread erzählt habe - ein Freund von mir - auch Coaching-Klient von mir - hatte in seinem über 40-jahrigen Leben nie eine feste Freundin gehabt. Das hat er jetzt seit einiger Zeit. Das war eines von den Themen, die wir bearbeitet haben. Manchmal fordert es einfach nur den richtigen Auslöser und eine Lawine von Entwicklungen werden los gelassen. Im Nachhinein ist es unmöglich genau zu erklären was es nun war - man kann einfach nicht sagen, "tu dies" oder "tu das" und alles läuft. Man kann es vielleicht eher damit erklären, dass bestimmte innere oder äußere Verhaltensweisen mit den richtigen Impulsen sich ändern können. Und man kann kaum eines ändern, ohne dass was anderes sich mit ändert. Was du ändern solltest, damit es anders wird, kann ich hier nicht sagen. Ich kann nur garantieren, dass wenn du nichts änderst, wird sich an der Situation auch nichts ändern.

Aber ich bin mir sicher, es ist leichter Leute zu finden, die wissen, wie Rot aussieht, als es denen zu erklären, die es nicht wissen. Manchmal muss man einfach Kompromisse machen.
NanaVistor
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Re: Die Farbe Rot.

Post 8 im Thema

Beitrag von NanaVistor »

wieso muss immer alles erklärt werden?
Auch Vordenker müssen nachdenken.
Drachenfrau
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Re: Die Farbe Rot.

Post 9 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

NanaVistor hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 19:43 wieso muss immer alles erklärt werden?
Weil unser Verstand immer verstehen will - mal hier mal da, mal mehr mal weniger - doch er braucht das Verstehen.
Das Herz nicht.
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Gedankenstille
Seelenfrieden
Simone 65
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Re: Die Farbe Rot.

Post 10 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Lina . Ich habe mehrmals gelesen . Es steht so viel drin .
Mein männlichen Part von Simone kennen ganz wenige , wirklich GANZ WENIGE Menschen .
Der mann in mir hat wenige , nein , keine soziale Kontakte.
Erst als Simone lebe ich .
Liebe Grüße Simone
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Tinchen
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Re: Die Farbe Rot.

Post 11 im Thema

Beitrag von Tinchen »

Liebe Simone,
wie erkläre ich die Farbe rot einem Blinden, ist eine schöne Metapher für "unser Problem" (im Allgemeinen)

Es ist vermutlich über das Ziel hinausgeschossen, gleich rot zu erklären, wenn die Person noch nicht mal schwarz und weiß kennt. Um in der Metapher zu bleiben, würde ich fragen, kennst Du schwarz? Dann kann ich vielleicht das Gegenteil erklären, also weiß. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Schaffe ich es eine Vorstellung von weiß zu erzeugen, also schwarz ist so dunkel, dass man nichts sieht, weiß ist so hell, dass man auch nichts erkennt, bin ich schon sehr weit gekommen. Dann kann man ggf. auch Graustufen erklären.

Wenn ich nun die Farben auf unser Geschlecht beziehe und sage: schwarz ist männlich und weiß ist weiblich. (ohne Wertung, würde auch umgekehrt funktionieren) Da nur 3% Trans* sind (oder sein sollen) , würden also auf die Frage: "Hättest Diu gerne eine andere Farbe, 97% verwundert schauen und fragen: "Nö, wieso?"

Jetzt mal ganz auf mich bezogen, würde ich sagen: "Ich wäre einfach viel lieber weiß geworden, aber bin so was von schwarz, dass ich es manchmal nicht aushalte. Dann kaufe ich mir weiße Farbe und pinsel mich an. Die Farbe deckt nicht gut, also sehe ich eher dunkelgrau aus....trotzdem fühle ich mich strahlend weiß.

Ich weiß nicht, ob Du es auf dich beziehen kannst, aber vielleicht ist es ein Denkanstoß.

Ich zitiere mal einen Text:
Manchmal ist der schnellste Weg anzukommen langsam zu gehen.
Manchmal möchte man anhalten, aber lässt es besser einfach laufen.

Mich fragte mal ein Kollege: "ich habe gestern in meiner Stammkneipe eine Transe gesehen, warum macht ein Typ sowas?" Ich fragte: "Warum sind Menschen Schwul oder lesbisch?" "Das wissen die doch selber nicht" "Könnte der Transe auch so gehen." ....mit einem Grinsen. (Bitte nicht das Wort Transe in der Luft zerreißen, das hat der Kollege weder abwertend noch beleidigend verwendet, sondern fragend)

LG Tina
Wo kommen wir denn da hin, wenn Niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge.
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Re: Die Farbe Rot.

Post 12 im Thema

Beitrag von Tinchen »

ChrisTina73 hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 21:53 Erkläre Dich nicht den Menschen, sondern finde selbst heraus, wie rot für DICH aussieht ;)...
Wie so oft, staune ich, wie es andere Menschen mit einem Satz auf den Punkt bringen, wofür ich Romane benötige :-)
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Re: Die Farbe Rot.

Post 13 im Thema

Beitrag von triona »

Eine sehr interessante Frage.
Einige sehr gute Gedanken sind ja schon dazu geäußert worden (besonders von Lina und Tinchen).

Ich vermute mal fast, daß es nicht geht.
Wer es kennt - weil selbst betroffen - kann es nachvollziehen.
Wer nicht selbst davon betroffen ist, kann es möglichereise nie ganz verstehen.


Eine Frage hätte ich noch hierzu und einen Versuch einer Antwort, der die Sache möglicherweise besser trifft.
Tinchen hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 21:37Mich fragte mal ein Kollege: "ich habe gestern in meiner Stammkneipe eine Transe gesehen, warum macht ein Typ sowas?" Ich fragte: "Warum sind Menschen Schwul oder lesbisch?" "Das wissen die doch selber nicht" "Könnte der Transe auch so gehen." ....mit einem Grinsen. (Bitte nicht das Wort Transe in der Luft zerreißen, das hat der Kollege weder abwertend noch beleidigend verwendet, sondern fragend)
Erst mal die Frage: Weiß / wußte der Kollege, daß du selber eine bist?

Und das hätte ich ihm geantwortet:
"Wieso Typ? Vielleicht war sie ja eigentlich gar kein Typ, sondern in Wirklichkeit eine Frau."

Da deine Erwiderung auch nicht verkehrt war, wäre mein Vorschlag auch als Zusatz zu gebrauchen, so nach dem Motto: "Ach übrigens - wieso eigentlich Typ? ..."
Wenn du allerdings gleich zum Kern kommst (= nicht Typ/er, sondern "eigentlich" Frau/sie), dann umschiffst du auch gleich noch die Gedankenverbindung "trans <-> schwul/lesbisch". Dein Kollege hat zwar vernünftig drauf reagiert. Aber bei manchen Gesprächspartnern führt das dann doch wieder schnell auf abwegige Nebendiskussionen, warum das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.

Ich hoffe, das führt jetzt nicht zu weit von Simones Fragestellung weg.


liebe grüße
triona
Tinchen
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Re: Die Farbe Rot.

Post 14 im Thema

Beitrag von Tinchen »

triona hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 22:56 Erst mal die Frage: Weiß / wußte der Kollege, daß du

Und das hätte ich ihm geantwortet:
"Wieso Typ? Vielleicht war sie ja eigentlich gar kein Typ, sondern in Wirklichkeit eine Frau."
gute Frage ;-) Antwort: Nein, ich bin nicht geoutet. Wir reden nur offen.

Wieso Typ? Na ja, woher soll ich oder jemand anderes es wissen...ich kann nur aus meiner Perspektive sehen und da bin ich in der Metapher halt eher dunkelgrau, was soll ich da machen? Andersherum, wäre der Typ nicht als Trans erkannt worden, wäre die Frage ja nie entstanden. Dann wäre der Typ ja kein Typ.

...ich weiß, das ist kurios..... *kratzt sich am Kopf*

LG Tina
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Re: Die Farbe Rot.

Post 15 im Thema

Beitrag von triona »

Tinchen hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 23:38 ... Andersherum, wäre der Typ nicht als Trans erkannt worden, wäre die Frage ja nie entstanden. Dann wäre der Typ ja kein Typ.

Also mich erkennt man auch recht leicht als "trans", wenn man genauer hinschaut - und vor allem, wenn man hinhört. Aber ein "Typ" bin ich deswegen noch lange nicht. Ich bin eine Frau. Auch wenn immer mal wieder - allerdings zunehmend seltener - irgendwelche Vollpfosten meinen, das Gegenteil behaupten zu müssen.

Also nicht nur am Kopf kratzen, sonder lieber mal besser drüber nachdenken. Auch wenn es vlt dich selber als ungeoutete Nur-gelegentlich-Frau (oder was auch immer) nicht unbedingt wirklich betreffen sollte.

Man weiß / du weißt zwar nicht, ob die besagte Peson so eine Art "Faschingstranse" war ohne Anspruch als Frau gesehen zu werden. Aber wenn mir jemand so etwas erzählt über jemand, die/den ich nicht selber gesehen habe oder bereits kenne, gehe ich bewußt einfach einmal davon aus, daß dies nicht gewesen ist, sondern daß es sich um eine (Trans-)Frau gehandelt haben könnte. Wenn es sich herausstellen sollte, daß dies vlt doch nicht zutreffend sein mag, kann man darauf immer noch eingehen.


liebe grüße
triona


Nachbemerkung:
Wenn diese Nebenerörterung jetzt noch weiter vertieft werden soll, sollten wir das vlt doch besser wo anders weiter machen, bevor es noch vom ursprünglichen Thema wegführt.
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