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Cybill hat geschrieben: Mi 17. Jan 2018, 19:10
Crossdressing im Vergleich mit Drogen?
Durchaus berechtigt, denn ich verwette die Hälfte meiner Schuhsammlung darauf, dass auch Crossdressen bei unsereins zu einem erhöhten Dopaminausstoss führt.
Das erklärte auch den "Gewöhnungseffekt" beim Crossdressen.
LIebe Cybill, ich liebe Deine Sprüche, wenn ich ein Mann wäre, würde ich Dir einen Heiratsantrag machen. Auch wenn wir zwei Mädels mittlerweile heiraten dürften, ich altmodische Schnepfe würde es dennoch als seltsam empfinden. Also belasse ich es bei einem:
@Svenja: Betrachte es so, ihr habt "Geheimnisse" ausgetauscht und seid nun Vertraute. Solange Dein Kollege nicht neben der Spur ist, ist doch alles gut. Zigaretten, Bier, Gras, Eiscreme....ist doch alles Mist und man macht es trotzdem....mehr oder weniger
Oder mit den Worten der Beatles: Luci in the Sky with Diamonds. An Lsd ist von denen noch keiner gestorben. Am Crossdressing auch nicht
LG Tina
Wo kommen wir denn da hin, wenn Niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge.
Harmlos oder nicht - was mich hier wirklich schockiert ist die verbreitete Einstellung, dass weil es eine illegale Droge ist, dann ist es gleich die komplette Katastrofe. Sorry aber so viel blindes Vertrauen in oder gar angst vor Autoritäten - vor dem Staat - ist doch schrecklich. Macht euch kurz mal klar, womit wir zu tun haben. Es gibt Drogen, die z.T. mit gutem Grund nicht frei verkäuflich sind. Die zu Verkaufen kann ein schweres Verbrechen sein. Drogenhändler können Menschen schwer schädigen.
Ist das hier der Fall? Nein, eben nicht - die Person worum es hier geht verkauft keine illegalen Drogen, er konsumiert die gelegentlich. Hat er soweit wir informiert sind dadurch jemanden geschädigt, z.B. durch verantwortungsloses Handeln? Nein, eben nicht. Ist es eine Droge, die süchtig macht und wir müssen damit rechnen, dass er deswegen irgendwann zu einer Belastung der Gesellschaft wird. Nein, nachweislich nicht. Besteht die Gefahr, dass er versehentlich an einem Überdosis stirbt. Nein, kaum möglich. Wann habt ihr von einem Überdosis LSD gehört. Oder Abhängigkeit. Wenn es das gäbe, hätten die Ärzte allmählich ausreichend viele Jahrzehnte gehabt, um das festzustellen. Klar sollte nicht jeder völlig unkontrolliert LSD konsumieren - aber die genannte Person scheint ja zu wissen, was er tut. Sonst wäre es ja nicht erst in so einer "Beichtstunde" unter Freunden raus gekommen.
Ihr habt also ein Problem, einfach weil eine Person sich erlaubt, etwas Unsgesetzliches zu tun wodurch niemand einen Schaden leidet - einfach nur weil es ungesetzlich ist.
Ehrlich gesagt habe ich eher Angst vor Leuten die so denken - da erwarte befürchte ich, dass die auch bereit sein könnten Leute anzuzeigen, weil die beispielsweise Bücher lesen würden, die irgend eine korrupte Staatsmacht oder Herrscher (Trump z.B.) nicht gut findet. Nur weil "illegal". Ich sage nicht, dass ihr alle so denkt, aber es sagt mir, dass ich mit der Möglichkeit kalkulieren muss, dass einige von euch so seid.
Natürlich braucht eine gute Demokratie auch Gesetze und Systeme, die dafür sorgen, dass die weiträumigst eingehalten werden, aber eine gute Demokratie ist auch nur eine gute Demokratie, wenn die Bürger sich mal Gedanken über die Gesetze machen - Gedanken wie, wozu hat man so ein Gesetz und was soll es für wen eigentlich bewirken.
sbsr hat geschrieben: Mi 17. Jan 2018, 13:15
....
Die Parallelen sind tatsächlich halbwegs erstaunlich, er beschrieb einen Tripp zum Beispiel, er setzt sich auf die Terasse, wirft ein Ticket ein und eine halbe Stunde später nimmt er die Natur viel intensiever war. Dann hockt er zwei Stunden einfach nur da und findet die Welt toll.
Ich habe geantwortet, ähnlich ergeht es mir, wenn ich zum Stammtisch fahre. Ich ziehe mein Kleid an, eine halbe Stunde später treffe ich mich mit Freundinnen im Biergarten und wir genießen stundenlang die Gesellschaft.
Siehst Du Svenja, es ist alles nur halb so schlimm. Man muss sich nur von dem willkürlichen Konstrukt des "illegalen" lösen.
Das was als "illegal" festgelegt wird von Staats wegen ist vollkommen willkürlich. Gerade bei LSD. Bei Nikotin und Alkohol reicht es nur zur halbherzigen moralischen Empörung. Bei allen ist es eine Frage der Dosis und der persönlichen Verantwortung. Dabei könnte der Staat doch mit einer kontrollierten Freigabe bestimmter Drogen ganze Zweige der organisierten Kriminalität den Boden entziehen. Aber offenbar ist die Idee sehr stark dass sich der Drogenkonsument ja der "Verwertung" entzieht und deshalb gewaltsam von seinem Tun abgebracht werden muss.
Ich denke, ihr könnt gute Freunde werden und euch gegenseitig eure "dunkeln und schrecklichen" Welten erklären.
Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!
Lina hat geschrieben: Mi 17. Jan 2018, 23:25
Harmlos oder nicht - was mich hier wirklich schockiert ist die verbreitete Einstellung, dass weil es eine illegale Droge ist, dann ist es gleich die komplette Katastrofe. Sorry aber so viel blindes Vertrauen in oder gar angst vor Autoritäten - vor dem Staat - ist doch schrecklich. Macht euch kurz mal klar, womit wir zu tun haben.
Diesen Vorwurf muss ich mir ohne Frage gefallen lassen. Allerdings hat das in erster Linie nichts mit legel oder illegal zu tun, und schon gar nicht mit blindem Glauben an irgendwas, sondern Angst mangels Wissen. Stell Dir vor, ein guter Freund erzählt Dir urplötzlich, er konsumiert Drogen und Du hast keine Ahnung von der Materie, das heißt Du kannst überhaupt nicht einschätzen, was er Dir da eigentlich gerade erzählt hat.
Zwischenzeitlich gibt es hier, wie auch was man so über einschlägige Suchmaschinen findet, mehr oder weniger einstimmig die Einschätzung, dass LSD tatsächlich zu den harmlosen Mitteln gehört. Wie Michi schrieb, die Dosis macht das Gift, aber er hat mir versichert nur alle paar Wochen was zu nehmen und nur wenig. Natürlich kann ich ihm das nur glauben, aber nachdem er mir so offen und von sich aus erzählt davon hat, tue ich das auch.
Einmal mehr erschließt sich mir eine Parallele zum Crossdressing, und wie gesagt muss ich mir auch diesen Vorwurf berechtigt gefallen lassen: wenn man noch nie damit in Berührung kam und nur sehr beschränkte Informationen zur Verfügung hat, kann man eine falsche Einschätzung entwickeln. Deshalb habe ich in dem Gespräch mit ihm keinerlei Vorwürfe oder ähnliches erhoben, wollte ihn nicht bekehren und habe ich nicht als Junky abgestempelt. Er war weiterhin mein Arbeitskollege und Freund, nicht er hatte an sich zu arbeiten sondern ich, deshalb habe ich mich mit dem Thema beschäftigt und kann das Thema nun besser einordnen. Eben das, was wir von unserer Umwelt erwarten.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Vorwurf oder nicht - das sind so in etwa die Gedanken die bei mir auftauchen. Es ist ja offensichtlich, dass niemand in den ganzen Posts was anderes in den Vordergrund gerückt hat, als das es eine ILLEGALE Droge sei. Nichts über gesundheitliche Bedenken oder sonstiges.
Da muss ich ja im Umkehrschluss es so verstehen, dass wenn es sich um ein Halluzinogen mit einer mit LSD sehr vergleichbaren Wirkung ginge, das völlig legal ist - z.B. bestimmte Pilze, die man im Hamburger Stadtpark pflücken kann - dann wäre alles OK gewesen? Einfach pflücken und selber konsumieren ist interessanterweise nicht verboten. Verarbeitung zum Weiterverkauf vielleicht schon ...
Plötzlich erst, wo ich das ein bisschen auf den Punkt gebracht habe, geht jemand, die sonst nur von "illegal" gesprochen hat, auf die eigentlichen gesundheitlichen Wirkungen ein. Gut, das finde ich ja positiv.
Also möchte ich auch gerne den Fokus wieder auf die Ausgangsfrage zurück bringen: Eine Person berichtet einer anderen Person, was ganz Vertrauliches und Privates, diese andere Person berichtet ebenfalls was sehr Vertrauliches und Privates - nun was ist euch hier wichtiger:
Dass eine Person eine andere Person für sein Vertrauen auch Vertrauen zurück gibt?
Dass das was beide Personen tun, etwas ist, was subjektiv ihnen beide gut tun und sonst niemanden schädigt?
Dass das, was die eine Person streng genommen illegal ist - und das ist schlimm egal, ob Dritte davon geschädigt werden - Gesetz ist Gesetz?
Dass das, was die eine Person tut bedenklich ist, weil es vielleicht gesundheitsschädlich sein könnte?
Dass Leute, die Drogen konsumieren per se potentielle Kriminelle sind, und dass es alles sehr bedenklich ist.
Dass es doch überraschend ist, dass jemand im unmittelbaren Umfeld - eine sonst unauffällige und zuverlässige Person - seinen Spaß an so was haben kann - gibt es evtl. etwas zu dem Thema, worüber ich nie nachgedacht habe?
Das ist so eine kleine Auswahl an Gedanken, die man sich hätte machen können. Trotzdem dann fast über die ganze Linie Fokus auf "illegal" - versteht ihr jetzt meine Bedenken?
Lina hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 18:01
Es ist ja offensichtlich, dass niemand in den ganzen Posts was anderes in den Vordergrund gerückt hat, als das es eine ILLEGALE Droge sei. Nichts über gesundheitliche Bedenken oder sonstiges.
Auch wenn nicht explizit angesprochen, ich hätte schon gedacht, dass das mit Äußerungen wie
sbsr hat geschrieben: Mi 17. Jan 2018, 13:15
Inzwischen habe ich noch mehr darüber gelesen und wie sich zeigt, scheint das Zeug tatsächlich recht harmlos zu sein. Es gibt keine körperlichen Folgen, angeblich keine psychische Abhängigkeit, wobei das zu beurteilen wohl schwierig sein dürfte, und das Risiko einer Überdosis ist nahe 0.
Er sagt, er hat das im Griff was er da tut, hat mir auch noch einmal zugesichert während eines Tripps weder Auto zu fahren noch sonst irgendwelche für sich oder andere gefährlichen Dinge zu betreiben.
zum Audruck gekommen ist.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
....interessante Diskussion!
Mir fällt dazu noch ein:
Warum ist Cannabis verboten? "Weil es eine illegale Droge ist!" *Luise Mortler (Bundesdrogenbeauftragte)
mit manchen Dingen im Leben bist du nicht allein. Ich bin bisher auch ohne Rauchen, ohne Alkohol und ohne die "illegalen" Drogen durchs Leben gekommen, und denke so wird es auch bleiben, denn ich habe keinerlei Bedürfnis danach.
So wie ich es bei anderen Leuten sehen, ist die Grenze zwischen Genuß und Sucht fließend. Ich finde es dann schwer erträglich, wenn Menschen nicht mehr nüchtern sind, nicht mehr zurechnungsfähig, nicht mehr zu vernünftiger Kommuniktion fähig. Das ekelt mich noch mehr an als etwa der Geruch nach verschüttetem Bier auf der Kleidung.
Zu denken gibt es mir, dass bei den Konsumenten üblicherweise die Folgen des Konsums für die eigene Gesundheit ausgespart oder schön geredet werden. Regelmäßiger Drogenkonsum schadet dem Körper - der eine Stoff weniger, der andere mehr. Wenn einen etwa im Alter wirklich schwere chronische Krankheiten erwischen, dann lebt man ohne Alkohol, Zgaretten und ohne Drogen eindeutig besser weiter. Doch darüber reden die Drogenbefürworter selten.
Man kann natürlich trefflich streiten, ob der Staat dem Einzelnen vorschreiben soll, was gesundheitlich gut ist - und ob Vebote Erfolg haben (denn das Illegale reizt besonders) oder ob der Staat Geschäfte der einschlägigen Industrie eher besonders schützen und fördern soll, allein schon dr Steuern, die auf dem Wege eingenommen werden können.
Auch wenn mir andere ihre Schwächen anvertrauen, ein(e) Freund(in) von Drogen bin ich deshalb nicht.