Her Story - YouTube mini Serie
Her Story - YouTube mini Serie - # 3

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Kerstin
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 31 im Thema

Beitrag von Kerstin »

nicole.f hat geschrieben: So 31. Dez 2017, 13:40 ..."Transsexualität"? ....
... Begriffe wie "Transe" verwenden. .....
Dies sind in der Gesellschaft verankerte Begriffe wobei es keine Rolle spielt ob nun das den neuersten Wissenschaftlichenstand darstellt oder nicht.
Und den Menschen auf der Straße brauchst du mit irgent welchen Nummernsystemen für Krankheiten nicht kommen. Sofern Sie einmal davon gehört haben, interessiert sie es nicht.

Spalten kann man nur etwas was existiert und genau daran habe ich zweifel. Oder warum ziehen sich soviele TS aus dem Forum zurück oder warum kammen zuletzt nur noch wenige zum Treffen in Berlin? Sowenige das eine Neuauflage fraglich scheint.
...manche UserInnen "nutzen" jede Vorlage...
Würden manche UserInnen wirkliche jede Vorlage nützen hätten wir nur noch solche Diskusionen. Auch sollte sich der Haufen hier einmal die Frage beantworten, wieso so einfache Fragen wie meine eine solche Diskusion auslösen.
Eine in sich gefestigte Gruppe hätte entspannter reagiert.


Grüße von der Teilzeit Transe
Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Svetlana L
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 32 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Kerstin hat geschrieben: So 31. Dez 2017, 21:17 Dies sind in der Gesellschaft verankerte Begriffe
Und das muss auf alle Zeit so bleiben?
Auch sollte sich der Haufen hier einmal die Frage beantworten, wieso so einfache Fragen wie meine eine solche Diskusion auslösen.
Eine in sich gefestigte Gruppe hätte entspannter reagiert.
Das hört sich ja so an, als ob du zu "diesem Haufen" nicht dazugehörst. Und du solltest vielleicht dich selbst fragen, warum eine solche Diskussion ausgelöst wurde, bei der alle weitestgehend an einem Strang ziehen bis auf eine Ausnahme!
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Kerstin
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 33 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Svetlana L hat geschrieben: So 31. Dez 2017, 21:57 ....Und du solltest vielleicht dich selbst fragen, warum eine solche Diskussion ausgelöst wurde, bei der alle weitestgehend an einem Strang ziehen bis auf eine Ausnahme!
Offentsichtlich hast du ein Problem damit, das sich andere eine andere Meinung als die Masse erlauben. Geh mal in dich.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
heike65

Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 34 im Thema

Beitrag von heike65 »

Ich hoffe ich finde jetzt trotz des genossenen weines die richtigen Worte.

Kerstin willst du eine offene Gesellschaft in der du vielleicht einfach Kerstin sein kannst, unabhängig von Konfektiongrösse etc, einfach du selbst sein ?
Das fällt aber nicht von oben herab, dafür muss man etwas tun, zur Not sich auch etwas Spott und Unverständnis aussetzen, wenn sich niemand traut wird sich auch nichts ändern, und wie ich heute gelesen hab scheint selbst Mina das Outing geschafft zu haben, und sie war sicherlich eine der extremsten Kritikerin die den Berg wohl höher empfunden hat wie der kleine Hügel letztlich ist.
Ich kann nur an dich appellieren, lebe dein Leben Kerstin, du hast nur das eine, und schmeisse ein paar Bedenken über Bord.

Einen guten Rutsch
Wünscht Heike
Mina
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 35 im Thema

Beitrag von Mina »

heike65 hat geschrieben: So 31. Dez 2017, 23:02 Ich hoffe ich finde jetzt trotz des genossenen weines die richtigen Worte.

Kerstin willst du eine offene Gesellschaft in der du vielleicht einfach Kerstin sein kannst, unabhängig von Konfektiongrösse etc, einfach du selbst sein ?
Das fällt aber nicht von oben herab, dafür muss man etwas tun, zur Not sich auch etwas Spott und Unverständnis aussetzen, wenn sich niemand traut wird sich auch nichts ändern, und wie ich heute gelesen hab scheint selbst Mina das Outing geschafft zu haben, und sie war sicherlich eine der extremsten Kritikerin die den Berg wohl höher empfunden hat wie der kleine Hügel letztlich ist.
Ich kann nur an dich appellieren, lebe dein Leben Kerstin, du hast nur das eine, und schmeisse ein paar Bedenken über Bord.

Einen guten Rutsch
Wünscht Heike
Edit: es besser machen im neuen Jahr war Plan. (gitli)

Heike, das müsstest Du mir bitte etwas näher erläutern, in wiefern ich "extrem" kritisch war, in Bezug auf Outing?
Möglicherweise das ich mal erwähnt habe, das die Welt noch nicht soweit ist, für eine allumfassende neutrale Gesellschaft hinsichtlich der Vielfalt?

Nunja, das denke ich immer noch!

Dazu denke ich aber auch: Scheixx drauf, ich kann ja am wenigsten was dafür.
Trage aber nun aktiv meinen Teil dazu bei, das sie es irgendwie wird! (so)

Frohes Neues (gitli)
Zuletzt geändert von Mina am Mo 1. Jan 2018, 08:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 36 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Kerstin hat geschrieben: So 31. Dez 2017, 22:23
Svetlana L hat geschrieben: So 31. Dez 2017, 21:57 ....Und du solltest vielleicht dich selbst fragen, warum eine solche Diskussion ausgelöst wurde, bei der alle weitestgehend an einem Strang ziehen bis auf eine Ausnahme!
Offentsichtlich hast du ein Problem damit, das sich andere eine andere Meinung als die Masse erlauben. Geh mal in dich.
Ich war ganz tief in mir drin und bin zu dem Schluss gekommen, das ich kein Problem mit anderen Meinungen habe, schließlich habe ich mich ja nicht darüber gewundert, dass überhaupt eine Diskussion aufgekommen ist.
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 37 im Thema

Beitrag von Mina »

Ich denke es steht und fällt mit der Aufklärung, gerade was "uns" betrifft.

Ein nicht kleiner Anteil der Mitmenschen denkt möglicherweise, das Menschen wie uns ein Fetish, ein sexueller Motivator oder eine " Gestörtheit" dazu treibt.?

Warum sonst auch oft die Berichte von Ablehnung?
Allerdings ist es auch dem Umstand geschuldet, das der Mensch an sich einem innerlichen Bild folgt. Wird diesem Bild eine Farbe hinzugefügt, wird er schon aufmerksam und reagiert. Die Reaktion sind dann gerne Ablehnung, Angst, Lustig machen, Aggression.

Menschen die ein geöffnetes Weltbild tragen reagieren dagegen recht neutral bis garnicht.

Wenn die Welt aber stetig lernt, das wir pupsnormale Menschen sind und weder Gefahr noch andere Befürchtungen bestehen, werden sie es lernen. Der grösste Teil zumindest.

Beispiel kann Politik sein. Die rechte Gruppe. Die Gesellschaft weiß das es falsch ist, das es dem Miteinander schadet und das es Gefährlich ist.
Trotzdem gibt es immernoch soviele Hohlbirnen welche dem Schrei nach Nationalismus folgen. Trotz dieser hohen Rate an Aufklärung und den Beispielen aus der Geschichte.

Es bleibt ein Kampf und nicht jede von uns hat das Glück in 100% CIS Tarnung durchs Leben gehen zu können. Trotzdem hat ein jeder das Recht frei zu leben, raus zu gehen und sich eben nicht zuhause verstecken zu müssen.

Eine Patentlösung habe ich nicht, aber es müsste insgesamt mehr für generelle Aufklärung gemacht werden. Da ist die Politik in der Pflicht, den auch diese will nach demokratischen Grundsätzen handeln. Demokratisch wäre es wenn wir auch "einfach" leben könnten.
Das sich Threads wie dieser hier immer wieder auftun, ist ja schon ein Barometer dafür, wo wir im Moment stehen.
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 38 im Thema

Beitrag von Mina »

An dieser Stelle vielleicht noch einmal zur Erinnerung der Artikel aus "der Zeit" vom Juli 2017

Die Statistiken sind natürlich nur Statistiken, dennoch ein Widerhall der Gesellschaft .

http://www.zeit.de/news/2017-07/01/gese ... g-01111202
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 39 im Thema

Beitrag von Tinchen »

Liebe Nicole,
erst mal danke dass Du uns diese kleine Serie bekannt gemacht hast. Ich habe erst mal Deine einleitenden und emotionalen Worte genossen, als hoffnungslose Romantikerin habe ich mir erst mal ein Tränchen verdrückt (bevor ich die Videos geschaut habe).

Ich habe mich dann gleich durch die Episoden gefräst und mich in alle Personen verliebt....bis auf Lisa versteht sich :-) Da ich ganz gut Englisch kann, habe ich mehr zugehört als Untertitel zu lesen, aber das geht dermaßen schnell ab, dass ich immer wieder den Faden verlor und zurückspulen musste.....was allerdings eher angenehm war. Es ist schon sehr komprimiert und es kommen fast alle menschlichen Probleme, die manche zu gerne verschweigen, zum Ausdruck. Geht aber manchmal nicht anders in solchen Filmen.

Für mich bewegendes aus der Serie:
Wie spreche ich jemanden an, von dem ich vermute sie/er ist Trans und ich möchte mehr erfahren? Ich habe mit Allie echt mitgelitten...und mich gefragt, wie könnte man das besser machen? Vi hat sehr authentisch reagiert...Die Frage, bin ich noch lesbisch, wenn ich eine Transfrau mag? Bzw, bin ich noch trans, wenn ich eine Lesbe mag?...Die wütende Paige.....

Episode 4 hat nicht nur den einleitenden Text, sondern ist voll von Zündstoff, da ist fast Jeder Satz eine kleine Bombe.....sprich es sind 10 Minuten, über die ich tagelang nachdenken kann.

Es gibt aber auch negatives: "Viele haben Escort gemacht...ähm...eigentlich Alle..." Das ist mir ein wenig zu Klischeehaft....wissen tue ich es aber nicht.

Den Aufruf von Nicole, dass wir uns mehr zeigen sollen finde ich auch toll. Lediglich habe ich und vermutlich auch Andere hier eher nicht den Wunsch aufzufallen....sondern wir wollen uns zeigen, aber nicht als Trans erkannt werden, sondern als Frau. Ich weiß genau, das dass bei mir nicht geht :-)....trotzdem habe ich breit gegrinst, als ich mal mit hochrotem Kopf im Kaufhaus nach den Toiletten gefragt habe und die Verkäuferin an der Kasse mir gelangweilt den Schlüssen in die Hand drückte: "Das Damenklo ist hinten rechts." *schwebte*

Ich habe es mal auf meine ToDo-Liste für 2018 gestellt, neben weniger rauchen, weniger Bier und abnehmen. Kann also sein, dass ich demnächst öfter aufgetranst Steaks und Bier und Zigaretten hole, oder rauchend en Homme losgehe und ein Kleid kaufe :-)
nicole.f hat geschrieben: So 31. Dez 2017, 13:40 PS: Bitte niemals abwertende Begriffe wie "Transe" verwenden. Gerade dieser ist so negativ besetzt, dass wir damit nur Schaden anrichten und niemals etwas gutes bewirken können.
Das verstehe ich leider gar nicht, Transe war für mich nie abwertend und eigentlich der einzige Begriff mit dem mal alle (halbwegs) unter einen Hut bekommt, ohne sich in Begriffsdefinitionen zu verlieren. Irgendwie Trans sind wir doch mehr oder weniger alle und ein "e" hinten dran ist eher eine Verniedlichung oder Verweiblichung für mich gewesen.

Wenn Jemand abfällig sagt: "Ey kumma das is ne olle..." spielt es doch keine Rolle welcher Begriff nun folgt, es bleibt abfällig. Falls mich Jemand nett fragt: "Sag mal bist Du eine..." Auch fast egal was nun folgt, es bleibt nett. Auf die nette Frage kann ich ja auch ein wenig erklären.

Falls wer nicht Transe genannt werden möchte, respektiere ich das natürlich. Muss sich auch Niemand angesprochen fühlen.

Ich frage mich nun, auch ein wenig mit Rückblick auf die Serie, ist Transe abwertend, oder ist nicht jede Frage nach Trans abwertend? (Wie so oft, existiert die Frage in meinem Kopf, ohne dass ich eine Antwort habe.)

LG Tina
Wo kommen wir denn da hin, wenn Niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge.
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 40 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Tinchen hat geschrieben: Di 2. Jan 2018, 21:42 Ich frage mich nun, auch ein wenig mit Rückblick auf die Serie, ist Transe abwertend, oder ist nicht jede Frage nach Trans abwertend? (Wie so oft, existiert die Frage in meinem Kopf, ohne dass ich eine Antwort habe.)
Ich sag's mal mit dem Medien-Leitfaden von TrIQ

Transe
1) abfällige Fremdbezeichnung für trans* Menschen
2) Selbstbezeichnung einiger trans* Menschen, die sich den Begriff zurückerobert haben und ihn in einem ironischen oder selbstermächtigenden Sinn verwenden.

Ich würde das mal mit dem Begriff "queer" vergleichen, auch dieser war wohl ursprünglich als Schimpfwort gedacht und wurde mittlerweile von der Community "zurückerobert". Trotzdem würde ich (noch :) ) zu 1) tendieren.
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 41 im Thema

Beitrag von Jenina »

Hallo Tina,

Danke dass Du bekräftigst was ich auch emofinde wenn Du "Transe" hörst. Ich habe ja gerade - auch in Zusammenhang mit anderen "bösen" Wörtern etwas in meinem Tagebuch geschrieben. http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 12#p187312

Und deshalb tendiere ich bei Svetlanas Definition eindeutig zur 2. Es reicht nicht Sprache verändern zu wollen und gerechter machen zu wollen wenn man sich die Verletzungen durch Sprache an anderen Stellen gefallen lässt. Bei Schimpfworten helfen keine Sterne.

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 42 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Frohes neues Jahr ihr Lieben,

ich habe gestern die Mini-Serie gesehen und muss immer noch nachdenken.
Heute morgen habe ich mir eure Beiträge hier durchgelesen und habe mich etwas erschrocken.

Es ist doch piep schnurz schnuppe auf welche Art sich ein Mensch in seiner Haut wohlfühlt.
Wichtig ist doch, dass man menschlich sein darf.

Ich weiß aus meinem eigenen Leben, dass es nicht schön ist, wenn andere einen nicht akzeptieren, die Ablehnung ganz tief im Inneren schmerzhaft wird und man doch so gerne dazu gehören will.
Doch wozu wollte ich damals gehören?
Wo wollt ihr dazu gehören? Was ist dieses "dazu"?
Gibt es da nicht noch mehr, was man als Mensch besser anders machen könnte, wenn man schon mal gerade dabei ist?
Es gab wenige Menschen, doch es gab sie, die mich so wahrnahmen wie ich war und ich hatte eine gute Zeit mit ihnen.
Ist es nicht das, was zählt? Dass es Menschen gibt, die sich als echte Freunde erweisen?
Und ist es nicht allgemeines Wissen, dass gute Freunde wirklich selten sind? Egal, ob Cis oder sonst was?

Warum muss man Begriffe für Menschen genau definieren, damit man vielleicht einen Umgang schaffen kann?
Cis,.... homo,.....trans,......., rubens,......, androgyn,.......
Ist man nicht in aller erster Linie ein Mensch?
Schon allein dadurch, dass ich mich als Mensch fühle, begegne ich meinem Umfeld mit Wertschätzung. Daran arbeite ich mit mir nun schon sehr viele Jahre und hätte nicht geglaubt, wo ich überall in den angestaubten Ecken in mir tatsächlich immer noch einen kleinen Kritiker finde, auch heute noch.
Wenn ich wieder einen kleinen Kritiker gefunden habe, dann bemühe ich mich mit ihm freundlich umzugehen.
Denn wenn ich nicht freundlich mit mir selbst sein kann, wie soll ich es da schaffen, anderen wirklich authentisch freundlich zu begegnen?

Wir können nur eins machen, einfach so leben wie wir sind und zu uns stehen, aufhören uns zu verbiegen, Wertschätzung leben - besonders für sich und das dann auf das Umfeld ausweiten.
Dann wird sich etwas verändern, für uns und im Umfeld. Das sagte Gandhi schon "be the change you want to see".
Noch ein weiser Mensch sagte:

1994 wird Mandela der erste schwarze Präsident in Südafrika.

In seiner Antrittsrede sagt er:

"Jeder Mensch ist dazu bestimmt, zu leuchten! Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind, unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht. Wir fragen uns, wer ich bin, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen? Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen? Du bist ein Kind Gottes.

Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt. Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich so klein zu machen, dass andere um Dich herum sich nicht unsicher fühlen. Wir sind alle bestimmt, zu leuchten, wie es die Kinder tun.

Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem einzelnen. Und wenn wir unser Licht erscheinen lassen, geben wir anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere."
http://www.gekreuzsiegt.de/2013/06/29/n ... -leuchten/

Diesem Licht in uns ist es doch egal, welcher Buchstabensalat uns übergestülpt werden soll.
Solange wir der Angst in uns folgen, können wir nicht positiv und kraftvoll leben.

Ich wünsche euch einen wunderbaren Unwetter freien Tag.
Ulla
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 43 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Tinchen hat geschrieben: Di 2. Jan 2018, 21:42 ...
Es gibt aber auch negatives: "Viele haben Escort gemacht...ähm...eigentlich Alle..." Das ist mir ein wenig zu Klischeehaft....wissen tue ich es aber nicht.
Das kann ich leider etwas aufklären.

Dies ist ja eine US Amerikanische Mini Serie. In den USA ist es leider tatsächlich so, dass sich die Mehrheit der trans* Frauen irgendwann auf ihrem Weg oder darüber hinaus prostituiert haben - entweder "nur" als Escort bishin zu ganz normalem Straßenstrich. In den USA, so wie in einigen anderen Ländern mehr, eine schreckliche Normalität. Dies liegt vor allem daran, dass die US Amerikanische Gesellschaft, wie vieles andere in diesem Land auch, stark gespalten ist. Da gibt es unheimlich progressive und tolle Menschen, aber auch einen breiten und tiefen Abgrund. Selbst für die Progressiven ist es oft nicht möglich, den Abgrund für Angehörige von Minderheiten zu überbrücken. Hinzu kommt, dass in vielen Bundesstaaten der USA der Diskrimierungsschutz für trans* und homosexuelle Menschen praktisch nicht existent ist oder unter Trump sogar noch weiter abgebaut wurde. Es ist nach wie vor in vielen Bundesstaaten _legal_, einen Menschen wegen Trans* oder Homosexualität den Job zu kündigen, aus der Wohnung zu werfen oder Dienstleistungen zu verweigern (bspw. aus einem Restaurant geworfen zu werden).

In der Folge leiden viele trans* Personen unter Arbeitslosigkeit und sind oft genug zudem auch noch obdachlos - entweder weil sie sich keine Wohnung mehr leisten können oder weil sie rausgeworfen wurden. Dies treibt dann gerade trans* Frauen in die Prostitution oder ähnliche Milieus. In der Folge ist es dann auch leider so, dass die meisten trans* Morde auch in diesem Milieu passieren, vor allem an trans* Frauen of color, also Schwarze - 2/3 der Opfer von trans* Morden in den USA sind schwarze trans* Frauen. Fast wöchentlich kommt es zu gewalttätigen Übergriffen und Morden an trans* Frauen. Trans* zu sein in den USA ist kein Spaß, wie in so vielen anderen Ländern auch.

Dagegen leben wir hier in Deutschland auf einer Insel der vergleichsweise Sorglosen und jammern auf sehr hohem Niveau. Was für uns bereits Tragödien sind, wäre für viele gerade trans* Frauen in den USA bereits ein Sechser im Lotto. Ich will damit nichts rechtfertigen oder schönreden. Nur mal die Perspektive etwas erweitern.
Tinchen hat geschrieben: Di 2. Jan 2018, 21:42 ...
Ich frage mich nun, auch ein wenig mit Rückblick auf die Serie, ist Transe abwertend, oder ist nicht jede Frage nach Trans abwertend? (Wie so oft, existiert die Frage in meinem Kopf, ohne dass ich eine Antwort habe.)

LG Tina
Also ich empfinde "Transe" als Fremdbezeichnung sehr abwertend, das hatten Svetlana und Daenerys bereits gut dargestellt. Die Frage nach Trans* darf aber IMHO keine Wertung sein oder zugeschrieben bekommen. Das würde, denke ich, bedeuten, dass wir auch selbst mit Trans* etwas Negatives verbinden würden und das sollte ja wohl auf keinen Fall passieren. Irgendwann möchte ich gerne zu dem Punkt kommen, wo man auch mit einem gewissen Stolz sagen kann, ja, ich bin trans*! Da sind wir leider noch nicht, aber das wäre mein Ziel.

Da wir noch nicht dort sind, eiern wir selbst auch damit etwas herum, was ich sehr schade finde. Ich hatte auch gerade wieder die Situation, dass ich eine Person getroffen habe, von der ich vermutete, dass sie trans* sein könnte. Ich habe mich aber nicht getraut sie zu fragen! Wie doof ist das denn!? Was dabei mitschwingt ist natürlich die Sorge, dass ich eine Person verletzen könnte - die Person könnte stealth sein wollen und ich spreche sie an und sie sieht sich gezwungen, sich zu outen; nicht gut. Oder ich spreche sie an und sie ist cis - wie würde wohl eine cis Person reagieren?

Ich muss sagen, ich wäre vermutlich einen Augenblick auch kurz verstört, denn irgendwo habe ich auch ganz tief in mir diesen Wunsch, nicht erkannt zu werden. Doch mein Verstand sagt mir dann sehr schnell und sehr deutlich, dass das Unsinn ist und so würde ich mich wohl schnell wieder sortieren. Was bei mir dabei auch klar mitschwingt ist aber, dass ich weiß, dass trans* zu sein ein Stigma bedeutet, verbunden mit einer Abwertung. Das möchte natürlich niemensch freiwillig haben. Andererseits wiederum möchte ich aber auch, dass dieses Stigma endlich aufhört und dazu möchte ich durch meine Sichtbarkeit beitragen - und es gewinnt wieder einmal der Verstand.

Das ist ein sehr ambivalentes Problem - weshalb ich auch immer wieder sage und schreibe, ich habe großes Verständnis dafür, wenn trans* Menschen nicht sichtbar sein wollen. Nur würde ich es mir für das Große Ganze anders wünschen.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Tinchen
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 44 im Thema

Beitrag von Tinchen »

Hallo,
wenn ich mir mein Geschreibsel noch mal so durchlese und die Reaktion von Nicole lese, dann denke ich ich habe mich einfach zu missverständlich und/oder zu knapp ausgedrückt. Ich habe das aus dem Blickwinkel des "wir sollten uns zeigen und mehr kommunizieren" geschrieben, dazu gehörte der Film eben auch dazu. Ich fand es dann etwas Negativ, dass das Escortthema aus meiner Sicht etwas unglücklich war und wenn sich "Aussenstehende" das anschauen, gibt es immer Welche, die genau auf diese Stelle warten: "Siehste, habe ich doch immer gesagt..." Dass sie den Job vor allem im Ausland und nicht nur dort wo die Trumpeltiere herrschen, aus purer Not machen, habe ich zumindest hier mal als bekannt vorausgesetzt. Aber gut dass Nicole das noch mal aufdröselt, dem kann ich nur zustimmen und nichts mehr hinzufügen.

Der Film drückt das eben nicht so aus, die Eine arbeitet als Kellnerin und ist durchaus respektiert und erfolgreich, die Andere arbeitet als Anwältin, nicht minder respektiert und erfolgreich. Gekündigt werden, oder aus der Wohnung fliegen kommt eben nicht vor. Selbst nach dem unfreiwilligen Outing durch Lisa. Der kurze Dialog über das eigentliche Elend mit Vi und Allie....war mir zu knapp. (Im Alter vergeht die Zeit ja schneller *lacht*)

Zum Begriff Transe: Früher gab es nur den Begriff Transvestit und der war vielen zu lang, manchen zu kompliziert und wurde als Transe abgekürzt. Jetzt können sich aber etliche nicht mit dem Wort Transvestit identifizieren und daher gab es neue Begriffe....das ist soweit alles ok, da aber nun fast alle neuen Begriffe mit Trans beginnen, hat sich irgendwie Transe bewahrt. Dass sich nun etliche derart davon distanzieren überrascht mich einfach. Hier im Chat in vielen Threads oder auf Transtreffen, sind Begriffe wie Stubentranse, Autotranse, auftransen, abtransen so präsent, das ich das auch für normal gehalten habe. Damit wollte und will ich niemandem auf die Füsse treten.

Ich sehe das aber auch aus der Sicht des ahnungslosen Menschen, der mich sieht und einfach mal fragen will, warum ich Transe bin. Ich denke nicht das es hilfreich ist, dann eine Begriffserklärung zu starten. Ich möchte dann einfach nur, zumindest in dem Moment einen Menschen unsere Beweggründe erläutern. Ich frage mich auch wie ich dann Trans* ausprechen soll, Transasterisk? Angesichts meiner momentanen Figur, wird man mich dann doch eher als Transobelix bezeichnen und ich muss mich in Tönnchen umbenennen......ok, ok das war wieder albern, aber trans* kann man nicht wirklich sprechen :-)

Ich habe hier auch in anderen Threads über neue Begriffe aus Anfangsbuchstaben gelesen, uff, das war mir zu anstrengend und ich war versucht TGIF vorzuschlagen (Thank God its fryday) Aber erstens war Montag und zweitens hätten mir die Anderen meine süßen Öhrchen langgezogen.

Mir fällt da eine Begegnung ein, die vielleicht meine Sicht der Dinge etwas mehr beleuchtet: Ich war einfach los und stand an einer Kreuzung um zu sehen wohin ich gehen will. Da sprach mich ein junger Bursche an und fragte mich was, sagen wir mal unhöfliches, aber nicht wirklich schlimm. (Ich möchte das jetzt einfach mal nicht diskutiert wissen) Ich habe ihm dann ganz ruhig und nett erklärt, dass er falsch liegt und es sehr genossen, dass ich en femme so ruhig, defensiv und geduldig sein kann. Na ja, er sagte ok und trollte sich. Ich wollte in die gleiche Richtung und wartete einen Moment bis ich auch los bin. Er blieb plötzlich stehen und rief: "Warte mal." Ich machte mir fast in die Buchs und blieb stehen (Er war mehr als einen Kopf kleiner und wenn ich vor Schreck auf ihn draufgefallen wäre, wäre es böse für ihn ausgegangen). "Ich wollte mich entschuldigen, das war blöd von mir." Er hielt mir die Hand hin und ich war erst mal total verdattert. Nahm die Hand und sagte: "Danke die nehme ich gerne an." Wir gingen dann ein Stück zusammen und in kurz fragte er: "Warum bist Du Transe?" Ich frage mich auch jetzt, was sollte ich anderes sagen als: "Weil ich einfach lieber eine Frau geworden wäre." Alles Andere ist doch viel zu kompliziert und die Menschen haben doch so schon genug Probleme mich oder uns zu verstehen. Er fragte: "Wieso will ein großer Mann wie Du eine schwache Frau sein?" Ich sage dann immer ein Zitat meiner Ex(kein Witz) "Wenn ick did wüsste, hätte ick dickere Brüste." Er hat sich scheckig gelacht und ich habe meine gute Tat für den Tag vollbracht: Ein Bürschlein nachdenklich nach Hause geschickt. War doch egal welchen Begriff er für mich hatte, er hat es nach der Entschuldigung nett und nicht respektlos gesagt.

Über eure Sicht der Dinge muss ich allerdings auch noch ein wenig nachdenken, ich möchte keine von euch verletzen. Lösung 2 von Svetlana würde ich schon favorisieren, ähnlich wie die jungen Mädels, die sich Bitch auf das T-Shirt drucken lassen. Die kann Keiner mehr als Bitch beschimpfen. Ich glaube allerdings nicht dass ich mir "Transe" auf mein Top drucken lassen würde ( mit Strass? ) Tinchen ist feige und hat Angst um besagte Öhrchen.....nein, möchte halt auch nicht provozieren.

Bis dahin werde ich wohl mehr * tippen.

LG Tina
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 45 im Thema

Beitrag von Michi »

Tinchen hat geschrieben: Mi 3. Jan 2018, 21:37 Ich sage dann immer ein Zitat meiner Ex(kein Witz) "Wenn ick did wüsste, hätte ick dickere Brüste."
GRRÖÖÖL Ich hätte beinahe mein Gerstenkaltegetränk über den Bildschirm geprustet. :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Den Spruch muss ich mir merken. Den kann man immer bringen, wenn man keine Antwort hat oder keine Lust auf lange Erklärungen. (cow)
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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