Her Story - YouTube mini Serie
Her Story - YouTube mini Serie - # 3

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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nicole.f
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 31 im Thema

Beitrag von nicole.f » So 31. Dez 2017, 13:40

Kerstin hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 23:19
Dazu kommt und das ist ein weiterer Punkt der mich an Nicole's Beitrag stört "Wir sollten...". Wer ist den dieses "Wir"?
Ich möchte die Frage an einem Beispiel verdeutlichen.
Ein biologischer Mann erkennt für sich das er eine Frau ist. Auf Grund des Selbstbestimmungs Recht ist er ja dem zufolge als Frau zubetrachten. Korrekt?
Er oder besser Sie ist also per Definition nicht transsexuell. Weil transsexuell beinhaltet ja die Aussage, das man von einem Zustand in einen anderen transformiert, hinüber wechselt.
Wenn nun dieser Person das Edikett "transsexuell" angeheftet wird ist dies Fremdbestimmung und somit unzulässig.
Korrekt?
Wie also wollt ihr diese "wir" definieren. Wie soll sich diese Gruppe selbst definieren und wie soll die Gesellschaft im allgemeinen damit umgehen.
Für die Gesellschaft spielt die oben genannte Selbstdefinierung nämlich keine Rolle. Hier gilt " eine Person welche in eine andere "geschlechtliche Rolle" als der angeborenen wechselt ist eine Transe oder transsexuelle".
Wenn sich also eine Gruppe von Personen, welche sich selbst als transsexuell definiert, permanent daneben benimmt fällt das auf alle zurück, ohne das die betroffenen Personen etwas dagegen machen können noch das die Gesellschaft dies erkennen kann.

Ich hoffe jetzt mal das ich verstanden werde.

LG Kerstin
Du gehst das, glaube ich, falsch an. Die Frage, die sich stellen sollte ist, warum brauchen wir eine Definition "Transsexualität"? Diese an sich ist völlig überholt und wird auch wissenschaftlich nicht mehr verwendet, allenfalls noch im ICD10, der nunmal noch gültig ist und der leider diese psychopathologisierende Definition enthält. Das alte Bild von Transsexualität gibt es nicht mehr, die Wissenschaft ist deutlich weiter. Hoffentlich in 2018 wird der neue ICD11 verabschiedet werden, der keine Transsexualität mehr enthält, sondern "Gender incongruence" (HA40)(Geschlechtsinkongruenz), eine Definition, die viel weiter reicht als Transsexualität und endlich auch medizinwissenschaftlich das Spektrum anerkennt, dass es eben im Geschlecht gibt. Die Inkongruenz kann sich ganz unterschiedlich darstellen und beruht auf einer Diskrepanz zwischen dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht und der selbst erlebten geschlechtlichen Identität. Es spielt dabei keinerlei Rolle, wie sich dies manifestiert, jede Art von Diskrepanz wird davon erfasst. Die alte Definition von Hier und Dort, von Cis und Trans, ist hinfällig - und das denke ich mir nicht aus, dazu gibt es dutzende, wenn nicht gar hunderte wissenschaftlicher Veröffentlichungen.

Wenn Du also auf Definitionen Wert legst, dann versuche es doch mal mit dem Stand der Wissenschaft? Geschlechtsinkongruenz.
Und auf einmal ist das Wir soviel deutlicher.

Ich verstehe auch nicht, wie Du auf dieses "daneben benehmen" kommst? Selbstverständlich ist Fehlverhalten immer ein Fehlverhalten, egal von wem es kommt. Diese Argumentation kommt mir vor wie die kruden Versuche, die Toilettengesetze in den USA zu rechtfertigen, um Kinder und Frauen vor den Vergewaltigern und Pädophilen zu schützen - wait, what? Vergewaltigung und Pädophilie ist unter Strafe gestellt, egal wo diese stattfindet! Fehlverhalten ist immer falsch, egal von wem und wo. Benimmt sich jemensch daneben, so muss man darüber reden und wie es das nächste mal besser oder anders sein kann. Aber deswegen kann man doch nicht anfangen Gruppen pauschal Schuld zuzuschieben? Wo kommen wir denn da hin?

PS: Bitte niemals abwertende Begriffe wie "Transe" verwenden. Gerade dieser ist so negativ besetzt, dass wir damit nur Schaden anrichten und niemals etwas gutes bewirken können.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 32 im Thema

Beitrag von Mina » So 31. Dez 2017, 13:52

nicole.f hat geschrieben:
So 31. Dez 2017, 13:11
Was ich mich die ganze Zeit frage ist, warum haben so viele Personen solch ein Problem damit, das Wir zu erkennen?
Warum versuchen so viele immer wieder unsere Community zu spalten, zu sektieren, bis in das Letzte zu definieren?
Sich abzugrenzen und damit vermeintlich andere auszugrenzen?

Warum ist es so schwer, inklusiv zu sein? Willkommend und akzeptierend?
Warum wird unsere Community immer wieder zu ihrem eigenen schlimmsten Feind?

Alles das, was wir an cis Menschen im Verhalten gegenüber trans* Menschen kritisieren, alles das reproduzieren wir immer wieder selbst, innerhalb unserer eigenen Community. Warum ist das so? Ist das nicht fürchterlich?

Mir ist es völlig egal, wie sich ein Mensch mit einer geschlechtlichen Thematik definiert, wenn dieser Mensch bspw. in meine Beratung kommt. Ich sehe wie sie leiden, wie sie unter Stigmatisierung und Diskriminierung leiden, wie sie leiden, wenn sie nicht akzeptiert werden wie sie eben sind, sondern sich verbiegen und verstellen, etwas ganz wesentliches ihrer Persönlichkeit unterdrücken müssen. Spielt es da wirklich eine Rolle, ob sich diese Personen als transsexuell, transident, transgender, trans* oder auch Cross-Dresser oder sonstwie definieren? Nein, nicht für mich.

Unsere Welt wird jeden Tag etwas bunter und vielfältiger. Nicht-binäre trans* Menschen werden, endlich, immer präsenter und bringen an allen Stellen, an denen sie auftreten, die klassischen Bilder von Transsxualität ins Wanken. Niemensch wird ernsthaft die Bedarfe von diesen Menschen infrage stellen wollen - hoffe ich. Wir lernen gerade auf allen Ebenen, dass Geschlecht eben nicht nur binär ist, es gibt nicht nur das hier und dort, das Cis und Trans. Es gibt auch ein Dazwischen! Und nicht nur das, Geschlecht ist nicht eindimensional, sondern vieldimensional, ein Spektrum reicht da nicht aus.

Warum tun sich gerade trans* Menschen so schwer damit, diese Vielfalt anzuerkennen, sie wertzuschätzen und zu respektieren?

Sichtbarkeit von Trans* heißt, Sichtbarkeit von Vielfalt, von ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten, von Individuen und ihren ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten und Identitäten.

Bitte lasst uns endlich aufhören, unsere eigene Community zu spalten. Wir sind ohnehin viel zu wenige, dass wir uns auch noch über soetwas streiten müssten. Lasst uns bitte versuchen, das Wir zu entdecken und zu stärken! Lasst uns zusammenstehen, für uns eintreten, für unsere Rechte und unsere Gleichberechtigung. Lasst uns gemeinsam stark sein, auch und vor allem für die in unserer Community, die es gerade nicht können. Niemandem geht dadurch etwas verloren, wir alle können nur gewinnen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein tolles Jahr 2018!

(he) (he) (he) ))):s :()b (na) (so)


Vielen Dank für diese Worte Nicole, es stimmt. Wir sollten aneinander festhalten und nicht uns permanent wegsortieren.

Vielleicht ein schöner Vorsatz für 2018 hier im Forum, das wir uns die Hände reichen und gemeinsam in die Richtung "Glück" gehen, alle zusammen und auch jeder für sich. Aber eines vorallem, friedlich und offen.

Man soll den Mist, welcher im alten Jahr passiert ist, zurücklassen. Also, ein neutraler Start ins neue Jahr. Wir können das besser, ganz bestimmt. (gitli) (moin)

Ja, die Welt ist bunt, sehr sogar. )))(: (flo) ))):s

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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 33 im Thema

Beitrag von Kerstin » So 31. Dez 2017, 21:17

nicole.f hat geschrieben:
So 31. Dez 2017, 13:40
..."Transsexualität"? ....
... Begriffe wie "Transe" verwenden. .....
Dies sind in der Gesellschaft verankerte Begriffe wobei es keine Rolle spielt ob nun das den neuersten Wissenschaftlichenstand darstellt oder nicht.
Und den Menschen auf der Straße brauchst du mit irgent welchen Nummernsystemen für Krankheiten nicht kommen. Sofern Sie einmal davon gehört haben, interessiert sie es nicht.

Spalten kann man nur etwas was existiert und genau daran habe ich zweifel. Oder warum ziehen sich soviele TS aus dem Forum zurück oder warum kammen zuletzt nur noch wenige zum Treffen in Berlin? Sowenige das eine Neuauflage fraglich scheint.
...manche UserInnen "nutzen" jede Vorlage...
Würden manche UserInnen wirkliche jede Vorlage nützen hätten wir nur noch solche Diskusionen. Auch sollte sich der Haufen hier einmal die Frage beantworten, wieso so einfache Fragen wie meine eine solche Diskusion auslösen.
Eine in sich gefestigte Gruppe hätte entspannter reagiert.


Grüße von der Teilzeit Transe
Kerstin

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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 34 im Thema

Beitrag von Svetlana L » So 31. Dez 2017, 21:57

Kerstin hat geschrieben:
So 31. Dez 2017, 21:17
Dies sind in der Gesellschaft verankerte Begriffe
Und das muss auf alle Zeit so bleiben?
Auch sollte sich der Haufen hier einmal die Frage beantworten, wieso so einfache Fragen wie meine eine solche Diskusion auslösen.
Eine in sich gefestigte Gruppe hätte entspannter reagiert.
Das hört sich ja so an, als ob du zu "diesem Haufen" nicht dazugehörst. Und du solltest vielleicht dich selbst fragen, warum eine solche Diskussion ausgelöst wurde, bei der alle weitestgehend an einem Strang ziehen bis auf eine Ausnahme!
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Kerstin
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 35 im Thema

Beitrag von Kerstin » So 31. Dez 2017, 22:23

Svetlana L hat geschrieben:
So 31. Dez 2017, 21:57
....Und du solltest vielleicht dich selbst fragen, warum eine solche Diskussion ausgelöst wurde, bei der alle weitestgehend an einem Strang ziehen bis auf eine Ausnahme!
Offentsichtlich hast du ein Problem damit, das sich andere eine andere Meinung als die Masse erlauben. Geh mal in dich.

heike65

Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 36 im Thema

Beitrag von heike65 » So 31. Dez 2017, 23:02

Ich hoffe ich finde jetzt trotz des genossenen weines die richtigen Worte.

Kerstin willst du eine offene Gesellschaft in der du vielleicht einfach Kerstin sein kannst, unabhängig von Konfektiongrösse etc, einfach du selbst sein ?
Das fällt aber nicht von oben herab, dafür muss man etwas tun, zur Not sich auch etwas Spott und Unverständnis aussetzen, wenn sich niemand traut wird sich auch nichts ändern, und wie ich heute gelesen hab scheint selbst Mina das Outing geschafft zu haben, und sie war sicherlich eine der extremsten Kritikerin die den Berg wohl höher empfunden hat wie der kleine Hügel letztlich ist.
Ich kann nur an dich appellieren, lebe dein Leben Kerstin, du hast nur das eine, und schmeisse ein paar Bedenken über Bord.

Einen guten Rutsch
Wünscht Heike

Mina
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 37 im Thema

Beitrag von Mina » Mo 1. Jan 2018, 00:38

heike65 hat geschrieben:
So 31. Dez 2017, 23:02
Ich hoffe ich finde jetzt trotz des genossenen weines die richtigen Worte.

Kerstin willst du eine offene Gesellschaft in der du vielleicht einfach Kerstin sein kannst, unabhängig von Konfektiongrösse etc, einfach du selbst sein ?
Das fällt aber nicht von oben herab, dafür muss man etwas tun, zur Not sich auch etwas Spott und Unverständnis aussetzen, wenn sich niemand traut wird sich auch nichts ändern, und wie ich heute gelesen hab scheint selbst Mina das Outing geschafft zu haben, und sie war sicherlich eine der extremsten Kritikerin die den Berg wohl höher empfunden hat wie der kleine Hügel letztlich ist.
Ich kann nur an dich appellieren, lebe dein Leben Kerstin, du hast nur das eine, und schmeisse ein paar Bedenken über Bord.

Einen guten Rutsch
Wünscht Heike
Edit: es besser machen im neuen Jahr war Plan. (gitli)

Heike, das müsstest Du mir bitte etwas näher erläutern, in wiefern ich „extrem“ kritisch war, in Bezug auf Outing?
Möglicherweise das ich mal erwähnt habe, das die Welt noch nicht soweit ist, für eine allumfassende neutrale Gesellschaft hinsichtlich der Vielfalt?

Nunja, das denke ich immer noch!

Dazu denke ich aber auch: Scheixx drauf, ich kann ja am wenigsten was dafür.
Trage aber nun aktiv meinen Teil dazu bei, das sie es irgendwie wird! (so)

Frohes Neues (gitli)
Zuletzt geändert von Mina am Mo 1. Jan 2018, 08:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Svetlana L
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 38 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mo 1. Jan 2018, 06:33

Kerstin hat geschrieben:
So 31. Dez 2017, 22:23
Svetlana L hat geschrieben:
So 31. Dez 2017, 21:57
....Und du solltest vielleicht dich selbst fragen, warum eine solche Diskussion ausgelöst wurde, bei der alle weitestgehend an einem Strang ziehen bis auf eine Ausnahme!
Offentsichtlich hast du ein Problem damit, das sich andere eine andere Meinung als die Masse erlauben. Geh mal in dich.
Ich war ganz tief in mir drin und bin zu dem Schluss gekommen, das ich kein Problem mit anderen Meinungen habe, schließlich habe ich mich ja nicht darüber gewundert, dass überhaupt eine Diskussion aufgekommen ist.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 39 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-09-04 » Mo 1. Jan 2018, 09:00

Ich beziehe mich jetzt auf den Startpost:

Ich könnte sichtbar Leben, mich nicht anpassen aber so will ich nicht Leben. Ich habe schon genug durch gemacht dass jetzt die Zeit kommen kann wo ich ein "normales" Leben führen kann wie jeder andere auch.

Ich erfreue mich darüber bald hoffentlich unsichtbar Leben zu können und das habe ich mir selbst erarbeitet.

Wie du geschrieben hast nicole sind wir ein Störfaktor.. ich merke ja selbst wie mich Menschen behandeln wenn sie es wissen oder nicht. Oder Abneigung die ich häufig im Internet erfahre wenn ich mich als TS oute.

Für ein friedliches zusammensein ist es besser sie Unwissend zu lassen, denn die Menschen werden sich nicht ändern, auch nicht wenn wir uns sichtbar machen und wenn doch dann nur sehr langsam, ohne dass ich noch davon profitiere. Ich bin niemanden etwas Schuldig und will einfach mein Leben leben können.

Ich bin froh darüber kein Störfaktor mehr zu sein in den Augen der meisten, da sie mich nicht erkennen. Das bringt doch nur etliche Probleme mit sich, die das Leben unnötig erschweren und in ein Leid verwandeln.

Niemanden gefällt es der zu sein der "anders" ist.. der "Außenseiter". Der über den die leute lachen, verspotten oder ausgrenzen.

Ich identifiziere mich nunmal als Frau... Auch mit meinem TS Hintergrund wünsche ich mir das Leben so ähnlich wie es geht, wie eine Bio Frau zu erleben.

Da wäre eine Sichtbarkeit nur hinderlich.

Mina
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 40 im Thema

Beitrag von Mina » Mo 1. Jan 2018, 09:49

Ich denke es steht und fällt mit der Aufklärung, gerade was „uns“ betrifft.

Ein nicht kleiner Anteil der Mitmenschen denkt möglicherweise, das Menschen wie uns ein Fetish, ein sexueller Motivator oder eine „ Gestörtheit“ dazu treibt.?

Warum sonst auch oft die Berichte von Ablehnung?
Allerdings ist es auch dem Umstand geschuldet, das der Mensch an sich einem innerlichen Bild folgt. Wird diesem Bild eine Farbe hinzugefügt, wird er schon aufmerksam und reagiert. Die Reaktion sind dann gerne Ablehnung, Angst, Lustig machen, Aggression.

Menschen die ein geöffnetes Weltbild tragen reagieren dagegen recht neutral bis garnicht.

Wenn die Welt aber stetig lernt, das wir pupsnormale Menschen sind und weder Gefahr noch andere Befürchtungen bestehen, werden sie es lernen. Der grösste Teil zumindest.

Beispiel kann Politik sein. Die rechte Gruppe. Die Gesellschaft weiß das es falsch ist, das es dem Miteinander schadet und das es Gefährlich ist.
Trotzdem gibt es immernoch soviele Hohlbirnen welche dem Schrei nach Nationalismus folgen. Trotz dieser hohen Rate an Aufklärung und den Beispielen aus der Geschichte.

Es bleibt ein Kampf und nicht jede von uns hat das Glück in 100% CIS Tarnung durchs Leben gehen zu können. Trotzdem hat ein jeder das Recht frei zu leben, raus zu gehen und sich eben nicht zuhause verstecken zu müssen.

Eine Patentlösung habe ich nicht, aber es müsste insgesamt mehr für generelle Aufklärung gemacht werden. Da ist die Politik in der Pflicht, den auch diese will nach demokratischen Grundsätzen handeln. Demokratisch wäre es wenn wir auch „einfach“ leben könnten.
Das sich Threads wie dieser hier immer wieder auftun, ist ja schon ein Barometer dafür, wo wir im Moment stehen.
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Mina
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 41 im Thema

Beitrag von Mina » Mo 1. Jan 2018, 10:29

An dieser Stelle vielleicht noch einmal zur Erinnerung der Artikel aus „der Zeit“ vom Juli 2017

Die Statistiken sind natürlich nur Statistiken, dennoch ein Widerhall der Gesellschaft .

http://www.zeit.de/news/2017-07/01/gese ... g-01111202
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Tinchen
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 42 im Thema

Beitrag von Tinchen » Di 2. Jan 2018, 21:42

Liebe Nicole,
erst mal danke dass Du uns diese kleine Serie bekannt gemacht hast. Ich habe erst mal Deine einleitenden und emotionalen Worte genossen, als hoffnungslose Romantikerin habe ich mir erst mal ein Tränchen verdrückt (bevor ich die Videos geschaut habe).

Ich habe mich dann gleich durch die Episoden gefräst und mich in alle Personen verliebt....bis auf Lisa versteht sich :-) Da ich ganz gut Englisch kann, habe ich mehr zugehört als Untertitel zu lesen, aber das geht dermaßen schnell ab, dass ich immer wieder den Faden verlor und zurückspulen musste.....was allerdings eher angenehm war. Es ist schon sehr komprimiert und es kommen fast alle menschlichen Probleme, die manche zu gerne verschweigen, zum Ausdruck. Geht aber manchmal nicht anders in solchen Filmen.

Für mich bewegendes aus der Serie:
Wie spreche ich jemanden an, von dem ich vermute sie/er ist Trans und ich möchte mehr erfahren? Ich habe mit Allie echt mitgelitten...und mich gefragt, wie könnte man das besser machen? Vi hat sehr authentisch reagiert...Die Frage, bin ich noch lesbisch, wenn ich eine Transfrau mag? Bzw, bin ich noch trans, wenn ich eine Lesbe mag?...Die wütende Paige.....

Episode 4 hat nicht nur den einleitenden Text, sondern ist voll von Zündstoff, da ist fast Jeder Satz eine kleine Bombe.....sprich es sind 10 Minuten, über die ich tagelang nachdenken kann.

Es gibt aber auch negatives: "Viele haben Escort gemacht...ähm...eigentlich Alle..." Das ist mir ein wenig zu Klischeehaft....wissen tue ich es aber nicht.

Den Aufruf von Nicole, dass wir uns mehr zeigen sollen finde ich auch toll. Lediglich habe ich und vermutlich auch Andere hier eher nicht den Wunsch aufzufallen....sondern wir wollen uns zeigen, aber nicht als Trans erkannt werden, sondern als Frau. Ich weiß genau, das dass bei mir nicht geht :-)....trotzdem habe ich breit gegrinst, als ich mal mit hochrotem Kopf im Kaufhaus nach den Toiletten gefragt habe und die Verkäuferin an der Kasse mir gelangweilt den Schlüssen in die Hand drückte: "Das Damenklo ist hinten rechts." *schwebte*

Ich habe es mal auf meine ToDo-Liste für 2018 gestellt, neben weniger rauchen, weniger Bier und abnehmen. Kann also sein, dass ich demnächst öfter aufgetranst Steaks und Bier und Zigaretten hole, oder rauchend en Homme losgehe und ein Kleid kaufe :-)
nicole.f hat geschrieben:
So 31. Dez 2017, 13:40
PS: Bitte niemals abwertende Begriffe wie "Transe" verwenden. Gerade dieser ist so negativ besetzt, dass wir damit nur Schaden anrichten und niemals etwas gutes bewirken können.
Das verstehe ich leider gar nicht, Transe war für mich nie abwertend und eigentlich der einzige Begriff mit dem mal alle (halbwegs) unter einen Hut bekommt, ohne sich in Begriffsdefinitionen zu verlieren. Irgendwie Trans sind wir doch mehr oder weniger alle und ein "e" hinten dran ist eher eine Verniedlichung oder Verweiblichung für mich gewesen.

Wenn Jemand abfällig sagt: "Ey kumma das is ne olle..." spielt es doch keine Rolle welcher Begriff nun folgt, es bleibt abfällig. Falls mich Jemand nett fragt: "Sag mal bist Du eine..." Auch fast egal was nun folgt, es bleibt nett. Auf die nette Frage kann ich ja auch ein wenig erklären.

Falls wer nicht Transe genannt werden möchte, respektiere ich das natürlich. Muss sich auch Niemand angesprochen fühlen.

Ich frage mich nun, auch ein wenig mit Rückblick auf die Serie, ist Transe abwertend, oder ist nicht jede Frage nach Trans abwertend? (Wie so oft, existiert die Frage in meinem Kopf, ohne dass ich eine Antwort habe.)

LG Tina
Wo kommen wir denn da hin, wenn Niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge.

Svetlana L
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 43 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mi 3. Jan 2018, 07:45

Tinchen hat geschrieben:
Di 2. Jan 2018, 21:42
Ich frage mich nun, auch ein wenig mit Rückblick auf die Serie, ist Transe abwertend, oder ist nicht jede Frage nach Trans abwertend? (Wie so oft, existiert die Frage in meinem Kopf, ohne dass ich eine Antwort habe.)
Ich sag's mal mit dem Medien-Leitfaden von TrIQ

Transe
1) abfällige Fremdbezeichnung für trans* Menschen
2) Selbstbezeichnung einiger trans* Menschen, die sich den Begriff zurückerobert haben und ihn in einem ironischen oder selbstermächtigenden Sinn verwenden.

Ich würde das mal mit dem Begriff "queer" vergleichen, auch dieser war wohl ursprünglich als Schimpfwort gedacht und wurde mittlerweile von der Community "zurückerobert". Trotzdem würde ich (noch :) ) zu 1) tendieren.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 44 im Thema

Beitrag von Jenina » Mi 3. Jan 2018, 07:56

Hallo Tina,

Danke dass Du bekräftigst was ich auch emofinde wenn Du "Transe" hörst. Ich habe ja gerade - auch in Zusammenhang mit anderen "bösen" Wörtern etwas in meinem Tagebuch geschrieben. http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 12#p187312

Und deshalb tendiere ich bei Svetlanas Definition eindeutig zur 2. Es reicht nicht Sprache verändern zu wollen und gerechter machen zu wollen wenn man sich die Verletzungen durch Sprache an anderen Stellen gefallen lässt. Bei Schimpfworten helfen keine Sterne.

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!

ExUserIn-2018-08-04
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 45 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2018-08-04 » Mi 3. Jan 2018, 08:24

Für mich fällt "Transe" unter die gleiche Kategorie wie "Nigger". Zwar bezeichnen sich die Afroamerikaner untereinander auch zuweilen so, aber das ändert nichts daran, dass du zu 99% gewaltige Probleme kriegst, wenn du als "Weißbrot" einen Afroamerikaner mit "Nigger" ansprichst. Es kommt immer darauf an, wer einen Begriff verwendet und in welcher Absicht.

Dazu kommt, dass der Begriff "Transe" auch innerhalb unserer "Community" oft abwertend für einen bestimmten Typ TS/TG/TV verwendet wird. In meiner SHG war der Begriff deshalb ein No-Go.

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