Dazu muss man wissen, dass 2016 für meine Liebste und mich sehr stressig war. Häuschen bauen, umziehen, beruflich doch einschneidende Veränderungen (zum guten) und emotional sehr fordernd.
Das wirkte in 2017 nach, aber wir haben es bewältigt. Wir haben wunderbare Erlebnisse und Weiterentwicklungen gehabt, einzeln und zusammen, darunter Urlaub mit vielen Freunden und kuschelige private Treffen im kleinen Kreis.
Und dann passierten gerade ab Oktober noch tolle Dinge. Aus der Idee, den Teil Gesichtsbehaarung weglasern zu lassen, den ich eh nur rasiere, wurde ein spontaner Entschluss und die erste Session.
Fast wichtiger aber war die Erkenntnis dort, dass ich weder cis, noch trans*, sondern eben "Enbi", nicht-binär bin, auch wenn mein biologischer Körper (noch) so eindeutig ist, wie bei Transpersonen "vorher".
Erstaunlicherweise vermittelt diese Einordnung mir eine Menge Ruhe und beseitigt eine gewisse Restunsicherheit bezüglich "männlicher" und "weiblicher" Aspekte, die ich immer noch nicht wirklich verstehe.
Das überdimensionale Sahnehäubchen war das BVerfG-Urteil am 8. November. Ja, das Gesetz muss erst mal in Kraft sein und sie werden es erst auf medizinische Indikation begrenzen, bis jemand sich durchklagt, aber in absehbarer Zeit wird es eine offiziell anerkannte Kategorie auch für mich geben, und ich werde in der Schlange stehen und meinen Personenstand anpassen lassen. Mal sehen, was dann noch kommt
Also ja, 2017 war insgesamt ein gutes Jahr. Und 2018 wird sicher nicht minder interessant.
