Mein Vater wurde handgreiflich
Mein Vater wurde handgreiflich - # 2

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Michelle_Engelhardt
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 16 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

XYZ hat geschrieben: Mi 6. Dez 2017, 03:57
als erstes würde ich ein zeichne setzen und dein Vater anzeigen
Ist nicht Dein Ernst, oder?
Vielleicht die Mutter auch direkt anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung?

Sei mir nicht böse, aber vielleicht schaltest Du mal Deinen Kopf ein, bevor Du hier solche "tollen" Ratschläge verbreitest! (ag)
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

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Michelle_Engelhardt
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 17 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 6. Dez 2017, 08:42
Wenn ich es richtig verstanden und eingeordnet habe; dann ist eine Gewalthandlung von "beiden Seiten" ausgeübt worden.
Das sehe ich genau so und bin einigermaßen überrascht, dass es hier kaum jemanden gejuckt hat.
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 18 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Jepp, auch ich sehe das ähnlich.

Natürlich ist Gewalt nicht akzeptabel. Aber was nützt es, die "Schuld" woanders zu suchen ? Es ist ja nicht so, dass jemand auf der Straße ohne Vorwarnung Gewalt ausgeübt hätte. Eine Familiensituation ist über Jahre und Jahrzehnte gewachsen. Hier spielen ganz andere Faktoren eine Rolle. Um denen auf die Spur zu kommen, benötigt man viel mehr als Schuldzuweisungen. Es geht um die Familienstrukturen und wenn man die erfahren will, muss man bei sich selber anfangen. Da geht es z.B. um Fragen wie, warum reagiere ich wirklich so wie ich es tue ? Wenn man etwas verändern will, kann man das nur bei sich selber. Andere kann man nicht verändern. Aber Andere reagieren dann auch anders, wenn ich mich ändere.

Und bevor jetzt jemand denkt, dass Delphinum die "Schuld" bei sich suchen sollte, der irrt gewaltig. Es geht um den eigenen Anteil an der Situation, nicht um Schuld. Das bedeutet nicht, dass man klein bei gibt. Es bedeutet, dass man Verantwortung für sich und sein Verhalten übernimmt. Dieses kleinkindhafte "der hat aber angefangen" ist eine der schlechtesten Reaktionen überhaupt. Sie bedeutet, dass man versucht, seine Verantwortung auf andere zu verlagern. Es ist eine Form des "Schwarz-Weiß-Denkens". Ich bin gut, der Andere ist böse. Bezogen auf Eltern heißt das dann: sie haben die Verantwortung, dass ich so bin, wie ich bin.

Das mag zwar im Kern richtig sein, aber was ich heute mache, liegt an mir. In dem ich mich als Opfer sehe, nehme ich mir die Chance mein Leben so zu gestalten, wie es für mich richtig ist. In Delfinums Situation kann das der Auszug aus dem Elternhaus sein, muss es aber nicht. Und jeder Ratschlag in die ein oder andere Richtung ist eine Förderung des Schwarz-Weiß-Denkens. Hier sollten die Ratgeber vielleicht ihr eigenes Verhalten überdenken.

Ich habe früher auch in diesen Denkschemen gehandelt und ich habe einige Jahre gebraucht, das zu verstehen. Aber das Leben gewinnt massiv an Qualität, wenn man sich davon befreien kann.

Und die Kernfrage lautet: Worin liegt meine Verantwortung ?
Viele Grüße
Vicky

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Joe95
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 19 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Delfinium hat geschrieben: Mi 6. Dez 2017, 12:24...Als ich noch etwas jünger war, Pubertät oder so hatte ich immer Angst vor ihm bei außeinandersetzungen dass er zur Gewalt greift, deshalb ich öfter auch nachgeben und ihm bei allem Recht gegeben, aber jetzt wo ich älter bin will ich mich davon nichtmehr einschüchternd lassen und wenn ich ihm was sage was ihm nicht gefällt dann kommt er mit Bedrohung, Angst machen usw. nichtmehr weiter weil ich jetzt stärker bin als er und wenn er mir zu nahe kommt ich kein kleines Kind mehr bin, sondern ein Mensch der sich im Zweifelsfall auch wehren kann....
Das erscheint mir sowohl der Kern des Problems als auch Ansatz für eine Lösung zu sein.
Deine Eltern kennen es nicht anders und verstehen nicht einmal das sie einen anderen Weg suchen müssten.
Auch wenn es vielleicht merkwürdig klingt, aber das du dich wehren kannst gibt dir die Möglichkeit auf Gewalt zu verzichten. Dieses wiederum könnte bei deinen Eltern etwas bewirken, vielleicht eine Einsicht das es auch ohne Gewalt geht.
Das wäre ein Wünschenswerter, aber sehr langer und schwieriger Weg.
Ausziehen geht einfacher.

ChrisTina73 hat geschrieben: Mi 6. Dez 2017, 00:20...Wenn ich jemanden zur Seite ziehe oder am Arm packe, sage ich damit etwas aus, das ist aber definitiv keine Prügel. Aus welchem Reflex das auch immer geschehen ist. Ich war in der Situation nicht dabei, aber diese Geste des Anpackens am Arm ist für mich eine eindeutige Grenzsetzung, die nichts mit Gewalt zu tun hat. Wer mir daraus einen Strick drehen will hat in meinem Leben nix zu suchen...
Das erschreckt mich jetzt ein wenig.
Gewalt beginnt nicht erst wenn du jemanden zur Seite ziehst oder am Arm packst, sondern bereits viel früher.
Das, was du hier beschreibst, ist vielleicht keine Prügel, aber schon so sehr Gewalt das es Strafrechtlich relevant sein kann. Es hat nichts mit Grenzsetzung zu tun, sondern ist ein Angriff.
Ich denke du drehst dir da selber einen Strick draus, wenn du diese Ansicht auslebst.
Gewalt fängt für mich da an, wo jemand etwas aushalten MUSS!.
Also da, wo ich jemanden anschreie oder jemandem im Weg stehe (bzw. stehenbleibe)
Ich erlaube mir hier mal Wikipedia zu zitieren, weil ich die Beschreibung sehr treffend finde:
Wikipedia hat geschrieben:Als Gewalt (von althochdeutsch waltan "stark sein, beherrschen") werden Handlungen, Vorgänge und soziale Zusammenhänge bezeichnet, in denen oder durch die auf Menschen, Tiere oder Gegenstände beeinflussend, verändernd oder schädigend eingewirkt wird. Gemeint ist das Vermögen zur Durchführung einer Handlung, die den inneren oder wesentlichen Kern einer Angelegenheit oder Struktur (be)trifft.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 20 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich bleibe bei meiner Beurteilung!

Gruß
Anne-Mette
Michelle_Engelhardt
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 21 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 6. Dez 2017, 15:47

ich bleibe bei meiner Beurteilung!
Ich auch!

@XYZ: Wollen wir mal festhalten: Wir haben hier eine Tochter, die von ihrem Vater festgehalten und durch sein Auftreten eingeschüchtert wurde. Das ist sicher nicht in Ordnung, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.

Auf der anderen Seite haben wir eine Tochter, die besagtem Vater das Knie in den Bauch rammt, um sich aus der Situation zu befreien. Das ist sicher auch nicht in Ordnung und als Gewalthandlung vielleicht sogar schwerwiegender anzusehen, als das Verhalten des Vaters....vielleicht...vielleicht auch nicht, darüber kann man streiten.

Und jetzt erwartest Du allen Ernstes, die Tochter solle ihren Vater anzeigen?? Abgesehen davon, das dadurch wohl auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung auf eine funktionierende Vater - Tochter Beziehung zerstört würde, fände ich so eine Anzeige mehr als überzogen, um nicht zu sagen lächerlich. Unsere Justiz ist bereits überfordert und soll sich dann auch noch mit so einem, sorry, Pipifax befassen?
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 22 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

XYZ hat geschrieben: Mi 6. Dez 2017, 14:10 Michelle_Engelhardt und Anne-Mette das ist nicht euer ernst Gewalt muss zur Anzeige gebracht werden egal in welcher form sie ausgeübt wird.
Demnach wäre es dann auch ok, wenn Delfiniums Vater zur Polizei rennt und Anzeige gegen seine Tochter erstattet? Oder misst Du hier mit zweierlei Maß?
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 23 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Delfinium, versteh mich nicht falsch. Ich verurteile Dein Handeln nicht, auch wenn ich es nicht okay finde und sorry....zwischen festgehalten werden und mit einem Messer bedroht werden ist ein himmelweiter Unterschied! Grundsätzlich ging es mir darum, das eine Anzeige gegen Deinen Vater weit über das Ziel hinausgehen würde, aber das siehst Du ja genauso.
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 24 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Das ganze läuft etwas aus dem Ruder, denke ich. Mir sind ein paar Sätze bei Delfis Beiträgen aufgefallen. Mal so stichwortartig "schon immer", "Nase blutig", "rumschreien", "anpacken". Das klingt für mich nicht nach Polizei und Justiz, selbst wenn da rechtlich was dran wäre, sondern nach akutem Bedarf an Familientherapie. Hier fehlt funktionierende Kommunikation, Mediation, gegenseitiges Verständnis. Gewalt ist das letzte Mittel der Unfähigen, sagte ein kluger Mann in Gestalt einer literarischen Figur, und hier sieht es mir nach Hilflosigkeit und Überforderung auf beiden Seiten aus.

Mal den ganzen Transkram abgezogen, auch wenn die zweite Pubertät direkt nach der ersten da sicherlich viel Energie in die Konflikte pumpt, sollte sich meiner Ansicht nach die ganze Familie schnell Hilfe holen. Es sei denn, sie wollen eine schmerzhafte Trennung mit allem drum und dran durchziehen. Ich hab sowas in meinem direkten Umfeld gehabt und das war und ist auch nach Jahrzehnten noch kein Spass.
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 25 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Jaddy hat geschrieben: Mi 6. Dez 2017, 21:51 Das ganze läuft etwas aus dem Ruder, denke ich. Mir sind ein paar Sätze bei Delfis Beiträgen aufgefallen. Mal so stichwortartig "schon immer", "Nase blutig", "rumschreien", "anpacken". Das klingt für mich nicht nach Polizei und Justiz, selbst wenn da rechtlich was dran wäre, sondern nach akutem Bedarf an Familientherapie. Hier fehlt funktionierende Kommunikation, Mediation, gegenseitiges Verständnis. Gewalt ist das letzte Mittel der Unfähigen, sagte ein kluger Mann in Gestalt einer literarischen Figur, und hier sieht es mir nach Hilflosigkeit und Überforderung auf beiden Seiten aus.

Mal den ganzen Transkram abgezogen, auch wenn die zweite Pubertät direkt nach der ersten da sicherlich viel Energie in die Konflikte pumpt, sollte sich meiner Ansicht nach die ganze Familie schnell Hilfe holen. Es sei denn, sie wollen eine schmerzhafte Trennung mit allem drum und dran durchziehen. Ich hab sowas in meinem direkten Umfeld gehabt und das war und ist auch nach Jahrzehnten noch kein Spass.
Durchaus richtig, Jaddy....allerdings scheinen Delfis Eltern ja leider ziemlich beratungsresistent zu sein, wodurch die Aussicht auf eine Familientherapie wohl sehr gering ist.
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 26 im Thema

Beitrag von Yoko »

Ich denke das Meiste wurde bereits gesagt, aber es brannte in mir auch meine Meinung kund zu tun.
Ich muss gestehen, dass ich bei in diesen thread quer eingestiegen bin und fragte mich auf einmal in welcher Altersklasse du, Delfinium, noch mal mitspielst.

Klar ist es keine Frage ob man seine Kinder schlagen sollte, doch umgekehrt erinnert es mich auch ein wenig an den Kindergarten bei uns zuhause. Es gibt ja nicht nur physische Gewalt sondern auch psychische. Und es soll schon vorgekommen sein, dass den Eltern meiner Kinder, wenn diese absolut nicht hören wollen, die Hutschnur platzt. Dies geschieht dann nicht mit dem Knüppel, sondern durch eine Auszeit ("die stille Treppe"?).
Selbst um diese durchzusetzen bedarf es manchmal nicht nur lieber Worte, sondern man nimmt das Kind und verfrachtet es in sein Zimmer. Wir wollen jetzt aber keine Diskussion darüber anfangen wie dieses Verfrachten aussieht ;) (Meine Fantasie kennt da kaum Grenzen)
Ein anderes Beispiel wäre wenn sich die beiden (B)engel mal wieder an den Hals gehen, da hilft dann auch nicht immer ein höfliches Bitten. Um überhaupt bemerkt zu werden hilft es da auch die Stimme ein wenig zu heben; und manchmal muss man eben auch physisch dazwischen und ich glaube kaum, dass ein fest Griff schon als Gewalt gesehen werden muss.

Aber zurück zum Thema. Ich kenne deinen derzeitigen Status Quo in deiner Familie nicht, aber aus meiner Sicht wäre Abstand, eine Auszeit, oder auch der Auszug die beste Lösung.

Soll ich sagen, dass es eine normale Vorgehensweise ist jemanden aus dem Weg zu gehen?

Aber es ist doch so, dass man nicht nur in Konfliktsituationen mit anderen am besten fährt, wenn man denen aus dem Weg geht und sich überlegt ob es das überhaupt wert ist.
Klar, kann man einen Fremden nicht "riechen" wird er nicht mein Freund. In der Familie ist es natürlich etwas komplizierter. Eben, ob man dort so einfach aussteigen kann.
Ich denke die meisten von uns sind irgendwann, aus welchen Gründen auch immer, von zuhause ausgezogen und haben heute eine mehr oder weniger gute Beziehung zu ihren Eltern.

Wenn es nicht die Möglichkeit gibt "kurzfristig" irgendwo, z.B. bei Freunden, oder Verwandten eine Zeit lang unterzukommen, müsste wohl der harte Schritt erfolgen. Also so wie bei fast jedem von uns Job/Ausbildung suchen, Geld verdienen, eine Wohnung suchen und auf eigenen Beinen das Leben so führen wie man mag.

Beim Durchlesen hatte auch ich kurz die Vision und diese tolle Sendung vor Augen "Verklag mich doch!". Aber eben weil ich denke, dass eine Trennung der beste Weg wäre, wäre eine Klage nur ein "lustiges Gimmick" um deinem Papa eins auszuwischen. Aber lohnt sich die Mühe, wenn du alternativ ohne deine Eltern deine Ruhe hättest??

LG
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 27 im Thema

Beitrag von Joe95 »

ChrisTina73 hat geschrieben: Mi 6. Dez 2017, 20:51...Gewaltempfinden ist individuell verschieden.
Ändert aber nichts daran, das Gewalt klar definiert ist.
Mir scheint du verwechselst da etwas.
Du denkst ein Klaps auf den Po, dem Kind Angst machen, jemanden durch anschreien oder festhalten zu stoppen sei gerechtfertigt und daher keine Gewalt.
Da ist schon der Ansatz falsch. Es ist und bleibt Gewalt.
Ob du dein Kind im barschen Ton schickst sein Zimmer aufzuräumen oder ob du es festhälst um es von schlimmeren abzuhalten ist und bleibt Gewalt. Auch wenn es gerechtfertigt ist.
Wenn dich einer überfällt übt er Gewalt gegen dich aus. Wenn du ihn dann anschreist und er vor schreck weg rennt übst du Gewalt gegen ihn aus.
Beides ist Gewalt, gerechtfertigt oder ungerechtfertigt.
Ich kann in ein Haus einbrechen, um zu stehlen oder um Menschen aus dem brennenden Haus zu retten, beides die selbe Gewalt.
Ich (ok, jemand anderes...) kann einen Menschen mit einem Messer verletzen - aus Hass oder um eine lebensrettende Operation durchzuführen.
Beides die gleiche Gewalt.
Ist es Gewalt, wenn ein Mann ne Frau verarscht und sie ihm dafür ne Ohrfeige gibt? oder wenn ein Kind frech ist und n "Aussetzer" hat und tritt und spuckt, weil es nicht seinen Willen bekommt, ist da n beherzter kräftiger Griff (nicht mit roher männlicher Gewalt!) oder n Klapps auf den Hintern Gewalt??
Ja. Das ist Gewalt.
Vielleicht gerechtfertigt, vielleicht nicht, aber immer Gewalt
Während einige Kinder sich schon bei jeder kleinen Meckerei der Eltern angegriffen fühlen, sagen andere Kinder, wenn sie mal ein Klapps auf dem Po bekommen gar nichts, weil sie es als Grenzsetzung wahrnehmen und es nicht als Gewalt empfinden. Wo willst Du da ansetzen?
Was meinst du mit ansetzen? Eine Rechtfertigung? Gewalt kann sogar nötig sein, sonst kamm man kein Kind erziehen und keine Verbrechen ahnden, aber sie ist und bleibt Gewalt.


Wenn Delfinium jetzt über Ihren Schatten springen kann und erkennt, das Ihre Mutter einfach nur versucht, sie als Tochter wahrzunehmen und Zugang zu Ihr zu finden versucht und Ihr Vater sie nicht mehr schlägt (denn sonst hätte er es wieder getan), und aussteigt aus den sich verselbstständigten Machtspielchen, wer der Stärkere ist, kann sie viel erreichen. Stark ist der, der auch mal Schwäche zulassen kann und wenn sie auch endlich mal "Nähe" zulassen kann ohne Ihre Eltern immer aus Angst vor der Vergangenheit auf Distanz zu halten.
Nichts ist schlimmer für Eltern, die Dinge eingesehen haben (das haben sie anscheinend anhand der Beschreibung), als die verzweifelten Fehlversuche, endlich Zugang zur eigenen Tochter zu finden, deren Weg dorthin sie letztendlich mitgegangen sind, um zu den Eltern zu werden, die sich die Tochter wünscht.
Das ist in etwa was ich meinte als ich schrieb das die Möglichkeit sich wehren zu können auch die Möglichkeit ist auf Gewalt zu verzichten.


Ich habe als Kind viele Dummheiten angestellt und öfters Prügel bezogen.
Wenn ich nach hause kam und vom Nachbar ne Ohrfeige bekommen hatte gabs zuhause gleich noch eine, "Du wirst schon wissen wofür!".
Da hat sich niemand Gedanken darum gemacht ob das Gewalt ist oder nicht.
Natürlich war das Gewalt, aber da es zum einen nicht aus Bosheit war und ich zum anderen natürlich wusste wofür ist es niemandem falsch vorgekommen.
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 28 im Thema

Beitrag von Joe95 »

feenspiel hat geschrieben: Do 7. Dez 2017, 00:33....ich glaube kaum, dass ein fest Griff schon als Gewalt gesehen werden muss...
Doch, muss er. Sogar schon das schicken ist Gewalt.
Mir scheint hier liegt irgendwo ein grundsätzlicher Irrtum vor.
Viele scheinen der Meinung zu sein Gewalt liegt nur vor wenn es sich um etwas ungerechtfertigtes, negatives oder böses handelt.
Das stimmt nicht.
Gewalt ist jede Art von Beeinflussung und grundsätzlich auch nicht negativ.

Gewalt wende ich an wenn ich ein Werkstück bearbeite, wenn ich mein Auto lenke, wenn ich meinen Hund an die Leine nehme, ja sogar wenn ich einer Oma über die Strasse helfe.
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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 29 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Es wäre vielleicht nützlich etwas trennschärfer mit den Wörtern umzugehen. Wir haben doch so viele schöne, für ganz unterschiedliche Bedeutungen.

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Re: Mein Vater wurde handgreiflich

Post 30 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Jaddy hat geschrieben: Do 7. Dez 2017, 13:30 Es wäre vielleicht nützlich etwas trennschärfer mit den Wörtern umzugehen...
Da hast du recht.
Ich habe den Eindruck hier wird das Wort "Gewalt" mit Gewaltmißbrauch gleichgesetzt.
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