Hallo Vicky,
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 6. Nov 2017, 13:08
Wo dieser Druck herkommt, ist für mich nicht geklärt. Würdest Du noch den Druck verspüren, wenn es allgemein
akzeptiert wäre, dass Du Dich manchmal als Frau darstellst und als solche
gesehen werden willst ?
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 6. Nov 2017, 15:23
um die Sichtbarkeit geht es mir bei meiner Frage gar nicht. Es geht um die Erwartungshaltung bzw. Wertung, die man durch das Leben in einer Gesellschaft quasi mit der Muttermilch aufsaugt. Oder anders gefragt, gäbe es eine Änderung im Verhalten, wenn diese
Wertung anders ausfiele ?
Ich hatte deinen Ausdruck schon so verstanden, das er sich auf die Optik bezieht. Denn sonst gebe es ja nix zu
sehen oder zu
akzeptieren
Ich habe übrigens auch in meiner Zeit als Teilzeitfrau keine schlechten Erfahrungen gemacht. Natürlich musste ich manchmal bei der Anrede etwas korrigieren, aber das werte ich nicht gleich als schlechte Erfahrung. Leute, die noch nie mit uns in Berührung gekommen sind, sind halt auch manchmal sehr unsicher uns gegenüber. Das ist nachvollziehbar.
Also nach meiner Erfahrung sehe ich es so, das ein zeitweiser Wechsel in der Öffentlichkeit (in der ich mich so bewegt habe), bereits voll akzeptiert wird.
Z.B. fragte ich mal in einem Restaurant wo die Toilette ist, da meinte der Kellner "dort ist die Herrentoilette und da die Damentoilette, ganz wie es Ihnen beliebt."
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 6. Nov 2017, 15:23Aber was treibt Dich jenseits allen Kopfkinos als Frau durch die Welt zu gehen ? Woran kannst Du ganz konkret festmachen, dass Du eine Frau bist ? Was ist eine Frau ? Was ist ein Mann ?
Ich weiss es.
So wie ich früher wusste, das ich ein nicht ganz normaler Junge war.
Beschreiben kann man es nicht. Ein Mann weiß, das er ein Mann ist. Und eine Frau weiß, das sie eine Frau ist. Wie soll man das beschreiben?
Ich war halt sehr lange irritiert durch meinen männlichen Körper. Das behindert die Selbstfindung doch erheblich, da man doch offensichtlich ein Junge ist. Aber irdendwann begriff ich, das es nur Fassade ist, das der Körper nur Fassade ist. Das hinter dem männlichen Körper kein Mann steckt. Natürlich wird jeder Mensch entsprechend seines Körpers ab Geburt von seiner Umgebung auch entsprechend geprägt. Nur stellt das in den meisten Fällen niemand in Frage.
Hm.
Ich weiß das ich eine Frau bin weil ich mir einen weiblichen Körper wünsche?
Ich glaube so kann man es ausdrücken. Ich möchte z.B. die GaOP nicht durchführen. Das liegt aber an den damit verbundenen Risiken.
Könnte ich mir einen weiblichen Schoß herbeizaubern, würde ich es sofort tun.
Du fragst was ist ein Mann, was ist eine Frau? Das sind die beiden biologischen Geschlechter, die grundsätzlich von der Natur vorgesehen sind. Nun ist es in meinem Fall wohl so, das mein Gehirn zwar das einer Frau ist (das einen weiblichen Körper erwartet) aber von Geburt an auf männlich programmiert wurde. So dauerte es etwas, sämtliche männlichen Programme wieder zu deinstallieren

Natürlich gibt es auch alles zwischen Mann und Frau. Aber in der Regel bekommen wir einen von beiden möglichen Körpern mit auf dem Weg. Da ich mir aber den anderen Körper wünsche bin ich eine Frau, die als Mann geboren wurde.
So, nun zerfleischt mich
Grüße
die Anja