Nabend zusammen,
der folgende Text ist als Kommentar zu dem Beitrag bzw. Interview entstanden; aus meiner Sicht, derjenigen eine_r der *-Fraktion zugewandten Person

. Er wartet z.Z. aber wohl noch auf die Freigabe, weil er erst nach Feierabend dort eingegangen ist.
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So richtig und wichtig die dargestellten Aspekte sind, so erschliessen sie sich wohl nur aus der Innensicht der Community bzw. der Erfahrung von Betroffenen (zu denen ich selbst zähle) und verbunden mit der Kenntnis darüber, wie Privilegierung und Diskriminierung im universitären Umfeld gedacht und kommuniziert werden.
Die beiden zugrundeliegenden (m.E. unzulässigen/unzutreffenden) Voraussetzungen, nämlich die Erwartungshaltung, dass fehlende eigene Erfahrungen durch selbständige Informationsbeschaffung und darauf aufbauende Abstraktion zu ersetzen sind, und zweitens die Unterstellung des Verständnisses von Sichtweisen bzw. Formulierungen, die in relativ komplexer Weise auf soziologische und philosophische Theorien und Abhandlungen Bezug nehmen, reproduzieren im Grunde die isolierenden Gegebenheiten, aus denen herauszukommen wir uns wünschen.
Wir werden, fürchte ich, nicht zu der notwendigen Kommunikation kommen, wenn wir von anderen Menschen erwarten, dass sie, ohne Fragen stellen zu dürfen und Fehler (auch wiederholt) machen zu dürfen, den 'richtigen' Umgang mit den Menschen einer Community finden, die "
sehr heterogen" ist und in der es "
ganz unterschiedliche Vorstellungen von Transidentität, dem gutem Leben, der idealen Gesellschaft und was Trans*verbündetenschaft bedeutet." gibt. Wie sollte das auch gehen? Juristen nennen soetwas die faktische Unerbringlichkeit einer Leistung, die endgültig von der Pflicht zur Erbringung der geforderten Leistung befreit. Das können wir nicht wollen, oder?
Es ist auch im eigentlichen Sinn kein Wunsch, aus dieser Situation herauszukommen, sondern die berechtigte Forderung nach der Beendigung von Ausgrenzung, Abwertung und Diskriminierung. Dieses Ziel wird aber nicht erreicht, in dem wir der Gesellschaft Hausaufgaben übertragen, die diese erstmal zu erledigen hat, ohne das sie überhaupt verstehen kann, worin genau die zu erbringende Leistung besteht, oder deren Erledigung ihr, nach den Maßstäben des unvollkommenen Menschen, durch die Setzung von Randbedingungen unmöglich gemacht wird.
Ich denke, dass die so argumentierte Erwartung von "
Demut und Ausdauer" von außen (mit einiger Berechtigung) als Arroganz verstanden werden könnte. Und das sie, zumindest auch, als Forderung nach innen zu richten ist, wo wir sie durch 'Pride statt Perfek-fiktion' ergänzen und dann, mit stolzer Nachsicht für uns selbst und die anderen, als Maßstab an das Gute im Unvollkommenen anlegen sollten.
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Habt es gut
Marielle