So weit zumindest das Sprichwort
Hier soll es aber nicht um Holz sondern um Haut gehen, genauer gesagt die Gesichtshaut.
Ich bin vor kurzem auf die Rasur mit einem Rasierhobel umgestiegen und wollte in diesem Beitrag mal meine Eindrücke und Erfahrungen schildern.
Vielleicht helfen sie dem ein oder anderen, der einen ähnlichen Umstieg plant.
Auch wenn es grausam klingt "Rasierhobel", so hat das gute Stück mit einem Hobel doch eigentlich nur entfernt etwas zu tun.
Früher nannte man die Dinger auch Sicherheitsrasierer, im Englischen ist der Begriff "Safety Razor" erhalten geblieben. Passt in meinen Augen auch besser, aber na gut.
Wie viele andere Männer auch, habe ich im Laufe der Zeit so einiges ausprobiert, um den Bart im Zaum zu halten.
Ich habe keinen besonders starken Bartwuchs. Viele Bereiche sind frei (Wangen), der Rest eher lückenhaft. Ein Vollbart wird bei mir dadurch wohl nie etwas, es geht maximal der eher lockere Drei-Tage-Bart.
Bei den elektrischen Rasieren ist meine Welt die der Rotationsrasierer, will wohl in der Regel Philips heißen. Die klassischen Folienrasierer haben bei mir nie so wirklich super funktioniert und wenn, dann mit deutlich mehr Zeitaufwand. Meine Barthaare wachsen wohl einfach zu kreuz und quer.
So praktisch eine Rasur mit dem Elektro Rasierer auch sein kann: Nichts ist so gründlich wie die Nassrasur (ok Epilation und dergleichen mal außen vor). Und Gründlichkeit ist natürlich ganz besonders wichtig, wenn man mit Makeup ein weibliches Gesicht zaubern möchte
Verschiedene Klingensysteme habe ich im Laufe der Jahre probiert und einige auch über längere Zeiträume verwendet - kennt noch jemand den Wilkinson Protect? "So scharf, dass er hinter Gittern muss"
Auch hier gab es gute Modelle, die sehr gründlich sind.
Doch warum dann eigentlich ein Hobel? Bei mir aus zwei Gründen:
1. Ich habe ziemlich Probleme mit meiner Haut. gehe jetzt langsam auf die 40 zu und kämpfe immernoch mit Pickeln/Akne. Ich rede hier nicht von leichten Rötungen oder etwas Rasurbrand, der nach ein zwei Tagen dann auch abgeklungen ist, sondern wirklich von Entzündungen, die teils tief unter der Haut sitzen und idr durch Bakterien in den Haarfollikeln ausgelöst werden.
Ich war diesbezüglich schön mehrmals bei versch. Hautärzten. IdR bekommt man eine Salbe oder Tinktur, mit einem Hautantibiotikum. Hilft prima, leider nur für begrenzte Zeit.
Der Hautarzt hat mir zuletzt empfohlen, mich zweimal (!) täglich zu rasieren. Naja, wer die Zeit hat. Ich hab sie nicht
2. Immer wieder habe ich gehört, wieviel gründlicher und schonender die Rasur mit Hobel oder Messer sein soll. Kurzum die Neugier war einfach groß.
Ich habe mich lange Zeit nicht dran getraut, aber als es mit meinem Gesicht mal wieder schlechter wurde, habe ich es einfach mal probiert.
Nach ausführlicher Recherche im Netz hab ich mich dazu entschieden, erst einmal einen test zu wagen, ob ich mit der Technik klarkomme.
Hierfür gibt es in der Drogerie den "Wilkinson Classic". Kostet glaube ich knapp drei Euro und besteht zum Großteil aus Kunststoff, mit einem Metallkern im Griff.
Um sich mit der Technik vertraut zu machen auf alle Fälle völlig ausreichend und gar nicht so schlecht, wie man bei dem Preis meinen könnte. In den einschlägigen Foren gibt es sogar Leute, die diesen nach vielen Jahren immer noch verwenden. Auf alle Fälle prima, weil er so günstig ist. Wenn man dann doch nicht damit warm wird, hat man nicht gleich 30-40 EUR in den Sand gesetzt.
Ich habe damit zwei Rasuren durchgeführt und war vom Handling positiv überrascht. Ich hatte mir das viel schwieriger, vielleicht auch blutiger vorgestellt beim ersten Mal
es war jedoch ganz anders und die Haut fühlte sich hinterher viel weniger gestresst an, wie sonst.
Das wichtigste: keinen Druck ausüben, den Rasierer die Arbeit machen lassen.
Der Hobel ist zwar dafür etwas zu leicht, meinem Empfinden nach, aber hat dennoch einen sehr guten Job gemacht. Für mich stand also fest: ich brauche was richtiges
Hab mich für einen Hobel der Marke "Mühle" entschieden und zwar ein Modell mit geschlossenem Kamm. Natürlich gehen auch hier die Meinungen bei den sogenannten Experten auseinander, aber gut. Man muss sich halt überlegen, was einem wichtig ist. In meinem Fall war das auf alle Fälle die Sanftheit zur Haut.
Als das neue Modell eintraf hab ich natürlich gleich einen Test gemacht. Durch das deutlich höhere Gewicht lässt sich der Hobel nun noch einfacher und leichter führen. Man braucht keinen Druck und kann ihn einfach über die Haut führen. Wirklich wunderbar.
Was die Gründlichkeit angeht würde ich sagen, dass man schon noch mal ne Ecke gründlicher ist, als bei einem Systemrasierer. Allerdings sollte man natürlich keine Wunder erwarten. Bartschatten löst sich dadurch nicht in Luft auf
Aber mit etwas Übung wird wirklich alles perfekt glatt und meinem Empfinden nach, hält es auch einen Tick länger an, bevor es wieder anfängt zu stoppeln.
Für mich das Beste ist aber die Sanftheit zur Haut. Hier liegt der Hobel so deutlich vorne und das obwohl mein bisheriger Nassrasierer hier auch schon ganz ordentlich war.
Aber die Haut fühlt sich einfach nicht so gestresst an. Rasurbrand habe ich gar keinen mehr. Die Pickel sind auch schon fast weg und es kommen auch nicht mehr so dicke Klopper nach.
Ein voller Erfolg also. Ich gehe davon aus, dass es im Laufe der Zeit mit noch mehr Übung noch etwas besser wird. Benutze den Hobel jetzt vielleicht seit 2-3 Wochen. Also noch Luft nach oben
Die Wahl der Rasierklingen ist natürlich auch noch entscheidend. Die beim Wilkinson Rasierer mitgelieferten Klingen sind ganz ok, aber jetzt nicht das Nonplusultra. Hier gibt es eine recht große Auswahl am Markt. Ich habe mich für die Klingen von Astra entschieden. Top. Meiner Meinung nach geht es nicht besser. Und Preislich einfach super, besonders im Vergleich zu den völlig überteuerten Wechselklingen der Systemrasierer.
Vielleicht auch noch ein paar Worte zu meiner Art der Rasur: Ich rasiere mich mit Rasieröl (Somersets, neuerdings auch bei DM zu haben).
Hab auch mit verschiedenen Seifen und Cremes im Laufe der Jahre expirmentiert, aber das Öl ist bisher am besten und sanftesten. Hat auch den Vorteil, dass man sieht, was und wo man rasiert. Anschließend kommt zum Desinfizieren nen Aftershave drauf (Speick), welches ich mit einem Wattepad auftrage. Ja, brennt kurz, ist aber (zumindest bei mir) notwendig.
Zu guter Letzt gibt es dann noch etwas Pflege für das gesamte Gesicht. Hierfür nutze ich ein eigenes Öl-Gemisch bestehend aus Arganöl, Tamanuöl und ein paar Tropfen Teebaumöl.
Das pflegt, beruhigt und wirkt gegen Bakterien und Entzündungen.
Übrigens kann man mit dem Hobel auch den Körper rasieren. Hab Beine und Bauch getestet. Auch hier deutlich sanfter und glatter. Da ich aber wieder auf Epilieren umsteigen wollte, ist das für mich nur ne Randnotiz
So, das war mein kleiner Rasur Bericht. Vielleicht hilft es denjenigen, die auch mit Problemhaut geplagt sind etwas.
Und dann viel Spaß bei der nächsten Nassrasur
LG